Übelkeit und Appetitlosigkeit bei Morbus Chron

Austausch zu medizinischen Aspekten von Morbus Crohn, Colitis ulcerosa und mikroskopischen Kolitiden.
Kati_MB
neu hier
Beiträge: 3
Registriert: Mo 4. Mai 2020, 14:55

Übelkeit und Appetitlosigkeit bei Morbus Chron

Beitrag von Kati_MB »

Hallo zusammen,

ich bin 22 Jahre alt und seit einem Jahr mittlerweile krank geschrieben. Ich habe vor 3 Wochen die Diagnose Morbus Chron erhalten.
Angefangen haben die Beschwerden nach einer stressigen Phase in der Arbeit mit plötzlich immer wieder auftretender Übelkeit. Nach ein paar Wochen kam noch eine vollständige Appetitlosigkeit hinzu, sowie häufiges Aufstoßen nach dem Essen, Blähungen, Übelkeit nach dem Stuhlgang, immer mal wieder Bauschmerzen. Allerdings habe ich keinen Durchfall. Dadurch, dass ich solche Probleme mit der Übelkeit habe, hat sich bei mir zudem eine Angststörung entwickelt, d.h. ich kann nicht mehr essen gehen, oder z. B. mit dem Zug fahren, da mir durch die Angst immer noch schlechter wird.
Bei meiner Mutter wurde auch in meinem Alter Morbus Chron diagnostiziert.

Nach einer langen Ärzte-Odyssee konnte ich im Dezember 2019 eine Darmspiegelung machen lassen. Dort wurde eine Entzündung im Übergang vom Dünn- zum Dickdarm gefunden. Der Internist verschrieb mir zum ausprobieren, Budesonid von Budenofalk. Da histologisch allerdings kein MBC festgestellt werden konnte und mir das Medikament nach einer 2-wöchigen Einnahme nicht geholfen hat, wurden meine Beschwerden alleine auf die Psyche geschoben und ich wurde in eine Psychosomatische Klinik eingewiesen. Dort war ich für 6 Wochen und meine Beschwerden haben sich sogar noch verschlechtert. Daraufhin bin ich zu einem anderen Internisten, welcher mir eine Überweisung für ein MRT-Sellink gegeben hat. Ebenfalls musste ich bei Ihm 2 Stuhlproben abgegeben. Bei beiden Proben waren die Entzündungswerte erhöht und auch beim MRT wurden "Wandinflammationen des präterminalen und terminalen Ileums sowie einzelner Dünndarmschlingen im rechten Mittelbauch" gefunden.

Nun erhielt ich von Salofalk die Granu-Stix, die ich auch seit 3 Wochen einnehme. Meine Bauschmerzen haben sich dadurch sofort gebessert. Allerdings haben sich meine Hauptbeschwerden, also die häufige Übelkeit und die vollständige Appetitlosigkeit noch nicht gebessert. Ich kann mir nicht vorstellen, dass diese extreme Übelkeit/Appetitlosigkeit/Übelkeit nach dem Stuhlgang, welche ich seit einem Jahr, jeden Tag habe, alleine von der Psyche kommt, da ich gerne wieder arbeiten gehen würde, aber weder meine organischen Beschwerden noch meine Ängste sich verbessern, obwohl ich zusätzlich seit fast einem Jahr bei einer Psychotherapeutin in Behandlung bin. Psychopharmaka nehme ich nicht ein.

Daher wollte ich fragen, ob jemand ähnliche Beschwerden mit der Übelkeit/Appetitlosigkeit hat und wie diese Beschwerden bei euch behandelt werden?

Kann es sein, dass sich bei der Einnahme von Salofalk die Bauchschmerzen bessern, die anderen Symptome aber nicht?

Vielen Dank schonmal und LG

Catwomen
fühlt sich wohl hier
Beiträge: 53
Registriert: Di 12. Dez 2017, 08:52

Re: Übelkeit und Appetitlosigkeit bei Morbus Chron

Beitrag von Catwomen »

Hallo Kati!

Ich hatte die Übelkeit auch jahrelang. Ich war mir auch sicher, dass ich mir das schon einrede.
Mit den Öffentlichen fahren, irgendwo hingehen - alles war ein Graus für mich.

Der MC wurde auch erst nach Jahren festgestellt. Bis dahin habe ich mir alles möglich von den Ärzten angehört, von ich soll mir meine Haare nicht mehr
färben bis keine Paprika essen, alles mögliche.

Ab dann,als ich mit Budenosoid behandelt wurde, wurde es besser. Aber mit Absetzen ging es wieder los. Dann wurde noch rheumatoide Arthritis fest-
gestellt und ich wurde mit Cortison und MTX behandelt. Da wurde es schlagartig besser. Cortison nehme ich nicht mehr, bekomme jetzt allerdings noch Sulfasalazin dazu. Und die Übelkeit hält sich, nach wie vor, in Grenzen.

Ich weiß jetzt, dass ich mir die Übelkeit nicht einrede. Tatsächlich verlasse ich das Haus immer noch mit einer Spucktüte. Das gibt mir Sicherheit. Ich habe sie noch nie gebraucht, jedoch schon 2x in der S Bahn an jemanden "verschenkt", der sie dringend gebraucht hat :D
Ansonsten hilft mir, wenn mir tatsächlich übel sein sollte, kandierter Ingwer ganz gut. Wenns ganz schlimm ist und ich arbeite, nehme ich auch mal
eine Reisetablette. Aber das kommt jetzt nur noch ganz selten vor.

Was ich noch glaube, die Übelkeit verstärkt zu haben, war starker Ferritinmangel. Aber seit dem ich dieses Problem behoben habe, meine ich, dass
die Übelkeit nochmal weniger geworden ist. Vielleicht hast Du ja auch einen zu niedrigen Ferritinwert.

Ich wünsche Dir alles Gute und lass Dich nicht unterkriegen! Du bekommst das, mit der Übelkeit bestimmt in den Griff!

LG Petra

LeonBlvck24
fühlt sich wohl hier
Beiträge: 51
Registriert: Fr 17. Apr 2020, 21:41
Diagnose: MC seit 2019
Wohnort: Leipzig

Re: Übelkeit und Appetitlosigkeit bei Morbus Chron

Beitrag von LeonBlvck24 »

Hallo Kati!

Das Problem mit der Übelkeit hatte ich auch eine lange Zeit. Bei mir kommt es durch eine Chronische Magenschleimhaut Entzündung (Durch mein Crohn). Mir wurde ganz Simpel Pantoprazol verschrieben und damit hat sich das ganze bei mir gelöst. Ich weiß nicht ob das grundsätzlich der Fall ist, also vielleicht Fragst du einfach mal.

Ps. Ich habe erfahren dass Salofalk bei einer Entzündung vom Dünn- zu Dickdarm Bereich nichts bringen soll, da die Beschichtung des Granulats sich erst im Dickdarm auflöst,


LG Leon :D

Trüffel
könnte auch hier einziehen
Beiträge: 419
Registriert: Sa 3. Jun 2017, 18:52

Re: Übelkeit und Appetitlosigkeit bei Morbus Chron

Beitrag von Trüffel »

Hallo Kati,
Kati_MB hat geschrieben:
Mo 4. Mai 2020, 15:58
Angefangen haben die Beschwerden nach einer stressigen Phase in der Arbeit mit plötzlich immer wieder auftretender Übelkeit.
Du schreibst, dass es bei dir begonnen hat mit Übelkeit und dann später Aufstoßen nach dem Essen und Appetitlosigkeit.
Wurde bei dir denn der Magen schon von innen inspiziert, also hat man neben der Darmspiegelung auch eine Magenspiegelung (Gastroskopie) gemacht?
Ich könnte mir vorstellen, dass die Übelkeit bei dir evtl. ein eigenständiges Problem ist, denn wie du schreibst, hat die Übelkeit schon vor den Darmbeschwerden bestanden und diese scheinen sich mittlerweile ja auch gebessert zu haben. Von daher würde ich den Magen tatsächlich mal näher unter die Lupe nehmen, insofern nicht schon geschehen.
Übelkeit und Aufstoßen nach dem Essen könnte z.B. auf eine funktionelle Magenstörung hinweisen, eine Magenentleerungsstörung, o.ä.
Hast du schon Medikamente ausprobiert, die bei Übelkeit helfen? Pflanzlich gibt es da Möglichkeiten (z.B. Iberogast), es gibt aber auch die klassischen Antiemetika in unterschiedlicher Ausprägung und Wirkweise.
Ich hatte/habe auch stark mit Übelkeit zu kämpfen. Ein Übelkeits-Tagebuch hat mir geholfen, herauszufinden, dass ich 2 Arten von Übelkeit habe (bei sehr starken Schmerzen und Übelkeit aufgrund von Magenentleerungsstörung).
Ich könnte mir vorstellen, dass sich deine Appetitlosigkeit bessert, wenn sich auch die Übelkeit bessert. Denn wer will schon essen, wenn einem schlecht ist?

LG Trüffel
Nenne dich nicht arm, weil deine Träume nicht in Erfüllung gegangen sind;
wirklich arm ist nur, der nie geträumt hat.

(Marie von Ebner-Eschenbach)

kira85
Dauergast
Beiträge: 151
Registriert: So 11. Aug 2019, 17:00
Diagnose: 2019

Re: Übelkeit und Appetitlosigkeit bei Morbus Chron

Beitrag von kira85 »

Hi Kat!

Ich kenne das mit der Übelkeit. Habe auch MC, diagnostiziert im August 2019, Symptome seit März 2019. Bei mir traten nicht alle Beschwerden zeitgleich auf. Ich hatte wässrige Durchfälle und Augenjucken. Dann eine BIndehautentzündung und ich war oft müde. Das ging ein paar Wochen, und irgendwann kam diese Übelkeit+Aufstoßen. Das Aufstoßen begann gleich am Morgen, ebenso die Übelkeit. Unabhängig vom Essen. Das ging ein paar Wochen, bei der Darmspiegelung wurden aber nur Entzündungen im Terminalen Illeum festgestellt. Alles andere war okay. Irgendwann verschwand es von ganz alleine. Ich bin mir sicher, dass es am Crohn lag auch wenn mir der Arzt keine genaue Auskunft diesbezüglich geben konnte.
Ich nehme keine Medikamente, deshalb kann ich dir da leider nicht weiterhelfen. Aja, Appetitlosigkeit hatte ich nie.
LG

Kati_MB
neu hier
Beiträge: 3
Registriert: Mo 4. Mai 2020, 14:55

Re: Übelkeit und Appetitlosigkeit bei Morbus Chron

Beitrag von Kati_MB »

Danke an alle für die Nachrichten und die aufmunternden Worte!

Ich hatte bereits zu Beginn meiner Krankheit (als ich noch gar nicht an Morbus Chron gedacht habe), eine Magenspiegelung, dort wurde nur eine minimale Entzündung gefunden. Ich bekam dann mehrere Monate Pantoprazol verschrieben, was leider auch nicht meine Beschwerden gebessert hat.

Ich habe auch schon mal gelesen, dass sich Salofalk erst im Dickdarm auflösen soll. Ich habe bald wieder einen Termin bei meinem Internisten und in der Morbus Chron Sprechstunde in der Universitätsklinik Erlangen und werde dort mal nachfragen, da meine Entzündungen sich ja im Dünndarm befinden. Auch das mit der Magenentleerungsstörung werde ich mal ansprechen, danke für den Tipp.

Was ich auch sehr komisch finde, ist das ich sehr oft eine verstärkte Übelkeit und Schwindel nach dem Stuhlgang habe.


Liebe Grüße & viel Gesundheit

Trüffel
könnte auch hier einziehen
Beiträge: 419
Registriert: Sa 3. Jun 2017, 18:52

Re: Übelkeit und Appetitlosigkeit bei Morbus Chron

Beitrag von Trüffel »

Kati_MB hat geschrieben:
Sa 9. Mai 2020, 17:42
Was ich auch sehr komisch finde, ist das ich sehr oft eine verstärkte Übelkeit und Schwindel nach dem Stuhlgang habe.
Hast du Schmerzen vor/beim/nach dem Stuhlgang? - Bei mir ist es bspw. so, dass ich sehr starke Übelkeit habe, wenn ich auch heftige Schmerzen habe.

Wenn deine Übelkeit auch ohne dass du auf der Toilette warst, auftritt, würde ich der Ursache auf den Grund gehen. Es gibt sehr viele Auslöser, eine Magenentleerungsstörung oder andere funktionelle Erkrankungen des Magen wären eine Option unter vielen.
Wenn du dich auf eine Magenentleerungsstörung testen lassen möchtest, um nähere Gewissheit zu bekommen, hier eine kleine Ergänzung meinerseits, welche Untersuchungen man bei mir durchgeführt hat.
- zuerst nochmal eine Gastroskopie (der Magen war bei mir so groß und voller Flüssigkeit, dass der Verdacht auf Entleerungsstörung eigentlich sofort da war; nicht viele Patienten haben es so ausgeprägt; zeitgleich lag auch eine Magenausgangsstenose vor, d.h. der Magenausgang war verengt - die Stenose hat man inzwischen geweitet)
- Röntgendurchleuchtung mit Kontrastmittel (man bekommt Kontrastmittel in den Mund und muss es auf Kommando schlucken, beim Schluckvorgang werden Röntgenbilder aufgenommen, die dokumentieren, wie die Flüssigkeit in den Magen gelangt und sich dort entleert)
- C13-Atemtest zur endgültigen Bestätigung (ich musste einen Testpfannkuchen essen; über den Atem wird gemessen, wie gut sich der Magen entleert)

Symptome meiner Magenentleerungsstörung: nach dem Essen stundenlange Übelkeit, Aufstoßen, teilweise Erbrechen, fühle mich richtig k.o. nach dem Essen

Ich kann verstehen, dass dich das sehr belastet - Übelkeit, Appetitlosigkeit, der Darm... auch so lange krank geschrieben zu sein... Ich war das letzte Jahr auch komplett krank geschrieben. Ich könnte mich jetzt immer noch krankschreiben lassen, was ich aber ablehne, denn davon werde ich auch nicht gesund. Ich bin ein Mensch, der eine Aufgabe braucht, sei es Arbeit oder Studium - das bringt mich auf andere Gedanken, nur darf es nicht in einem solchen Ausmaß sein, dass es in Stress ausartet.
Hast du das Gefühl, dass dir die Psychotherapie etwas bringt?
In meinem Bekanntenkreis wird viel auf Homöopathie, Naturheilkunde usw. geschworen, weswegen ich auch schon einmal im Krankenhaus für Naturheilweisen war. Die Ärzte dort behandeln nach den Mitteln der Schulmedizin UND nehmen alternative Methoden dazu. Es ist ein ganzheitlicher Ansatz. Falls so was für dich in Frage käme, kannst du mir gerne eine PN schreiben, wenn du Fragen dazu hast. Ich will dich aber auf gar keinen Fall zu irgendetwas überreden oder dir irgendetwas einreden. War nur so eine Idee, die mir gekommen ist, weil ich damals in meinem Zimmer Mitpatienten hatte, denen es ähnlich ging wie dir.

LG Trüffel
Nenne dich nicht arm, weil deine Träume nicht in Erfüllung gegangen sind;
wirklich arm ist nur, der nie geträumt hat.

(Marie von Ebner-Eschenbach)

Benutzeravatar
neptun
Inventar - wird täglich mit abgestaubt
Beiträge: 4230
Registriert: Do 20. Dez 2012, 19:58

Re: Übelkeit und Appetitlosigkeit bei Morbus Chron

Beitrag von neptun »

Hallo Kati,

im MRT hat man Entzündungen in Deinem Dünndarm gefunden, die während einer Koloskopie gar nicht eingesehen werden können. Da kommt man nur bis 15 cm ins terminale Ileum.

Nun wäre es interessant zu wissen, wie stark die Wandverdickungen im Präterminalen Ileum und den anderen Dünndarmschlingen waren, bzw. welche Durchmesser als freie Lumina noch vorhanden waren. Denn eine Entzündung verursacht bei mc Wandverdickung, weil sie durch die gesamte Darmwand, transmural, geht. Anders bei der cu, wo nur die innerste dünne Darmschleimhaut entzündet ist.

Solch eine Verengung/Stenose kann symptomatisch sein, wenn der freie Durchgang stark eingeschränkt ist. Dann staut sich dort der Nahrungsbrei und es kann in der Folge zu Appetitlosigkeit, Völlegefühl, Übelkeit, im schlimmen Fall auch zu Erbrechen führen, sicher auch zu Schmerzen. Alles, was unten Probleme bereitet, schickt Botschaften nach oben.

Teils ist eine Walze fühl- oder sichtbar in einem solchen Bereich, wenn er dicht unter der Bauchdecke liegt. Dies bevorzugt im Bereich der Ileozökalklappe (Übergang von Dünn- zu Dickdarm) oder kurz davor im terminalen Ileum. Es kann auch einen Wechsel zwischen Stuhlverhalt und Durchfall geben.

Einiges kann man durch Motalitätsstörungen bei einer Sono entdecken.

In diesem Bereich des Dünndarmes kann nur Pentasa wirken, auch wenn im Beipackzettel etwas von Dickdarm steht. Die anderen Mesalazinpräparate sind mit Eudragit S ummantelt, lösen sich spät auf und wirken nur im Dickdarm.
Alle Präparate sind magensaftresistent ummantelt, damit sie dort nicht schon aufgeschlossen werden.

Als Dosierung im Schub werden min. 3g/d empfohlen.

Kennst Du die Leitlinie mc? Hier ein Link dahin:
http://www.awmf.org/leitlinien/detail/ll/021-004.html

Ein Dünndarmcrohn ist nicht wirklich häufig und solche Stenosen sind meist länger symptomlos, weil der Nahrungsbrei dort sehr dünn ist, also auch noch durchs Nadelöhr kommt.

Akut wäre sicher systemisch wirkendes Prednisolon angesagt, weil man mit anderen Medikamenten den Bereich der Dünndarmschlingen nicht erreicht, bzw. erst nach längerer Einnahmezeit.

Ich kenne zwei Fälle, wo dann Aza als Immunsuppressivum gegeben wurde, welches auch erst nach 3-6 Monaten wirkt. Da gab es leider doch nicht den erhofften Erfolg und später wurden dann operativ Strikturoplastiken gemacht zur Öffnung der Engstellen.

Schneller und wohl auch sicherer in der Wirkung wäre ein Biological.

Warum nun Übelkeit nach dem Stuhlgang. Wenn man etwas ißt, dann erfolgt reflektorisch ein Weitertransport schon verdauter Nahrung. Der Darm will ja nicht überfüllt werden. Als Erklärung biete ich an, war man nun auf der Toilette erfolgreich, auch dann kann die Peristaltik des Darmes wieder einsetzen und will Nachschub fördern. Ergibt sich dabei aber der Rückstau an einem Hindernis, vielleicht geht damit Übelkeit einher. Vielleicht.

In einer Biopsie kann der Pathologe zwar Entzündungszeichen sehen, aber die meisten ergeben sich auch z.B. bei cu. Einzig das Auffinden von Granulomen würde eindeutig auf einen mc hindeuten und nicht auf einen anderen Grund, von denen es einige gibt. Man findet aber solche Granulome nur zu ca. 25 %. Sie sind also selten zielführend. Dagegen hat der koloskopierende Arzt sehr viele mögliche makroskopische Zeichen, die er ja während der Untersuchung sieht. Daraus sollte ein versierter Gastro dann auch in der Regel eine sicher Diagnose stellen.

LG Neptun

Kati_MB
neu hier
Beiträge: 3
Registriert: Mo 4. Mai 2020, 14:55

Re: Übelkeit und Appetitlosigkeit bei Morbus Chron

Beitrag von Kati_MB »

Danke an Trüffel und Neptun für die Antworten.

- Schmerzen habe ich kurz vor und nach dem Stuhlgang, gefolgt von verstärkter Übelkeit und Kraftlosigkeit. Der Stuhlgang ist fast jedes mal kräfteraubend, obwohl ich keinen Durchfall habe.

- Die Psychotherapie hat leider nichts gebracht, wobei ich mir sicher bin, dass die Therapie erst helfen kann, sobald die körperlichen Symptome besser werden, da ich z. B. nicht in einem Restaurant essen gehen kann, aufgrund vollständiger Appetitlosigkeit und Übelkeit. Wenn ich wieder Hunger bekommen würde und mir nicht so übel wäre, dann hätte ich auch keine Angst essen zu gehen.

- Leider weiß ich noch nicht, ob bei mir eine Stenose vorliegt. Können die Ärzte eine Verengung im Dünndarm bei einem MRT-Sellink sehen?
Ich kann mir aber gut vorstellen, dass ich eine Stenose habe, da bei der Darmspiegelung letztes Jahr schon eine Schwellung am Ende des Dünndarms
gefunden wurde. Damals meinte meine Hausärztin noch, die Entzündung und Schwellung kommt vom Abführmittel, welches ich vor der
Darmspiegelung getrunken habe.
Einmal hatte ich auch den Vorfall, dass mein Darm sich nicht mehr entleeren konnte. Mein Stuhl war steinhart und ich hatte Schweißausbrüche,
Schmerzen und natürlich ganz starke Übelkeit. Nach ein paar Stunden konnte ich zum Glück, wieder "normal" auf die Toilette gehen. Dieses Problem
hatte ich aber zum Glück, bisher nur einmal.

- Ich habe nächste Woche einen Termin im Krankenhaus und werde die Ärzte auf Pentasa und Predinsolon ansprechen, mit der Hoffnung endlich das richtige Medikament für meine Beschwerden zu finden.

Vielen Dank & LG!

LeonBlvck24
fühlt sich wohl hier
Beiträge: 51
Registriert: Fr 17. Apr 2020, 21:41
Diagnose: MC seit 2019
Wohnort: Leipzig

Re: Übelkeit und Appetitlosigkeit bei Morbus Chron

Beitrag von LeonBlvck24 »

Hallo Kati!

Ja, mit einem MRT-Sellink kann man weitere Stenosen erkennen, so lief es bei mir, da ich weiter oben im Dünndarm auch eine kleine Stenose habe, die mit einer Darmspiegelung nicht gesehen/ erreicht werden konnte.

LG Leon

Antworten