Fehlbildung rote Blutzellen wegen Azathioprin: Therapie?

Austausch zu medizinischen Aspekten von Morbus Crohn, Colitis ulcerosa und mikroskopischen Kolitiden.
Antworten
Ohropax
neu hier
Beiträge: 1
Registriert: Mi 19. Feb 2020, 14:57

Fehlbildung rote Blutzellen wegen Azathioprin: Therapie?

Beitrag von Ohropax »

Liebe Forumsmitglieder,

um es vorweg zu schicken, ich leide nicht an einer CED, obwohl ich in meinen Zwanzigern wegen einer langwierigen (chronischen?) Darmentzündung mehrere Jahre mit einem Medikament behandelt wurde, dass auch irgendwann anschlug.
In diesem Forum habe ich mich angemeldet, weil ich gelesen habe, dass viele CED-Patienten erfolgreich mit Azathioprin behandelt werden.

Ich selbst habe Myasthenia Gravis, eine neuromuskuläre Autoimmunerkrankung. Ein einjähriger Behandlungsversuch mit Azathioprin hat mir keine Verbesserung, sondern eine Verstärkung der Symptome gebracht. Ab einem gewissen Zeitpunkt sind meine Erythrozyten langsam aber stetig gesunken und es haben sich Makrozyten gebildet. (Vergrößerte rote Blutkörperchen, das Blut kann weniger Sauerstoff transportieren.) Mit einer Erkrankung, bei der Fatigue sowieso zur täglichen Routine gehört, war ich irgendwann an dem Punkt, dass die zusätzlichen Beschwerden durch das Aza für mich nicht mehr tragbar waren. Und keiner meiner Ärzte fand mein Blutbild erwähnenswert. Also habe ich es selbständig abgesetzt. Natürlich ist das nichts zum Nachahmen, aber in meinem Fall ging es mir tatsächlich, auch mit der Grunderkrankung, sofort besser und das ist bis jetzt so geblieben.

Von anderen MG-Patienten weiß ich, dass sie so starke Blutveränderungen (Myelodysplastisches Syndrom, Vorstufe zu Blutkrebs) hatten, dass Plasmapheresen oder Bluttransfusionen gemacht werden mussten.

Ich würde sehr gerne wissen, wie das bei euch ist. Azathioprin soll ja bei vielen CED-Patienten gut anschlagen. Wie wird das gehandhabt bei Anzeichen, dass sich durch Aza eine Blutbildungsstörung entwickelt? Bekommt ihr eine Behandlung dagegen?
Und wenn es zu einem myelodysplastischen Syndrom oder einer anderen schweren Blutbildungsstörung gekommen ist, nehmt ihr das in kauf, solange das Azathioprin gegen die Grunderkrankung hilft (-Und wie kann man das aushalten-)?

Ich danke euch vielmals für eure Antworten!

Antworten