Wann wieder zum Arzt?

Austausch zu medizinischen Aspekten von Morbus Crohn, Colitis ulcerosa und mikroskopischen Kolitiden.
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Käthe1982
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Wann wieder zum Arzt?

Beitrag von Käthe1982 »

Guten Morgen zusammen.
Ich falle mal direkt mit der Tür ins Haus.

Im August wurde bei mir in der 13. SSW eine Proktitis (Verdacht auf CU) festgestellt. Habe 10 Tage Entocort und 4 Wochen Mesalazin genommen. Hier stellte sich schnell eine Besserung ein, dass ich nach zwei Wochen kaum noch Blut am Stuhl hatte. Nacht 4 Wochen habe ich das Mesalazin dann weggelassen. Zwei Wochen später war da wieder das Blut und ich habe wieder Mesalazin genommen, bis ich dann eine Überreaktion entwickelt habe. Habe es zwei Wochen weggefallen, erneut versucht und festgestellt, dass ich es nicht mehr vertrage. Habe dann Budenofalk Rektalschaum verschrieben bekommen. Das nehme ich nun seit 15/16 Tagen. Da sich bis Anfang der Woche keine Besserung eingestellt habe, habe ich es zusätzlich wieder mit Mesalazin versucht (bislang kein Juckreiz und Brennen), da es vorher ganz gut geholfen hat. Nun stelle ich aber fest, dass eine Besserung nicht gerade an die Tür klopft.
Zum Wirkstoff Budesonid habe ich gelesen, dass es 2-4 Wochen dauert bis eine volle Wirkung eintritt. Wann sollte ich wieder zum Arzt, um das zu thematisieren?

VG Käthe

Käthe1982
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Re: Wann wieder zum Arzt?

Beitrag von Käthe1982 »

Ein neuer Versuch. Ich nehme den Schaum jetzt fast 4 Wochen und die Mesalazin Zäpfchen 2 Wochen. Und jedes Mal, wenn ich denke, es ist etwas besser geworden, schlägt es wieder um. Ich verzweifle langsam. Wie lange muss ich warten, bis die Medikamente eine Besserung hervorrufen? Sollte ich noch entspannt abwarten oder wieder beim Arzt vorstellig werden?

VG Käthe

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neptun
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Re: Wann wieder zum Arzt?

Beitrag von neptun »

Guten Morgen Käthe,

Dein Schreiben klingt nicht danach, daß sich Dein Zustand verschlechtert hat.

Eine rektale Behandlung ist sicher die richtige Vorgehensweise.
Ob man dazu auch oral behandelt, ist individuell.
Eine Alternative zur Behandlung stellt noch das oral eingenommene Cortiment dar, das topisch wirkt, also vor Ort im Dickdarm. Es ist Budesonid mit 9mg, was Du von der rektalen Behandlung kennst, nur da mit 2mg je Sprühstoß.
Ob es wirklich eine Alternative ist, da ja der gesamte Dickdarm etwas abbekommt, bleibt dahingestellt.

Dann gibt es natürlich das systemisch wirkende Prednisolon, also die langwierige Behandlung mit Cortison, die auf den gesamten Körper wirkt.
Da bleibt die Frage, willst Du das? Ist alles wirklich so schlimm?
Ich hatte Dir dazu schon viel geschrieben, wie man etwas Blut am Stuhl einordnen kann.

Du kannst zwar viele Erwartungen an den Arzt haben, aber die Möglichkeiten der Behandlung sind begrenzt.
Nichts anderes wirst Du dort erfahren.
Ich denke, Du und auch der Arzt wollen jetzt nicht mit einer anderen Therapie beginnen, ob nun die Immunsuppressiva oder die Biologicals.

Meiner Meinung nach wirst Du nichts weiter erreichen und Dich daher in Geduld üben müssen.
Zwingen kann man nichts.

LG Neptun

Käthe1982
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Re: Wann wieder zum Arzt?

Beitrag von Käthe1982 »

Hallo Neptun,

du hast Recht. Schlimmer ist es nicht geworden. Besser aber auch nicht. Und mein größtes (und halbwegs einziges) Symptom ist dieses Blut. Ich weiß, im Vergleich zu anderen habe ich Luxusprobleme. Dennoch reicht das bei mir aus, um mich vollkommen aus der Bahn zu werfen. Was mich in dem Ganzen aktuell so verunsichert ist, dass ich im August/ September nach 10 Tagen Entocort und 4 Wochen Mesalazin beschwerdefrei war und jetzt nach 4 Wochen Budenofalk und 2 Wochen Mesalazin keine bis minimale Besserung feststelle. Wie ich heute Morgen schon schrieb: sobald ich denke, es wird etwas besser (anstatt bei jedem Mal Blut im Stuhl, nur 1x und/ oder in der Menge weniger - auch über Tage hinweg), kommt dann plötzlich aus dem Nichts die Klatsche. Und das war bei dem ersten Behandlungszyklus nicht. Da wurde es kontinuierlich besser.
Ich hoffe du kannst etwas nachvollziehen, warum mich das so verunsichert und warum ich wissen will wann spätestens diese Medikamente (vor allem in Kombination) wirken bzw. eine Besserung herbeiführen sollten.

VG Käthe

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neptun
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Re: Wann wieder zum Arzt?

Beitrag von neptun »

Hallo Käthe,

nachvollziehen kann ich alles. Es wird ja oft geschildert und ich bin hier im Forum seit Ende 2005.
Soweit alles gut.
Ich habe durch die frühe Zeit meiner Diagnose in 1979 sicher einen anderen Umgang mit der CED von Anfang an erlernen müssen, weil es zu der Zeit einfach keine Informationen und Kontaktmöglichkeiten gab.
Vielleicht bin ich auch anders eingestellt in meinem Wesen.

Ich würde Dir ja gerne weiter helfen und informiere daher auch so viel.
Aber annehmen müssen es die Adressaten.

Hier kann ich nur immer wieder schreiben, bei den CED kann man nichts zwingen. Und daher ist "etwas wissen" in diesem Zusammenhang unmöglich zu beantworten. Das gilt leider auf allen Ebenen, ob nun im Verlauf oder den Behandlungsmöglichkeiten. Wir wissen um die Möglichkeiten, aber nicht, was tatsächlich bewegt werden kann.

Täglich können wir im Forum Geschichten lesen, wo Medikamente nicht mehr den Behandlungserfolg bringen, oder bei weiterer Anwendung versagen, wo Nebenwirkungen auftreten, die zum Absetzen zwingen, wo die Entzündung trotzdem aufflammt oder schon anfangs nicht in den Griff zu bekommen ist.

LG Neptun

Käthe1982
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Re: Wann wieder zum Arzt?

Beitrag von Käthe1982 »

Hallo Neptun. Danke für deine Antworten.
Es ist nur alles so frustrierend. Zumal ich einer Erkrankung ggü. die Erwartungshaltung habe, dass sie behandelbar ist wie eine Grippe oder Mandelentzündung. Und nicht wie es in dem Fall einer Darmentzündung ist, wo man in eine Art Glücksspiel reingeschubst wird.
Für mich ist nur wichtig zu wissen wann ich bezüglich der Medikamente die Flinte ins Korn werfen soll, weil man nach einem bestimmten Zeitraum sagt, dass man definitiv nicht darauf anspricht - zumal das Budesonid lt. Beipackzettel nach 6-8 Wochen abgesetzt werden soll.

VG Käthe

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