Jahrelang Probleme - kein Ergebnis und nur Verdacht auf MC

Austausch zu medizinischen Aspekten von Morbus Crohn, Colitis ulcerosa und mikroskopischen Kolitiden.
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Testie
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Jahrelang Probleme - kein Ergebnis und nur Verdacht auf MC

Beitrag von Testie »

Hallo zusammen,

ich wollte jetzt doch einmal hier etwas schreiben, weil ich nach einigen Jahren mit Darmproblemen trotz vieler Untersuchungen immer noch niemand konkret weiß, was mein Problem ist.

Ich hab seit über 10 Jahren bereits konstant eher kleinere Probleme mit meinem Darm, d.h. Krämpfe im Unterbauch, Durchfall und Schwäche, was aber kein großes Problem war bzw. ist, weil es auch recht selten war (4-5 mal im Jahr für ~1 Woche). Angefangen hatte es damals mit einer nachgewiesenen Lebensmittelvergiftung, wegen welcher ich auch für ein paar Tage stationär im KH war. Darmspiegelungen etc. haben nichts ergeben außer eben den auslösenden Erreger meiner Beschwerden (H. pylori). Im Laufe dieser 10 Jahre haben sich die Symptome auch langsam aber stetig gebessert, so dass ich das Ganze mehr oder weniger aus den Augen verloren habe. Der Sommer 2018 hat das dann aber geändert...

Im Juni 2018 musste ich unerwartet über Nacht in das KH, weil sich Krämpfe im Unterbauch und vor allem im rechten Unterbauch über den ganzen Tag über von der Intensivität gesteigert hatten. Am Abend bin ich deshalb in der KH und dort wurde natürlich der Blinddarm gecheckt sowie Blut und Urintests vorgenommen, was letztendlich alles in Ordnung war. Es wurde lediglich eine starke Darmaktivität festgestellt, aber ohne ersichtlichen Grund. Nachdem ich dann während den Untersuchungen fast ohnmächtig vor Schmerz (oder gefühlt wegen der extrem starken Durchblutung im Darm) wurde habe ich die Nacht dort verbracht und bekam Schmerz und Entkrampfungsmittel. Gegen 1 Uhr half das dann auch langsam und ich konnte überraschenderweise am Folgetage schon wieder fast beschwerdefrei entlassen werden.

Circa ein Monat später hatte ich dann das erste mal erneut Schmerzen im rechten Unterbauch, direkt rechts neben dem Bauchnabel. Es war kein krampfartiger Schmerz, sondern mehr ein wellenartiges Stechen / Drücken, was nach wenigen Tagen wieder von allein wegging. Seitdem habe ich auch fast wöchentlich im rechten Unterbauch diverse leichte Probleme. Mal ist es ein Druckschmerz, mal ein Brennen, mal ein Ziehen....mal ist es rechts neben den Bauchnabel auf Höhe des Dünndarmausgangs und mal direkt im darauffolgenden Dickdarmabschnitt. Es folgten wieder Darmspiegelung, Stuhltests und MR-Sellink (MRT) des Dünndarms. In den Stuhltests konnte in den ersten Wochen Calprotectin (Entzündungsmarker) nachgewiesen werden und weniger Wochen später war wieder alles in Ordnung. Die Darmspiegelung ergab nichts auf Sicht und auch die genommenen Proben waren alle ohne Befund. Das MRT des Dünndarms ergab auch "nur" eine Verdickung am Ende des Dünndarms, voraussichtlich bedingt durch "unbekannte Entzündungsprozesse". Die behandelte Ärztin hat mich nach diesen ganzen Untersuchungen und dem Verdacht auf MC mit den Worten entlassen, dass ja so gesehen alles gut ist und solange die Verdickung keine Probleme macht, würde sie auch erst einmal nichts unternehmen wollen.

Mein Problem ist nun konkret, dass ich wie gesagt eigentlich konstant leichte Probleme mit meinem rechten Unterbauch habe und das seit dem im Juni 2018 beschriebenen Vorfall mit KH Aufenthalt. Ich habe dabei eigentlich nie Durchfall. Die eher leichten Schmerzen in den verschiedenen Regionen des rechten Unterbauchs sind zusammen mit wenigen Tagen von Schwächegefühlen das einzige Problem. Vor wenigen Wochen hatte ich erstmals etwas mehr und 7 Tage lang breiigen Stuhlgang, unabhängig vom Essen, aber sonst nichts. Stuhltests und Bluttests waren hier aber allesamt negativ (Erreger und Calprotectin).

Ist dieser Verlauf denn für MC typisch oder eher nichts? Was mich halt wundert ist, dass ich quasi nie Durchfälle habe und das auch Darmspiegelung und MRT keinen Befund brachten. Gleichzeitig ist der rechte Unterbauch ja doch etwas typisch für MC (Dünndarmausgang und der direkt darauffolgende Teil des Dickdarms). Inwiefern muss ich denn damit rechnen, dass die Verdickung am Dünndarmausgang noch Probleme macht und wie könnten sich diese Probleme äußern? Gibt es hier vielleicht Leute mit MC, die einen ähnlichen Verlauf haben (kein Durchfall, kein direkter Befund, konstant leichte diffuse Schmerzen im rechten Unterbauch)?

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Re: Jahrelang Probleme - kein Ergebnis und nur Verdacht auf

Beitrag von Vielen Dank für alle Antworten »

Hi,

naja das MRT brachte ja einen Befund- Darmwandverdickung im terminalen Ileum, der auf MC hinweist bzw. auf Entzündungen in diesem Bereich. Im Gegensatz zum Dickdarm sind infektiöse Ursachen für Entzündungen im Dünndarm äußerst selten, wodurch laut Studien MC die häufigste Ursache für Entzündungen im Dünndarm ist. Zumindest in der westlichen Welt. In Indien z.B. wäre laut empirischen Studien intestinale Tuberkulose wahrscheinlicher.
Somit würde ich nicht interpretieren, dass dein MRT keinen Befund brachte, eher im Gegenteil (bin jedoch kein Arzt und nur ein solcher kann hier eine Diagnose erstellen). Natürlich kann auch eine unspezifische Entzündung vorliegen.

Auch eine Erhöhung des Calpro spricht für eine Entzündung. Bei MC im Dünndarm müssen ausgeprägte Durchfälle nicht vorhanden sein bzw. können die Symptome ebenso wie die Calpro Erhöhung sehr mild sein.
Folgende Infos wären noch interessant:
- Wie hoch genau waren die diversen Calpro Messungen?
- Wie viele mm verdickt ist die Darmwand?
- Würden auch Biopsien auf dem terminalen Ileum entnommen?
- Wurde VitB12 bei den Blutuntersuchunen erhoben?

Ich habe zuletzt eine Studie gelesen, wonach es sehr viel mehr Fälle von mildem MC geben könnte, als bisher empirisch erhoben, aber die Symptome nicht MC zugeordnet werden und diese oft in der Primärversorgung (Hausarzt) behandelt werden. Als Schlussfolgerung dieser Studie wurde genannt, dass es rund 50% MC Patienten sein könnten, die ihr Leben lang keine systemischen Kortikoide benötigen.

Was hat denn der Arzt als weitere Schritte bzw. Behandlung vorgeschlagen?

Alles Gute!

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neptun
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Re: Jahrelang Probleme - kein Ergebnis und nur Verdacht auf

Beitrag von neptun »

Hallo Testie,

es wird wohl so sein, wenn es ein mc ist, dann wird es bis zur Diagnose noch dauern.
Zu den Symptomen und Beschwerden einer Verengung/Stenose kannst Du hier in vielfältigen Threads nachlesen.
Bei Dir scheinen diese noch recht mild.

Du kannst aber symptomatisch handeln und damit auch eine indirekte Bestätigung bekommen, wenn Du mal einige Tage nach der Stenosediät lebst, zu finden im ersten Thread im Unterforum Ernährung. Danach ist alles wegzulassen, was an einer Engstelle an Nahrungsbestandteilen hängen bleiben kann. Es ist eine größere Liste, wie faseriges Gemüse, Häute von Obst und Gemüse, Nüsse, Kerne, Mais, etc.

LG Neptun

Testie
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Re: Jahrelang Probleme - kein Ergebnis und nur Verdacht auf

Beitrag von Testie »

Vielen Dank für alle Antworten hat geschrieben:Hi,

naja das MRT brachte ja einen Befund- Darmwandverdickung im terminalen Ileum, der auf MC hinweist bzw. auf Entzündungen in diesem Bereich. Im Gegensatz zum Dickdarm sind infektiöse Ursachen für Entzündungen im Dünndarm äußerst selten, wodurch laut Studien MC die häufigste Ursache für Entzündungen im Dünndarm ist. Zumindest in der westlichen Welt. In Indien z.B. wäre laut empirischen Studien intestinale Tuberkulose wahrscheinlicher.
Somit würde ich nicht interpretieren, dass dein MRT keinen Befund brachte, eher im Gegenteil (bin jedoch kein Arzt und nur ein solcher kann hier eine Diagnose erstellen). Natürlich kann auch eine unspezifische Entzündung vorliegen.

Auch eine Erhöhung des Calpro spricht für eine Entzündung. Bei MC im Dünndarm müssen ausgeprägte Durchfälle nicht vorhanden sein bzw. können die Symptome ebenso wie die Calpro Erhöhung sehr mild sein.
Folgende Infos wären noch interessant:
- Wie hoch genau waren die diversen Calpro Messungen?
- Wie viele mm verdickt ist die Darmwand?
- Würden auch Biopsien auf dem terminalen Ileum entnommen?
- Wurde VitB12 bei den Blutuntersuchunen erhoben?

Ich habe zuletzt eine Studie gelesen, wonach es sehr viel mehr Fälle von mildem MC geben könnte, als bisher empirisch erhoben, aber die Symptome nicht MC zugeordnet werden und diese oft in der Primärversorgung (Hausarzt) behandelt werden. Als Schlussfolgerung dieser Studie wurde genannt, dass es rund 50% MC Patienten sein könnten, die ihr Leben lang keine systemischen Kortikoide benötigen.

Was hat denn der Arzt als weitere Schritte bzw. Behandlung vorgeschlagen?

Alles Gute!
Danke erstmal für die Antwort und den Hinweis auf die recht interessante Studie!

Die Calprotectin Messungen lagen bei 150-170. Was die Dicke der Darmwand angeht, so kann ich dazu leider nichts sagen. Dazu wurde keine Aussage mir gegenüber gemacht, bis auf das man erstmal nichts tun muss, solange keine Probleme bestehen. Aus dem Kopf heraus wurde auch eine Biopsie des terminalen Ileums entnommen, ebenfalls ohne Befund. Woran ich mich noch erinnere ist, dass im Befund damals stand, dass die Proben zwar negativ waren, aber eine Entzündung auf nicht ausgeschlossen werden kann, weil die Proben nicht von tieferem Gewebe waren. Keine Ahnung ob diese Floskel generell immer in solchen Biopsiebefunden steht.
Was Vitamin B12 angeht, so wurde in dieser Richtung nichts ermittelt soweit ich weiß. Inwiefern spielt das denn eine Rolle?

Der Arzt hatte vor ca. 1 Jahre, nachdem alle Untersuchungen abgeschlossen waren, keine weiteres Schritte vorgeschlagen bis auf das man abwarten müsse wie es sich entwickelt und dann ggf. wieder aktiv wird. Da ich seitdem recht leichte aber eben häufige Beschwerden habe bin ich aktuell auch dabei mich noch einmal vorzustellen und evtl. eine erneute Spiegelung zu machen.

Letztendlich wundert es mich etwas, dass ich das Brennen, Zwicken und Ziehen auch in der rechten unteren Dickdarmgegend seitdem sehr häufig habe. Es wechselt relativ unregelmäßig mit dem "gefühlten" terminalen Ileum bzw. Ort der Verdickung 1-2 cm rechts (aus meiner Sicht) vom Bauchnabel ab. Auch gibt es kein Abklingen und/oder Rezidiv und da die Probleme damals vor ca. 1 Jahr tatsächlich von 0 auf 100 quasi über Nacht kamen und mich in sehr milder Form fortlaufend begleiten kann ich mir nur schwer vorstellen, dass nichts nachweisbar ist. Auch die extremen knapp 24h anhaltenden Krämpfe und die gleichzeitig sehr hohe Darmaktivität ohne Stuhlgang/Blähungen, mit denen vor einem Jahr alles begann und weswegen ich über Nacht in das KH mussten, sind meiner Meinung nach doch eher untypisch für MC, oder?

Testie
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Re: Jahrelang Probleme - kein Ergebnis und nur Verdacht auf

Beitrag von Testie »

neptun hat geschrieben:Hallo Testie,

es wird wohl so sein, wenn es ein mc ist, dann wird es bis zur Diagnose noch dauern.
Zu den Symptomen und Beschwerden einer Verengung/Stenose kannst Du hier in vielfältigen Threads nachlesen.
Bei Dir scheinen diese noch recht mild.

Du kannst aber symptomatisch handeln und damit auch eine indirekte Bestätigung bekommen, wenn Du mal einige Tage nach der Stenosediät lebst, zu finden im ersten Thread im Unterforum Ernährung. Danach ist alles wegzulassen, was an einer Engstelle an Nahrungsbestandteilen hängen bleiben kann. Es ist eine größere Liste, wie faseriges Gemüse, Häute von Obst und Gemüse, Nüsse, Kerne, Mais, etc.

LG Neptun
Hallo und auch dir Danke für die Hinweise.

Wenn ich nach der Ernährung gehen würde denke die Stenose bereitet mir aktuell keine konkreten Probleme. Sportlich bedingt ernähre ich mich (ab und an :D ) sehr gesund mit einem schon doch recht hohem Ballaststoffanteil (30-50g/Tag), d.h. viel Obst, Mais, Müsli, Gemüse, Nüsse und viel Vollkorn. Es macht für meine beschriebenen Probleme keinen Unterschied. Das Einzige was sich etwas ändert ist, dass ich ein paar Blähungen zu Beginn bekomme, wenn die Ernährungsumstellung recht frisch oder zu extrem bzw. schnell ist. Aber abseits von dem spielt es keine Rolle ob ich mich wochenlang sehr gesund und ballaststoffreich ernähre oder genau das Gegenteil tue.

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Re: Jahrelang Probleme - kein Ergebnis und nur Verdacht auf

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Testie hat geschrieben:
Vielen Dank für alle Antworten hat geschrieben:Hi,

naja das MRT brachte ja einen Befund- Darmwandverdickung im terminalen Ileum, der auf MC hinweist bzw. auf Entzündungen in diesem Bereich. Im Gegensatz zum Dickdarm sind infektiöse Ursachen für Entzündungen im Dünndarm äußerst selten, wodurch laut Studien MC die häufigste Ursache für Entzündungen im Dünndarm ist. Zumindest in der westlichen Welt. In Indien z.B. wäre laut empirischen Studien intestinale Tuberkulose wahrscheinlicher.
Somit würde ich nicht interpretieren, dass dein MRT keinen Befund brachte, eher im Gegenteil (bin jedoch kein Arzt und nur ein solcher kann hier eine Diagnose erstellen). Natürlich kann auch eine unspezifische Entzündung vorliegen.

Auch eine Erhöhung des Calpro spricht für eine Entzündung. Bei MC im Dünndarm müssen ausgeprägte Durchfälle nicht vorhanden sein bzw. können die Symptome ebenso wie die Calpro Erhöhung sehr mild sein.
Folgende Infos wären noch interessant:
- Wie hoch genau waren die diversen Calpro Messungen?
- Wie viele mm verdickt ist die Darmwand?
- Würden auch Biopsien auf dem terminalen Ileum entnommen?
- Wurde VitB12 bei den Blutuntersuchunen erhoben?

Ich habe zuletzt eine Studie gelesen, wonach es sehr viel mehr Fälle von mildem MC geben könnte, als bisher empirisch erhoben, aber die Symptome nicht MC zugeordnet werden und diese oft in der Primärversorgung (Hausarzt) behandelt werden. Als Schlussfolgerung dieser Studie wurde genannt, dass es rund 50% MC Patienten sein könnten, die ihr Leben lang keine systemischen Kortikoide benötigen.

Was hat denn der Arzt als weitere Schritte bzw. Behandlung vorgeschlagen?

Alles Gute!
Danke erstmal für die Antwort und den Hinweis auf die recht interessante Studie!

Die Calprotectin Messungen lagen bei 150-170. Was die Dicke der Darmwand angeht, so kann ich dazu leider nichts sagen. Dazu wurde keine Aussage mir gegenüber gemacht, bis auf das man erstmal nichts tun muss, solange keine Probleme bestehen. Aus dem Kopf heraus wurde auch eine Biopsie des terminalen Ileums entnommen, ebenfalls ohne Befund. Woran ich mich noch erinnere ist, dass im Befund damals stand, dass die Proben zwar negativ waren, aber eine Entzündung auf nicht ausgeschlossen werden kann, weil die Proben nicht von tieferem Gewebe waren. Keine Ahnung ob diese Floskel generell immer in solchen Biopsiebefunden steht.
Was Vitamin B12 angeht, so wurde in dieser Richtung nichts ermittelt soweit ich weiß. Inwiefern spielt das denn eine Rolle?

Der Arzt hatte vor ca. 1 Jahre, nachdem alle Untersuchungen abgeschlossen waren, keine weiteres Schritte vorgeschlagen bis auf das man abwarten müsse wie es sich entwickelt und dann ggf. wieder aktiv wird. Da ich seitdem recht leichte aber eben häufige Beschwerden habe bin ich aktuell auch dabei mich noch einmal vorzustellen und evtl. eine erneute Spiegelung zu machen.

Letztendlich wundert es mich etwas, dass ich das Brennen, Zwicken und Ziehen auch in der rechten unteren Dickdarmgegend seitdem sehr häufig habe. Es wechselt relativ unregelmäßig mit dem "gefühlten" terminalen Ileum bzw. Ort der Verdickung 1-2 cm rechts (aus meiner Sicht) vom Bauchnabel ab. Auch gibt es kein Abklingen und/oder Rezidiv und da die Probleme damals vor ca. 1 Jahr tatsächlich von 0 auf 100 quasi über Nacht kamen und mich in sehr milder Form fortlaufend begleiten kann ich mir nur schwer vorstellen, dass nichts nachweisbar ist. Auch die extremen knapp 24h anhaltenden Krämpfe und die gleichzeitig sehr hohe Darmaktivität ohne Stuhlgang/Blähungen, mit denen vor einem Jahr alles begann und weswegen ich über Nacht in das KH mussten, sind meiner Meinung nach doch eher untypisch für MC, oder?
Hi,

ich würde mir die Befunde an deiner Stelle (dh Kolo, MRT etc.) jedenfalls aushändigen lassen, insbesondere wenn ein Arztwechsel angefacht ist. Dort sollten diese Infos dann drinnen stehen, die auch dein neuer Arzt dann benötigen wird.

VitB12 wird im letzen Dünndarmabschnitt resorbiert und bei Entzündung liegen hier oft mitunter schwere Mängel vor. Dann müsste man es supplementieren. Da du von häufiger Müdigkeit sprichst könnte bzw sollte man das mal checken.

Worauf deine akuten Beschwerden zurück zu führen waren lässt sich aus der Ferne leider schwer sagen.
Wäre ich an deiner Stelle würde ich es so machen:
- lass dir alle Bisherigen Befunde geben und ordne sie übersichtlich, damit sich der neue Arzt schnell einen überblick verschaffen kann.
- dort solltest du auch den Grad der Wanderverdickung nachlesen können und ob bis ins terminalen Ileum gespiegelt wurde.
- bei Beschwerden könntest du nochmal das Calpro bestimmen lassen- ist dieses negativ ist eine akute Entzündung sehr unwahrscheinlich (NPV laut Studien bis zu 100%). Ist es positiv, würde ich eine Behandlung in Betacht ziehen.
- ob eine erneute Spiegelung (sofern bisher bis ins terminale Ileum gespiegelt wurde), sinnvoll ist, das
Würde ich bezweifeln, muss aber natürlich der Arzt beurteilen/entscheiden.
- eine typische Behandlung wäre der Versuch eines lokalen Kortikoid (Entocort, Budosan etc.) und zu schauen ob dieses Besserung bringt. Auch Mesalizin (Pentasa) wird manchmal verschrieben, scheint bei MC aber nur wenig wirksam zu sein.

Leider kann man bei MC anhand von klinischen Symptomen aus der Ferne nicht einschätzen ob diese von MC kommen oder nicht. Die von dir beschrieben Schmerzen sind aber oft vorhanden. Liegt bei dir auch Gewichtsverlust, Anämie oder nächtliche Schmerzen vor?

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neptun
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Re: Jahrelang Probleme - kein Ergebnis und nur Verdacht auf

Beitrag von neptun »

Hallo Testie,

kann es sein, Du hast mich mißverstanden?

Ich schrieb nicht von gesunder Ernährung, ich schrieb nicht von falscher Ernährung.

Es geht darum, mal für ein paar Tage alles wegzulassen, was an einer Engstelle hängen bleiben kann.
Das gilt auch für Deine falsche Ernährung, denn da kann doch durchaus etwas aus der folgenden Kategorie drin sein.
Dazu gehören eben Obstschalen, Weintraubenschalen, etliche faserige Gemüse, aber auch Paprikahaut, dann die Ballaststoffe, Kleie, Körner, Knäcke, Nüsse, Mais, etc.
Weich kochen, pürieren, das sind die Stichworte.

Wenn das Essen gar keinen Einfluß hat, was vielleicht zu beweisen wäre, dann ist auch im terminalen Ileum kaum eine Verengung durch Entzündung vorhanden, zumindest symptomatisch nicht auffällig. Dann wären aber auch Deine Beschwerden so nicht zu erklären.

LG Neptun

Testie
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Re: Jahrelang Probleme - kein Ergebnis und nur Verdacht auf

Beitrag von Testie »

Vielen Dank für alle Antworten hat geschrieben: Hi,

ich würde mir die Befunde an deiner Stelle (dh Kolo, MRT etc.) jedenfalls aushändigen lassen, insbesondere wenn ein Arztwechsel angefacht ist. Dort sollten diese Infos dann drinnen stehen, die auch dein neuer Arzt dann benötigen wird.

VitB12 wird im letzen Dünndarmabschnitt resorbiert und bei Entzündung liegen hier oft mitunter schwere Mängel vor. Dann müsste man es supplementieren. Da du von häufiger Müdigkeit sprichst könnte bzw sollte man das mal checken.

Worauf deine akuten Beschwerden zurück zu führen waren lässt sich aus der Ferne leider schwer sagen.
Wäre ich an deiner Stelle würde ich es so machen:
- lass dir alle Bisherigen Befunde geben und ordne sie übersichtlich, damit sich der neue Arzt schnell einen überblick verschaffen kann.
- dort solltest du auch den Grad der Wanderverdickung nachlesen können und ob bis ins terminalen Ileum gespiegelt wurde.
- bei Beschwerden könntest du nochmal das Calpro bestimmen lassen- ist dieses negativ ist eine akute Entzündung sehr unwahrscheinlich (NPV laut Studien bis zu 100%). Ist es positiv, würde ich eine Behandlung in Betacht ziehen.
- ob eine erneute Spiegelung (sofern bisher bis ins terminale Ileum gespiegelt wurde), sinnvoll ist, das
Würde ich bezweifeln, muss aber natürlich der Arzt beurteilen/entscheiden.
- eine typische Behandlung wäre der Versuch eines lokalen Kortikoid (Entocort, Budosan etc.) und zu schauen ob dieses Besserung bringt. Auch Mesalizin (Pentasa) wird manchmal verschrieben, scheint bei MC aber nur wenig wirksam zu sein.

Leider kann man bei MC anhand von klinischen Symptomen aus der Ferne nicht einschätzen ob diese von MC kommen oder nicht. Die von dir beschrieben Schmerzen sind aber oft vorhanden. Liegt bei dir auch Gewichtsverlust, Anämie oder nächtliche Schmerzen vor?
Zufällig, also schon vor meinem Post hier, habe ich Ende der Woche einen Termin bei meinem Hausarzt der sämtliche bisherigen Untersuchungsergebnisse zurecht macht und mir samt Überweisung zum Facharzt (auf meinem Wunsch) aushändigt. Da hab ich dann zumindest nochmal alles schwarz auf weiß.

Das mit dem VitB12 ist ein guter Hinweis. Dem gehe ich auf jeden Fall mal nach. Verwunderlich ist nur, dass ich diese Probleme (Abgeschlagenheit etc.) auch nur an den Tagen habe, wenn meine Darm generell ein paar Probleme mehr verursacht, was eher gegen einen generellen Mangel spricht, aber das natürlich auch nie ausschließt. Die Schmerzen sind an diesem Tag dann auch eher so wie immer das gesamte Jahr über, also nur leicht, aber es "grummelt" und "rumort" deutlich mehr im Darm und ich fühl mich oftmals gleichzeitig leicht abgeschlagen während dieser Tage.

Dein Vorschlag zur weiteren Vorgehensweise werde ich so auch machen die kommenden Tage. Von lokalen Kortikoiden würde ich aber vorerst noch absehen, da die Beschwerden mich dafür nicht genug stören. Calpro wurde übrigens vor zwei Wochen gleich zwei mal im Abstand von einer Woche geprüft, als ich 6 Tage lang Durchfall + die üblichen leichten Schmerzen hatte. Die Werte waren interessanterweise nicht erhöht und es wurden auch keine Erreger gefunden. Das ist eben auch einer der Gründe, weswegen ich es ein wenig merkwürdig finde, da trotz aktiver leichter Schmerzen + Durchfall alle Stuhltests ok waren. Einzig der Bluttest ergab leicht erhöhte Bilirubinwerte, was sich auf die Leber bezieht, aber lt. Arzt erstmal nicht weiter bedenklich ist, da alle anderen Leberwerte ok waren. Gewichtsverlust, Anämie oder nächtliche Schmerzen habe und hatte ich bisher nie.

Testie
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Re: Jahrelang Probleme - kein Ergebnis und nur Verdacht auf

Beitrag von Testie »

neptun hat geschrieben:Hallo Testie,

kann es sein, Du hast mich mißverstanden?

Ich schrieb nicht von gesunder Ernährung, ich schrieb nicht von falscher Ernährung.

Es geht darum, mal für ein paar Tage alles wegzulassen, was an einer Engstelle hängen bleiben kann.
Das gilt auch für Deine falsche Ernährung, denn da kann doch durchaus etwas aus der folgenden Kategorie drin sein.
Dazu gehören eben Obstschalen, Weintraubenschalen, etliche faserige Gemüse, aber auch Paprikahaut, dann die Ballaststoffe, Kleie, Körner, Knäcke, Nüsse, Mais, etc.
Weich kochen, pürieren, das sind die Stichworte.

Wenn das Essen gar keinen Einfluß hat, was vielleicht zu beweisen wäre, dann ist auch im terminalen Ileum kaum eine Verengung durch Entzündung vorhanden, zumindest symptomatisch nicht auffällig. Dann wären aber auch Deine Beschwerden so nicht zu erklären.

LG Neptun
Hallo Neptun,

mit "sehr gesund" meinte ich den hohen Ballaststoffanteil sowie auch den damit oftmals einhergehenden recht hohen Konsum von Obst/fasrigen Gemüse/Nüssen etc., also allem was bei Stenosen eher nicht zu empfehlen ist. De facto bereiten mir diese Lebensmittel, welche bei eine Stenosediät vermieden werden sollen, keine spürbaren Probleme.
Das ist halt eben auch das Dilemma in dem ich stecke. Einerseits spüre ich regelmäßig, dass irgendetwas nicht stimmt seit dem Vorfall mit dem KH Aufenthalt vor ca. einem Jahr und zum anderen sind alle anderen für MC eher typischen Indikatoren negativ, trotz Verdachtsdiagnose auf MC.

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