Aussage MRT trotz Budesonid?

Austausch zu medizinischen Aspekten von Morbus Crohn, Colitis ulcerosa und mikroskopischen Kolitiden.
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Karlotta2019
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Aussage MRT trotz Budesonid?

Beitrag von Karlotta2019 »

Hallo liebe Forianer :-)
Ich habe morgen einen Termin zum MRT Dünndarm und mache mir riesen Sorgen, dass das jetzt verfälscht ist, weil ich davor 6 Wochen Budesonid genommen habe. Mich würde wahnsinnig eure Meinung zu meinem Verlauf interessieren, ich versuche, es kurz zu halten:
Beginn war vor 5 Jahren, damals schleichen Übelkeit, Bauchschmerzen, Durchfall erst breiig, schließlich wässrig, keine Nahrungsaufnahme mehr möglich (da so schmerzhaft und direkt Durchfall nach den ersten Bissen). Spiegelung: mittelgradige Colitits und Proktitis. Mesalazin > nur wenig Besserung. Dann (wegen der ausbleibenden Besserung) das erste mal Calprotectin: 160 . Mesalazin Dosis erhöht, einen Haufen symptomatische Therapie, mit dem Hinweis, ich soll mal abwarten (da ging das Ganze schon 4 Monate... hmmm. ). Mit viel viel Flohsamenschalen und 6 Monaten Mesalazin Besserung, aber keine Symptomfreiheit. Kontrollspiegelung (nur Dickdarm): Kolitis weg.
Zweite Episode genau so, wieder kein Calprotectin gemessen :roll: , Spiegelung nur Dickdarm: Lymphozyten + Plasmazellen in der Histo. Budesonid >> SUPER Therapieerfolg, nach 6 Wochen ging es mir gut. Ausgeschlichen. Dann knapp 1 Jahr stabil.
Nun zu meiner aktuellen Episode: anale Blutungen mit Fissuren seit 3/4 Jahr. Beginnende Gelenkschmerzen Sprunggelenke, Kreuz, Knie. Seit ca 8 Wochen massiver DF. Kein zielführendere Arzttermin zu bekommen. Daher (aufgrund sehr schlechtem Allgemeinzustand) in Eigenregie Start mit Budesonid. daraufhin nach 3 Wochen Abheilung des Anus, Gelenkschmerzen nach 4-5 Wochen praktisch weg, Durchfall nach ca 3 Wochen weg. Sensationell. Nun endlich vor 14 Tagen einen Termin beim spezialisierten Gastro, mit ÜW zum MRT. Habe daher vor 12 Tagen das Budesonid abgesetzt. Seit einigen Tagen wieder anale Blutungen und kleinere Fissuren, Gelenke fangen wieder an. Durchfall aber für meine Verhältnisse nur wenig (3-5x tgl) und eher breiig. Nahrung wieder etwas unverdauter als vorher unter Budesonid.
Mein worst-case wäre, dass da morgen wieder nichts spezifisches raus kommt und mir kein Budesonid oder eine andere sinnvolle Therapie verschrieben wird. Ich krieg noch die Krise.
Wie sind Eure Erfahrungen zur Aussagekraft des MRT?
Wäre ein Reizdarm (wie von früheren Ärzten immer wieder angesprochen) überhaupt noch möglich, wenn das Ganze so gut auf Budesonid anspricht? Die Stuhlkonsistenz unter B. ist richtig normal, kann mich überhaupt nicht mehr erinnern, wann das das letzte Mal so war :shock: ..!!)
Lieben Gruß und Sorry für den langen Text....
Karlotta
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Karlotta2019
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Re: Aussage MRT trotz Budesonid?

Beitrag von Karlotta2019 »

Update: obwohl sich die Darmsymptome aktuell in Grenzen halten und für meine Verhältnisse der Durchfall überschaubar ist, sieht man die Entzündung im MRT. Hab ich mich umsonst verrückt gemacht ob das was bringt - mal wieder ;-)
Wäre schön wenn jemand was schreiben könnte. Bin grad hin und hergerissen: Einerseits doch bisserl schockiert von der Diagnose (obwohl ich eigentlich schon angenommen hatte, dass der MC sehr wahrscheinlich ist), andererseits erleichtert dass diese ständige Ungewissheit, was falsch läuft, endlich rum ist...

PS: bekomme schon wieder Fehlermeldung, dass ich keine PN schicken kann... bitte daher grad nicht wundern wenn ich nicht antworte!
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Vielen Dank für alle Antworten
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Re: Aussage MRT trotz Budesonid?

Beitrag von Vielen Dank für alle Antworten »

Danke für den Bericht und das Update!

Wie genau ist der MRT Befund ausgefallen und wie haben dein Arzt und du jetzt die weitere Vorgehensweise geplant?

Alles Gute!

Leinelchi
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Re: Aussage MRT trotz Budesonid?

Beitrag von Leinelchi »

Hallo,

ein MRT ist sehr aussagekräftig vor allem die Bilder lassen keinen Zweifel offen. Mit der Gesamt-Beurteilung hatte ich schon mal schlechte Erfahrungen, das sind ja nur Röntgenärzte und keine Spezialisten für CED. Aber dein hoffentlich CED erfahrener Gastro kann ja die Bilder ansehen und dann beurteilen.
Warum hast Du eigentlich Budesonid davor abgesetzt? Du solltest es immer auch ausschleichen! Eine Beurteilung ist doch auch mit Budesonid möglich. Am besten lässt sich der Zustand des Darmes aber bei einer Kolo mit Entnahme vieler Proben und der entsprechenden Histologie dazu beurteilen. MRT und Kolo ergeben dann mit den geschilderten Beschwerden ein Gesamturteil, an dem es meiner Ansicht auch nichts mehr zu rütteln und zweifeln gibt.

Alles Gute
leinelchi
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Karlotta2019
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Re: Aussage MRT trotz Budesonid?

Beitrag von Karlotta2019 »

Vielen Dank für alle Antworten hat geschrieben:Danke für den Bericht und das Update!

Wie genau ist der MRT Befund ausgefallen und wie haben dein Arzt und du jetzt die weitere Vorgehensweise geplant?

Alles Gute!
Hallo!
Danke für Eure Antworten :-)
Ich warte noch auf den Rückruf vom Gastro. Blöderweise ist "meiner" im Urlaub (noch für weitere 4 Wochen...), hoffe, dass sein Kollege auch was zu meinem Fall sagen will/ kann.
MRT Befund ist laut Radiologe klassisch für Dünndarm-Crohn, aber ich denke ich warte da am Besten die Ansage vom Gastroenterologen ab. Habe zum Glück jetzt einen ausgewiesenen CED Spezialisten, nachdem die anderen die letzten 5 Jahre irgendwie bisschen daneben gegriffen haben :roll: ....
Leinelchi hat geschrieben: Warum hast Du eigentlich Budesonid davor abgesetzt? Du solltest es immer auch ausschleichen!

Hatte das so mit meinem Arzt besprochen. Da es sich um die Erstdiagnose handelte, die seit 5 Jahren auf sich warten lässt, wollten wir da nichts verfälschen. Es ging nicht um die Remissionserhaltung. Habe es davor nur genommen, um einigermaßen lebendig die Zeit bis zum Arzttermin zu überbrücken....
Leinelchi hat geschrieben: Eine Beurteilung ist doch auch mit Budesonid möglich.

Echt? Ich hatte total schiss dass wieder nix dabei raus kommt. Und dann nicht klar ist, ob es am Budesonid liegt, oder nicht. Das beseitigt ja die Entzündung oder? Und es ging um die Erstdiagnose....
Leinelchi hat geschrieben: Am besten lässt sich der Zustand des Darmes aber bei einer Kolo mit Entnahme vieler Proben und der entsprechenden Histologie dazu beurteilen. MRT und Kolo ergeben dann mit den geschilderten Beschwerden ein Gesamturteil, an dem es meiner Ansicht auch nichts mehr zu rütteln und zweifeln gibt.

Ja, das wäre schön gewesen, wenn einer der Ärzte in den letzten 5 Jahren mal da eine vernünftig systematische Diagnostik gemacht hätte. Im Nachhinein, nach allem, was ich jetzt weiß, ärgert mich das echt sehr. Da hätte ein MRT einfach dazu gehört, sehe ich genauso. Es ist immer nur Kolo gelaufen (4x in den letzten 5 Jahren :shock: ), und da wurde zwar immer Entzündung gefunden, aber diese konnte der Histologe nicht zuordnen. Und Dünndarm MRT wurde nie gemacht. Alle haben sich immer wieder auf den Colitis-Befund "gestürzt" und bei Beschwerden erneut gespiegelt. Daher diesmal, weil es mir schon echt schlecht ging, direkt das MRT; nicht nochmal Kolo. Muss ihn aber heute fragen, ob er jetzt nochmal spiegeln will/ muss, oder ob ich einfach eine Therapie bekomme.... oder mit dem Budesonid weitermachen kann.
Im Nachhinein denke ich, dass die Colitis bei mir einfach immer ein "Nebenschauplatz" war, und der Dünndarm einfach nie abgeklärt wurde. Die Entzündung befindet sich bei mir offenbar in den Dünndarmanteilen, die man in der Kolo nicht sehen kann.
Gesagt wurde mir damals dann übrigens, dass das vielleicht einfach psychisch wäre... ahja...

Momentan habe ich eher den Eindruck, alles "stockt" im Dünndarm. Habe Schmerzen und einen dicken Bauch nach dem Essen, aber es geht nichts scheinbar nichts weiter.
Kennt das jemand?

Und Du hast geschrieben, dass Du schlechte Erfahrung mit der Beurteilung durch den Radiologen gemacht hattest? Was war da los?

LG und schonmal vielen Dank :-)
Sorgen sind wie Nudeln: Man macht sich immer zu viele.

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