Fistel MRT ohne Kontrastmittel möglich?

Austausch zu medizinischen Aspekten von Morbus Crohn, Colitis ulcerosa und mikroskopischen Kolitiden.

Fistel MRT ohne Kontrastmittel möglich?

Beitragvon Nala » Do 20. Dez 2018, 00:30

Hallo zusammen, ich habe eine Frage an euch. Mein Crohn ist seit 22 Jahren bekannt, vor 20 Jahren hatte ich mal eine Fistel. Nun habe ich seit 6 Jahren 2 Stenosen am Dünndarm, die mir keine Probleme bereiten. Vor 5 Wochen hatte ich einmal sehr viel helles Blut im Stuhl und seit 3 Wochen Schmerzen beim Wasserlassen und ein wiederkehrender Schmerz in der Vagina. Nun soll ich ein Fistel MRT bekommen. Mein großes Problem ist jedoch, dass ich seit einem MRT 2015, das mit Dotarem gemacht wurde, tägliche Muskelzuckungen am ganzen Körper habe. Das belastet mich sehr. Ich kann kein MRT unter Gadolinium machen lassen. Sieht man trotzdem eine Fistel?
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Re: Fistel MRT ohne Kontrastmittel möglich?

Beitragvon Stine » Do 20. Dez 2018, 10:44

Hallo Nala,
habe nochmal in meinen Unterlagen geblättert. Alle bisherigen MRT Untersuchungen bei mir vom Becken wegen Fisteln wurden mit Kontrastmittel durchgeführt. Nachdem bekannt wurde, dass diese Kontrastmittel doch evtl. nicht so harmlos sind, wollte ich meine Einwilligung dazu auch nicht mehr so ohne weiteres geben. Mir wurde jedoch erklärt, dass eine Darstellung ohne Kontrastmittel unsicher ist und dann evtl. die ganze Untersuchung umsonst... So habe ich dann letztendlich schweren Herzens doch eingewilligt.

Ob eine Fistel zur Blase vorliegt, könnte man noch mit dem Mohntest aufklären.

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Re: Fistel MRT ohne Kontrastmittel möglich?

Beitragvon neptun » Do 20. Dez 2018, 11:16

Hallo Nala,

Du kannst mal fragen, ob eine Endosonographie möglich und ausreichend ist.
Ich weiß aber nicht, ob und wenn, welches Kontrastmittel da gegeben wird.
Läßt sich aber sicher in Erfahrung bringen bei den Fachleuten.

LG Neptun
PS: Der Mohntest bei Blasenfisteln soll tatsächlich die besten Diagnoseergebnisse liefern.
Besser als alle anderen diagnostischem Maßnahmen, weil die auch manchmal nicht zum Ziel führen, obwohl eine Fistel vorhanden ist.
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Re: Fistel MRT ohne Kontrastmittel möglich?

Beitragvon Nala » Fr 21. Dez 2018, 01:09

Vielen Dank für eure Antworten.

Ich bin schwer Gadolinium geschädigt, seit ich 2015 ein MRT unter Dotarem hatte. Ich habe seitdem generalisierte Muskelzuckungen am ganzen Körper und viele weitere Symptome. Ich kann kein MRT mehr mit diesem Kontrastmittel machen lassen, deshalb hatte ich heute ein MRT ohne KM und der Radiologe ist sehr erfahren. Er sagte, er könne eine Fistel ausschließen. Vermutlich kommen meine vaginalen Schmerzen auch von Gadolinium, es ist ja auch ein Muskel. Falls die Frage dennoch ein weiteres Mal im Raum steht: was ist der Mohntest?

Vielen Dank und liebe Grüße üü
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Re: Fistel MRT ohne Kontrastmittel möglich?

Beitragvon Korona » Fr 21. Dez 2018, 04:10

Hallo Nala,

hier https://www.thieme-connect.com/products ... 33-1352654
ein Link aus der Fachpresse zum Mohntest. Du kannst ihn einfach selbst machen.
Ich drücke Dir die Daumen, dass er negativ ist!

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Re: Fistel MRT ohne Kontrastmittel möglich?

Beitragvon Spaghettitarzan » Fr 21. Dez 2018, 09:27

: was ist der Mohntest?

Du isst über mehrere Tage Mohnbrötchen und wenn dann im Urin (es wird durch ein feinmaschiges Sieb gepinkelt) Mohn zu finden ist, ist der Beweis ein Distel in die Blase erbracht
Soll besser als jedes MRT sein
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Re: Fistel MRT ohne Kontrastmittel möglich?

Beitragvon Stine » Fr 21. Dez 2018, 20:17

Korona hat geschrieben:
hier https://www.thieme-connect.com/products ... 33-1352654
ein Link aus der Fachpresse zum Mohntest.


Hallo,
der Link ist noch in weiterer Hinsicht interessant. Dort steht nämlich, dass eine Endosonografie ganze 16 Euro kostet. Ich denke das spielt eine Rolle dabei, dass sie so selten eingesetzt wird. Sie ist durchaus in der Hand eines erfahrenen Untersuchers sehr aussagekräftig in Sachen Fisteln, aber anscheinend nicht kostendeckend. Kontrastmittel wird dabei nicht verwendet. Mir ist eine Endosonografie bisher nur einmal "passiert", und zwar in der Charité.

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Re: Fistel MRT ohne Kontrastmittel möglich?

Beitragvon neptun » Fr 21. Dez 2018, 20:46

Ich denke,

in dem Artikel handelt es sich tatsächlich um eine Ultraschalluntersuchung des Abdomens, also von außen. Weil es um die Blasenfistel geht.
Für 2011 konnte ich dieses finden:
"Die Kosten für Endosonografien des unteren Magen-Darm-Traktes belaufen sich auf etwa 55 € bis 75 €."

Für das Rektum selbst fand ich nichts. Weiß also nicht, was dort mit unterem Magen-Darm-Trakt gemeint ist.
Wäre weitaus preiswerter als ein MRT.

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Re: Fistel MRT ohne Kontrastmittel möglich?

Beitragvon Korona » Sa 22. Dez 2018, 00:03

Hallo neptun,

ich glaube kaum, dass man eine enterovesikale Fistel per Sono von Außen diagnostizieren kann. Eine Endosono jedoch erlaubt ggfs. die Diagnose einer Fistel, dies ist aber eine invasive Form des Ultraschalls.

Woraus schließt Du, dass es in dem Bericht um einen Ultraschall des Abdomens geht?
Ich konnte das nirgends herauslesen, sondern nur einen Hinweis auf INVASIVE Untersuchungen.....wie immer man das auch interpretieren will...?

In diesem Artikel soll m.E. darauf hingewiesen werden, dass die NICHT invasive Diagnose durch den Mohntest verlässlicher als alle gängigen bildgebenden Verfahren ist, und als Nebeneffekt auch noch kostengünstiger und schonender für den Patienten! Denn ALLE bildgebenden Verfahren sind invasiv bzw. mit Belastungen verbunden.

Zu Deinem obigen Beitrag @neptun
Du kannst mal fragen, ob eine Endosonographie möglich und ausreichend ist.
Ich weiß aber nicht, ob und wenn, welches Kontrastmittel da gegeben wird.
Läßt sich aber sicher in Erfahrung bringen bei den Fachleuten


Bei mir war eine Fistel durch Endosono darstellbar. Die Darstellung bzw. die Qualität ist sicher jeweils von der individuellen Lage und Ausdehnung anhängig.
Es gibt zusätzlich die Möglichkeit die Fistelausgänge durch das Einspritzen von Methylenblau darzustellen. Ich vermute dass das gemacht wird, wenn nur einer der Ausgänge klar erkennbar oder zugänglich ist.

Gruß, Korona
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Re: Fistel MRT ohne Kontrastmittel möglich?

Beitragvon neptun » Sa 22. Dez 2018, 00:35

Hallo Korona,

aus dem ersten Betrag von Nala war nicht unbedingt ersichtlich, daß es sich um eine Blasenfistel handelt, denn es wurde nur von Schmerzen beim Wasserlassen, aber auch von Vaginalschmerzen berichtet. Dazu aber von Blut am Stuhl und von einer Fistel vor 20 Jahren, wo nicht geschrieben wurde, wie sie verlief.

In dem Bereich Rektum/Vagina wäre eine Endosono dann vielleicht eine gangbare Alternative zu dem MRT gewesen.

In dem Link von Dir, da habe ich Stine geantwortet, es wird eine Sono gewesen sein, denn die Blasenfistel kann man wahrscheinlich so auch sehen und nichts anderes steht in dem Kongressbeitrag. Mit Ultraschall.
Zumal auch nichts von Endosono dort drin steht.
Zitate:
"Zum Teil invasive Standarddiagnostika wie Ultraschall, Endoskopie, MRT und Zystoskopie liefern immer wieder falsch negative Ergebnisse."
"eine Ultraschalluntersuchung mit 16€"

Also habe ich nur mal zur Korrektur die Preise gepostet, die ich von 2011 finden konnte und die etwas größer sind als die einer normalen Sono. Was ich auch verständlich finde.

Und sicher finde ich den Mohntest klasse. Hatte ich auch geschrieben. Und er ist wohl immer positiv richtig. Das kann man lange nicht von jeder diagnostischen Maßnahme behaupten. So ist im Forum der Mohntest auch schon mehrfach erwähnt und empfohlen worden.

LG Neptun
PS: Die invasiven Methoden, da waren Endoskopie und Zystoskopie mit gemeint.
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