Probleme nach Operation

Austausch zu medizinischen Aspekten von Morbus Crohn, Colitis ulcerosa und mikroskopischen Kolitiden.

Probleme nach Operation

Beitragvon tirolerin1810 » Sa 10. Nov 2018, 13:11

Hallo.

Ich hatte am Dienstag wegen einer Stenose eine Ilioresektion.

Gestern waren dann die EntzündungsWerte zu hoch, dass man sich entschloss nochmal rein zu schauen
Laut Chirurgen hat die Naht nicht gehalten und es hat sich ein Abszess gebildet.

Mir geht es heute wahnsinnig schlecht und ich habe wilde Schmerzen.
Nach dem Eingriff am Dienstag ging es mirgendwie am nächsten Tag schon recht gut.

Wurde hier auch schon jemand innerhalb von wenigen Tagen zweimal operiert? Ich bin total unsicher.

Vielen Dank Tirolerin
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Re: Probleme nach Operation

Beitragvon neptun » So 11. Nov 2018, 19:11

Hallo Tirolerin,

es wurde im Forum schon einige Male berichtet von 2 oder auch 3 OP's in kurzer Folge. Eben erforderlich durch Wundheilungsstörungen. Wobei es die Nahtinsuffizienz leider manchmal gibt. Ist auch die Frage, wurde mit Klammernahtgerät gearbeitet oder per Hand genäht. Was die bessere Heilungschance bietet, weiß ich nicht. Wie ich aber schrieb, es sollte tägliches Geschäft des Chirurgen sein.

Hoffentlich hält nun alles nach der zweiten OP und es kommt nicht zu weiteren Komplikationen.
Ich drücke die Daumen und wünsche Dir eine gute und schnelle Heilung.

Du solltest gut mit Schmerzmitteln versorgt sein. Manche Betroffene mußten da schon sehr massiv eintreten, damit sich das Krankenhauspersonal bequemte. Eigentlich ein Unding. Mach also Druck.

LG Neptun
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Re: Probleme nach Operation

Beitragvon tirolerin1810 » Mo 12. Nov 2018, 07:56

Hallo Neptun.

Danke für deine Antwort.
Langsam geht mir die Kraft aus. Habe seit einer Woche nicht gegessen oder getrunken. Bekomme alles nur über den Beutel in die Venen.
Die Nächte sind schlimm, weil man irgendwann nicht mehr weiss wie man liegen soll.
Hatte heute zum ersten Mal Stuhl. Richtig anstrengend nach einer Woche um Bett.
Die Ärzte haben mir gesagt, dass man nach zwei bis drei Wochen wieder fit ist.
Kann das wirklich sein?
Es ist ja schon eine Herausforderung aufs WC zu kommen und das auch nur mit Hilfe.

Lg Tirolerin
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Re: Probleme nach Operation

Beitragvon Banditensocke » Mo 12. Nov 2018, 09:55

Solche Prognosen sind mit Vorsicht zu geniessen.

Fakt ist: JEDER Eingriff am Darm sorgt für ein Trauma. Der Organismus reagiert darauf, indem er Botenstoffe ausschüttet, die für lokale Entzündungen sorgen und beispielsweise auch den Darm lähmen können. Es kann Wochen bis Monate dauern, bis man sich davon erholt und wieder "Normalbetrieb" läuft. Das gilt insbesondere dann, wenn Darmabschnitte entfernt wurden - der Verdauungstrakt muss sich neu ordnen, das gesamte System gerät in Unruhe. Der Heilvorgang an sich braucht schon viele Wochen, auch wenn manche davon subjektiv wenig merken. Das ist ganz normal.

Bei manchen Patienten regulieren sich "Ausfallerscheinungen" wie Verdauungsprobleme, Schwäche, Gewicht schnell, bei anderen - und ich tippe vorsichtig, dass das die Mehrzahl ist - dauert es länger. Aber wie auch immer es bei einem selbst läuft: DAS ist das Maß der Dinge. Wie andere einen ähnlichen Eingriff "verdauen", ist unerheblich - schau also, dass Du gut für Dich sorgst und wenn möglich, gönne Dir eine AHB, so dass Du wirklich Zeit hast und Hilfen bekommst, um wieder zu genesen.

Also mach Dich locker und beanspruche so lange Ruhe und Pflege, wie DU das brauchst.
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Re: Probleme nach Operation

Beitragvon neptun » Mo 12. Nov 2018, 10:53

Hallo Tirolerin,

ich finde die Antwort von Bandit gut. :)

LG Neptun
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Re: Probleme nach Operation

Beitragvon tirolerin1810 » Mo 12. Nov 2018, 11:58

Hallo.

Ja Antwort ist gut.

Hoffe nur, dass ich diesmal Glück habe und alles heilt. Ich kann nicht auf Reha. Hab ein kleines Kind zu hause. Wir fahren jetzt schon das absolute Notfallprogramm.

Bin so extrem schwach. Habe keine Energie und keine Reserven. Wild.

Mit so einem Zustand hab ich nicht gerechnet.

Lg Tirolerin
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Re: Probleme nach Operation

Beitragvon Bab85 » Mo 12. Nov 2018, 14:35

Hallo Tirolerin,

ich wurde im August auch 2 mal binnen 3 Tage operiert mit jeweils 4 1/2 Stunden. Die erste OP hatte ich auch relativ gut verkraftet, die zweite jedoch hat mir den Boden unter den Füßen weg gezogen. Konnte auch eine Woche nichts essen und hatte eine Magensonde weil mein Darm streikte.
Bei mir ging es bergauf sobald ich essen konnte. Die Ernährung über die Vene ist zwar nicht schlecht, reichte mir aber nicht aus um genügen Energie zu tanken.
Dass man nach 2-3 Wochen wieder fit ist kann ich nicht bestätigen, aber jeder Körper reagiert da anders.

Nimm dir Zeit und quäle dich nicht mit Schmerzen herum. Lass dir, so lange zu im Krankenhaus bist, ausreichend Schmerzmittel geben damit dein Körper weniger stress damit hat.
Sobald es geht wäre Trinknahrung ganz gut um ausreichend Nährstoffe aufzunehmen und sofern du es nicht schon hast, täglich Physiotherapie. Auch wenn es teilweise hart ist, die Physio bringt wirklich was.
Weißt du schon wie lange du noch im Krankenhaus bleiben musst bzw.darfst?

LG
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Re: Probleme nach Operation

Beitragvon tirolerin1810 » Di 13. Nov 2018, 03:14

Hallo Babs.

Es ist noch völlig offen, wie lange ich noch hier sein werde. Wenn alles gut geht, dann darf ich morgen ein paar Gläser Tee zu mir nehmen.
Hatte heute erstmals Stuhlgang - wenn man diese schwarze, übel riechende Flüssigkeit, als solchen bezeichnen kann.

Mir tut alles weh. Das schlafen auf dem Rücken ist mühsam. Immerhin hatte ich erst vor drei Monaten eine Bandscheibenvorwölbung.

Ich bin schwach, schwindelig und stehe total neben der Spur. Habe auch sehr viel Wasser in den Beinen? Zudem extreme rheumatische Schmerzen in Händen und Füssen. Ist das der Crohn oder ist das das ganze Wasser???

Wie hast du dich dann zu Beginn ernährt? Also wie du wieder zu hause warst?

Wie geht es dir heute? Hast du den Eingriff bereut??

Vielen Dank

TIROLERIN
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Re: Probleme nach Operation

Beitragvon Leinelchi » Di 13. Nov 2018, 11:29

Hallo,

also ich hatte die gleiche OP es kam bei mir zu einer Infektion an der Naht mit hohen Antibiotika-Gaben und extrem schmerzhaften Behandlungen. (Waschungen der Wunde)
Kam extrem schwach nach zwei Wochen aus der Klinik, trotz Physio täglich dort
Das mit dem Essen war wirklich ein Problem zu Hause, war dann aber nach zwei Wochen endlich in AU-Reha. Geht das bei Dir wirklich nicht? Dort bekam ich wirklich guten Kostaufbau, was ich zuhause so nicht geschafft hätte, war zu schwach um zu kochen, hatte keine Hilfe da mein Mann arbeiten musste. Hatte aber nur mich zu versorgen.

Nun nach 5 Monaten bin ich zwar immer noch schwach aber der Stuhlgang funktioniert schon recht ordentlich. Breiig aber noch plötzlich aber hauptsächlich nur mehr morgens 1 bis 3 mal. Blöd ist, dass ich anschließend noch über Stunden das Gefühl habe wieder auf die Toilette zu müssen, war vor der OP nicht so. Bin aber dran mich dann abzulenken es funktioniert schon manchmal. Die Schmerzen kurz vor, während und nach dem Stuhlgang sind gut auszuhalten und ja auch nur von kurzer Dauer.
Was wichtiger ist, das Calprotectin ist nur noch leicht erhöht, was nach Gastro aber tolerierbar ist.

Für mich gab es keine Wahl da die Stenose schon extrem eng war und durch Entyvio nicht mehr zu beeinflussen war. Das tröstet mich. Hoffe das mit der Schwäche wird im Lauf der Zeit noch besser. Leider begannen nun wieder die Gelenkschmerzen und die Kopfschmerzen in der Früh nach dem Aufwachen. Schit!!!

Alles Gute Leinelchi
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Re: Probleme nach Operation

Beitragvon Bab85 » Di 13. Nov 2018, 12:02

Hallo Tirolerin,

warum darfst du noch immer nichts trinken???
Es ist klar dass dein Kreislauf schlapp macht wenn du weder essen noch trinken kannst. Ich hatte die ersten 2 Wochen nach der OP auch starke Kreislaufprobleme.
Woher deine Schmerzen in Händen und Füßen kommen weiß ich nicht. Ich hatte zwar auch Wasser in den Beinen, aber da ich eine PDA hatte und gut mit Schmerzmittel versorgt war, hatte ich keine Schmerzen in den Beinen.
Bei mir wurde, sobald mein Darm wieder seine Job machte, mit Trinknahrung und Suppen begonnen. Danach habe ich mich ca. 1-2 Woche von Brei ernährt und langsam mit weichem Brot begonnen. Am Anfang war mir alleine das Kauen viel zu anstregend dass ich freiwillig nur Brei und Smoothies zu mir genommen habe.
Mir wurde bei der Operation mein Pouch entfernt und ein Stoma angelegt, von daher ist das bzgl. Ernährung vermutlich etwas anders wie bei dir.
Wichtig ist dass du auf deinen Körper hörst und ihn langsam ans Essen gewöhnst. Du wirst schnell merken was dir gut tut und was nicht.

Heute geht es mir prächtig. Ich kann wieder alles essen und mache seit einem Monat wieder Sport.
Die ersten Tage sind wirklich schwer und man hat das Gefühl dass es nicht aufwärts geht, aber gib nicht auf. Sobald du von der künstlichen Ernährung weg kommst und du dich auch mehr bewegen kannst, wirst du tägliche eine Besserung spüren.

LG
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