Rektovaginalfistel?????

Austausch zu medizinischen Aspekten von Morbus Crohn, Colitis ulcerosa und mikroskopischen Kolitiden.

Rektovaginalfistel?????

Beitragvon SISSI » So 30. Apr 2017, 08:34

Hallo zusammen.
Ich habe schon einige Beiträge zu diesem Thema gelesen, leider aber noch nicht die passende Antwort zu meinem Fall gefunden. Vielleicht kann mir jemand weiterhelfen helfen.

Ich habe manchmal Stuhlabgang sowie Luftabgang durch die Scheide. Beim Gynäkologen wurde diesbezüglich nichts gefunden, sodass ich eine Mastdarmspiegelung gemacht habe. Bei dieser Untersuchung konnte auch keine Fistel gefunden werden. Die "Prüfung" auf Abgang durch die Scheide war negativ. Nun ist es ja so, das ich mir das nicht einbilde, sondern das dies ja ein ernsthaftes Problem ist.
Dr. Google sagt, das ich auch ein kleines Loch haben könnte, wodurch immer mal wieder diesen Abgang habe.

Hat jemand von euch irgendwelche Erfahrungen damit?

Vielen Dank.
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Re: Rektovaginalfistel?????

Beitragvon Vorighi » Mo 1. Mai 2017, 01:10

Hallo SISSI,

gleich zu Beginn: ich habe keinen Rat für Dich!
Ich kann mir aber vorstellen, wie verloren Du Dir vorkommst!

Klar, man guckt, was google so hergibt, aber das verwirrt oft auch.

Hoffentlich melden sich hier im Forum Menschen, die Dir Tipps geben können!
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Re: Rektovaginalfistel?????

Beitragvon Korona » Mo 1. Mai 2017, 14:03

Hallo SISSI,

ich habe zum Glück keine Erfahrungen damit, meine aber gehört zu haben, dass nicht nur bei Blasen-Darm-Fisteln der Mohntest hilfreich ist. Guck mal hier:
http://www.aerztezeitung.de/medizin/kra ... hweis.html
https://www.thieme-connect.de/products/ ... 33-1352654

Wenn Mohn im Urin landet, ist das natürlich noch frappierender, aber ich denke, es kann auch bei rektovaginalen Fisteln funktionieren. Vor allem kannst Du es ganz leicht ausprobieren. Vielleicht sicherheitshalber ein paarmal Mohnkuchen, Mohnbrötchen essen.

Ich drücke Dir die Daumen, dass Du Dich doch getäuscht hast.

LG, Korona
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Re: Rektovaginalfistel?????

Beitragvon neptun » Di 2. Mai 2017, 09:05

Hallo Sissi,

dieses kleine Loch ist die Fistel, durch die Gase und Stuhl kommen. Es ist die Verbindung vom Darm zur Scheide und Du täuscht Dich sicher nicht. Wie Du hier in den Fistelthreads lesen kannst, Untersuchungsmethoden zum Auffinden der Fistel wären, wenn sie eben niicht durch Rektoskopie gefunden wurde, eine Endosonographie oder ein spezielles MRT.

Aus Deinem Beitrag lese ich, die Ärzte wollen Dir nicht glauben?

Dann wirst Du Dir einen weiteren Arzt suchen müssen, der von der Sache etwas versteht und die entsprechend notwendigen Untersuchungen machen läßt oder selbst macht.

LG Neptun
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Re: Rektovaginalfistel?????

Beitragvon SISSI » Mi 3. Mai 2017, 09:14

Vielen Dank für eure Antworten.

Korona, vielen Dank für deine Links, das ist wirklich sehr interessant. Ich werde mein Arzt mal darauf ansprechen, wenn man wirklich davon ausgehen kann, das dies effizienter ist, als ein MRT.

Neptun, ob die Ärzte mir glauben, ist schwierig zu sagen. Ich denke eher nein.
Eine Endosonographie habe ich auch gemacht. Da wurde ebenfalls nichts gefunden.
Ich muss aber noch erwähnen, daß ich letztes Jahr im Herbst ein MRT gemacht habe, wegen meiner Hüfte. Durch Zufall wurde ein Kongokuraltumor (ich hoffe, ich habe es richtig geschrieben) gefunden, im linken Unterbauch. Und da keine Fistel gefunden wurde, wollte der Arzt nun ein MR Sellink machen, um zu schauen, was da los ist. Muss aber sagen, das der Internist sowie der Gynäkologe zu diesem Befund nichts gefunden hat. Ich habe mich nun erstmal gegen dieses MRT entschieden, weil es mir nun erstmal wichtiger ist, was es mit dem Stuhlabgang durch die Scheide auf sich hat. Diesbezüglich habe ich mir nun einen Termin bei einem Gastroenterologen geben lassen,( das andere war ein Chirug ). Ich hoffe nun, das er mir weiter helfen kann...
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Re: Rektovaginalfistel?????

Beitragvon neptun » Mi 3. Mai 2017, 09:45

Hallo Sissi,

da drücke ich mal die Daumen, daß der Gastro Dir glaubt und dann auch etwas findet. Er sollte Dich umfassend beraten, denn die gleichgelagerten Geschichten aus dem Forum sind keine guten Vorbilder.

Beim MRT hat man anscheinend einen Konglomerattumor gefunden. Das ist eine Verbackung von benachbarten Darmschlingen. Dies passiert durch Entzündung in den entsprechenden Bereichen. Meist bildet sich solch Verbackung vor der Ileozökalklappe. Wohl, weil dort bei mc häufig eine Entzündung sitzt.
Durch die Verbackung kann die Peristaltik des Darmes behindert werden und so auch durch Stau Schmerzen bereiten.

LG Neptun
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Re: Rektovaginalfistel?????

Beitragvon Stine » Mi 3. Mai 2017, 11:46

Hallo Sissi,
stehe gerade vor dem gleichen Problem. Eigene Beobachtungen haben mich zuerst zum Gynäkologen und dann zur Gastroenterologin geführt. Da ich auch schon Fisteln habe, lag der Verdacht umso näher.
Allerdings wurde dieser Verdacht bisher nicht bestätigt, auch nicht durch ein MRT. Das ist aber durchaus keine Seltenheit, sind ja manchmal nur kleinste Verbindungen. Eine Fistel zur Blase würde eine unbedingte OP-Indikation darstellen, eine Fistel zur Scheide nicht, auch wenn der Gedanke daran natürlich nicht berauschend ist... Diese Art Fistel hat auch äußerst schlechte Erfolgsraten bei einer OP, was auch an den anatomischen Verhältnissen liegt. Solange man da nicht gravierende Beschwerden hat, sollte man da glaube ich sehr zurückhaltend sein.
Also verpasst man glaube ich nichts, wenn man die ganze Sache erstmal nur sehr im Auge behält (Diagnostik läuft dabei noch unter "im Auge behalten :lol: ) und größere Manipulationen erstmal sein lässt. Vielleicht hat man Glück und die Fistel verschließt sich spontan.
Kommt ja auch vor... Bei Schmerzen natürlich zum Arzt.

LG, Stine
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Re: Rektovaginalfistel?????

Beitragvon SISSI » Do 4. Mai 2017, 19:52

Hallo zusammen,

Vielen Dank für eure Beiträge.
Neptun, ehrlich gesagt, machen die Beiträge und auch die Erfolgschancen bei solchen Fisteln Angst... Wie ich immer wieder lese, ist so eine Fistel nicht leicht zu operieren, gut, dazu müsste man sie ja erstmal finden... :roll:
Zum Thema Konglomerattumor kann ich sagen, das mein Internist und auch mein Gynäkologe nichts gesehen haben, eben nur der Chirug und das gibt mir zu denken...
Das Problem ist halt nur, daß die Schmerzen da sind...
Schlimmer geworden sind diese, seit ein paar Monaten, seit ich diesen Stuhlabgang durch die Scheide habe...
Ich bin gespannt, was daraus wird...
Wenn deine Vermutungen stimmen, weißt du ob soetwas operiert werden muss?

Stine, danke auch für deinen Beitrag.
Wie machst du bei deinem Problem weiter, gehst du zum nächsten Arzt, in der Hoffnung, daß der was findet??
Schmerzen habe ich leider, ob das nun davon kommt oder nicht, das weiß ich ja leider nicht...
Man macht sich ja schon nen Kopf, ob das Ganze sich entzünden kann, zu einer Infektion kommt usw.
Ich mag gar nicht drüber nachdenken und naja, angenehm ist auch was anderes....

Lg
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Re: Rektovaginalfistel?????

Beitragvon neptun » Fr 5. Mai 2017, 11:16

Hallo Sissi,

einen Konglomerattumor wird man operieren, wenn er die Lebensqualität durch Schmerzen oder auch durch Nahrungseinschränkung für den Betroffenen zu stark einschränkt. Ist also auch vom subjektiven Empfinden abhängig. Vielleicht solltest Du, falls der Konglomerattumor der Grund für die Schmerzen ist, auch mal die Stenosediät berücksichtigen, also alles an Essen weglassen oder zerkleinern, was an einer Engstelle hängen bleiben kann. Lies dazu mal den 2. Beitrag im Unterforum Ernährung.

Eine weitere Indikation für eine OP, eine absolute, ist eine Weitung des Darmes vor dem Hinderns, denn dann besteht Gefahr einer Perforation mit möglicher Sepsis.

Wie Stine es schrieb, es scheint der beste Weg, wenn möglich, zu sein, die Fistel zu beobachten und nicht chirurgisch zu intervenieren. Dazu kann man es eventuell mit gängigen Methoden versuchen, also Antibiotika (Ciprofloxacin und Metronidazol in Kombination) nehmen, um die Fistel ruhig zu stellen, was häufig aber auch nur für die Zeit der Einnahme gelingt. Und Remicade als Biological, wird wohl die besten Erfolgsaussichten bieten, wenn man diesen Behandlungsweg einschlagen will. Nachteile gilt es bei solchen Interventionen leider auch zu berücksichtigen.

LG Neptun
PS: Ich denke, Fisteln überhaupt gehören mit zu den unangenehmsten Begleiterscheinungen und sicher machen sie vielen Betroffenen Angst. Haben auch, je nach Verlauf, mögliche weitreichende Folgen in vielen Lebensbereichen.
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Re: Rektovaginalfistel?????

Beitragvon Stine » So 7. Mai 2017, 08:02

Hallo Sissi,

SISSI hat geschrieben:Stine, danke auch für deinen Beitrag.
Wie machst du bei deinem Problem weiter, gehst du zum nächsten Arzt, in der Hoffnung, daß der was findet??
Lg


Bin zur Zeit unter laufender Kontrolle und ansonsten mache ich das, was ich auch Dir empfohlen habe... abwarten und Tee trinken...
Was anderes bleibt einem nicht. Bei einer so kleinen Fistel, die man noch nicht auffindet, würde man eh nicht operieren. Außerdem kommt es tatsächlich auch zu Spontanverschlüssen, wenn man Glück hat. Wenn Deine Beschwerden anhalten oder sogar zunehmen, würde ich wieder vorstellig werden beim Arzt. Der übliche Weg eines Behandlungsversuchs wäre auch erstmal Ciprofloxacin und Metronidazol in Kombination einzunehmen, wie es Neptun schon schrieb.

Alles Gute für Dich!

LG, Stine
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