Was war das für ein Medikament?

Austausch zu medizinischen Aspekten von Morbus Crohn, Colitis ulcerosa und mikroskopischen Kolitiden.
Wieselchen981
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Re: Was war das für ein Medikament?

Beitrag von Wieselchen981 »

Hallo Michael,

leider kann ich dir bei deiner Medikamenten-Suchaktion nicht helfen.

Aber mich macht deine Aussage etwas stutzig, dass Humira Schuld an deiner Depression sei?!?
Das halte ich ehrlich gesagt für unwahrscheinlich.
Ich selbst nehme auch Humira. Auch mein Verlauf war chronisch aktiv und Steroidabhängig...und das über mehrere Jahre. Erst Humira hat mir geholfen.
Ich glaube eher, dass deine Depression vom Cortison-AUSSCHLEICHEN kommt.
Ich habe auch lange schlimme Stimmungschwankungen durchmachen müssen....höre dich mal im Forum um, das Problem haben viele, die längere Zeit Cortison nehmen müssen.

Und Thema OP... naja... das ist ja wirklich der aller letzte Schritt... Vorher gibt es noch viele andere Dinge die man (in Absprache mit dem Arzt) probieren kann: Weihrauch, Lechitin, TCM, Mesalazin, Budesonid, Azathiopirn, MTX.... .... ....
Also bitte als CU / MC Neuling zunächst KEINE Gedanken an eine OP verschwenden.

Dann noch eine Sache: Ein Arzt (so ist zumindest die Erfahrung von vielen MC / CU Patienten, die ich kenne) wird im Frühstadium niemals direkt ein Biological verschreiben.
Ich selbst musste jahrelang verschiedenste Medikamente nehmen, bis ich endlich Humira bekommen durfte (die Kassen wollen natürlich erst einmal die günstigeren Medikamente ausprobieren, wir alle wissen wie teuer Humira ist). Und machen wir uns nicht vor: Humira greift schon stark in den Organismus / Immunsystem ein und kann (nicht muss) schlimme Nebenwirkungen verursachen und Infektionen etc begünstigen.

GUTE BESSERUNG
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Michael W
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Re: Was war das für ein Medikament?

Beitrag von Michael W »

Hallo Wieselchen981,

Cortison ist schon lange ausgeschlichen, das wurde mit einem Mega-Blutbild überprüft (nach der Blutentnahme ist der Kreislauf kollabiert). Die Depressionen werden eindeutig von Humira verursacht. Da ich bestimmte Zeiten im Jahr habe, in dem der Crohn nicht aktiv ist, ziehe ich den Spritztag, mit Absprache des Arztes, einige Wochen raus. Die Depressionen und die Polyneuropathie sind dann so gut wie nicht vorhanden, kaum Spritze ich mich wieder, geht der Juckreitz an den Füssen wieder los und die Depressionen sind auch wieder da. Ich bin damit auch nicht alleine. In einem anderen Forum hatte ich Kontakt mit einer jungen Mutter, die genau das selbe durch machen muss. Google mal nach "Humira Depressionen", da wirst du einigen Threads finden. Der Hersteller will davon natürlich nichts wissen, da es die Verkaufszahlen beeinträchtigen würde. Das Wundermittel Biologika soll schließlich keine Kratzer bekommen. Was nützt einem ein Medikament, wenn das Leben keinen Spaß mehr macht?

Natürlich ist eine OP immer die letzte Therapie, was ich auch geschrieben habe (sollte so zumindest verstanden werden). Doch sollte es zu einem Eingriff kommen, dann nicht den Bauch total zerschneiden lassen, meiner sieht aus, als ob eine Bombe explodiert ist und viele OPs waren wegen Verwachsungen, ohne Crohn Ursache, erforderlich. Falls es also dazu kommen "sollte", dann wäre bei Colitis Ulcerosa die Entfernung des Dickdarms ein akzeptabler Preis. Ein Stoma wäre, wenn überhaupt nur vorübergehend. Der Körper und die Seele müsste sich nicht mit den doch sehr gefährlichen Medikamenten belasten. Alles hinterlässt seine Spuren, je mehr versucht wird und je weiter die Erkrankung und dessen Folgen dauern, desto mehr kratzt das an der Seele. Ich möchte nicht verschweigen, das ich seit der Entfernung meines Dickdarms pychische Probleme habe, vielleicht ist am "Bauchhirn" doch etwas dran. Der Preis ist sehr hoch, doch je mehr versucht wird, desto weniger Substanz ist vorhanden. Es muss soviel Restgesundheit wie möglich erhalten bleiben und bei Colitis Ulcerosa gibt es diesen Ausweg.
Bei Morbus Crohn würde ich nicht zu einer OP raten und alles versuchen um eine OP zu vermeiden, auch wenn das bedeutet, seinen Körper mit den Giften aus der Apotheke dauerhaft zu schädigen.

LG
Michael

Michael W
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Re: Was war das für ein Medikament?

Beitrag von Michael W »

Ich habe mir meine Beiträge noch einmal durch den Kopf gehen lassen und meine Äußerungen waren doch etwas zu radikal, in den 30 Jahren musste ich einige schwere Entscheidungen treffen, was mich in meinen Ansichten zu "hart" gemacht hat. Ich versuche daran zu Arbeiten, leider komme ich immer wieder in diese Ecke. Ich möchte natürlich niemanden mit Colitis Ulcerosa dazu auffordern sich gleich operieren zu lassen, jeder Krankheitsverlauf ist anders und jeder reagiert anders auf die von Wieselchen981 aufgelisteten Medikamente. Ein Versuch sind sie auf jeden Fall wert, wenn der Darm erst raus ist, ist er für immer weg.

Also bitte, nur eine Operation wenn der Arzt keine andere Möglichkeit mehr sieht.

LG
Michael

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TueCron
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Re: Was war das für ein Medikament?

Beitrag von TueCron »

Hallo Michael,
also Deine Vermutung mit THC könnte zutreffen oder zumindest ein Medi aus derselben Gruppe, denn THC löst meist einen Lachkrampf aus, weil alles komisch wird. Da reicht schon ein Fleck auf der Bettdecke.
Die schmerzstillende Wirkung von THC ist auch belegt. Vorallem aber wirkt THC extrem beruhigend, was im Zustand eines Schubes auch letztendlich schmerzstillend sein kann.
Aber was sie Dir da gespritzt haben kann ich dir nicht sagen

LG
Thomas

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