Was war das für ein Medikament?

Austausch zu medizinischen Aspekten von Morbus Crohn, Colitis ulcerosa und mikroskopischen Kolitiden.
Michael W
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Was war das für ein Medikament?

Beitrag von Michael W »

Hallo,

ich habe seit ca. 30 Jahren MC und bei meinen div. Krankenhausaufenthalten mal ein Medikament intravenös bekommen, was bei mir einen Lachzwang (für ca. 5 Minuten) verursacht hat. Zu dem Zeitpunkt war ich ziemlich fertig, aber durch das Medikament konnte ich bereits am folgenden Tag entlassen werden.
Die Krankenschwester wollte mir das Medikament zunächst nicht geben, anscheinend kam es aus dem "Giftschrank", doch die Ärztin hatte das ausdrücklich angeordnet.
Da es mir sehr geholfen hat, würde mich nun interessieren, was ich da bekommen habe. Leider war das vor ca. 15 Jahren, sodass ich nicht mehr nachfragen kann.

Weiß jemand, was das war?

Herzlichen Gruß
Michael

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Thilo
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Re: Was war das für ein Medikament?

Beitrag von Thilo »

Michael W hat geschrieben:.......ich habe seit ca. 30 Jahren MC und bei meinen div. Krankenhausaufenthalten mal ein Medikament intravenös bekommen, was bei mir einen Lachzwang (für ca. 5 Minuten) verursacht hat. Zu dem Zeitpunkt war ich ziemlich fertig, aber durch das Medikament konnte ich bereits am folgenden Tag entlassen werden.
Hallo Michael

beim Lesen deiner Zeilen tritt bei mir automatisch ein Lachzwang auf. Mir fällt da spontan die Infusion "Lach-di-krumm" von "Scherz-Pharma" ein; hergestellt jährlich am 1. April. :lol:

Das vor 15 Jahren eine Infusion gegeben wurde, die nach einem fünfminütigen "Lachzwang" eine derart schlagartige Verbesserung erzielte, dürfte in den Bereich der Wunder, eher aber in den Bereich der Phantasie gehören. :shock: Bei einem solch durchschlagendem Anwendungserfolg in der Behandlung von MC hätte die Infusion reissenden Absatz gefunden. Eine regelrechte "Gelddruckmaschine".

Krankenhäuser bewahren ihre Patientendaten oft 30 Jahre auf. Wo liegt also dein Problem, der Sache noch einmal auf den Grund zu gehen, um dein Interesse an dem erhaltenen "Wundermittel" zu befriedigen? :o Viel Erfolg bei deinen Nachforschungen. :roll:

Gruß

Thilo

Michael W
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Re: Was war das für ein Medikament?

Beitrag von Michael W »

Ist das hier der normale Umgangston?
Ich habe eine für mich normale Frage gestellt und möchte deshalb nicht lächerlich gemacht werden.

Das Medikament wird vermutlich noch eine andere Wirkung gehabt haben, primär ist mir aber nur der Lachzwang aufgefallen. Das es diese Wirkung gehabt hat, zeigt, dass es kein Placebo gewesen sein kann. Ich glaube kaum, das sich das KH die Mühe macht und meine doch ziemlich dicke Akte auf diese Behandlung hin zu durchsuchen, da mir leider auch der genaue Zeitrahmen fehlt. Im Prinzip habe alle meine Akten, doch ist das ein Berg den ich nicht unbedingt besteigen möchte. Sollte also jemand ähnliche Erfahrungen gemacht haben, wäre ich über einen Tipp sehr dankbar.

LG
Michael

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embudu
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Re: Was war das für ein Medikament?

Beitrag von embudu »

Hallo Michael,
wenn Du das Mittel im Zusammenhang mit starken Schmerzen bekommen hast, kann es gut sein dass Du aus dem 'Giftschrank' Morphin gespritzt bekommen hast - was auch die zögerliche Reaktion der Krankenschwester erklären könnte.
Morphin kann für solche Stimmungsaufhellung und Deinem Lachzwang ursächlich sein.

Ich hoffe, das hilft Dir ein Stück weiter...

lg
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Thilo
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Re: Was war das für ein Medikament?

Beitrag von Thilo »

Hallo,

Morphin ist das stärkste bekannte natürliche Analgetikum (Schmerzmittel).

Auch vor 15 Jahren wird kein verantwortungsbewusster Arzt einem Morbus Crohn-Patienten, der "ziemlich fertig" ist und eines Krankenhausaufenthaltes bedarf, Morphin intravenös verabreicht haben, sehr starke Schmerzen damit lediglich "überdecken" und ihn am nächsten Tag aus dem Krankenhaus entlassen. Die Frage ist doch, ob Spekulationen hier weiterhelfen. Nur der Blick in die Patientenakte bringt eindeutige Aufklärung.

Gruß

Thilo

Michael W
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Re: Was war das für ein Medikament?

Beitrag von Michael W »

Hallo zusammen,

vielen Dank für die Antworten!

Morphin glaube ich nicht, da ich ein mehrfacher Ex-Junkie bin, kenne ich die Wirkung.

Ich könnte mir THC vorstellen, da das nach Studien auch eine Wirkung auf MC haben soll, was vielleicht auch die schnelle Besserung erklären könnte. Leider kenne ich die Wirkung von THC/Cannabis nicht, da ich aufgrund meiner Medikamente nicht selbst experimentieren möchte.

Es muss aber etwas außergewönliches gewesen sein, da ich so etwas bislang nie wieder bekommen habe.

Ein Schmerzmittel wird es vermutlich nicht gewesen sein, da mir eigentlich nur Paracetamol, Novalgin, Lyrica und im Extremfall Morphin zur Verfügung stehen (Valoron vertrage ich nicht). Valium war es ebenfalls nicht und Psychopharmaka brauchen Anlaufzeit.

Somit scheint es eine Art von Droge gewesen zu sein. Aber welche?

LG
Michael

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embudu
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Re: Was war das für ein Medikament?

Beitrag von embudu »

Hallo Michael,
Du schreibst wenig zu der Art Deiner Beschwerden bzw der Art Deiner Besserung, aber Morphin intravenös würde die schnelle Wirkung erklären - und die Nebenerscheinungen sind sicherlich dosisabhängig - wirkt aber auf die Stimmung, Schmerzen und auch bei Durchfall...

Opiumtinktur wird beispielsweise bei manchen Betroffenen eingesetzt um den Durchfall einzuschränken.

lg
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Michael W
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Re: Was war das für ein Medikament?

Beitrag von Michael W »

Oh, wie soll ich jetzt meinen Zustand vor 15 Jahren beschreiben? Da war soviel davor und noch mehr danach. Nun, ich wurde zu diesem Zeitpunkt regelmäßig und relativ kurzfirstig statíonär aufgenommen, weil mein MC zu starken Blutungen neigt, was wieder Stenosen verursacht und zur OP führt. Jedenfalls hatte der Blutverlust auch eine crohnische Eisenmangelanämie zur Folge, vieles lässt sich vielleicht auf diesen Mangel zurückführen. Dann noch das ständige MC auf- und ab, Cortison rauf und wieder runter, dann noch ein Multi-Infekt (waren mind. 2 Infekte) durch Imurek, hatte zu einem körperlichen und seelischen Zusammenbruch geführt. Da ich laut meinem damaligen Prof. ein Stehaufmännchen war, hatte es nicht viel gebraucht, um mich wieder fit zu machen, eine Kur o. ä. brauchte ich nie.

Die Art der Besserung? Mmh, weiß nicht, vielleicht war das ganze etwas psychisches, was die Ärztin erkannt hatte. Dieses Gefühl des nicht mehr können war danach nicht mehr so intensiv. Wie nach einem schönen Urlaub. Anders kann ich das in der Rückblende nicht erklären.

Inzwischen ist meine Psyche, insbesondere durch Humira, etwas angeknackst, eine Lösung konnte ich bislang nicht finden. Deshalb habe ich mich an dieses "Wundermittel" erinnert, in der Hoffnung, das es mir den erforderlich Tritt geben kann.

Überrings:
Durchfall hatte ich bei meinem MC noch nie, ehr das Gegenteil. Fisteln (früher), Blutungen und Stenosen sind meine Symptome.

LG
Michael

Brina
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Re: Was war das für ein Medikament?

Beitrag von Brina »

Hallo
Ich bin neu und kenne mich auch noch ner wirklich mit meiner Krankheit aus....
Ich habe colitis ulcerosa....
Ich komme damit einfach nicht klar mein Arzt stellt mich auch net richtig ein,ich habe s hon 3 verschiedene Tapeten genommen aber bekomme immer wieder Durchfall....
Meine frage an euch was nimmt ihr denn für Tabletten und wie kommt ihr mit euerer Krankheit klar????
Freue mich auf antworten



Liebe Grüße Brian :)

Michael W
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Re: Was war das für ein Medikament?

Beitrag von Michael W »

Hallo Brina,

eigentlich sollte das kein Sammel-Thread werden, aber mir das egal, gerne gebe ich dir Auskunft. Allerdings nur unter Vorbehalt, ich gebe nur meine Erfahrungen weiter, die durch meine Erlebnisse geprägt sind. Das kann bei Colitis Ulcerosa ganz anders sein, auch kann ich falsche oder veraltete Ansichten haben. Ich möchte nicht den Eindruck vermitteln, das ich ein Besserwisser bin, betrachte es also nur als Veteranengequatsche.

Was bekommst du denn jetzt?

Also ich bekomme seit ca. 4 Jahren Humira, das ist ein Biologika. Das wirkt bei mir sehr gut, leider sind aber auch unerwünschte Wirkungen dabei. Seit Humira besteht bei mir eine Polyneuropathie, das ist eine Nervenentzündung. Auch mit Depressionen habe seit dem stärker zu tun. Seit ca. 6 Jahren vertrage ich Cortison nicht mehr und hatte dabei auch Psychische Probleme. Doch hatte Cortison den Vorteil, das ich einige Monate im Jahr ohne auskommen konnte und ich so eine Depression Auszeit hatte. Humira wirkt dafür besser, sodass mir inzwischen einige Operationen erspart geblieben sind.

Humira ist eigentlich ein Rheuma Medikament, inzwischen gibt es auch Biologika, die für MC & Co. entwickelt wurden. Eines ist Entyvio, leider stellt mir mein Gastro-Arzt ein Bein, der will unbedingt bei Humira bleiben. Angeblich soll die Kasse die Kosten nicht übernehmen, aber die hat mir schriftlich das Gegenteil mitgeteilt. Mit der Nummer bin ich also noch nicht durch.

Colitis Ulcerosa hat einen Vorteil, wenn der Dickdarm raus ist, ist die Krankheit auch weg. Natürlich würde ich es zunächst mit einem Biologika versuchen und es wird dir mit ziemlicher Sicherheit auch helfen. Doch sobald eine OP notwendig wird, würde ich den radikalen Schritt empfehlen. Eine OP ist eine große Belastung für Körper und Seele, außerdem verursacht jede OP Verwachsungen (Vernarbungen). Wenn also, dann lieber nur einmal, aber richtig.

Gegen Durchfälle helfen die normalen Standardmittel, wie z.B. Lopedium. Auch die Reduzierung der Keimzahl im Darm kann helfen. Dazu nehme ich im Bedarfsfall ein Abführmittel, was normalerweise vor Darmspiegelungn gegeben wird. Das ist ein Pulver, was in Wasser aufgelöst wird und in einigen Litern getrunken wird. Der Darm macht mit dem Durchfall vermutlich nichts anderes. Aber nicht mehr wie 1-2 Liter, sauber darf der Darm nicht werden.

Es gibt die Theorie, dass MC und Colitis Ulcerosa von einer falschen Darmflora verursacht wird, einige Bakterien sind zu viel vorhanden, was eigentlich noch nicht krank macht. Gleichzeitig ist aber ein Teil der Darmwand, die Mukosa zu dünn, wodurch normale Darmbakterien leichter die Barriere überwinden können und eine Immunreaktionen auslösen. Das ist jedenfalls die für mich plausibelsten Erklärung. Mein Immunsystem funktioniert also richtig, es reagiert auf Bakterien, die dort nicht hingehören. Eine richtige Autoimmunkrankheit sieht anders aus.

Schlechte Erfahrungen habe ich mit Imurek (keine Wirkung auf MC, Immunabwehr stark reduziert) und MTX (Leber dauerhaft kaputt) gemacht.

Du hast jedenfalls sehr viel Glück im Unglück, zu meiner Zeit gab es noch kein Biologika.
Ich hoffe, ich konnte dir etwas helfen.
Wünsche dir gute Besserung und viel Erfolg bei den K(r)ampf mit den Ärzten.

LG
Michael

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