Meinungsverschiedenheit mit Ärztin

Austausch zu medizinischen Aspekten von Morbus Crohn, Colitis ulcerosa und mikroskopischen Kolitiden.
Reiswaffel
fühlt sich wohl hier
Beiträge: 60
Registriert: Di 19. Mai 2015, 13:26

Meinungsverschiedenheit mit Ärztin

Beitrag von Reiswaffel »

Hallo!

Vielleicht könnt ihr mir helfen!

Ich habe von meiner Ärztin nach einem Jahr Prednisolon jetzt Salofalk Granu Stix verschrieben bekommen. Da da aber ziemlich viele Hilfsstoffe drin sind (u.a Aspartam, Titandioxid..) auf die ich schon lange reagiere, habe ich die Stix nicht vertragen. Habe Magenschmerzen und Bauchgluckern mit anschließendem Durchfall bekommen... :?
Nachdem ich im Internet mal geschaut habe, bin ich drauf gekommen, daß in den Pentasa Sachets kaum Hilfsstoffe drin sind! :P

Ich habe meine Ärztin dann kontaktiert. Sie meinte, Pentasa wäre ein ganz anderer Wirlstoff :?: :shock:
Aber das ist doch auch Mesalazin, oder steh ich auf dem Schlauch?!
Es würde sogar viel besser passen, da ich meine Crohn im Dünndarm/Ileozökalklappe habe. So habe ich es hier im Forum zumindest rausgelesen...

Jetzt will mir meine Ärztin aber das Pentasa nicht geben! Stattdessen hat sie mir Mesalazin Tabletten aufgeschrieben, in denen auch wieder x Hilfsstoffe drin sind... :(

Kann ich von ihr "verlangen", daß sie mir die (wahrscheinlich) besser verträglichen Sachets verschreibt?
ICH bin ja diejenige, die dann wieder nicht vom Pott kommt.... :?

Vielen Dank und liebe Grüße!
Reiswaffel

Benutzeravatar
neptun
Inventar - wird täglich mit abgestaubt
Beiträge: 4422
Registriert: Do 20. Dez 2012, 19:58

Re: Meinungsverschiedenheit mit Ärztin

Beitrag von neptun »

Hallo Reiswaffel,

sicher kannst Du keinen Arzt zwingen, Dir ein spezielles Medi zu verschreiben.
Ich habe Dir ja ausführlich zu dem Thema Pentasa geantwortet.

Somit wird Dir nichts anderes übrig bleiben, als den Ausschnitt zu kopieren mit den Links und ihr dann vorzulegen. So kann sie die Infos bekommen und die Richtigkeit im Internet auf einer für sie wahrscheinlich viel vertrauenswürdigeren Seite nachlesen. Denn wer schreibt schon im Forum? Da liest sicher kein Arzt und die Wertigkeit, die könnte auch mal die DCCV bei den Gastroärzten erfragen. Wäre wahrscheinlich erschreckend das Ergebnis für uns.

LG Neptun

Benutzeravatar
Uwe7
könnte auch hier einziehen
Beiträge: 579
Registriert: Fr 21. Dez 2012, 20:30
Diagnose: CU seit 11/1981
Wohnort: nördliches Niedersachsen / Nähe Hamburg

Re: Meinungsverschiedenheit mit Ärztin

Beitrag von Uwe7 »

Reiswaffel hat geschrieben:Ich habe meine Ärztin dann kontaktiert. Sie meinte, Pentasa wäre ein ganz anderer Wirlstoff :?: :shock:
Aber das ist doch auch Mesalazin, oder steh ich auf dem Schlauch?!
Nein, nicht Du stehst auf dem Schlauch, sondern Deine Ärztin. In beiden von Dir genannten Medikamenten ist es der gleiche Wirkstoff: Mesalazin. Wenn sie dieses zumindest für CED-Patienten selbstverständliche Basis-Wissen nicht hat, dann muss man sich ernsthaft fragen, welches Aufbau-Wissen ihr denn ggf. auch noch fehlt. Anders gesagt: Ist das die richtige Ärztin?

Verschiedene Meinungen kann man ja haben. Hier aber geht es um Fakten - und darüber kann man nicht streiten: Die kennt man - oder man kennt sie nicht!

LG Uwe
Du kannst dem Leben nicht mehr Tage geben - aber den Tagen mehr Leben

Franz
Dauergast
Beiträge: 116
Registriert: Mo 8. Apr 2013, 07:29

Re: Meinungsverschiedenheit mit Ärztin

Beitrag von Franz »

Hier nochmal die beiden Mesalazin-Granulate nebeneinander:
Bild

Reiswaffel
fühlt sich wohl hier
Beiträge: 60
Registriert: Di 19. Mai 2015, 13:26

Re: Meinungsverschiedenheit mit Ärztin

Beitrag von Reiswaffel »

Vielen Dank für eure Hilfe!

Mir wurde heute von der Arzthelferin ausgerichtet, daß mir Frau Doktor kein Pentasa verschreiben kann. Ich soll jetzt erst mal die Mesalazin Tabletten nehmen (muss das neue Rezept erst holen). Wenn ich die auch nicht vertragen sollte, darf ich mir einen Termin bei ihr ausmachen. :x

Ich bin echt stinksauer! Wenn ich doch WEISS, daß ich auf die Hilfsstoffe reagiere, warum muss ich es nochmal austesten?! :roll: Ich wünsch ihr echt mal diese Krämpfe und den Durchfall!

Leider habe ich erst im August einen Termin bei einem anderen Gastro bekommen... Ich werde auf jeden Fall wechseln!! Aber bis dahin.... Hole ich mir brav das Rezept, mach gleichzeitig einen neuen Termin aus und nehme die Tabletten gar nicht erst. Dann werde ich ihr die Links auf den Tisch knallen...mit dem Bild von Franz!
Ich hoffe nur, daß ich bis dahin nur mit Budesonid auskomme...

Ach ja, gestern hat sie mir gesagt, ich solle Budesonid und Prednisolon gleichzeitig nehmen. Nachdem sie mir vor einiger Zeit sagte, ich kann Predni weglassen und habe stattdessen Budesonid. *ans Hirn klatsch*
Mir geht's momentan eh nicht so gut. Bin gereizt und kann schlecht schlafen, da brauch ich den Stress grad noch...

Viele Grüße,
Reiswaffel

doro
hat sich häuslich eingerichtet
Beiträge: 89
Registriert: Di 15. Jan 2013, 21:42
Diagnose: MC seit 1978, 2 OP's

Re: Meinungsverschiedenheit mit Ärztin

Beitrag von doro »

Hallo Reiswaffel,

deine Ärztin erscheint mir ahnungs- und hilflos, klingt nach wilden Experimenten. Da kann es dir nur schlecht gehen. Ich vertrage auch viele Hilfsstoffe nicht und muss immer darauf hinweisen...

Mit Salofalk geht es mir schlecht, mit Pentasa gut...etliche Diskussionen darüber habe ich selbst in Krankenhäusern erlebt.

Hilft nur ein Arztwechsel...

Liebe Gruesse

doro

samira127
könnte auch hier einziehen
Beiträge: 573
Registriert: Mo 31. Dez 2012, 01:15

Re: Meinungsverschiedenheit mit Ärztin

Beitrag von samira127 »

hallo,

bei dir scheint es ja echt probleme zu geben mit der ärztin. hast du vieleicht einen guten Hausarzt? teilweise verschreiben die auch mesalazin. würde es sonst mal über den weg versuchen und wenn du keine HA hast dann den mal suchen. die haben ja meistens schneller termine frei. und dann mit denen sprechen.
Hoffnung, ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass es gut ist, egal wie es ausgeht.

Vaclav Havel

Reiswaffel
fühlt sich wohl hier
Beiträge: 60
Registriert: Di 19. Mai 2015, 13:26

Re: Meinungsverschiedenheit mit Ärztin

Beitrag von Reiswaffel »

Hallo!

Ich wollte euch von meinem Artzttermin berichten:

Nachdem ich meiner (leider noch) Ärztin gesagt habe, daß ich die Medis, die sie mir verschrieben hat nicht vertrage (wegen der Inhaltsstoffe), meinte sie, daß ich dann außer Budesonid nichts anderes brauche. Ich habe ja bisher auch nur Cortison genommen. :shock:
Pentasa verschreibt sie mir nicht.
Ich soll jetzt mal für ca. 6 Monate Budesonid nehmen und dann muss man weiter schauen.

Mein Calprotectin Wert ist ja mit knapp 500 auch nicht sooo schlecht und außerdem müsse man auch sehen, daß ich so kaum Beschwerden habe. (Klar, ich esse absolute Schonkost! Und bin untergewichtig!) Ich soll mal Karamalz probieren... :x
Und außerdem schau ich so gesund aus! :roll:

Zumindest überweist sie mich jetzt in die Uni-Klinik zur Kapselendoskopie. Sie hat ja auch den Verdacht, daß ich irgendwo im Dünndarm eine Stenose habe. Und die in der Uni werden schon schauen, daß die Kapsel nicht hängen bleibt.

Ich hab sie dann höflich gefragt, ob es sein kann, daß sie mit meinem Krankheitsbild etwas überfordert ist - ich hätte da was Interessantes zum Lesen für sie dabei. Darauf meinte sie nur, ich soll nicht so viel im Internet lesen, SIE sei schließlich studierte Fachärztin...

Liebe Grüße,
Reiswaffel

Spinnwebe
Dauergast
Beiträge: 102
Registriert: So 23. Dez 2012, 09:03

Re: Meinungsverschiedenheit mit Ärztin

Beitrag von Spinnwebe »

Reiswaffel hat geschrieben: Zumindest überweist sie mich jetzt in die Uni-Klinik zur Kapselendoskopie. Sie hat ja auch den Verdacht, daß ich irgendwo im Dünndarm eine Stenose habe. Und die in der Uni werden schon schauen, daß die Kapsel nicht hängen bleibt.
Vorsicht bei Verdacht auf Stenose mit einer Kapselendoskopie! Und Du kannst Dich nicht darauf verlassen, dass die nicht gemacht wird, wenn die Ärzte eine Stenose vermuten. Bei mir wurde bei einer Kolo eine Stenose im term. Ileum festgestellt, durch die man mit dem Kinderendoskop nicht durchkam und trotzdem wurde mir mehrfach zu einer Kapselendoskopie geraten, wurde dann als renitenter, unbelehrbarer Patient entlassen.
Im Nachhinein war ich sehr froh, dass ich standhaft blieb und die Kapsel nicht schluckte, denn bei weiteren Untersuchungen und Behandlungen (in einem anderen KH) stellte sich heraus, dass die Kapsel nicht durch gepasst hätte. Ich wäre also als Notfall auf dem Op-Tisch gelandet!

Klingt zwar für den Patienten erstmal ganz toll, wenig anstrengend und nicht invasiv, aber bei Verdacht auf Stenose: Finger weg von der Kamerakapsel!
Herzlich grüßt
die Spinnwebe


MC Diagnose 2005, beschwerdefrei durch TCM und Ernährungsumstellung seit 2009

samira127
könnte auch hier einziehen
Beiträge: 573
Registriert: Mo 31. Dez 2012, 01:15

Re: Meinungsverschiedenheit mit Ärztin

Beitrag von samira127 »

Hi,

bei verdacht auf ne stenose kann man auch sehr gut mit einem mrt selink einen verdacht ausschließen. und dasohne die gefahr das die kapsel stecken bleibt. ist wohl auch die gängigere methode statt einer kapselendo.
Hoffnung, ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass es gut ist, egal wie es ausgeht.

Vaclav Havel

Antworten