Kann eine CU verschwinden?

Austausch zu medizinischen Aspekten von Morbus Crohn, Colitis ulcerosa und mikroskopischen Kolitiden.
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Kerzenlicht
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Kann eine CU verschwinden?

Beitrag von Kerzenlicht »

Hallo!

Komme gerade von einer Spioegelung wieder. Im Gespräch nach der Spieglund wurde mir gesagt, dass alles, was ich im Krankenhaus (Anfang Dezember) erfahren habe gar nicht stimmt. Da wurde mir gesagt ich hätte "am Ausgang" ca 17cm eine hoch aktive CU und im Bereich des Blinddarms insgesamt 20 cm einen MC, halb imDoickdarm, halb im Dünndarm. Jetzt hieß es, die CU sei weg (wenn sie überhaubt da war) und wahrscheinlich geheilt (War nicht auch eine CU eine chronische Krankheit).

MC sei ja auch gar nicht so schlimm, wie man das in den Medien so liest. Ich kann alles essen (auf Nachfrage: natürlich auch Burger King, Ente mit Rotkohl und Grünkohl mit Kassler und Pinkel) und soll sogar auf nichts verzichten. Wenn mir was nicht bekommt, dannw ar das vor der Diagnose auch schopn so, nur merkt man das durch das Salofalk Granulat (3g Mesalazin) die Unverträglichkeiten etwas besser.

Ich soll mir KEINE Sorgen machen und vielleicht am Wochenende einfach mal irgendwo essen gehen (er emphal mir sogar einen Griechen). Und ein Schmerz-Tagebuch und eine Futter-Tagebuch brauch ich doch nicht, das will doch eh niemand heutzutage mehr sehen. Ich werde es weiter machen, da es mir sehr hilft, ich kann mir schließlich nicht genau merken, wann ich wo auf Klo war und was ich wieviel vorher gegessen habe.

Habe auch seit einer knappen Woche wieder deutlich mehr Beschwerden, seitdem ich vom 40mg auf 35mg Cortison runter bin. Aber da gäbe es keine wirklichen Zusammenhänge, schließlich hat er keine CU gefunden .... ich könnte das CU auch sofort absetzen, das sei total überflüssig. Das will ich aber nicht! Da soll vorher mein Hausarzt auch noch eine Wörtchen mitreden.

Ich versteh die Welt nicht mehr .... habe am Freitag einen Termin mit meinem Hausarzt, da werde ich mit dem nochmal alles bereden.

Was meint Ihr? Gibt es eine spontane Selbstheilung bei CU? Und wenn ich sie nicht habe, warum habe ich immer noch (2x Mal die Woche) recht helles Blut und Schleim im Klo?

Das Positive ist, dass ich jetzt die Bilder auch kriege, die mir im Kranknhaus ja vorenthalten wurden. Wie oft muss man mit CED eine Spiegelung machen? Ich hoffe nicht jeden Monat, oder? Denn das war mir in den letzten 4 Wochen doch "etwas" viel ....

Vielen Dank, dass Ihr EUch durch den langen Text gequält habt!
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mamabär
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Re: Kann eine CU verschwinden?

Beitrag von mamabär »

Hallo Kerzenlicht,

das liest sich alles recht merkwürdig. Eine CU ist genauso wenig heilbar wie ein MC. Auch wenn man bei der totalen Dickdarmentfernung von einer Heilung der CU spricht.
Das lasse ich mal so hingestellt. Evtl. ist es ja möglich das deine CU gleich zu deinem MC gehört hat. Dieser kann ja im gesamten Verdauungstrakt auftreten. Also auch am Ende des Dickdarms. Die Medikation beider Erkrankungen sind ziemlich gleich. Nur bei einer CU sollte man Dauerhaft Mesalazin nehmen.
An deiner Stelle würde ich das auch alles erstmal mit dem Hausarzt besprechen. Absetzen würde ich da erst mal nichts.
Essen kannst du aber wirklich alles `was du verträgst`. Das wirst du dann schon merken.:)
Ein Ernährungs- und Schmerztagebuch kann nichts schaden.

Liebe Grüße.

mamabär

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Kerzenlicht
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Re: Kann eine CU verschwinden?

Beitrag von Kerzenlicht »

Danke für Deine schnelle Antwort!

Ja, es liest sich sehr kunfus, aber genau so ist es bei mir angekommen.

Soweit ich weiß, wurde im Krankenhaus Proben bei der Spiegelung genommen, die eben CU UND MC bestätigten. Ob heute Proben genommen wurden (wahrscheinlich schon), weiß ich nicht. Das werde ich wohl auch erst beim Hausarzt erfahren.

Wie oft ihm Jahr ist eine Spiegelung "normal"?
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Thilo
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Re: Kann eine CU verschwinden?

Beitrag von Thilo »

Kerzenlicht hat geschrieben:Wie oft ihm Jahr ist eine Spiegelung "normal"?
Hallo Kerzenlicht,

"Entspanne dich ........." denkst du an den Text deiner Signatur ??? :lol:

Meist ist eine Spiegelung im Jahr ausreichend. In aller Regel befindet man sich bei Diagnose einer CED kontinuierlich in gastroenterologischer Behandlung, so dass der Arzt rechtzeitig eine Coloskopie veranlasst; wenn er sie dann für notwendig erachtet.

Gruß

Thilo

Konrad
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Re: Kann eine CU verschwinden?

Beitrag von Konrad »

Hi Kerzenlicht,

es ist alles ein wenig diffus, was Du schreibst, da hat mamabär schon recht. Absetzen des Cortisons von jetzt auf gleich ist aber wohl nicht angebracht, da das ja immer ausgeschlichen werden muss.
Nebenbei würd ich Dir statt des HA den Gastro empfehlen, der sich mit einer CED besser auskennt, als ein HA. Dieser hat kaum Patienten mit CED, ist also dementsprechend "ungebildet" (das ist durchaus nicht negativ gemeint). Das Tagebuch ist allerdings zu empfehlen. Mach Dir die Mühe, über Wochen/Monate kann Dir das wirkungsvolle Hinweise geben, was essbar ist und was nicht.

Unklare Diagnosen gibts immer, die CED versteckt sich auch mal gern....

LG Konrad (der auch noch keine Diagnose hat)
Timschal

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Kerzenlicht
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Re: Kann eine CU verschwinden?

Beitrag von Kerzenlicht »

Ich werde mir auf jeden Fall, einen guten Facharzt suchen. Aber solange ist mein Hausarzt erstmal mein Ansprechpartner.

Wenn also jemand hier in der Gegend einen guten Gasto-Doc hat, immer her damit! ;)
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Uwe7
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Re: Kann eine CU verschwinden?

Beitrag von Uwe7 »

Hi,

auf Deine Ursprungsfrage...
Kann eine CU verschwinden?
...ein klares Nein!

Allerdings kommt es in seltenen Fällen mal zu Verwechselungen von MC und Cu; das Thema hatten wir in diesem Thread gerade:

Enddarmentzündung - kein Crohn?

Und wenn es von vornherein keine CU war, sondern ein nicht erkannter Crohn, dann kriegt man mal so diffuse Auskünfte, wie Du offensichtlich. Jedenfalls eins ist klar: Eine CU verschwindet nicht einfach so, sondern nur durch eine Kolektomie.

LG Uwe
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neptun
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Re: Kann eine CU verschwinden?

Beitrag von neptun »

Hallo Kerzenlicht,

auch, wenn es immer mal wieder von Betroffenen geschildert wird, Ärzte ihnen anscheinend so etwas erzählen, man hat nicht mc und cu.
Manchmal wird aufgrund der Lage der Entzündung eine cu diagnostiziert, aber dann später die Diagnose in mc geändert. Ein umgekehrter belegter (nachgewiesener) Fall ist mir aus den letzten 7 Jahren im Forum nicht bekannt.
Und wenn man liest, die Biopsien würden in der Histologie einen klaren Aufschluß bringen, auch daß muß nicht der Fall sein. Die feingeweblichen Veränderungen können in eine Richtung zeigen, aber etliche Veränderungen gibt es bei beiden CED, nur in unterschiedlicher Häufigkeit.
Und dann soll man nicht vergessen, auch der Gastro sieht in der Kolo eventuell genau die wichtigen makroskopischen Veränderungen, die die jeweilige Krankheit aufzeigen. Nur sehen anscheinend nicht alle Ärzte genau hin oder wissen es nicht besser.
Beispiel: Es werden Entzündungsherde im Dickdarm gefunden und eine cu diagnostiziert. Aber eine cu breitet sich kontinuierlich vom Rektum aus. Nur mc hat inselartige Entzündungen. Bei starker Entzündung können die Bereiche aber ineinander verschmolzen sein und so erscheint eine geschlossene Entzündung wie bei cu.

Verwirrung stiftet häufig auch, wenn der Name Colitis fällt. Das bedeutet wörtlich nur, es handelt sich um eine Entzündung (Endung itis) im Dickdarm (Colon). Sagt nichts darüber aus, ob es cu oder mc ist. Nur die Lage der Entzündung wird ausgedrückt.

Ein mc an der Ileozökalklappe, also dem Übergang von Dünn- zu Dickdarm, der ist häufig vergesellschaftet mit einer Entzündung entweder im Analkanal, dem Rektum oder Sigma. Dazu gibt es etliche Beiträge im alten Forum. Ist also ein übliches Erscheinungsbild, was bei der einen Kolo heraus gekommen ist.

Wenn nun die Entzündung im Rektum abklingt, so wird es das Ergebnis der Cortisonbehandlung sein. Zusätzlich kann Salofalk helfen, welches dort wirkt.
Der Wirkstoff Meslazin kann auch bei der Entzündung an der Klappe helfen, aber dann als Präparat Pentasa, weil sich dieses durch die besondere Beschichtung mit Ethylcellulose bereits im Dünndarm auflöst unddeshalb weiter oben im Darm wirken kann.
Bei Entzündung im Dickdarm sollte man auch immer rektal behandeln, wenn die Entzündung so mit Zäpfchen, Schaum oder Klysma erreichbar ist.

Für Koloskopien gibt es bestimmte Indikationen.
Einmal die Erstuntersuchung für die Diagnose.
Ist man medikamentös gut eingestellt, aber es gibt deutliche Verschlechterung, dann kann eine weitere Kolo notwendig werden. Man kann die Entzündung einschätzen und eventuell muß auf ein Immunsuppressivum umgestellt werden.
Wenn alle Entzündungswerte gering sind, aber starke Beschwerden beklagt werden.
Zur Absicherung einer vollständigen Remission, also auch der Heilung der Schleimhaut, wenn man eine langwährende Medikation absetzen möchte. (Dies wird immer wieder ein Diskussionspunkt im Leben werden)
Dann gibt es die Überwachungskolos, die in der Leitlinie zur cu aufgeführt und empfohlen sind. Bei Linksseitencolitis nach 15 Jahren jährliche Kolo, bei Pancolitis nach 8 Jahren jährliche Untersuchung. Bei Proktitis gibt es keine Empfehlung.
Bei mc gibt es keine Empfehlung, Ärzte werden sich aber tunlichst doch an die anderen Empfehlungen anlehnen oder die Betroffenen fordern sie ein.

Dann gibt es die Geschichten, wo gerne ein neuer Arzt auch mal sehen möchte, oder das Krankenhaus, oder der Befund nicht aussagekräftig sein soll, oder sich etwas angeblich verändert haben könnte, und und und. So kommen dann auch mal 3 Kolos im Vierteljahr zusammen oder 4 in einem Jahr. Hatten wir hier alles schon.

Da wird dann Geld mit den Kolos verdient. Dem Betroffenen dient es nicht und er wird keine bessere Hilfe erfahren.

Die kann er nur erwarten bei einem versierten Gastro, der in seinem Beruf eine Aufgabe sieht.

LG Neptun

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