Unsichere Diagnose- vielleicht doch CED?

Austausch zu medizinischen Aspekten von Morbus Crohn, Colitis ulcerosa und mikroskopischen Kolitiden.
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Bahia
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Unsichere Diagnose- vielleicht doch CED?

Beitrag von Bahia »

Hallo ihr Lieben,

Ich hoffe eure Erfahrungswerte können mir weiterhelfen.
Ich bin seit November 2020 in Behandlung wegen Druckbauchschmerzen im unteren Bauchbereich (meistens links) und immer wieder auftretenden Schüben von heftigen Bauchkrämpfen/Durchfall und Übelkeit, welche meistens 1-2 Tage anhalten.

Die Ärzte haben nun die Diagnose Zöliakie gestellt- allerdings passt das alles nicht so ganz zusammen, da die Symptome nicht typisch sind und die Werte, die gemessen wurden, auch nicht aussagekräftig sind. Da ich im November eine leichte Entzündung (minimal) im terminalen ileum hatte (sei jedoch laut histologie nur von einem Infekt gewesen), lässt mich der Gedanke nicht mehr los, dass es doch eine CED sein könnte.

Blutwerte sind absolut normal und bei der Darmspiegelung war auch nichts zu sehen (auch histologisch alles top). Komischer Weise habe ich jedoch öfter mal gelblichen Schleim im Stuhl. Wie kann das sein, wenn keine Entzündung vorliegt? Leider äußern sich die Ärzte dazu nicht.

Hört sich das für euch so an, als könnte es eine CED sein? Schübe, die etwa alle 6 Wochen auftreten, nur“ 1-2 Tage halten, leichter bis mäßiger Druck im Unterbauch und Schleim im Stuhl- dafür jedoch alle Werte normal und auch histologisch nichts zu sehen?


Auf dem Befund steht dass eine mikroskopische Colitis weitgehend ausgeschlossen wäre.. ich bin skeptisch, wieso ist der Zustand dann immer noch unverändert?

Ganz liebe Grüße

Mani1123
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Diagnose: Colitis Ulcerosa

Re: Unsichere Diagnose- vielleicht doch CED?

Beitrag von Mani1123 »

Hallo Bahia,

klingt in der Tat merkwürdig. Bei einer CED hast du eigentlich keine Anfälle von 1 bis 2 Tagen mit anschließenden Pausen und eine mikroskopische Kolitis kann ein fähiger Pathologe heutzutage auch diagnostizieren. Interessanterweise hatte ich so Symptome als Jugendlicher auch, damals hatte ich meiner Meinung nach noch keine Colitis, sondern eher einen stressbedingten Reizdarm während meines ersten Jobs.

Zöliakie wäre eine Idee, lässt sich aber durch Blutwerte in Kombination mit einer Magenspiegelung, bei der aus dem Übergang zum Dünndarm eine Probe entnommen wird, zuverlässig nachweisen. Wenn die Ärzte also die Diagnose Zöliakie gestellt haben, wird da auch was dran sein. Was passiert denn, wenn du mal ein paar Wochen auf Gluten verzichtest? Intoleranzen können diesen Schleim genauso auslösen wie eine CED oder Infektionen. Wenn du regelmäßig Gluten isst, aber die Probleme nur so selten auftreten, klingt das für mich merkwürdig. Irgendwas ist da nicht stimmig. Wenn ich raten müsste, würde ich auf eine Unverträglichkeit oder Allergie tippen, die Suche danach kann extrem anstrengend und zeitaufwendig sein. Gluten Hypersensitivität wäre auch eine Idee. Manche "Experten" meinen, dass wäre eine Lifestyle Erkrankung, aber immer mehr seriöse Wissenschaftler erkennen erste Zusammenhänge mit hochgezüchteten Weizensorten. Falls es dich interessiert, kannst du mal nach Gluten ATI suchen.

Als ersten Schritt würde ich an deiner Stelle bei deinem Arzt nachfragen, wie er auf die Diagnose Zöliakie kommt. Unabhängig davon würde ich mal einige Zeit auf Gluten verzichten.

Beste Grüße

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