Histologischer Befund meines Sohnes

Austausch zu medizinischen Aspekten von Morbus Crohn, Colitis ulcerosa und mikroskopischen Kolitiden.

Histologischer Befund meines Sohnes

Beitragvon Jubi » Mi 11. Sep 2019, 10:29

Hallo zusammen,
Vielleicht mag da mal einer von euch drüber schauen, ich hab ja keine Ahnung von solchen Befunden.

Erste Biopsiereihe (aus erster Gastroskopie)

1.Duodenum (2 Bioptate), 2. Bulbus duodeni (2 Bioptate) : Tumor- und entzündungsfrei mit regelrechten Zottenrelief ohne Anhält für Morbus Whipple oder Sprue. Keine Lambliasis.

3.Antrum (2 Bioptate): Allenfalls minimal chronische, nicht aktive Antrumgastritis, ohne Atrophie, intestinale Metaplasie und ohne H. pylori.

4.Korpus (1 Bioptat): Tumor- und entzündungsfrei, ohne Atrophie, intestinale Metaplasie und ohne H. pylori.

5. Ösophagus distal (2 Bioptate): teils plattenepithelial, teils von zylinderepithelialer Schleimhaut bedeckte Bioptate mit einer allenfalls minimalen, chronischen, nicht aktiven Kardiagastritis ohne Atrophie, intestinale Metaplasie und ohne H. pylori.

6. ÖDG (1 Bioptat): Tumor-und entzundungsfreies, plattenepithelial bedecktes Bioptat ohne Anhält für eine gastroösophageale Refluxkrankheit, eine Soor-Ösophagitis oder eosinophile Ösophagitis.

Zweite Biopsiereihe ( Gastro-und Koloskopie)

1.Duodenum und Bulbus duodeni (3 Bioptate): Tumorfreie Duodenalschleimhaut mit regelrechten Zottenrelief und einer umschriebenen, geringradigen chronisch akut erosiven Duodenitis ohne Atrophie, intestinale Metaplasie und ohne H. pylori. Keine Lambliasis.

2. Terminales Illeum (4 Bioptate): Tumor-und entzundungsfreie Dünndarmschleimhaut mit regelrechten Zottenrelief

3. Kolon, Rektum, re. und li. Flexur (insg. 12 Bioptate):
Tumor- und entzündungsfrei mit regelrechter Kryptenarchitektur und regelrechtem Becherzellbesatz ohne Anhalt für eine floride CED, infektiöse oder mikroskopische Colitis.

Auszug aus Therapie und Verlauf:
"unauffälliger endoskopischer Befund im oberen Gastrointestinaltrakt bei guter Übersicht. In der Koloskopie zeigte sich bei deutlich eingeschränkter Beurteilbarkeit (Verstuhlung) in den einsehbaren Bereichen unauffällige Schleimhaut."

"allenfalls eine minimal chronische nicht aktive Antrum-und Kardiagastritis"

"kein Hinweis auf Colitis oder Ileitis"

Empfehlung:
Erneute Calprotectin Bestimmung und bei erneuter Symptomatik ggf. Dünndarmdiagnostik (MRT Sellink in ITN)


Was sagt ihr dazu?

LG Jubi
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Re: Histologischer Befund meines Sohnes

Beitragvon Vielen Dank für alle Antworten » Mi 11. Sep 2019, 12:09

Hi,

super- optimales Ergebnis oder? Hoffentlich ist die nächste Calpro Messung auch unauffällig, so dass doch ein Infekt der Auslöser der Symptomatiken war.

Ich würde es aber erstmals aber als Grund zur Erleichterung sehen.

Alles Gute!
Vielen Dank für alle Antworten
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Re: Histologischer Befund meines Sohnes

Beitragvon Korona » Fr 13. Sep 2019, 05:21

Hallo Jubi,

zur Unterstützung sage ich auch noch etwas dazu:
Mit bloßem Auge konnte man, weil der Darm nicht sauber war, nicht so viel erkennen, das was man erkennen konnte war unauffällig.
Aber der histologische Befund macht ja Aussagen zu möglichen Schäden der Schleimhaut und der darunter liegenden Gewebeschichten, was durch die Beurteilung sehr vieler einzelner Proben aus sämtlichen Darmabschnitten incl. oberem Verdauungstrakt möglich wurde.
Hier wurden zusätzlich Proben von der Speiseröhre (Ösophagus), vom Magen (Korpus/Antrum) und oberen Dünndarm (Bulbus duodeni//Duodenum) genommen. Damit wurde alle speziellen Organe und deren spezifische Stellen geprüft, die sowohl für Morbus Crohn als auch für Colitis ulcerosa anfällig sind.
Außerdem wurde nach typischen Zeichen in den Proben geguckt, die für weitere Krankheiten, Entzündungen oder sonstige unnatürliche Veränderungen sprechen könnten.
Alles ohne Ergebnis.

Das Einzige was man sehen kann, ist eine eventuell („allenfalls“) sehr leichte, irgendwann mal abgelaufene Entzündung der Magenschleimhaut, die aber nicht mehr aktiv ist. Sie kann durch irgendeinen Infekt oder auch durch Stress ausgelöst worden sein. Gute Ernährung, frische Lebensmittel, Suppen, Hafergrütze, wenig Zucker wenig Konservierungsstoffe sind grundsätzlich eine gute Maßnahme. Sport ist auch extrem wichtig, ebenso wie eine gute und kreative Freizeitgestaltung.

Dein Sohn ist völlig okay, und Du kannst unbesorgt sein, und auch ihm solltest Du die Angst nehmen.
Sollten mal wieder Symptome auftreten, wird empfohlen den Stuhl auf Calprotectin zu untersuchen, damit man eine Entzündung durch wenig belastende Maßnahmen ausschließen kann und nicht gleich wieder eine Spiegelung machen muss. Wenn dann in der Stuhlprobe Zeichen erkennbar sind, kann man eine Magnetschichtaufnahme des Dünndarms machen (kein Röntgen)

Wenn er jetzt noch Beschwerden hat, muss vielleicht geprüft werden, ob ihn emotional etwas belastet, oder er Stress hat.

LG, Korona
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Re: Histologischer Befund meines Sohnes

Beitragvon Jubi » Fr 13. Sep 2019, 10:05

Hallo und erstmal vielen Dank für eure Rückmeldungen :)

Es scheint wirklich gut zu sein und im Moment geht es ihm auch sehr gut, zwar immer mal wieder breiigen Stühle, aber nicht mehr in dem Umfang, wie die letzten Jahre immer mal wieder.

Ich würde gerne nochmal auf etwas eingehen
Gute Ernährung, frische Lebensmittel, Suppen, Hafergrütze, wenig Zucker wenig Konservierungsstoffe sind grundsätzlich eine gute Maßnahme.


Leider ist das bei ihm sehr schwierig. Durch seine angeborene Stoffwechselstörung darf er vieles nicht essen, beim Zucker sind wir gut aufgestellt, denn er darf von all den Zuckerarten lediglich Dextrose und Xylit zu sich nehmen. Das schränkt alles ziemlich ein. Obst darf er nicht essen, keine Nüsse, Gemüse nur bedingt. Kräuter gehen. Wir können nur noch frisch kochen und da gesteht seine Ernährung hauptsächlich aus tierischen Produkten aller Art. Und das ist wirklich ein Akt, ihn da nicht in eine Mangelversorgung rutschen zu lassen. Also ist das Thema Ernährung speziell aber für sein Krankheitsbild ist es die optimale und einzige Lösung.

Sport ist auch extrem wichtig, ebenso wie eine gute und kreative Freizeitgestaltung.

Da sind wir gut aufgestellt, 3x Schulsport, 1x Leichtathletik, 1x bouldern und 1x Pfadfinder pro Woche.

Klar, der Lebensstil ist ein enormer Faktor und vielleicht belastet ihn etwas im Inneren. Seitdem das neue Schuljahr begonnen hat ist er aber auch vom Wesen her ruhiger und fokussierter geworden. Kann's schwer beschreiben, aber im Moment geht es ihm so gut wie schön lange nicht mehr.

LG und danke für eure lieben Worte :)
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