CED und Allergie

Austausch zu medizinischen Aspekten von Morbus Crohn, Colitis ulcerosa und mikroskopischen Kolitiden.

CED und Allergie

Beitragvon Angie75 » Mo 13. Mai 2019, 09:42

Hallo Zusammen,

ich hätte heute einmal ein paar Fragen an die Allergiker unter euch.

Was nehmt ihr in der Heuschnupfenzeit für Medikamente, um die Symptome des Heuschnupfens und/oder Kreuzallergien abzumildern?

Hat sich jemand von euch bereits hyposensiblisieren lassen? Hat es etwas gebracht?

Unsere 13-jährige Tochter leidet seit Beginn der CED auch unter Heuschnupfen. Aber bislang waren die Symptome eher mild, weshalb wir uns jetzt erstmal um die CU bzw. MC (Diagnose ist nicht eindeutig - tendiert aber eher zu MC) gekümmert haben.
Vorigen Monat aber hatte sie ganz fiese Symptome, welche zum ersten Mal auftraten. Es ging zu allererst anscheinend von einem Apfel aus (bedeutet ja eigentlich Kreuzallergie). Erst kratzte es sie im Hals, dann bekam sie im Gesicht, Hals und Dekoltee einen regelrechten Neurodermitis-Schub. Sie erhielt vom unserem Hausarzt Fenistil-Tropfen, welche gegen den Juckreiz und die Schwellungen wirkten. Allerdings, nachdem die Symptome unter Mithilfe einer selbstgemischen Kortisonsalbe des Hautarztes abgeklungen waren, meldete sich volle 5 Tage der Darm mit Durchfall. Laut Aussage unseres Hausarztes sind die Fenistil-Tropfen für den Darm bei CED eigentlich verträglich (naja, ich habe da jetzt so meine Zweifel). Ich muß aber fairerhalber dazusagen, dass sich unser Hausarzt im Rahmen seiner Möglichkeiten sehr bemüht und kümmert.

Nachdem meine Tochter lt. Allergietest (Bluttest vom Oktober 2018) am Schlimmsten auf Knäuelgras reagiert, bin ich nun sehr in Sorge. Die Wiesengräser blühen jetzt dann erst. Nachdem sie nun Anfang April schon so krass reagiert hat habe ich nun richtig Bammel vor den Wiesengräsern.

Vielleicht könnt ihr mir sagen, was ihr so nehmt und ob euch eine Hyposensibilisierung geholfen hat. Im Herbst möchten wir dann gerne mit der Sensibilisierung starten.

Aktuelle Medikation bei unserer Tochter: Salofalk Granu Stix und Puri Nethol.

Vielen Dank schonmal für eure Hilfe.

Ich wünsche allen einen guten Wochenstart.

Angie
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Re: CED und Allergie

Beitragvon Mischkas » Di 14. Mai 2019, 09:01

Hallo Angie

ich bekam im Alter von sechs Jahren Heuschnupfen.Bei mir handelte es sich um eine reine Gräserallergie (Pollen) die auf Augen,Nase und Haut anschlug.
Das Aufhalten im Freien von Mai bis September war sehr problematisch.
Ich hatte das Glück und bin von Kreuzallergien verschont geblieben.

Im Alter von 10 Jahre wurde eine Desensibilisierung durchgeführt.Während vier Winter Spritzen in den Oberarm.
Schon im zweiten Jahr hatte sich eine erhebliche Verbesserung eingestellt.
Nasen und Augentropf konnte ich praktisch ganz auslassen auch der direkte Kontakt mit Pollen auf der Haut löste nur noch selten Quaddeln (Nesselfieber)aus.

Dank der Desensibilisierung konnte ich während der Pollenzeit auch an windigen Tagen wieder normal in die Schule. Aktivitäten die mir früher an gewissen Tagen untersagt waren wie Fussball,Fahrrad,Freibad etc wurden wieder möglich.

Ich kann persönlich nur positives von der Desensibilisierung sagen.

Das Einzige was ich bedauere vor 45 Jahren wurde Heuschnupfen noch als
Psychlogischer-Firlefanz angesehen so gingen wertvolle Jahre verloren bevor ich behandelt wurde was leider Asthma ausgelöst hat.

Ich hatte damals auf Anraten der Kinderärztin auch Relaxsation und Atem-Kurs besucht.
Das hat mir sehr geholfen bei aufkommenden Krisen nicht "auszuflippen" bis die Medikamente Wirkung zeigten (auch bei Quaddeln wenn man sich die Haut runterreissen möchte).

Bis zu meinem 50. Lebensjahr an dem MC/CU ausgebrochen ist konnte ich auf
Heuschnupfen-Medikamente fast verzichten.
Seit ich unter Azathioprin stehe bekam ich zur Sicherheit für die Pollenperiode ein Antihistaminika verschrieben Desloratadine.
Ich habe eine sehr gut Erfahrung mit dem Medikament gemacht ( hielft gegen Atemprobleme, Quaddeln,jucken der Augen etc.).

Desloratadine wurde mir auch für die Nebenwirkungen von Infliximab von der Gastroenterologin verschrieben.
Ich muss nun jedesmal vor und nach der Infusion das Medikament nehmen ist (bei mir) insofern CED verträglich.

Nun gut was das Medikament anbelangt ist es wie immer eine persönliche Erfahrung die nicht auf andere Leute übertragen werden kann ohne Gespräch mit Arzt oder Allergologen.

Auf alle Fälle wünsche ich Deiner Tochter einen möglichst allergiefreien Sommer in dem Sie auch von CED in Ruhe gelassen wird.

LG Mischkas
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Re: CED und Allergie

Beitragvon Angie75 » Mi 15. Mai 2019, 11:57

Liebe Mischkas,

vielen lieben Dank für deine Antwort.

Ich hoffe, dass der Pollenflug der Gräser dieses Jahr nicht zu schlimm wird. Wir werden sehen ....

Auf alle Fälle möchten wir dann im Herbst mit der Sensibilisierung anfangen, damit es nicht noch schlimmer wird. Eigentlich wollten wir letzten Herbst bereits beginnen (deshalb auch der Bluttest). Aber unsere Tochter hat sich dagegen total verwehrt (wegen der Spritzen, auch wenn es ganz kleine, feine Nadeln sind). Sie hat von den Spritzen einfach genug. Nachdem ihre Symptome letzten Sommer recht mild waren, haben wir ihr ihren Willen gelassen und es um ein Jahr verschoben. Hoffentlich holt uns das jetzt nicht ein.

Ich wünsche Dir ebenfalls alles Gute und eine (hoffentlich) beschwerdefreie Zeit.

Liebe Grüße

Angie
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Re: CED und Allergie

Beitragvon Vielen Dank für alle Antworten » Mi 15. Mai 2019, 14:28

Hi,
gegen Gräserpollen sind keine Spritzen mehr notwendig
Sondern es gibt hier gleich wirksame sublinguale Tabletten. Davon nimmt man
Ca 3 Jahre lang täglich Vor dem Frühstück eine und erspart sich
Das Spritzen. Grazax ist der Name des Medikaments...

Alles gute!
Vielen Dank für alle Antworten
ist öfter hier
 
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Re: CED und Allergie

Beitragvon neptun » Do 16. Mai 2019, 11:23

Hallo Angie,

ich habe Heuschnupfen seit 50 Jahren.
Erst gegen Gräserpollen in der Zeit von Mitte Mai bis Mitte Juni.
Es war die Nase betroffen.
Nach Jahren weitete sich die Zeit aus.
Dann waren auch Baumpollen dabei von Hasel, Erle, dann Birke und wohl Linde.
Damit Beginn je nach Witterung bereits ganz früh im Jahr oder erst ab ca. März.
Endet so Anfang Juli.
Es juckt zusätzlich in den Augen und den Eustachischen Röhren.
Dazu bekam ich Kreuzallergien.
Besonders stark bei Haselnuß, aber auch auf diverse Obstsorten und Gemüse. Alles in roher Form.
Ist das Nahrungsmittel erhitzt, geht alles, so auch Nougat.

Antihistaminika waren schon Angang der 70er Jahre verfügbar.
Seitdem wurden mehrere Generationen entwickelt mit weniger Nebenwirkungen.

Ich nehme seit Jahren Cetirizin, was bedingt hilft, je nach Pollendruck.
So bleiben auch Nase und Augen beeinträchtigt und Wurzeln, Sellerie, da hilft einfaches Waschen nach dem Zubereiten nicht, wenn ich dann ans Auge fasse.

Wichtig ist die konsequente Einnahme von Antihistaminika, weil man nicht auf die höhere Stufe des allergischen Asthmas steigen darf. Das wäre fatal.

In 2 Jahren ergab es sich, ich hatte Prednisolon bei einem schweren Schub. Da war ich fast beschwerdefrei ohne Antihistaminikum.
In anderen Jahren tat sich aber auch wieder nichts. Ist eben mysteriös mit Wirkung und Nebenwirkung, wie immer.

Habe auch mal lange täglich die 10 mg genommen, um zu sehen, ob es sich auf meine cu auswirkt. Tat es aber nicht.

LG Neptun
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Re: CED und Allergie

Beitragvon Angie75 » Mi 22. Mai 2019, 16:43

Hallo,

vielen Dank für eure Tips und Hinweise. Anfang Oktober haben wir wieder einen Termin bei unserem Arzt und da werden wir uns mal gründlich beraten lassen. Bis dahin behelfen wir uns mit den Antihistaminika und hoffen auf einen relativ beschwerdefreien Sommer.

Liebe Grüße an alle.

Angie
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