OP wegen Stenose

Austausch zu medizinischen Aspekten von Morbus Crohn, Colitis ulcerosa und mikroskopischen Kolitiden.

OP wegen Stenose

Beitragvon Leinelchi » Mi 16. Mai 2018, 17:55

Hallo,

Anfang Juni werde ich nun wegen einer Stenose Übergang Dünndarm- /Dickdarm operiert und ca. 50 cm Dünndarm entfernt. Medikamente wie Cortison brachten nichts, AZA Bauchspeicheldrüsenentzündung, Entyvio Wirkungslosigkeit zu starke Nebenwirkungen.

Nun meine Frage an Alle die das auch schon hatten. Wie ging es Euch nachher? Wie lange war Ihr krank d.h. nicht in der Arbeit. Kann ich hoffen daß ich nach einiger Zeit wieder viele Speisen essen kann. Derzeit geht bei mir schon sehr viel nicht mehr. Lebe seit 1 Jahr mehr oder weniger mit Schonkost. Eisbecher und noch viele andere Leckereien bringen nur Durchfall.

Könnt mir auch antworten, wenn es Euch nicht so gut ging, will einfach ehrliche Antworten. Mir helfen der Wahrheit ins Gesicht sehen und Erfahrungen Anderer. Habe schon ziemlich bammel vor der OP auch wenn mein Hausarzt, ein mir gut bekannte Arzt, und mein Gastro und der Operateur in meinem Fall zur OP raten.

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Re: OP wegen Stenose

Beitragvon Ebinihd » Do 17. Mai 2018, 13:42

Hallo,

von mir gibt es quasi den Life-Bericht: ich liege derzeit den 6. Tag Post-Op nach der Entfernung von 30 cm Dünndarm und etwas Dickdarm nebst Lymphknoten im Krankenhaus .
Ich musste am 1.5. wegen Darmverschluss ins Krankenhaus. Die Vorgeschichte lass ich mal weg, das führt zu weit und ist auch unwichtig für Dich. Musste lange warten bis zur Operation, wegen einer Blutungsneigung war das etwas komplizierter.
Direkt nach der Operation war ich 3 Tage auf der Intensivstation, viele brauchen nur 1 oder 2 Tage dort, bei mir war der Kreislauf zu schwach. Deswegen sollte ich engmaschiger betreut werden. Davor keine Sorge : das war toll. 3 Patienten pro Schwester. Immer ein Arzt da. Du machst piep und einer kommt gerannt.
Dann zurück auf die Normalstation. Da wird es dann schwieriger. Gut ist, wenn Du Angehörige hast oder Freunde die kommen können. Ich konnte die ersten Tage nicht alleine ins Bad zur Toilette. Doof, wenn Du da 20 min warten musst. Die Schmerzen sind gut auszuhalten. Oft wird eine Schmerzpumpe gelegt, hatte ich nicht, geht trotzdem gut.
Aktuell bin ich beim Kostaufbau: nach 3 Tagen Naturjoghurt gibt es jetzt Kartoffelbrei, Pudding,Haferschleim, Brühe. Klappt gut, ist aber anstrengender als ich dachte. Zum Essen muss ich mich zwingen.
Heute wurde die erste von zwei Drainagen gezogen.
Wenn es weiter gut läuft ist eine Entlassung Mitte/Ende nächster Woche realistisch. Also 10 bis 14 Tage post OP.
Ach ja, bei mir konnte minimalinvasiv operiert werden.
Und noch ganz wichtig: normaler Weise wird natürlich nur Darm entfernt. Bei mir war nur das Gewebe auffällig verändert. Deswegen wurde ausgeweitet.
Wenn etwas unklar ist oder Du Fragen hast, melde Dich gerne.
Liebe Grüße
Ebinihd
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Re: OP wegen Stenose

Beitragvon Molly76 » Do 17. Mai 2018, 14:02

Hallo,

ich war letztes Jahr im KH.
Entfernung des Terminalen Ileum mit Stenose und ein Stück Dickdarm. Wie lange es insgesamt war, weiß ich leider nicht.

Ich bin Montags operiert worden. Minimalinvasiv. Ging zum Glück. Ein kleiner Schnitt unterhalb vom Bauchnabel, ein ca. 8cm langer Schnitt rechte Bauchseite in einer Bauchfalte gelegen (leider auf einer Höhe, bei der die meisten Hosen enden) und die Drainage direkt überm Scharmbein (aua).
Ich war nicht auf Intensiv, sondern bin von der Aufwachstation direkt wieder auf mein Zimmer gekommen.
Dienstags morgens mußte ich raus. Mit Hilfe einer Schwester ins Bad und dort ein bißchen Waschen. Die ersten Tage sollte ich nicht alleine aufstehen. Weder ins Bad noch herum laufen. Eine Pysiodame kam auch direkt schon am ersten Tag nach der OP. Sie kam dann jeden Tage und ist mit mir den Gang entlang gelaufen.
Ich hatte eine Schmerzpumpe (ähnlich wie eine PDA) am Rücken. Der sehr dünne Schlauch war gut verklebt und machte keine Probleme. Ebenso hatte ich einen Zugang direkt unterhalb vom Schlüsselbein für die ganzen Infusionen.
Mittwoches ist die Drainage raus gekommen. Ab da waren die Schmerzen schon deutlich angenehmer. Aber in der darauf folgenden Nacht ging es nicht ganz so gut. Mit war viel übel und es es kam viel oben wieder raus. Ab Donnerstag morgen war der ganzen Spuck vorbei und es ging nur noch aufwärts.
Ich durfte endlich wieder was trinken und ab Freitags Mittags gab es auch das erste Süppchen.
Theoretisch hätte ich eine Woche und ein Tag nach der OP wieder Heim gedurft. Leider ist noch was dazwischen gekommen.

Ich habe die Entscheidung einer OP nicht bereut. Schmerzfrei. Keine Angst mehr vor einem Darmverschluss. Bei mir hatte sich schon der Darm immer wieder aufbebläht bevor alles durch die Stenose gluckerte. Sehr Schmerzhaft.

Viel Erfolg mit Deiner OP. Alles Gute!
Kannst Dich auch gerne via PN melden.

VG
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Re: OP wegen Stenose

Beitragvon Helli » Sa 19. Mai 2018, 12:21

[b ][/b]Hallo, ich kann Dir nur zur OP raten. Ich bin zweimal wegen Morbus Crohn operiert, eimmal 1998 und das 2. mal 2002. Seitdem geht es mir gut.
Keine blutigen Durchfälle, keine Schmerzen. Es ist so befreiend. Ich hatte auch Stenosen und stand kurz vor dem Darmverschluss.
Beim zweiten Mal mußte die lange Narbe wieder geöffnet werden, da war es etwas belastender für den Körper, ich hatte eine lange
Erholungsphase. Aber Schmerzen hatte ich fast keine. Ich bekam nach der 2. OP leider noch eine Lungenentzündung, das war nicht
so prickelnd. Das war aber eine Schwester schuld, die das Fenster weit aufgerissen hat und ich im Zug lag. Also bitte darauf achten,
wenn Du operiert wirst. Ansonsten konnte ich sehr schnell wieder alles essen, bis auf Hülenfrüchte, manche rohen Obstsorten.
Aber das hat man dann sehr schnell raus, was man verträgt.
Ich wünsche Dir alles Gute und viel Kraft, die richtige Entscheidung zu treffen. LG Helli
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Re: OP wegen Stenose

Beitragvon Leinelchi » Sa 19. Mai 2018, 16:00

Hallo,

danke für Eure Antworten. Das hilft mir jetzt enorm weiter beruhigt mich.
Mein mich operierende Arzt (absoluter Spezialist in Uniklinik) will mir erst im Krankenhaus Genaueres sagen, warum auch immer. Bei erstem Gespräch nur kurze Infos, da hatte ich auch noch keine Fragen, war ja noch drei Monate hin bis zur OP. Jedenfall OP laproskopisch und ca. 1 Tag auf Intensiv. 1 Teetag und dann soll Kostaufbau beginnen.
Leider hatte ich am Donnerstag wieder 39,5 Fieber, mit Stirnhöhlen betroffen, Gliederschmerzen und absolut schlapp und schwitzen. Mein Arzt tippte auf grippalen Infekt, ab ins Bett.
Habe ja noch zwei Wochen bis zur OP bis dahin muß ich fit sein. Wenn die verschoben würde, schrecklich. Das Pluppern im Bauch nimmt zu, aber kaum Schmerzen. Derzeit wenig Hunger und Lust zu essen.

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