Starker Gewichtsverlust und blutiger Stuhl (cu)

Austausch zu medizinischen Aspekten von Morbus Crohn, Colitis ulcerosa und mikroskopischen Kolitiden.

Re: Starker Gewichtsverlust und blutiger Stuhl (cu)

Beitragvon neptun » Mo 16. Apr 2018, 13:33

Hallo Pez,

das klingt leider gar nicht gut.
Weil es auch irreversibel ist.

Da wird ein vernarbter Dickdarm beschrieben. Bezeichnet man als ausgebrannt. Daher gibt es dann diesen Verlust der Haustrierung, wo also nicht mehr diese Segel in das Darmlumen reichen. Damit gibt es auch den Verlust des muskulären Walken und Transportieren des Stuhles. Die Darmwand wird starr, zieht sich schlauchförmig zusammen, verkürzt sich dann auch. Durch die Vernarbung gibt es auch keine Aufdehnung.

Im Dünndarm scheint geringe Aufdehnung vorhanden zu sein. Liegt wohl an dem Konglomerattumor. Das ist eine Verbackung von Dünndarmschlingen aufgrund der Entzündung. Daraus kann ein Hindernis resultieren für den Nahrungsbrei, wie bei einer Stenose, weil die Peristaltik nicht mehr gut funktioniert, behindert ist. Folge kann schlimmstenfalls ein Subileus sein. Und wie ich schon schrieb, vor einem Hindernis kann sich der Darm weiten. Was nun anscheinend aber nur gering passiert ist.
Warum kollabiert? Vielleicht ist dort kein Kontrastmittel drin gewesen, denn das Mannitol soll ja auch den Dünndarm auffalten, damit man etwas sieht. Und es dient als Kontrastmittel.
Der Bereich vor dem Konglomerattumor ist anscheinend schlecht dargestellt worden, also fast nichts zu sehen.

Die aufgeführten Wandverdickungen, vielleicht Adenome, die ins Lumen reinragen mit 1,2 und 0,7 cm. Weil sie knotenförmig, also nicht ausgedehnt sind. Das breitbasige Teil, weiß ich nicht.

Warum keine Fistel? Ein Fragezeichen, wenn man bei der Kolo doch etwas sah.

Gleiches gilt für die beiden beschriebenen Stenosen, im Rektum und kurz vor der linken Flexur. Letztere war ja nicht zu passieren. Vielleicht wegen des fehlenden Kontrastmittels nichts zu sehen.

Warum bei der Kolo keine fehlende Haustrierung im Colon descendens aufgeführt wurde, weiß ich auch nicht. Nur das Rektum hat überhaupt keine Haustrierung.

Lymphknoten können bei mc schon mal geschwollen sein. Habe von welchen in der Leiste liegend gelesen.

Ob man eine OP aufschieben kann?
Ich denke, nein.
Auch solch Konglomerattumor bildet sich wohl nicht zurück.

Was besseres kann ich Dir leider nicht schreiben.

LG Neptun
Benutzeravatar
neptun
Inventar - wird monatlich mit abgestaubt
 
Beiträge: 2546
Registriert: Do 20. Dez 2012, 19:58

Re: Starker Gewichtsverlust und blutiger Stuhl (cu)

Beitragvon Pez » Mo 16. Apr 2018, 13:49

neptun hat geschrieben:Das ist eine Verbackung von Dünndarmschlingen aufgrund der Entzündung

Aber im Bericht stand doch, dass keine floride Entzündung zu sehen sei? Wie kann es dann zu der Verbackung gekommen sein?

Die Arzthelferin des Gastros rief eben an. Er sagte überhaupt nichts zum Dünndarm sondern lediglich, dass der ganze Dickdarm betroffen sei und keine Fistelungen zu sehen seien.
Ich denke, wenn es was dringendes/schlimmes wäre, hätte er mir das doch bestimmt mitgeteilt?

lg
Pez
Pez
beginnt sich einzuleben
 
Beiträge: 16
Registriert: Fr 23. Mär 2018, 15:20

Re: Starker Gewichtsverlust und blutiger Stuhl (cu)

Beitragvon neptun » Mo 16. Apr 2018, 15:07

Hallo Pez,

ich weiß ja nicht, wann es zum Konglomerattumor kam. Aber der Grund ist Entzündung.

Mit dem derzeitigen Status lebst Du ja nun schon ein paar Tage. Also ist akut nichts zu erwarten.
Aber der Arzt hat sicher auch nur den Bericht gelesen und hält sich kurz mit der Nachricht. Zeit ist Geld. Sonst hätte er wohl mit Dir selbst gesprochen.
Finde ich nicht sehr aufmerksam und sensibel von ihm.
Und so viel an Information konntest Du dem Bericht sicher selbst entnehmen. Da hätte sich die Praxis nicht melden brauchen.

LG Neptun
Benutzeravatar
neptun
Inventar - wird monatlich mit abgestaubt
 
Beiträge: 2546
Registriert: Do 20. Dez 2012, 19:58

Re: Starker Gewichtsverlust und blutiger Stuhl (cu)

Beitragvon Pez » Mo 16. Apr 2018, 15:20

Hallo neptun,

hatte nochmals in der Praxis angerufen und gesagt, dass mir der Bericht keine Ruhe lässt. Daraufhin wurde ich von der super netten Helferin besänftigt und nur 10 Minuten später rief der Arzt mich persönlich an. Sagte, ich solle mir keine Sorgen machen da im Befund explizit steht es sei kein Ileus, keine Fistelungen etc. zu sehen und der Hauptfokus somit auf dem Dickdarm und dessen Behandlung liegt.
Weiter hieß es, er sehe laut Bericht zZt. keinen Grund zur OP, wobei es da auf die medikamentöse Weiterbehandlung ankäme. Sprich, wenn nichts anschlägt dann eben doch Operation. Vorher warten wir nun noch auf die Remicade-Antikörper und sehen dann weiter.
Konnte auf jeden Fall durch den Arzt etwas beruhigt werden und bin wirklich froh, den Gastrowechsel durchgezogen zu haben.

lg
Pez
Pez
beginnt sich einzuleben
 
Beiträge: 16
Registriert: Fr 23. Mär 2018, 15:20

Vorherige

Zurück zu Chronisch entzündliche Darmerkrankungen (CED)

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 9 Gäste