Klinikerfahrung aus Limburg

Wohin zum Kuren? Wo wird mir geholfen? Was habe ich für Erfahrungen gemacht? Wo gibt es Ärzte, die für mich richtig sind?

Klinikerfahrung aus Limburg

Beitragvon Xrax » Di 12. Sep 2017, 19:22

Hallo zusammen,


nachdem ich wärend der akuten Phase der Erkrankung meiner 15-jährigen Tochter hier viel interessantes lesen könnte möchte ich nun meine Erfahrungen Euch näher bringen.

Bei meiner Tochter wurde mitte Februar Morbus Crohn diagnostiziert als Sie wegen einem Verdacht auf Blinddarmentzündung im Krankenhaus untersucht wurde.
Für mich war das ein Schock. Ihr sagte das nichts und ist für Sie bis heute kein echtes Problem.

Die folgende Gabe von Cortison brachte zwar erst eine Verbesserung, bis Sie sich eines morgens mehrfach übergeben musste. Sie konnte nichts im Magen behalten, hatte Schüttelfrost und Schweißaubrüche.
Ich lies den ärtzlichen Notdienst kommen der ihr ein Medikament für den Magen verschrieb. Damit ging es dann besser und zwei Tage später hatten wir endlich einen Termin bei der Gastroenterologin.
Diese verordnete stärkeres Cortison und eine MRT-Sellink. Nach weiteren vier Wochen hat sich der Zustand meiner Tochter nur etwas gebessert. Aber Sie hatte ein zunehmendes Druckgefühl im Unterbauch.
Ich bin dann mit Ihr ins hiesige Kinderkrankenhaus gegangen.
Hier wurde ein sehr großer Abszess festgestellt. Bei der folgenden Operation wurden weitreichende Entzündungen festgestellt. Diese waren so massiv das sich die Ärzte dazu entschlossen ein Stoma anzulegen und den befallenen Darm still zu legen.
Leider hatte Sie dadurch nur noch 1,2 meter Darm übrig. Da dies Darmstück nicht die notwendigen Stoffe aus der Nahrung aufnehmen konnte wurde Ihr ein Port gelegt über welchen Sie jede zweite Nacht künstlich ernährt wurde.
Solange die Entzündung jedoch vorhanden war bekam Sie Antibiotika. Zum Glück lies diese dann nach. Nach 11 Wochen Krankenhausaufenthalt konnte Sie endlich wieder nach hause.
Allerdings weiterhin mit Port, Stoma, künstlicher Ernährung und Präparate für den Darm und gegen den Morbus Crohn.

Das war auf Dauer kein befridigender Zustand. Der Arzt der Klinik schlug daher das Einholen einer Zweitmeinung vor und vermittelte auch den Kontakt zu Dr.Heuschen in der St.Vincenz-Klinik in Limburg.
Der erste Besuch war eher kurz. Wir kommen nicht aus Limburg und hatten daher eine dreistündige Anreise. Die Untersuchung dauert dann gerade mal 20 minuten und ich war enttäuscht.
Wir machten trotzdem einen weiteren Termin zu näheren Untersuchungen aus. Drei Tage lang dauerte dieser zweite Aufenthallt in der Erwachsenenklinik. Meine Tochter war völlig gefrußtet.
Alles war so anderst als in der inzwischen gewohnten heimischen Kinderklinik. Sie durfte fast nichts essen. Die Pfleger und Mitpatienten gefielen Ihr gar nicht.

Sie war heilfroh als wir nach Hause fahren konnten und wollte auch nicht mehr in diese Klinik. Das frühe Heimfahren beruhte aber nur auf ein Missverständnisses.
Dr.Heuschen hätte gerne noch mit uns gesprochen, aber wir waren wirklich schnell bei der Abreise. Ich dachte die Ärzte bräuchte noch eine Weile die Ergebnisse zu bewerten.
So probierte er mich mehrfach telefonisch zu erreichen. Als wir daheim waren, war sein vierter Versuch erfolgreich.

Die Informationen waren dann sehr erfreulich. Es war nichts mehr entzündet, kein Crohn mehr zu sehen. "Lediglich" die Folgen zeigten sich noch.
Daher schlug Dr.Heuschen uns vor gleich in vier Tagen wieder zu kommen und meine Tochter zu operieren.
Das betroffene Stück Darm entfernen und das Stoma schliessen.

Ich konnte es kaum glauben und fragte in unserer Klinik nach. Der dortige Arzt konnte es auch kaum glauben das es so schnell gehen soll, bestätigte aber nachdrücklich die kompetenz Dr.Heuschens und das ich unbedingt mit meiner Tochter den Eingriff in Limburg machen sollte. Wenn der das sagt wird es schon stimmen.

Also gut, eine Woche später waren wir wieder in Limburg an der Lahn. Wir haben dann erst mal rumgemeckert weil wir uns das letzte mal nicht wohl fühlten. Darauf wurde uns ein Zimmer in der angeschlossenen Kinderklinik angebote.
Leider war dort aber nichts frei. Dann stellte sich heraus das noch ein Privatpatientenzimmer frei war. In dieses 2-Bettzimmer wurden wir dann zusammen einquartiert.

Es war wirklich einwandfrei. Die meisten Pflegekräfte waren prima. Natürlich passten nicht alles zu 100%. Aber das ist ja normal. Essen gut, Zimmer klasse. Tägliche Visite mit Dr.Heuschen. Mir fällt nichts negatives ein.
Aber das Beste war das meine Tochter gleich am nächsten Tag operiert werden konnte. Der Eingriff dauerte annährend sechs Stunden. Ich war natürlich fix und fertig. Dann durfte ich Sie endlich in der Intensivstation besuchen. Sie blieb dort zwei Tage und ich konnte wann immer ich wollte zu Ihr.
Darauf folgte noch eine Woche Genesung in der normalen Abteilung. Schon nach zwei Tagen war Sie wieder ziemlich Fit. Keinerlei Probleme mehr. Nur vergleichsweise gerige Schmezen an den OP-Stellen. Am letzten Tag wurde dann noch der Port entfernt.

Ich bin noch immer von den Socken. Wir ginge davon aus das Sie noch viele monate mit Port und Stoma leben muß. Und binnen einer Woche ist das Geschichte. Keine täglichen Medis, Oralpädon,Opium,künstliche Ernährung,Stomabeutel, Risiken, und,und,und...
Wie wir weiter verfahren weis ich noch nicht genau. Sie wird wohl noch für ein paar Monaten alle sechs Wochen in die Klinik zur Infleximapgabe erscheinen. Aber sonst,- alles gut !

Ich bin sowas von Froh zu Dr.Heuschen gegangen zu sein. Der Mann hat echt geholfen.


Mit einer Freudenträne und breitem Grinsen

Raimund
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Re: Klinikerfahrung aus Limburg

Beitragvon neptun » Mi 13. Sep 2017, 12:54

Hallo Raimund,

das klingt ja sehr gut und ich wünsche weiterhin auch alles Gute für Deine Tochter.

Hatte denn das MRT-Sellink gar keinen Befund ergeben? Da hätte man doch eine oder mehrere Stenosen entdecken müssen, wenn Deine Tochter Schmerzen bis hin zum Erbrechen an Symptomen hatte. Ein Abszess kann sich sicher schnell bilden, aber war davon auch nichts zu entdecken? Und was war der Grund für den Abszess? Hat der Arzt da nicht gesagt, warum sich ein Abszess gebildet hat.

Welcher Teil des Darmes wurde denn nun reseziert? War es ein Teil im Dünndarm oder der Übergang von Dünn-zu Dickdarm oder doch etwas aus dem Dickdarm?
Müßte ja aus dem Krankenhausentlassungsbericht, bzw. dem OP-Bericht hervor gehen. Würde mich interessieren. Wie viele Infusionen hat Deine Tochter bisher bekommen? Die werden normal in den Wochen 0,2,6 und dann alle 8 Wochen gegeben. Bei ihr anscheinend alle 6 Wochen.

LG Neptun
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Re: Klinikerfahrung aus Limburg

Beitragvon Jennyaaa » Di 19. Sep 2017, 20:28

Hallo Raimund,

es freut mich sehr das es Ihrer Tochter wieder besser geht,
nach so einer Horrorzeit.

Auch ich komme von etwas weiter her zu Dr. Heuschen in die Klinik
und ich kann all dem nur zu stimmen!! Es ist so ein toller
Arzt!! Ich würde ihn am liebsten einpacken und mit heim nehmen.
Auch das er selbst die Visiten an seinen Patienten macht ist besonders.
Ich habe ein sehr schwer verlaufenden MC und er war/ist meine letzte
Hoffnung. Alle anderen Ärzte meinten sie können nichts mehr machen.

Ich hoffe bei Euch läuft es weiterhin so gut und ganz liebe Grüße
Jennyaaa
ist öfter hier
 
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