Medikamente für die ReHa

Wohin zum Kuren? Wo wird mir geholfen? Was habe ich für Erfahrungen gemacht? Wo gibt es Ärzte, die für mich richtig sind?

Medikamente für die ReHa

Beitragvon Pluto » Sa 9. Sep 2017, 17:12

Hallo zusammen,

Ich fahre mitte September zur ReHa nach Bad Hersfeld zur Behandlung meines MC.
Zur Zeit neheme ich Humira. Muss ich dieses Medikament mit zur Reha bringen oder ist dies eine Leistung des ReHa-trägers (Deutsche Rentenversicherung).
Mein Arzt besteht jedenfalls darauf das das eine Leistung ist die die ReHa erbringen muss. Er möchte mir weder das Medikament mitgeben noch ein Rezept.
Weiss jemand wie das normalerweise gehandhabt wird?
Wenn ich Humira mitnehmen muss muss ich das ja kühlen. Da ich 6 Stunden mit dem Zug unterwegs bin weiß ich nicht ob ich da die Kühlkette einhalten kann.

Liebe Grüße
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Re: Medikamente für die ReHa

Beitragvon samira127 » Sa 9. Sep 2017, 18:59

ruf doch in der rehaklinik an wo du hinfährst. meistens ist es so das die das vor ort bestellen können. aber wenn du in einer klinik bist die noch nicht so erfahren ist in dem bereich (biologika) könnte es sein das die damit schwierigkeiten bekommen. wenn du gleich in den ersten tagen in der reha spritzen musst würde ich gucken das du was mitbekommen kannst. und sonst halt vorher klären oder vm arzt berichte mitnehmen wo alles passend drinsteht. bei mtx war die rehaeinrichtung bei mir damals ganz froh das ich das selber mitgebracht hatte.
Hoffnung, ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass es gut ist, egal wie es ausgeht.

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Re: Medikamente für die ReHa

Beitragvon Pluto » So 10. Sep 2017, 10:58

Bei der Reha Klinik und bei der Deutschen Rentenversicherung als Träger der Maßnahme habe ich schon angerufen.
Leider waren die Aussagen dort sehr schwammig. Die Raha bevorzugt natürlich das man das Medikament mitbringt.
Andernfalls sollte ich bei der Aufnahme angeben das ich dieses Medikament benötige und das Sie dann mal sehen wie
sie das Medikament bekommen. Letztendlich geht es ja immer um die Kosten.
Auch bei der Deutschen Rentenversicherung für die Reha-beratung war dieses Thema nicht sehr bekannt.
Jedenfalls schien mir die Sachbearbeiterin in dieser Frage sehr unsicher. Nach mehrfacher Rückfrage an ihre Kollegen
gab Sie an das die Kosten für das Medikament übernommen werden.
Ich bin mir aber nicht sicher ob das nicht nur eine Verlegenheitsantwort war.

In der Liste der mitzubringenden Sachen von der Reha steht das man verordnent Medikamente mitbringen soll.
In den allgemeninen Geschäftsverbindungen der Reha steht aber das "die Kosten für Arzeneimittel, die der Patient benötigt, oder die mit
dem Rehabilitationsleiden bzw. der bewilligten Rehabilitationsmaßnahme nicht im Zusammenhang stehen" nicht im Tagespflegesatz enthalten sind.
Im Umkehrschluß heißt das das die Arzeineimittel die im Zusammenhang mit der Rehabilitationsmaßnahme stehen im Tagessatz enthalten sind und somit
nicht zu den Medikamenten gehören die man mitbringen muss.

Aus rechtlichen Gesichtspunkten scheint klar zu sein das der Leistungsträger die Kosten übernimmt und das Medikament von der Reha Klinik besorgt wird.
In der Praxis scheint das aber anders zu laufen.

Leider fühle ich mich echt unsicher wenn ich bei der Reha ohne das Medikament aufschlage.
Mein Arzt will mir kein Medikament mitgeben.
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Re: Medikamente für die ReHa

Beitragvon Pluto » So 12. Nov 2017, 12:57

Nachdem ich jetzt gut erholt aus der Reha zurück bin kann ich ja mal berichten wie es ausgegangen ist.
Letztendlich habe ich mein Medikament (Humira) von der Klinik bekommen. Bei dem Aufnahmegespräch hat die Ärztin zwar kurz gestutzt das ich nichts dabei hatte aber danach war das kein Problem mehr.
Übrigens haben alle meine Mitpatienten die ich dort kennengelernt habe ihre Medidamente mitgebracht.
Also auch Humira.
Die Kliniken scheinen sich sehr gerne um die Kosten der Medikamente zu drücken.
Rein rechtlich sind sie glaube ich verpflichtet die Medikamente zu stellen.
Daher gab es auch keine Diskussion mit der Ärztin als ich sagte das ich Humira nicht dabei hatte.
Trotzdem sollte man aber die Medikamente dabei haben die man Zeitnah zu beginn der Reha braucht (die ersten drei Tage) damit die Klinik auch Zeit hat um die Medikamente besorgen zu können.

MfG
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Re: Medikamente für die ReHa

Beitragvon Kaja » So 12. Nov 2017, 13:48

Hallo Pluto,

danke für Deine Beiträge.

Ich hätte mir im Vorfeld keinen Kopf wegen Humira gemacht und mir entsprechend meine Spritzen eingepackt.

Was mich wundert, warum sich Dein Gastro so verhalten hat. Im Grunde, N3 sind 6 Spritzen, welche Dir doch sicherlich auch verschrieben werden.
Aus dieser Einheit hätte ich mich bedient.

Aber Themenwechsel. Wie hat es Dir in der Reha gefallen? Hat sie Dir was gebracht und was für Anwendungen hattest Du. Magst Du mal berichten?

Viele Grüße

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Re: Medikamente für die ReHa

Beitragvon Pluto » Di 14. Nov 2017, 20:39

Hallo Katja,

gerne berichte ich von der Reha.
Es war meine erste Reha und sie hat mir echt gut getan. Die Klinik liegt ca. 20 Gehminuten vom Zentrum entfernt und ist nahe dem Kurpark. Da im September das Wetter auch noch ganz gut war konnte man auch noch gut Spaziergänge machen oder am Wochenende etwas in der Umgebung unternehmen.
Die Klinik ist am Hang gebaut. Die meisten Zimmer haben einen kleinen Balkon und bieten einen weiten Blick über die Landschaft. Leider sieht und hört man die doch sehr weit entfernte Autobahn mit einem ständigen Grundgeräusch.
WLAN ist kostenlos, allerdings mit begrenztem Datenvolumen das aber gut ausreichend ist wenn man nicht ständig Videostreaming macht. TV ist kostenpflichtig und mit 2 Euro am Tag relativ teuer. Dafür hat man dann aber auch ein paar Sky-Kanäle (naja wer es braucht).

Ich habe so ziemlich alle Therapien gemacht die angeboten wurden. Hervorzuheben ist das sehr nette Physioteam der Klinik. Immer freundlich und bemüht. Nur sollte man pünktlich zu seiner Physiotherapie kommen ansonsten kann es sein das sie ausfällt. Angeboten werden unteranderem Wassergymnastik, Massagen, Elektrotherapie, Wärmeanwendungen, Ölbäder, Schlingentisch, Nordicwalking, Rückengymnastik, Fitnesstraining, Hockergymnastik, Trampolin, Boxen, Ergometer, Kraft-training.
Kraft-training und Ergometer kann man auch nach den Haupttherapiezeiten selbstständig machen. Leider sind nur wenig Geräte vorhanden und man braucht etwas Geduld wenn es voll ist.
Schwimmbad und (kleine) Sauna stehen meist ab 18:30 zur freien Verfügung bereit.

Die psychologische Betreuung fand ich etwas mau. Das lag aber wahrscheinlich daran das der Haupt-pychologe 2 Wochen Urlaub hatte. Angeboten wurden hier Gruppengespräche, Einzelgespräche, progressive Muskelentspannung, Autogenes Training, QI Gong, meditatives Tanzen, Joga-nidra.

Dann gab es auch noch Ergotherapie mit meditativem Malen, Achtsamkeitstraining, nähen, Gestaltung (z.b. Specksteinbearbeitung, Holzarbeiten, basteln, ...)

Im September war das Haus mit seinen 200 Zimmern fast voll belegt und mein Therapieplan nicht immer voll. Im Schnitt hatte ich vier Therapien am Tag mit jeweiliger Dauer von 20 bis 45 Minuten (bei der Ergotherapie manchmal auch etwas länger).
Zudem gab es noch Vorträge über Ernährung (und eine Lehrküche in der man in der Gruppe kochen konnte, leider nur einmal während meines Aufenthaltes über 4 Wochen ;) ), Verdauung, CED, Stress, Bewegung und natürlich die wöchentliche Visite beim Stationsarzt.

Dann gibt es noch einen Kickertisch, Billardtisch und die Sporthalle mit Tischtennisplatten, Badminitonschlägern, Boxsack, ....

Im Großen und Ganzen kann ich eine Reha und die Klinik Bad Hersfeld empfehlen. Man befindet sich wie auf einer Insel und muss sich um nichts kümmern.
Sich einfach mal drauf einlassen, aktiv mitarbeiten und Geduld haben. Es ist zwar nicht immer alles perfekt aber am Ende war ich wieder deutlich fitter und bin entspannt nach Hause gefahren.

Lg
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