Habe Angst vor zeitlicher Trennung

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Nordfriese1985
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Habe Angst vor zeitlicher Trennung

Beitrag von Nordfriese1985 »

Hallo an euch da draußen!

Ich möchte meinem Kummer etwas Raum nehmen, zur Zeit ist das Thema etwas Schwieriger für meiner Partnerin und mich von der Emotionalen Seite her.

Nun zur Erklärung,

Meine Partnerin ist an einer neurologischen Kopfschmerz Erkrankung erkrankt seit mehreren Jahren und hat deshalb Depression aber nicht nur von den Kopfschmerzen her. Die Krankheit hat ihr viel Lebensfreude und Qualität genommen.
Sie war 2018 und 2019 schon auf Reha, leider war die erste Reha kein wirklich Erfolg. Bei der zweiten Reha (schmerzklink) konnte man ihr endlich die Schmerzen zum größtenteils nehmen.
Trotzdem kann sie in ihren jetzigen Beruf nicht mehr arbeiten und ist auch nun fast 1 1/2 Jahre zuhause und bekommt Erwerbsminderungsrente.

Sie wollte nun eine Umschulung anfangen, nur ist die ganze Geschichte etwas schwieriger. Das Arbeitsamt fühlt sich nicht zuständig, darum eine Berufliche Rehabilitation über die DRV.
Die DRV will wohl mit machen aber nur wenn sie für 6 Wochen eine Belastungserprobung macht in einer Rehaklinik.
Wenn die Erprobung positiv ausfällt, könnte sie EVENTUELL eine Umschulung machen!
Aber erst 2021 ab Februar weil dort endet die, Erwerbsminderungsrente vorher würde es laut der DRV nicht gehen... also wäre sie noch länger ohne Beschäftigung, weil das Arbeitsamt sie nicht vermitteln kann.

Nun ja das Hauptproblem ist:
Sie fühlt sich von der DRV etwas bedrängt bzw. nicht ordentlich aufgeklärt. Sie hatte vor kurzem ein Schreiben erhalten, dass die Erprobung in Dresden stattfinden solle als Angebot.(freiwillig)
Es wäre die Belastung für sie und die Wohnorte Nähe berücksichtigt...
Das Problem ist nun sie kann einfach nicht so lange und so weit weg von zuhause sein (Wohnort ist Husum/Nordsee) sie bekommt dadurch Gesundheitliche Probleme. Seelisch bedingt und auch Schmerz Attacken.
Es belastet sie so sehr, das war 2018 auf der Reha und 2019 auch schon so und sie musste deswegen verkürzen.
Nun hat die DRV in Hamburg im BTZ eine alternative für sie gefunden nur halt auch in Vollzeit / Stationär weil es in Schleswig-Holstein keine Einrichtung gibt die für psychosomatisches Belastungen eingerichtet ist.
Das sind auch gute 250 Kilometer vom Wohnort zwar immer noch besser als Dresden aber trotzdem fühlt sie sich dadurch belastet, 6 Wochen von allem getrennt zu sein.

Nun um ehrlich zu sein, ist es für mich auch gerade eine ziemlich Belastung. Erstmal das Gefühl ihr nicht helfen zu können. Wenn sie doch einwilligt weil sie keine andere Möglichkeit hat, da die DRV sonst aussteigt aus dem ganzen Spiel. Und ich weiß das es ihr dann wieder schlecht gehen wird aufgrund von der Belastung und ich ihr nicht wirklich beistehen kann.
Und zumal... ich hab auch Angst vor der
Trennung!

Ja ich weiß, viele würden sagen: sind doch nur 6 Wochen, gehen doch schnell vorbei!
Nun aber mit dem Wissen, 250km von ihr entfernt zu sein, nicht helfen zu können wenn es ihr schlecht geht und sie irgendwie wieder aufzubauen bzw. Sie in den Arm nehmen zu können.... das macht mich sehr traurig! Das ganze bereitet mir zur Zeit Bauchschmerzen und ich weiß auch nicht zurecht damit umzugehen?!
Ich weiß einfach zu sehr wie hart es beim letzten Mal war und wie sehr sie darunter gelitten hat! Und na klar werde ich sie sehr sehr vermissen, es wird für mich auch nicht einfach werden!

Man muss es als Außenstehender nicht unbedingt nachvollziehen können, vllt ist es auch zu schwer vorstellbar für jemandem der so eine Erkrankung nicht hat. Aber vllt weil wir hier irgendwo alle eine Erkrankung haben die uns belastet und vllt auch manchmal die Familie oder den Partner. Vllt können das einige einigermaßen nachvollziehen wie wir beide fühlen?!
Ich weiß das dieser Schritt wichtig für die Zukunft meiner Partnerin ist, ich weiß auch das ich nicht immer für sie da sein kann. Ja und Gott im Himmel..., man soll froh sein so eine solche Chance von der DRV zu bekommen.... aber muss der Mensch dem es betrifft bzw. die Familie nicht auch etwas im Vordergrund stehen dabei? Was bringt es diesem Menschen unnötig noch mehr Stress aufzuerlegen? Denn den Stress hat meine Partnerin schon so durch die Erkrankung, und die Arbeitslosigkeit und die Sorge um ihre Zukunft!

Keine Ahnung wie und was es noch für Möglichkeiten gibt.... ?!

Nur ist es eine blöde Situation für uns beide!

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Mondkalb
Dauergast
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Diagnose: CU

Re: Habe Angst vor zeitlicher Trennung

Beitrag von Mondkalb »

Hallo Nordfriese,

was euch wichtig ist, muss benannt werden, das ist nachvollziehbar. Die DRV hat in Hamburg eine alternative für euch gefunden und somit aufgezeigt das die betroffene Person im Vordergrund steht. Jetzt müsst ihr entscheiden, welche Prioritäten ihr setzt bzw. welche Möglichkeit umsetzbar ist.

250 km sollten einen Besuch zum Wochenende doch ermöglichen, sofern finanziell umsetzbar. Das lindert vielleicht die getrennte Zeit in den 6 Wochen auf ein erträgliches Maß für euch beide.

Wie groß die seelischen Auswirkungen bei deiner Partnerin sind weiß ich natürlich nicht zu beurteilen und daher fällt mein Rat auch nur eher bescheiden aus mit den Wochenendbesuchen.

LG
Mondkalb

PS: Wegen Kopfschmerzen besucht ein Kollege, jeden Monat einen Osteopathen auf, was ihm auch sehr hilft, ist der Verzicht auf Zucker. Seine Kopfschmerzen sind über die Jahre dadurch sehr erträglich geworden.
“Wenn man nicht weiß, wo man hin will, kommt man meistens woanders raus!”

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neptun
Inventar - wird wöchentlich mit abgestaubt
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Re: Habe Angst vor zeitlicher Trennung

Beitrag von neptun »

Husum-Hamburg. Mit dem Auto 143 km.
Mit der DB Direktverbindungen. 120 km, 2h Fahrzeit.

So, wie Du die Situation darstellst, wie sie von Deiner Freundin empfunden wird und letztlich auch Deine Angst,
was siehst Du denn überhaupt für einen Weg in die Zukunft, für Euch Beide, für das Leben und die Berufstätigkeit Deiner Freundin?
Der vorgeschlagene Weg der Erprobung scheint Euch nicht gangbar.
Da bleibt dann doch nur die Verlängerung der EM-Rente, wenn die DRV da mitmacht, oder Deine Freundin fällt in Hartz IV, bzw. Sozialhilfe, weil sie ja eigentlich nicht arbeitsfähig ist.

LG Neptun

Nordfriese1985
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Beiträge: 8
Registriert: Sa 5. Aug 2017, 23:47

Re: Habe Angst vor zeitlicher Trennung

Beitrag von Nordfriese1985 »

Hallo Neptun,

Erstmal es geht hier nicht um 143 km oder 250 km oder um 2 std Zug Fahrt!
Sondern es geht hier um meine Partnerin als Mensch mit Erkrankungen. Sie hat nun mal Probleme damit, so lange von Zuhause weg sein zu müssen, dafür kann sie ja nix und es ist ein Teil der Depression!

Ich habe Menschen kennengelernt die aufgrund von MC u. Cu nur noch zuhause geblieben sind aus Angst davor nicht rechtzeitig auf Klo gehen zu können... und haben dadurch eine Angststörung Entwickelt und konnten deshalb auch ihren Beruf nicht mehr ausüben. Die Gründe warum manche Menschen so sind wie sie sind und vllt mögliche Angebote anlehnen sind manchmal eben nicht für jeden nachvollziehbar.
Zum Glück sind wir nicht alle gleich!!!

Das Problem ist das sie eigentlich arbeitsfähig ist, nur halt mehr nicht in ihrem Beruf... Sie will ja auch was verändern und möchte sich umorientieren, nur hat sie es sich anders vorgestellt weil es nun alles anders gekommen ist als geplant, auch die DRV hat zum Anfang einige Fehler gemacht in ihren Fall, und die Sachlage nicht ordentlich erklärt ob mit der Rente oder der Umschulung!

Ihre Zukunft liegt mir sehr am Herzen soweit dazu! Ich wünsche mir für ihr das es wieder vorangeht, sie endlich wieder heraus kommt und einen Beruf hat!
Nur mache ich mir auch sorgen und die sind berechtigt, weil es in der Vergangenheit nun mal bei ihr Belastungen gegeben hat die für sie schwer waren! Insbesondere auch mit der Vergangene Reha! Wenn sie die Erprobung nicht schafft dann ist es eh vorbei mit der Umschulung. Meine Ängste haben ihren Grund denn selbst wenn sie das macht und es bis zum Ende durchzieht, die eventuellen Ereignisse dort die sie belasten, können zur einer Verschlimmerung ihrer Gesundheit führen!
Und davon bin ich als Angehöriger/Partner auch von betroffen!
Es ist eben alles sehr kompliziert und es wäre schön gewesen wenn es auch andere Alternativen gäbe. Aber nur weil es in SH keine Klinken gibt die sowas auch ambulant machen können, kommt eine weitere Belastung dazu für sie!

Wie gesagt, für den einen ist es kein Problem und für einige Menschen schon, wir sind eben alle verschieden!

Kaja
könnte auch hier einziehen
Beiträge: 749
Registriert: Mo 5. Okt 2015, 13:39
Diagnose: MC

Re: Habe Angst vor zeitlicher Trennung

Beitrag von Kaja »

Hallo Nordfriese,

es gibt doch bei Euch "im Ort" eine entsprechende Einrichtung:

https://www.rehadat-bildung.de/de/angeb ... serprobung

"Die Einrichtung bietet eine Internats- oder Wohnungsunterbringung. Möglich sind die Wohnformen Einzelzimmer, Mehrbettzimmer, Wohngruppen, so wie Unterbringung in frei angemieteten Wohnungen.
Eine Betreuung durch qualifiziertes Personal ist gewährleistet."

Kostenträger: Agentur für Arbeit, Deutsche Rentenversicherung (Bund, Nord, Rheinland, Brandenburg, Knappschaft Bahn-See), ArGen und optierende Kommune Kreis Nordfriesland, Berufsgenossenschaften (Holz, Metall, Verwaltung) / Unfallkassen

Nun der Plan:
1. Ihr könnt Euch nach Feierabend treffen....

2. Ggf. nimmt die DRV auch Abstand von Zimmerkosten und Deine Frau / Freundin kann zuhause bleiben und erscheint täglich dort.

Viele Grüße

Kaja

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