Antrag auf Behinderung mit CU

Schwerbehinderung, Rente, Kur etc. Austausch unter Betroffenen. Hier erfolgt keine Beratung durch den AK Sozialrecht!

Antrag auf Behinderung mit CU

Beitragvon geierwally » Do 26. Sep 2019, 08:37

Hallo,

ich hätte bitte die Frage, wie ich verfahren soll, wenn ich einen Grad der Behinderung erlangen möchte.

Zu der CU die derzeit mit Humira behandelt wird, habe ich noch diverse Begleiterkrankungen, z.B. Diabetes Typ 2, Lipödem, vermutlich Arthrose,...

Ist die Gastro die richtige Adresse? Bekomme ich von dort ein Attest oder sowas, mit dem ich wo und wie einen Antrag ausfüllen kann?

Sind die Erforderungen mit der Humirabehandlung überhaupt gegeben? Scheinbar wirkt es ja endlich, ich fühle mich ja besser als in dem 2-jährigen Schub vorher.

Es wäre sehr nett, wenn mir hier jemand etwas dazu sagen kann. Wie und was ich wo machen muss – oder ob es sowieso sinnlos ist?

LG, geierwally
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Re: Antrag auf Behinderung mit CU

Beitragvon glöckchen09 » Do 26. Sep 2019, 12:15

hallo geierwally,

der ansprechpartner für einen Antrag auf schwerbehinderung ist das Versorgungsamt in deiner Stadt/Gemeinde.

Von denen bekommst du den notwendigen antrag.
Mitschicken solltest du Befunde von deinen behandelnden Ärzten und ggf Atteste über die Einschränkungen im Alltag.

Ruf doch dort mal an, die können dir das alles nochmal in Ruhe erklären. Den Antrag auszufüllen ist nicht soo scvhwer, dabei kann dir eventuell dein Hausarzt helfen, wenn etwas unklar ist.

Grüße, glöckchen09
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Re: Antrag auf Behinderung mit CU

Beitragvon Ariana » Do 26. Sep 2019, 17:44

Hallo,
ich hab aufgrund einer Körperbehinderung schon einen GdB von 60 und im Mai einen Antrag auf Neufestsetzung aufgrund der CU gestellt. Mein behandelnder Arzt meinte, da ich im Jahr bisher ein bis zwei sehr heftige Schübe hatte, wird es wenig Aussicht auf Erfolg haben. Mein Antrag wurde dann im September abgelehnt. Aber versuchen kann man es auf jeden Fall. Behandelnden Arzt angeben und gegebenenfalls Befunde mitschicken.
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Re: Antrag auf Behinderung mit CU

Beitragvon geierwally » Fr 27. Sep 2019, 07:49

Danke für eure Infos.

Leider ist beim Hausarzt eher nicht viel zu erwarten, dort bekomme ich wenig Infos, Absprachen werden nicht eingehalten, ständig Igel-Leistungen verordnet,... Das ist noch momentan noch eine Baustelle für sich und leider kein Witz.

Mitte Oktober habe ich einen Termin bei meiner Gastro, ich werde es dort mal ansprechen und ggf auf diesem Weg dann beim Landratsamt vorbeigehen, mir so einen Antrag zu besorgen.

LG, geierwally
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Re: Antrag auf Behinderung mit CU

Beitragvon Kaja » Fr 27. Sep 2019, 19:16

Hallo Geierwally,

die Antragsformular für den GdB findet Du im Internet. Kannst Du runter laden und dann ausfüllen und Deinen Antrag stellen. Musst nicht persönlich auf das Amt gehen und Dir das Formular holen.

Gib einfach bei Google ein: "GdB Antrag + Dein Bundesland"

Du hast ja auch mehrere Baustellen:

1. CU -> hier gibst Du Deine Gastro an
2. Diabetes -> hier gibst Du den behandelnden FA an
3. Lipödem -> hier gibst Du Deinen Phlebologen an (FA für Gefäßchirurgie)
4. vermutlich Arthrose -> FA f. Orthopädie wenn die Arthrose z. B. in Knie / Hüfte etc. nachgewiesen ist.

Der GdB bezieht sich nicht auf die "Leiden" welche man hat, sondern bewertet die Einschränkungen der Leiden 7/24.
Früher bekam man z. B. auf Diabetes noch einen GdB von 50. Heute wesentlich herab reduziert, da gesagt wird, regelmäßige Messungen und gut eingestellt -> somit keine wesentliche Einschränkung mehr. Da liegt man dann bei einem Einzel-GdB von 20 - 30.

Lipödem: In Stadium 3 wird wie beim Lymphödem die Komplexe Physikalische Entstauungstherapie (KPE) angewandt. Sie startet in Phase 1 mit manueller Lymphdrainage und anschließendem Kompressionsverband. Trägst Du Kompressionsstrümpfe / Hose? Welches Stadium hast Du und wie behindert Dich die Erkrankung im Alltag? Wie häufig musst Du zur Lymphdrainage? Wie machst Du dann "gewickelt" Haus und Garten? Im Grunde geht es nicht, man muss liegen und die Wickel rutschen ja die Beine runter.

Arthrose: nehmen wir als Beispiel Knie/ Hüfte: wie groß sind Deine Bewegungseinschränkungen beim Beugen, Strecken oder in der Hüfte auch Abwinkeln. Unoperiert bekommt man einen höheren GdB mit den gemessenen Einschränkungen. Bekommst Du eine Knie- oder Hüft-TEP, dann sagt das VA: hey alles super, Problem gelöst: GdB wird reduziert.

CU: Hier ist nicht ausschlaggebend Humira. Sondern der ganze Therapieverlauf. Häufigkeit an Schüben, AU wegen Infektionen, Stenosen, usw....

Du solltest im Vorfeld alle Ärzte über Deinen Antrag informieren, damit sie wissen, dass Sie Post vom VA erhalten.

Du musst unbedingt ein Beischreiben zum Antrag hinzufügen wo Du für alle Deine Erkrankungen Deine Einschränkungen mitteilst.

AU-Zeiten von den letzten 2 Jahren
Häufigkeiten von Therapien (z. B. Lymphdrainage)
CED: Stuhlgänge pro Tag / CED-Rheuma welche Auswirkungen... welche Gelenke betroffen.


- Deine Anzahl pro Laufstrecke
- Wo Du Hilfe benötigst
- was Du nicht mehr machen kannst
…..

Du kannst ja auch mal nachlesen, und prüfen wo Du Dich mit Deinen Erkrankungen pro GdB siehst.

Aber bedenke, es wird nicht addiert!!!!!!!!!!!!!

Deinen HA würde ich außen vor lassen, weil er Dich hausärztlich und nicht fachärztlich bei Deinen Erkrankungen betreut (dies liegt auch daran, dass er Dir alles alles als IGEL anbietet - er hat das Budget nicht - weil die Behandlung durch seine Kollegen, die FA´s (Fachärzte) erfolgen müssen.

Viele Grüße

Kaja
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Re: Antrag auf Behinderung mit CU

Beitragvon geierwally » Sa 28. Sep 2019, 12:31

Auch dir danke, Kaja, für die Infos.

Ich sehe schon, das wird ein Akt werden, hier alles zusammen zu tragen. Da es mir ja momentan glücklicherweise gut geht, kann ich betreffend der CU ohne viele Einschränkungen durch den Tag kommen. Die Zeit mit 15x durchschnittlich Toilette, Durchfall, Schmerzen, etc. ist ja akut nicht. Damals ging es mir viel zu schlecht, war unter Cortison auch zunehmend depressiv und konnte den Alltag nicht leisten.

Leider habe ich kaum Nachweise, keine weiter behandelnden Fachärzte, das wird also schwierig.

Lipödem ist am Anfang, hat nur der Arzt mal auf eine Bescheinigung geschrieben, war für mich auch interessant, gesagt hat er nichts. Aber ich denke, wenn die es in den Akten haben, dann hab ich das wohl. Aber unbehandelt, also auch keine Behandlungen, ich komme noch klar ohne schlimme Einschränkungen.

Arthrose, ja auch so eine Sache, der HA hört sich an, was wo wehtut, sitzt mit gegenüber, untersucht wird nichts. Blick auf die Blutwerte, Gicht sei es nicht. Blick auf die Finger, seien dick. Soll durch Humira besser werden. Wenn in 3 Monaten noch was weh tut, dann soll ein MRT erfolgen, wenn ich das richtig verstanden habe. Also auch nichts belegbares im Moment.

Diabetes wird nur vom HA behandelt, in Form von Metformin, kein weiterer Facharzt, obwohl sowas schon mal angedeutet wurde.

Und jetzt noch ganz dumm für mich, ich habe keine AU-Zeiten, da ich meinen Job vor x Jahren aufgab, weil ich meinen Vater auf seinem letzten Weg begleitet habe und zudem durch eine Schulter-OP lange Zeit ausgefallen war, dann war ich Hausfrau. Dumm gelaufen, man wollte mich krankscheiben, aber wozu, ich bekomme nichts. Dann war die CU immer irgendwie aktiv, die letzten 2 Jahre davon waren die Hölle.

Habe wohl schlechte Karten, aber gerade deswegen ist das für mich wichtig. Die CU sieht man einem nicht an und das ist ungünstig.
Nun werde ich wohl die ganzen Fachärzte aufsuchen müssen um in erster Linie meine Beschwerden erkannt und gelindert zu bekommen. Und dann fachlich meinen Gesundheitszustand neu bewerten lassen für diesen Antrag.

LG, geierwally
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Re: Antrag auf Behinderung mit CU

Beitragvon Thilo » Sa 28. Sep 2019, 13:45

Hallo geierwally,

du schreibst, dass es dir momentan gut geht, bist nicht in fachärztlicher Behandlung, hast keine Nachweise, keine AU-Zeiten.
An deiner Stelle würde ich zur Zeit keinen Antrag stellen. Womit willst du argumentieren?

Eine grundlegende Frage: Was erwartest Du dir von einer Anerkennung als schwerbehinderter Mensch?

Gruß

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Re: Antrag auf Behinderung mit CU

Beitragvon geierwally » So 29. Sep 2019, 08:46

Hallo Thilo,

mir geht es momentan gut, heute. Da bei mir ja noch viel ungeklärt ist, und sich jederzeit wieder die CED melden kann, möchte ich einfach vorbeugen. Denn ich fand die Zeit der Lähmung und Hilflosigkeit im Schub mit allem so schlimm, da konnte ich gar nicht denken und in diesem Zustand könnte ich sowas gar nicht machen.
Warum? Ich bin krank, warum sollte ich das nicht machen? Es ist ja auch behindernd im Schub - oder auch jetzt unter "Betäubung", diese Medikamente sind ja auch nicht ohne. Wer weiß, was noch kommt, da ist es vielleicht nützlich, ich habe nichts zu verlieren.

LG, geierwally
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Re: Antrag auf Behinderung mit CU

Beitragvon Kaja » So 29. Sep 2019, 19:36

Hallo Geierwally,

kannst Du bitte mal Deine Einschränkungen 7/24 beschreiben?

Viele Grüße

Kaja
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Re: Antrag auf Behinderung mit CU

Beitragvon Thilo » Mo 30. Sep 2019, 13:38

geierwally hat geschrieben:.....mir geht es momentan gut, heute. Da bei mir ja noch viel ungeklärt ist, und sich jederzeit wieder die CED melden kann, möchte ich einfach vorbeugen. .............


Hallo geierwally,

dir wird kein Grad der Behinderung (GdB) für gesundheitliche Beeinträchtigungen zuerkannt die in der Zukunft liegen. Es zählen die gesundheitlichen Beeinträchtigungen im Vergleich mit einem gesunden Menschen zum Zeitpunkt des Antrages. Alleine eine Diagnose bedingt noch keinen GdB. "Vorbeugend" einen Antrag stellen funktioniert nicht.

Deshalb schrieb ich dir, dass ich an deiner Stelle zum jetzigen Zeitpunkt, wo es dir gut geht, keinen Antrag stellen würde.

Du solltest dich noch einmal umfassend mit dem Thema beschäftigen, damit du zumindest über Grundzüge des Schwerbehindertenrechts informiert bist.

Gruß

Thilo
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