Frage zur Verschlimmerungsantrag Gdb

Schwerbehinderung, Rente, Kur etc. Austausch unter Betroffenen. Hier erfolgt keine Beratung durch den AK Sozialrecht!

Frage zur Verschlimmerungsantrag Gdb

Beitragvon Borussia_09 » Sa 20. Apr 2019, 17:54

Hallo zusammen, ich hätte eine Frage villeicht kann jemand mir weiterhelfen. Seit 2013 wurde bei mir erstmals eine Gdb von 30 anerkannt worden, unbefristet wegen einer Wirbelsäulenerkrankung (Wirbelsäulenverkrümmung). Im März 2018 habe ich einen Verschlimmerungsantrag gestellt wegen meiner Nierenerkrankung (Nierenteilentfernung bei Nierenkrebs). Im Juni 2018 kam der neue Bescheid und zwar eine Gdb von insgesamt 70. Da wurden die Wirbelsäulenerkrankung mit Gdb 30 mitberücksichtigt und die Nierenerkrankung mit einer Gdb von 60 angesetzt. Die Nierenerkrankung allerdings in Heilungsbewärung. Am 12.11.2018 habe ich erneut eine Verschlimmerungsantrag gestellt, nachdem bei mir noch das Morbus Crohn diagnostiziert wurde mit einer Sigma-Stenose. Im Februar 2019 kam erfreulicherweise der neue Bescheid, da habe ich wegen dem Morbus Crohn und der Stenose eine Gdb von 50 dazubekommen und habe insgesamt 90 mit Merkzeichen G. Das hat aber einen hacken, und zwar die Darmerkrankungen mit dem Gdb 50 ist befristet bis März 2021, weil das Ärztliches Dienst eine verbesserungspotenzial hinsichtlich des Morbus Crohn sieht. Nun meine eigentliche Frage, ich will erneut eine Verschlimmerungsantrag stellen, weil mir seit einem Monat nicht gut geht. Stichwort: Morbus Crohn. Ich habe ständig Schmerzen, erhöhte Temperaturen, Durchfälle usw. Lohnt sich zum jetzigen Zeitpunkt oder in den kommenden Wochen/Monaten eine Verschlimmerungsantrag zu stellen mit der Hoffnung, dass die mir die Gdb von 50 erhöhen und mit der Hoffnung, dass die mir einen unbefristen Gdb geben?

Vom 20.März bis 16.März wurde zudem 3 mal Blut kontrolliert und da ist das herausgekommen, was ich schon erahnt habe. Mein Entzündungswert (CRP) war bei alle 3 Blutentnahmen deutlich zu hoch. Zwischen dem 1 und 2 Blutentnahme war der Wert zwar gesunken, ich dennoch deutlich zu hoch. Und zwischen dem 2 und 3 Blutentnahme war der Wert wieder deutlich höher geworden. Der CRP-Wert also Entzündungswert lag bei 58, 27 und 57, normal wäre weniger als 5. Kürzlich habe ich sogar eine Stuhlprobe abgegeben und selbst da ist eine deutlich erhöhte Entzündungswert festgestellt worden. Über 800, normal wäre weniger als 50. Eine CT wurde auch durchgeführt und man konnte eine deutliche Wandverdickung im Dickdarm sehen. Es wurde auch der Verdacht geäußert auf einen akuten Schub. Den habe ich tatsächlich auch. Ich habe bisschen bedenken, dass es jetzt eventuell zu früh ist für ein Verschlimmerungsantrag zu stellen.
Ich habe sogar die Mühe gemacht, paar Tage zu notieren wie es mir geht und folgendes ist rausgekommen:

Freitag, 05.04.2019
- Durchfälle: 3x flüßig
- Schmerzen: unerträglich
- Wohlbefinden: unerträglich
- Temperatur: ca. 38 Grad

Freitag, 12.04.2019
- Durchfälle: 3x flüßig
- Schmerzen: unerträglich
- Wohlbefinden: unerträglich
- Temperatur: ca. 38 Grad

Freitag, 19.04.2019
- Durchfälle: 3x flüßig
- Schmerzen: unerträglich
- Wohlbefinden: unerträglich
- Temperatur: ca. 38 Grad

Samstag, 20.04.2019
- Durchfälle: 3x flüßig
- Schmerzen: hoch
- Wohlbefinden: mäßig
- Temperatur: ca. 37,5 bis 38 Grad

Appetit war konstant schlecht seit Februar.

Was meint ihr? Soll ich jetzt den Antrag stellen oder soll ich paar Monate warten bis Ende des Jahres oder was würdet ihr empfehlen?

Würde über jede offene Meinung freuen.
Borussia_09
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Re: Frage zur Verschlimmerungsantrag Gdb

Beitragvon Kaja » Sa 20. Apr 2019, 19:10

Hallo Borussia_09,

aus meiner Sicht würde ich Dir den Tipp geben, aktuell die Füße still zu halten.

Das VA kommt mindestens 3 Monate vorm Auslaufen deines Schwerbehindertenausweises mit einer Überprüfung auf Dich zu.

Die Stuhlgänge mit ca. 3 x tägl. flüssig werden so gut wie nicht bewertet. Dies muss dann schon ein imperativer Stuhlgang größer 10x tägl. sein.

Und ja, Dein CRP-Wert ist auch sehr hoch. Aber dies juckt dem Grunde nach auch das VA nicht.

Das VA interessiert Deine Einschränkungen in 24 h!!!

Und ja, die AHB´s verweisen darauf, dass eine Stenose, CED-Rheuma etc. gesondert zu bewerten sind.

Aber mir ist die Bewertung leider noch nicht bekannt. Selbst das BMAS will dies nicht heraus geben!!!

Somit siehst Du, seitens der Regierung wird massiv daran gearbeitet den GdB zu drücken und alles "schwammig" zu halten!

Ein Beispiel von mir: Gastro wird vom VA angefragt! Gastro schreibt: "wesentliche Verschlechterung seit 20xx!"

Versorgungsamt: "keine Veränderung!"

Noch Fragen???

Daher mein persönlicher Tipp, führe Dein Tagebuch weiter, inkl. Häufigkeiten der AU aufgrund Deiner CED und natürlich auch Deiner Medikamenten-Therapie!

Wie wirst Du aktuell medikamentös behandelt?

Viele Grüße

Kaja

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Re: Frage zur Verschlimmerungsantrag Gdb

Beitragvon Borussia_09 » Sa 20. Apr 2019, 19:21

Hallo Katja, danke für deine schnelle Antwort. Ich werde zurzeit mit Remicade-Infusion behandelt.
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Re: Frage zur Verschlimmerungsantrag Gdb

Beitragvon Kaja » Sa 20. Apr 2019, 19:34

Hallo Borussia,

REMICADE steht ja schon relativ weit oben bei den Medikamenten.

Dennoch, so wird es das VA auslegen: 3 Stuhlgänge pro Tag -> Voll der Erfolg!!!

D. h. Therapie spricht an und Dir geht es ja soweit recht gut!

Du schreibst aber von massiven / schlimmen Schmerzen!

Mit welchen Medikamenten werden diese behandelt???

Desweiteren wäre es für Dich zur weiteren Vorarbeit ggf. sinnvoll Dich in schmerztherapeutische Behandlung zu begeben.

Hast Du auch ein CED-Rheuma?

Viele Grüße

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Re: Frage zur Verschlimmerungsantrag Gdb

Beitragvon Borussia_09 » Sa 20. Apr 2019, 20:24

Hallo Katja,

die Schmerzen wird bei mir nicht behandelt. Ich bekomme einzig und allein die Remicade. Weitere Medikamente nehme ich nicht.
Meinst du, die schmerztherapeutische Behandlung wird mir langfristig helfen?

Nein, ich habe keine CED-Reuma?

Viele Grüße

Sami
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Re: Frage zur Verschlimmerungsantrag Gdb

Beitragvon Kaja » Sa 20. Apr 2019, 21:08

Hallo Sami,

was für Schmerzmedikamente verschreibt Dir Dein Gastro?

Oder was nimmst Du gegen Deine Schmerzen?

Viele Grüße

Kaja
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Re: Frage zur Verschlimmerungsantrag Gdb

Beitragvon Borussia_09 » So 21. Apr 2019, 11:42

Gegen die Schmerzen wurde noch nichts verschrieben. Für die Schmerzen nehme ich nichts ein.
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Re: Frage zur Verschlimmerungsantrag Gdb

Beitragvon Kaja » So 21. Apr 2019, 12:01

Hallo Sami,

dann solltest Du umgehend einen Termin mit Deinem Gastro machen, dass er Dir Schmerzmittel verschreibt.

Du weißt ja, wir CED-Patienten dürfen nicht alle Schmerzmittel nehmen und diese Medikamente sind
ja auch dafür da, dass man nicht so leiden muss.

Also, nicht quälen, sondern Termin vereinbaren.

Viele Grüße

Kaja
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