Antrag auf Berufsunfähigkeit stellen?

Schwerbehinderung, Rente, Kur etc. Austausch unter Betroffenen. Hier erfolgt keine Beratung durch den AK Sozialrecht!

Antrag auf Berufsunfähigkeit stellen?

Beitragvon Brosis2018 » Di 19. Mär 2019, 22:05

Hallo, ich leide an einen sehr schweren und komlizierten verlauf von Morbus Crohn, sehr schwerer Verlauf von Colitis ulcerosa und sehr schwerer verlauf von Acne Inversa was würdet ihr tun, meint ihr ich habe da eine Chance bei meiner Berufsunfähigkeitsverischerung. Ich muss dazu sagen, wäre Abgesichert und habe eine gute Berufsunfähigkeitsversicherung die ich in meiner früheren Zeit wo ich noch gesund war abgeschlossen habe und schon 10 Jahre davor lief. Ich bin momentan noch voll berufstätig. Aber quäle mich seit Jahren nur durch.
Hier möchte ich mich kurz vorstellen und meinen Verlauf schildern. Mittlerweile bin ich 40 Jahre alt und begonnen hat alles 2013 wo ich von den Ärzten schon aufgegeben wurde und mich doch wieder hochrappelte.
Hier beschreibe ich mal meinen werdegang laut der Befunde, Ich denke da ist es am besten erklärt.
Morbus Crohn:
10/13 Excision eines Chronischen Perianalabzesses, 11/13 Revisionsoperation - im Verlauf chronische Wundheilungsstörungen, 01/14 Anlage eines Descendens-Anus praeter, 02/14 endoskopische Diagnose einer Crohn-Colitis, 05/14 Beginn Remicade (zunächst 400mg) - im Verlauf Besserung der perianalen Problematik, 10/14 ANA positive Hepatitis - DD Remicade-induziert, 12/14 klinisch und endoskopisch M Crohn in Remission, 12/14 zusätzlich Steroide wg der allergischen/autoimmunen Hepatitis, Beginn AZA 200mg, lokale Entzündung mit Cipro und Metronidazol, 06/15 M Crohn in Remission, 09/15 Rezidiv einer großen ulcerierenden Entzündung - erneuter Start Remicade, 12/15 Beschwerdearmut unter Remicade, 04/16 Zeichen des mäßg floriden M Crohn unter Remicade 500mg alle 6 Wochen, 05/16 schmierige belegte Ulcerationen im Afterbereich, kaum Heilungstendenz, 06/16 Besserung des Lokalbefundes unter Antibiose und verkürztem Remicade-Intervall, 09/16 Chronisch aktiver m Crohn, 11/16-01/17 einigermaßen stabiler Verlauf unter Remicade alle 4 Wochen. 04/17 Befundverschlechterung im Afterbereich, 05/17 Ausgedehntes Pyoderma fistulans inguinal - Exzision der nekrotischen Hautareale, Schließmusel sollte mit herausgearbeitet werden und Stillgelegter darmabschnitt mit entfernt werden, aber wurde wegen der Wundheilungsstörungen und Schwierigkeit der Op unterlassen. 05/17 Therpieumstellung von Infliximab - Humira, 08/17 - 12/18 M Crohn mit nur geringe Aktivität, schwere Akne Inverser beider Leisten und Bauchfalte komplett von links nach rechts. Eitriger Bauchnabel.
Momentaner Befund: leider an M crohn mit einen sehr komplizierten Verlauf, Therapie Medikament Adalimumab. seit einigenn monaten besteht auch zum DD Morbus Crohn - assoziiert eine Akne Inversa ebenfalls schwerer verlauf

Momentan, schmerzende Hautrisse im Leistenbereich links und recht, richtige fleischwunden wie wenn die Haut abgezogen ist, und die komplette Bauchfalte von der linken seite komplett rüber bis zur rechten seite, Bauchnabel eitert immer und reist ein, Nase immer wieder risse und wunden, An der pobacke wie wenn die Haut abgezogen ist eine Wunde von ca 7cm die nicht heilt, bei jeder bewegung kommt schleim aus dem after wo die pobacken reizt, muss am tag ein paarmal ausduchen und wunden säubern und verbinden, das Stoma ist uneben und schwer zu verbinden, teilweise allegie auf die platten, Humira Therapie momentan 2 Spritzen alle 10 Tage und immer wieder cipro und metronidazol 6-7 mal jedes jahr die 14 tage dosis. Kann mit den wunden nicht lange stehen, auch nicht lange sitzen. Wenn ich daheim zur ruhe komme vergehene die Wunden, Wenn ich in bewegung bin reissen sie wieder auf. Ich habe momentan ein Gbd von 70%.
Eine kur ist nicht mehr interessant, da laut Arzt keine besserung mehr erreicht wird. Und vor allem die dauernde Psychische Belastung. Und natürlich bei den leidensweg auch sehr viel Krank, wie momentan wieder 4 Monate schon.

Was würdet ihr tun, meint ihr ich hätte da eine Chance oder soll ich es von vorne herein lassen und mich weiter quälen bis ich bettlägrig bin oder gar nichts mehr kann?

danke für eure Meinung
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Re: Antrag auf Berufsunfähigkeit stellen?

Beitragvon Garmin61 » Mi 20. Mär 2019, 13:38

Hallo Brosis2018

habe durch mein Krankheitsbild 2018 die Erwerbsminderungsrente für 3 Jahre erhalten.
Bin 58 Jahre, kann die Anregungen im Forum von Neptun nur bestätigen.

Folge dem Link im Forum

LG Garmin

viewtopic.php?f=15&t=6061&p=38908&hilit=+erwerbsminderung#p38908
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Re: Antrag auf Berufsunfähigkeit stellen?

Beitragvon Brosis2018 » Mi 20. Mär 2019, 14:24

Hallo, danke für den Hinweis. Berufsunfähigkeitsversicherung und so würde schon einschreiten. Habe da nachgesehen, nichts besonderes im kleingedruckten. Das problem ist, habe ich mit der leidensgeschichte überhaupt eine chance darauf auf berufsunfähigkeit oder kann ich das von vorneherein lassen. Habe wenn ich in der arbeit bin kein leben mehr, nur in der früh aufstehen, verbinden ca 1stunde. Dann 8,5 Stunden mit zwischendurch wieder verbinden zwecks schleim aus den after und schmerzen der wunden mit durchquälen, von der arbeit heim, duschen und wiedr verbinden mit wundenspühlen ca. 1,5stunden. Alle 2tage mit stoma plattenwechsel dann 3stunden. Dann wieder ins bett. Und am nächsten tag wieder von vorne. Das mache ich jetzt seit 4,5 jahren. Das ist ja auch kein leben.
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Re: Antrag auf Berufsunfähigkeit stellen?

Beitragvon Garmin61 » Mi 20. Mär 2019, 17:29

Hallo Brosis2018
Die Wegefähigkeit kann entscheiden über die Erwerbs­minderungs­rente.

Info: Antrag auf Erwerbsminderungsrente
viewtopic.php?f=15&t=6225&hilit=Wegef%C3%A4higkeit

Von Neptun
viewtopic.php?f=15&t=6225&p=39970&hilit=Wegef%C3%A4higkeit#p39970
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Re: Antrag auf Berufsunfähigkeit stellen?

Beitragvon Garmin61 » Mi 20. Mär 2019, 18:36

Ein Beispiel, worum es geht!

M. Mustermann, 60.Jahre alt, ist seit dem 01.01.2017 schwer erkrankt und kann zurzeit nicht arbeiten. Er hat die ersten 6 Wochen in seiner Arbeitsunfähigkeit Lohnfortzahlung von seinem Arbeitgeber erhalten. Anschließend bekommt er weitere 72 Wochen Krankengeld von seiner Krankenkasse. Der Anspruch läuft im Juni 2018 aus. Mustermann ist weiter krank und hat jetzt Angst, dass er Hartz-IV beantragen muss. Dies muss er nicht. Er kann vor Auslaufen des Krankengeld Leistungen auf ALG-1 beantragen und dann prüfen, ob er eventuell einen Anspruch auf eine volle Erwerbsminderungsrente hat. Sein Arbeitsverhältnis ist nicht beendet, es ruht.

Krankenkasse ist zuständig, aber nur 78 Wochen!

Eigentlich ist in den Fällen der Krankheit die Krankenkasse zuständig. Aber der Gesetzgeber hat den Anspruch auf Krankengeld auf 78 Wochen begrenzt. Krankheiten hören aber nicht automatisch nach 78 Wochen auf, dauern oft fort. In solchen Fällen springt die Bundesagentur für Arbeit ein und leistet Arbeitslosengeld, obwohl der Betroffene wegen seiner Erkrankung auf dem Arbeitsmarkt nicht vermittelt werden kann.

Arbeitslos und Rente, warum diese Regelung?

Die gesetzliche Regelung des § 145 SGB VI wird im Volksmund als Nahtlosigkeitsregelung bezeichnet. Es soll verhindert werden, dass ein Arbeitsloser wegen einer mehr als sechsmonatigen Leistungsminderung kein Arbeitslosengeld oder eine Erwerbsminderungsrente erhält. § 145 fingiert sozusagen das Leistungsvermögen des Betroffenen im gesundheitlichen Bereich und zwar solange wie die Deutsche Rentenversicherung eine Erwerbsminderung nicht festgestellt hat.
Hat die Rentenversicherung die verminderte Erwerbsfähigkeit festgestellt, endet die Nahtlosigkeitsregelung und damit das Arbeitslosengeld, mit bösen Folgen für den Versicherten, wenn zum Beispiel die Erwerbsminderungsrente aus gesetzlichen Gründen noch nicht beginnen kann.
Ist der Anspruch auf Krankengeld nicht ausgeschöpft, ist grundsätzlich vorrangig die Krankenkasse zuständig.
Die Regelungen über die Nahtlosigkeit sind anzuwenden, wenn der Betroffene mit seinem Leistungsvermögen nur noch weniger als 15 Stunden wöchentlich arbeiten kann und die verminderte Erwerbsfähigkeit durch die Rentenversicherung noch nicht feststeht. Arbeitslos und Rente schließt sich nicht aus.
Sie wird auch dann angewandt, wenn die Leistungsfähigkeit der Bezieher von ALG-1 während des Leistungsbezugs auf unter 15 Stunden die Woche sinkt.
Die Nahtlosigkeitsregelung endet auch dann, wenn die Leistungsdauer des ALG-1 ausläuft.
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Re: Antrag auf Berufsunfähigkeit stellen?

Beitragvon Kaja » Mi 20. Mär 2019, 19:06

Hallo Brosis,

Deinen Schilderungen nach solltest Du auf jeden Fall alles versuchen.

1. Berufsunfähigkeitsversicherung kontaktieren

2. Die EMR beantragen

Zu beiden bereite Dich sehr gut vor mit Unterlagen (AU-Zeiten, aktuelles Beschwerdebild schreiben, ärztl. & psychotherapeutische Befunde, OP-Berichte, Probleme mit Tagesablauf, Medikamentenliste, Darstellen wobei / womit Du Unterstützung benötigst.
Sehr gut wäre es auch, wenn Du einen hohen GdB bereits hast.
Warst Du häufiger schon zur Reha oder AHB?

Hier ist zu überlegen, diese auch aufzuführen. Aber als "Vergangenheit" zu führen, denn häufig wird dann nach den Entlassberichten der Reha gefragt. Diese lies bitte genau bevor Du diese ggf. heraus gibst, weil jede Reha sehr sehr häufig eine gute Genesung aufschreibt, weil sie ihre Leistungen positiv verkaufen müssen und wollen und sollen.

Sicherlich werden beide Kostenträger Dich zu Ihren Gutachtern senden. Stelle Dich darauf ein, dass es nicht immer leicht sein wird. Häufig sind die Gutachter "nicht Dein Freund" - weil die von den Kostenträgern beauftragt werden und natürlich unausgesprochen den GA-Auftrag haben Kosten zu sparen.

Informiere Deine behandelnden Ärzte, schildere Ihnen Deinen Probleme und das Du das beantragen möchtest, weil Du nicht mehr kannst. Diese werden wahrscheinlich auch angeschrieben und Du brauchst auch positive Berichte von denen.

Natürlich wünsche ich Dir das es "flutscht" (positive Ausnahmen bestätigen ja mal die Regel :lol: )

Viele Grüße

Kaja
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Re: Antrag auf Berufsunfähigkeit stellen?

Beitragvon Brosis2018 » Mi 20. Mär 2019, 19:21

Hallo, danke für die antwort. Zur reha, war von einen professor in behandlung, der spezialist in der sache war. Habe da auch bescheid damals gekriegt und wurde auch gesagt, das in der hinsicht eine reha oder so nicht mehr interessant ist, weil der schweregrad so krass war, das keine Besserung zu erwarten ist. Das problem ist ja auch durch die wunden das ich nicht sitzen kann, aber auch nicht lange stehen, auch die luft, blähungen durch den ausgang, auch das psychische durch arbeitskollegen, warum muss der das nicht machen usw. Kann auch im auto nicht lange Sitzen, hatte früher sogar lange tilitin genommen 2-3stück am tag. Darf ich fragen wie man da am besten vorgehen sollte um das anzukurbeln? Wie gesagt, habe momentan gbd 70% auf unbegrenzt. Hab ich einfach bekommen ohne was tun zu müssen. Nur die befunde vom professor abgeben. Sollte ich auf verschlechterung mit einreichen? Da hatte ich die akne inversa noch nicht.
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Re: Antrag auf Berufsunfähigkeit stellen?

Beitragvon neptun » Mi 20. Mär 2019, 20:21

Hallo Brosis,

ein höherer GdB hat für Dich allenfalls steuerliche Vorteile, mehr nicht. Für die Erwerbsminderungsrente ist es eher unerheblich, weil die Behörden da ganz klare Trennlinien ziehen. Sie wollen sich jeweils von der anderen Behörde nichts vorschreiben lassen.

Du kannst bei der DRV anrufen und Dir einen Antrag zuschicken lassen. Geht auch über das Internet. Geht auch über die Krankenkasse. Den Antrag kannst Du auch mit einem der behandelnden Ärzte ausfüllen, wenn derjenige einverstanden ist.
Ansonsten schreibe auf einen Extrazettel alle Deine Krankheiten, Beschwerden und Einschränkungen, speziell auch für das Arbeitsleben. Nenne die behandelnden Ärzte. Schicke Befunde in Kopie von allen Ärzten mit, wenn Du da etwas hast.

Stelle den Antrag auf volle Erwerbsminderungsrente auf unbestimmte Zeit. Dafür gibt es keine Zeile im Vordruck, aber auf dem Extrazettel oben sollte es stehen und nicht zu übersehen sein. Dann wissen sie, daß Du Dich nicht abspeisen lassen willst.

Parallel dazu stelle den Antrag auf Berufsunfähigkeit bei der Versicherung.
Ob da die Angabe zum Rentenantrag wichtig ist oder auch notwendig, weiß ich nicht.

Die Anträge lassen sich in ganz kurzer Zeit stellen. Nur Mut. Was willst Du verlieren?

Guten Erfolg und LG Neptun
PS: Eine Colitis ulcerosa hast Du nicht. Eine Crohn-Colitis ist Morbus Crohn im Dickdarm.
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Re: Antrag auf Berufsunfähigkeit stellen?

Beitragvon Brosis2018 » Do 21. Mär 2019, 13:42

Darf ich fragen, wie verhält sich denn eine Berufsunfähigkeitsversicherung? Bekäme ich dann die Erwerbsunfähigkeitsrente und die bu zahlt einen ausgleich? Oder die erwerbsunfähigkeitsrente + die bu rente? Wie verhält sich sowas?
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Re: Antrag auf Berufsunfähigkeit stellen?

Beitragvon Brosis2018 » Do 21. Mär 2019, 14:15

Darf ich fragen, wie das gemeint ist, habe den satz in der police von der bu gefunden. Wird die versicherte Person während der Versicherungsdauer zu mindestens 50% berufsunfähig, wird die versicherte berufsunfähigkeitsrente gezahlt.
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