Kann man mit MC das Merkzeichen G bekommen?

Schwerbehinderung, Rente, Kur etc. Austausch unter Betroffenen. Hier erfolgt keine Beratung durch den AK Sozialrecht!

Kann man mit MC das Merkzeichen G bekommen?

Beitragvon Börger » Mo 30. Jul 2018, 13:43

Hallöle zusammen,

ich suche Rat bezüglich des Merkzeichens G für den Schwergeschädigten Ausweis.
Nach 18 Jahren mit MC und fast 10 Jahren in der Hartz 4 Falle ist das grösste Problem, neben der Krankheit an sich und ihre Begleiterscheinungen, tatsächlich die wirtschaftliche Situation. Für die kleinsten Dinge wie Essen, Trinken, Medis ohne Verschreibung, Fahr Tickets zu Ärzten und Apotheken..... ist kein Geld da. Bis hierhin könnte das Szenazio so manchem bekannt vorkommen.
Das war für mich der Grund in einer Reha vor 4 Jahren nach Beratung des Sozialdienstes einen Schwergeschädigtenausweis zu beantragen mit dem Hinweis: Schwergeschädigte dürfen "umsonst" fahren. Beantragt und ohne Probleme bekommen. Einstieg 70%, wobei ich nicht beantworten kann wie die Zahl zustande kommt. Ich schätzen MC, Psyche, Wirbelsäule.
Dann hab ich beim Versorgungsamt angerufen, um meine Jahresmarke zu beantragen. Ich hab den Ausweis ja nur beantragt um endlich meine Arzt, Apo und Versorgungsfahrten zu machen. Immer zu Fuß Lebensmittel und Getränke einkaufen in jedem MC Zustand is auch nicht angenehm. Man wird halt nicht jünger.
Naja um auf den Punkt zu kommen, diese Dame hat mich dann über die Merkzeichen informiert und das ich kein "G" hab und somit keinen Anspruch hab und damit war das Thema dann durch und der Ausweis 4 Jahre in der Schublade.
Vor 5 Wochen wurde ich dann auf dem Weg von der Apotheke nach Haus zu meinem rettenden Klo von einer Dame mit einer 60 Euro Fahrpreisnacherhöhung gesegnet. Ich hab in Panik halt nich aufgepasst, bin in den erst besten und schnellsten Bus nach Haus gestiegen. Das war leider eine Rückfahrt. Ja in Panik bau ich mir öfters solche Klöpse. Die 60 Muss ich auch zahlen, da lässt keine Dame mit sich reden oder zeigt Verständnis. Das übliche halt.

Um zum Abschluss zu kommen, meine einzige Lösung ist das G auf dem Ausweis. Hab ich nachträglich ne Chance und was würde im Zusammenhang mit MC für ne Zusatz Diagnose gestellt werden müssen?
Ich war jetzt seit 10 Jahren nur bei 10-20% der nötigen Facharzttermine, weil ich die Fahrten nicht finanzieren kann. Ich konnte noch nie zu ner MC Gruppe, oder nem Psychotherapeut. Die Ernährung sprech ich lieber mal nicht an. Das Jobcenter hilft nicht und die Krankenkasse bleibt auch kalt.

Bis heute war ich ehr der zurückgezogene Typ, der es irgendwie selber schaffen will/muss, aber mir geht echt die Energie aus. Diese andauernde deutsche Bürokratie und die dazugehörigen Leuten mit Herzen aus Stein lassen mich Jahr für Jahr mehr zweifeln wofür ich überhaupt noch kämpfen soll.

Hat wer Ideen oder Anregungen, ausser der Feststellung dass ich ein Idiot bin :lol:
Danke schonmal im Vorraus

MfG Börgi
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Re: Kann man mit MC das Merkzeichen G bekommen?

Beitragvon Thilo » Mo 30. Jul 2018, 14:49

Hallo Börger,

der Begriff" Schwergeschädigte" oder "Schwerbeschädigte" stammt aus einer Zeit nach
dem 2. Weltkrieg, wo Soldaten häufig mit äußerlich erkennbaren Defiziten ihre Versorgungs-
ansprüche durchsetzen mussten. Seit Jahren verwendet man die Bezeichnung "schwerbehinderte
Menschen" bzw. "Schwerbehinderte".

Du erhoffst dir, mit dem Merkzeichen G im Schwerbehindertenausweis und dem Kauf einer
Wertmarke Freifahrt im öffentlichen Personennahverkehr. Richtig ?

Die Definition für die Zuerkennung des Merkzeichen G ist dir bekannt ?


"In seiner Bewegungsfähigkeit im Straßenverkehr ist erheblich beeinträchtigt, wer
infolge einer Einschränkung des Gehvermögens auch durch innere Leiden oder
infolge von Anfällen oder von Störungen der Orientierungsfähigkeit nicht ohne
erhebliche Schwierigkeiten oder nicht ohne Gefahren für sich oder andere
Wegstrecken im Ortsverkehr zurückzulegen vermag, die üblicherweise noch zu
Fuß zurückgelegt werden.

Bei der Prüfung der Frage, ob diese Voraussetzungen vorliegen, kommt es nicht
auf die konkreten örtlichen Verhältnisse des Einzelfalles an, sondern darauf,
welche Wegstrecken allgemein - d. h. altersunabhängig von Nichtbehinderten -
noch zu Fuß zurückgelegt werden.

Nach der Rechtsprechung gilt als ortsübliche Wegstrecke in diesem Sinne eine
Strecke von etwa zwei Kilometern, die in etwa einer halben Stunde zurückgelegt
wird.

Eine erhebliche Beeinträchtigung der Bewegungsfähigkeit im Straßenverkehr liegt
z.B. bei Einschränkungen des Gehvermögens vor, die

- von den unteren Gliedmaßen und/ oder von der Lendenwirbelsäule
ausgehen und

- für sich allein mindestens einen GdB von 50 ausmachen.

Wenn diese Behinderungen der unteren Gliedmaßen sich auf die Gehfähigkeit
besonders auswirken, z. B. bei Versteifung des Hüft-, Knie oder Fußgelenks in
ungünstiger Stellung oder arteriellen Verschlusskrankheiten, kann eine erhebliche
Beeinträchtigung der Bewegungsfähigkeit im Straßenverkehr ab einem GdB von
40 angenommen werden. (In diesem Fall wird ein Ausweis mit dem Merkzeichen
"G" selbstverständlich nur dann ausgestellt, wenn der Gesamt-GdB aufgrund
zusätzlicher Behinderungen mindestens 50 beträgt.)

Aber auch bei inneren Leiden kann die Bewegungsfähigkeit im Straßenverkehr
erheblich beeinträchtigt sein (z.B. bei schweren Herzschäden, dauernder
Einschränkung der Lungenfunktion, hirnorganischen Anfällen, Zuckerkranken, die
unter häufigen Schocks leiden).

Die Voraussetzung kann auch erfüllt sein , wenn die Orientierungsfähigkeit des
Behinderten erheblich gestört ist (z.B. bei Sehbehinderten ab einem GdB von 70,
bei Gehörlosen mit Sehbehinderung oder bei erheblich geistig Behinderten).


Hieraus ergibt sich: Die Gehfähigkeit muss beeinträchtigt sein.

Bei schwerbehinderten Menschen mit Morbus Crohn ist überwiegend die Gehfähigkeit
nicht beeinträchtigt. Kommen allerdings andere Erkrankungen hinzu, kann auf Antrag geprüft
werden, ob das Merkzeichen G zuerkannt werden kann. Um welche Erkrankungen es sich hierbei
im wesentlichen handelt, ergibt sich eigentlich aus dem vorstehenden Gesetztestext.

Ich gehe mal davon aus, dass du mit einem aktuellen GdB von 70 für "MC, Psyche, Wirbelsäule"
kein Merkzeichen G erhalten wirst und bin gespannt, ob du hier noch weitere Tipps erhälst.

Willst du wissen, aus welchen Einzel-GdB`s sich dein Gesamt-GdB von 70 zusammensetzt, lass
dir von der feststellen Behörde die entsprechende Berechnung übersenden.

Gruß

Thilo
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Re: Kann man mit MC das Merkzeichen G bekommen?

Beitragvon Börger » Mo 30. Jul 2018, 15:41

Das mit dem "G" war das Beispiel was immer angeführt wird. Es hätte auch ein anderer Buchstabe sein dürfen. Ich möchte ja nur wieder am sozialen Leben teilnehmen und vorallem meine Ärzte erreichen. Laufen kann ich ja irgendwie noch, nur keine 20 Km. Dann tut das Trombose Bein doch recht stark weh. Gelenke samt Knie sind naklar nach Tonnen Kortison auch nicht mehr die besten.

Was soll ich sagen, hab MC seit meinem 18 Lebensjahr. Mein Vater war der erste der gesagt hat: Darauf hab ICH keinen Bock. Seitdem bin ich komplett allein und versuch mich wie alle anderen durch zu schlagen. Nachdem der ärztliche Dienst meines Ausbildungsbetriebs (ein sehr großer Stromanbieter) die Diagnose mitbekam durfte ich dort auch gehen. Die IHK hat mich dann aus Kulanz das letzte Jahr machen lassen. Hab sogar noch ein E-Technik Studium geschafft, das Jobcenter hat aber kein Konzept mich einzugliedern. Meine eigenen Bemühungen sind auch recht dürftig. Verschweigen oder mit offenen Karten spielen führt beides nicht zum Sieg. Bei der Verschweigen Variante fällt es spätestens bei den 4 wöchigen Blutabgaben auf. Auf dem deutschen Arbeitsmarkt kaum ne Chance, selbst nach Umschulung.

Ich häng jetzt ungelogen seit 10 Jahren in meiner Wohnung fest weil ich mir nichts leisten kann. Meinen eigentlichen Crohn Arzt hab ich 2008 das letzte mal gesehen. Die jetzige Strategie ist immer warten zu müssen bis das Kind in den Brunnen fällt.
Es muss doch irgendein Konzept geben. Ich will ja nich geheilt werden oder überall hingetragen werden. Mein Päckchen muss ich schon selbst tragen aber ich schaffs halt nicht. Ich habs 17 Jahre allein versucht und das Ergebnis ist ernüchternd. Ich bin jetzt 35 Jahre alt und werd keine 45 wenns so weiter geht. Donnerstag bin ich beim Einkäufe nach Hause schleppen in der Notaufnahme gelandet.

Ich entschuldige mich auch das ich jetzt hier mit meiner Geschichte so rum jammere. Dieses Forum ist auch mein letzter Strohalm gewesen, die Damen beim Jugendamt, Sozialamt, Jobcenter, Krankenkasse ... haben alle den selben Gesichtsausdruck von Achselzucken gefolgt.
Dann bleibt mir nur das selbe wie die letzten 17 Jahre, weitermachen. Danke nochmal und sorry für die Störung

MfG Börgi
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Re: Kann man mit MC das Merkzeichen G bekommen?

Beitragvon Thilo » Mo 30. Jul 2018, 17:17

Hallo Börgi,

du störst hier niemanden. Wer kann und mag wird dir antworten.

Am ehesten ist Hilfe möglich, wenn konkrete Fragen gestellt werden. Du hast eine
Menge "Baustellen" und es wäre unbedingt notwendig, dass du die offensichtlich
bestehenden Probleme auch aktiv angehst.

Bei einer solchen Krankheitsgeschichte zehn Jahre nicht zum Gastroenterologen zu
gehen ist Irrsinn. Leider kann man dir von hier aus kein "Feuer unter den Hintern",
machen. Es scheinst so, als hättest du bereits mit 35 Lebensjahren völlig kapituliert.
Das ist sehr schade. :o

Eines kann ein Forum nicht leisten: Menschen umfassend zu motivieren.

Vielleicht gibt es Menschen bzw. soziale Einrichtungen vor Ort, die Hilfe leisten können.
Alleine schon ein geregelter und strukturierter Tagesablauf, ein Zusammentreffen mit
Menschen und ggf. eine Weitervermittlung an einen Therapeuten kann dir beim Start
behilflich sein. Arbeit muss nicht immer Erwerbsarbeit sein. Beispielsweise können ehrenamtliche
Tätigkeiten Kontakte und Zufriedenheit schaffen. Auch betreutes Wohnen kann behinderten
Menschen in hohem Maße helfen. Bspw. beim Einkaufen, Behördengängen, Arztbesuchen, usw.

Ich kenne Menschen, die haben nach 15 Jahren Hartz 4 durch derartige Hilfen in ein glückliches und
zufriedenes Leben zurückgefunden. Und das mit 55 Lebensjahren!

Wichtig,dass du aus deinem tiefen schwarzen Loch herauskommst und wieder Verantwortung
für deine Gesundheit und dein Leben übernimmst. :!:

Vielleicht hörst du meinen Weckruf. ;)

Gruß Thilo
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Re: Kann man mit MC das Merkzeichen G bekommen?

Beitragvon Konrad » Mo 30. Jul 2018, 19:18

Hi Börgi,

Du hattest wohl keinen leichten Anfang,
Börger hat geschrieben:Mein Vater war der erste der gesagt hat: Darauf hab ICH keinen Bock

aber dann doch erst recht, oder?

Börger hat geschrieben:Hab sogar noch ein E-Technik Studium geschafft

Das ist doch mal was, worauf man aufbauen kann. Bildung ist Grundlage jedes Erfolges.

Börger hat geschrieben:Ich häng jetzt ungelogen seit 10 Jahren in meiner Wohnung fest weil ich mir nichts leisten kann

10 Jahre verlorenen Zeit?
Börger hat geschrieben:Meinen eigentlichen Crohn Arzt hab ich 2008 das letzte mal gesehen

Nun ja, wenn man nicht "geholfen" werden will, dann verliert man schon mal das halbe Leben. Entweder Du kriegst nun endlich den "Arsch" hoch, wie die meisten das hier hinkriegen, die mit einer CED zu kämpfen haben, oder das war's dann. Ich finde das für einen 35 jährigen allerdings etwas früh.
Dein Thread hier war ein Hilferuf. D.h.Du bist nun persönlich an Deine Schmerzgrenze angelangt. Wichtig ist nun, nach 2008 Deinen Gesundheitsstatus zu überprüfen und Maßnahmen zu ergreifen (immerhin fragst Du uns ja um Rat). Also der erste Gang zum Gastro. Danach der Gang ins Sozialamt, ...

Thilo hat geschrieben:Ich kenne Menschen, die haben nach 15 Jahren Hartz 4 durch derartige Hilfen in ein glückliches und
zufriedenes Leben zurückgefunden. Und das mit 55 Lebensjahren!

Wichtig,dass du aus deinem tiefen schwarzen Loch herauskommst und wieder Verantwortung
für deine Gesundheit und dein Leben übernimmst.

Vielleicht hörst du meinen Weckruf.


Mein Weckruf schließt sich dem von Thilo an

LG Konrad
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Re: Kann man mit MC das Merkzeichen G bekommen?

Beitragvon Börger » Mo 30. Jul 2018, 22:25

Ich nochmal und bitte bedenkt an jeder Stelle des Textes, hier ist nichts bös gemeit. Ich versuche nüchtern zu schreiben, Gefühle versuch ich bewusst zu vermeiden. Auch keine Depressiven...

Ihr habt da etwas falsch verstanden. Ich geb nicht auf weil ich MC habe. Das wäre dann in den ersten 10 Horror Jahren passiert in denen in 80% der Zeit Schübe hatte. Ich geh ja überall hin wo man zu Fuß halt hinkommt. Ich hab kein Auto und laufe trotzdem zum Einkaufen, zum Jobcenter, Friedhof, selbst im Schub mit gepackter Tasche zum Krankenhaus. Kein Scherz, ich war mit 21-30 so banane. Kurz vorm Darmverschluss, go.
Orte wo ich nicht hinlaufen kann sind das Problem. Wie schon erwähnt, mein "Haus Gastro" den ich damals mit 19 oder 20 Jahren gewählt hab, sitzt ca 40 Km entfernt. Es war halt der beste. Eine Fahrt kostet aber allein 13 Euro. Wenn man -100 Euro im Monat hat wirds eng. Dieses Problem zieht sich halt durch. MC Gruppe in der Nachbarstadt, wieder 13 Euro. Der Pneumo sitzt in der anderen Nachbarstadt. Wieder 13 Euro. Mir ist sehr wohl bewusst, dass ich da hin muss, aber dann gibts halt Abzüge beim Futter. Das ich seit MC noch nie im Kino war oder im Urlaub versteht sich von selbst. Ich saufe nicht (wie auch), hab nichmal so ein Smartfon....

Das was mir jetzt nach 17 Jahren auf die Nerven geht ist die Armut. Ich sitz hier nicht fest weil ich krank bin sondern nur arm. Es gibt ein Sozial Bus Ticket was 40 Euro kostet und nur für diese Stadt gilt. Also auch witzlos. Das einzige woran die Krankheit schuld hat ist die seltenheit und das extreme Verteilmuster der guten Ärzte.
Daher auch Anfangs die Frage, wie bekomm ich den blöden Buchstaben, den die deutsche Bürokratie vorschreibt, um nach 10 Jahren endlich mal wieder die Mobilität zu haben, wieder alles zu erreichen was gesundheitlich ne Pflichtkür ist/sein sollte. Das ich bei den Ämtern in leere Gesichter geschaut hab und jeder die Arschkarte zum nächsten weiter schiebt sollte auch kein neues Phänomen sein.

Mein "einziges Problem" ist tatsächlich meine wirtschaftliche lage. Man kann halt kein Geld ausgeben was nicht da ist. Sowas können nur Reiche und westliche Länder :lol:
Ich bitte nochmal darum zu bedenken, ich will hier niemanden angreifen. Ich wundere mich aber wirklich. Den selben Effekt hatte ich in der Gruppentherapie meiner letzten Reha. Da haben auch alle gesagt, lass dich nicht hängen. Du hast aufgegeben.... . Nein, sonst hätte ich mit 18 die Notlösung genommen. Ich hab mich ja bewusst zum kämpfen entschieden und hab bis jetzt MC technisch gewonnen. Die Reaktion meines Vater und anderer Familien Mitglieder damals hat mich nur Psychologisch zu nem Einzelkämpfer werden lassen. Diesen Punkt würde ich ja auch gern mit mehr Mobilität begegnen.

Ich schweife jedesmal mega ab um mich zu erklären. Ums auf nen Punkt zu bringen, das Hartz 4 Geld reicht bei mit genau fürs absolut nötige, Busfahren (auch zu Ärzten) ist ein Luxusgut. Egal welches Thema ich angehe, sei es Jobsuche, sein es Untersuchungen, sei es wieder Soziale Kontakte zu knüpfen (so richtige Menschen die man theoretisch anfassen könnte)..... Alles endet beim Bus fahren was echt teuer bei uns ist. Ich würd ja fragen ob mir jemand ein Auto kauft, das wäre aber übertrieben. Nur Spass

Aber im End Effekt habt ihr ja recht. Jeder ist seines Glückes Schmied und der Arsch muss hoch. Ich hab halt auf irgendwelche Härtefall Möglichkeiten oder ner Pflicht für irgendeine Stelle, dass ich wenigstens zum Arzt komm. Versorgungspflicht, ... was auch immer. Ich bin halt Elektroniker, Gesetzestexte und Bürokratie waren nie meine Stärke. Sich schriftlich ordentlich ausdrücken leider auch nicht.

Ich dank euch trotzdem und wenn noch wem was einfällt, bitte melden.

MfG Börgi
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Re: Kann man mit MC das Merkzeichen G bekommen?

Beitragvon Korona » Mo 30. Jul 2018, 23:06

Hallo Börgi,

willkommen im Forum!
und wenn noch wem was einfällt, bitte melden....

Mir fällt noch etwas ein: wie wäre es mit einem Fahrrad?
Kann man selbst zusammenbauen aus Schrott und selbst für kleines Geld oder mit weiteren Schrott reparieren.
Wenn Du Dich in E-Technik auskennst, kannst du evtl. sogar einen Motor dafür bauen? Naja....muss ja nicht gleich alles sein....
.....ein schlichtes kleines Fahrrad ist so hilfreich. Man kann sehr weite Strecken zurücklegen, es mit in den Bus nehmen, kann Sachen transportieren und ist richtig schnell unterwegs.
Man kann Ausflüge machen die nichts kosten zu Veranstaltungen die nichts kosten (gibts eigentlich in jeder Stadt) und baut sogar noch Ausdauer auf, wenn man täglich oder mal gegen den Wind fährt.
Und: man bekommmt unglaublich gute Laune, wenn man damit unterwegs ist, vor allem wenn der Fahrtwind kühlt bei der Hitze.

Es gibt sehr häufig kleine Werkstätten die einem helfen, man kann Zettel z.B. im Supermarkt aufhängen, dass man ein fahruntüchtiges Rad sucht, und dann aus drei schrottreifen ein heiles bauen.

Du könntest damit einige Bustickets einsparen. Du könntest damit auch Sachen vom Sperrmüll sammeln, sie bisschen durchchecken und auf dem Flohmarkt verkaufen. Hab ich auch mal gemacht, das kann sich richtig lohnen!
Ich kenne jemanden, der hat sich auf einen Fahrradanhänger einen Grill gebaut, mit dem fährt er an Seen oder an die Elbe wo viel los ist, und verkauft da die Würstchen. Andere haben Getränkedosen im Anhänger. Solange man ein Gefährt hat, kann das Ordnungsamt nichts einwenden.

Viel Glück und viel Mut!
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Re: Kann man mit MC das Merkzeichen G bekommen?

Beitragvon Thilo » Di 31. Jul 2018, 08:23

Hallo,

du schreibst, dass du "MC-technisch" gewonnen" hast.

Dein einziges Problem ist also deine wirtschaftliche Lage und das Einzige was dir dazu einfällt ist das starke Begehren nach dem Merkzeichen G im Schwerbehindertenausweis, welches du nach den dafür vorliegenden Voraussetzungen nicht erhalten wirst.

Erkläre uns doch mal, welche Anstrengungen du in den letzten Jahren unternommen hast, um nach vielen Jahren Hartz IV wieder in Arbeit zu kommen.

Welche konkreten Erwerbshindernisse liegen bei dir vor ? Eine ggf. erforderliche monatliche Blutabnahme dürfte einer Beschäftigung sicher nicht im Wege stehen.

Ich bin gespannt und habe ggf. noch weitere Tipps für dich.

Gruß

Thilo
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Re: Kann man mit MC das Merkzeichen G bekommen?

Beitragvon Börger » Di 31. Jul 2018, 14:32

Guten Tag wünsch ich allerseits,

eigentlich wollte ich mich nicht über die Krankheit unterhalten. Aber um zu erläutern warum ich heut zu Tage MC technisch gewonnen hab, bleibt nicht viel übrig. Ich hatte von Anfang an einen extrem aktiven und destruktiven Crohn. Die ersten 3-5 Jahre waren ein grosser Schub oder dutzende kleine. Ich lag nur im Krankenhaus mit ZVK. Operation wohl extrem schwirig wegen dem Narbenverlauf hinter der Stenose. Da geht ne 2-3m lange 1-1,5cm breite Narbe durch den ganzen Dünndarm. Chirogisch anscheinend sub optimal. Naja dann gings halt mit Azatheprin und Co langsam besser. Mit 25 kam dann die nächste Überraschung, Bein hat mächtig weh. 3 Wochen lang alle 3 Tage beim Hausarzt. Der hat mich wegen Muskelkater, Zerrung etc nach Haus geschickt. Nach 3 Wochen und meiner Bitte das Bein abzunehmen, wurde mein Arzt endlich hellhörig. Er ging zum Kühlschrank, holte ne Spritze und sagte ich soll ins KH für ne Bein Sono.
Ich natürlich zum KH gelaufen. Die haben dann ne 70cm Trombose im Bein gefunden. Am selben Abend im KH bekam ich dann meine erste Lungenemboli. Das Resultat, Blutverdünner das ganze Leben. Ab da war für mich persönlich erstmal Ende. MC verträgt sich echt nicht mit Blutverdünner. Das Darmgewebe schwillt, ist undicht, die Toiletten Szenarien gleichen einem Horrorfilm....
Naja wie schon angedeutet, ab da war für mich Psychisch Ende. Der Crohn wurde wieder komplett unberechenbar und das Marcumar hat nur genervt. Ich war psychologisch so am Ende und hab das Marcumar nach etwas über einem Jahr auf eigenen Wunsch absetzen lassen und 5 Monate später Lungen Embolie Nummer 2. Kopftechnisch wars ohne besser, Körperlich offensichtlich nicht. Da war ich 27. Es hat dann nochmal 3 Jahre gedauert mit begleitenden Psychotherapien um mit der Kombi klar zu kommen.
Es heisst ja, man gewöhnt sich an alles, auch an den Dativ. Dieser Prozess setzte halt mit ca 30 ein. Man wusste im Winter is MC Schubzeit. Die Kleinigkeiten des Lebens wurden auch leichter. Wie reagiert mein Körper wann auf was.
Die 4 wöchigen Blutuntersuchungen liefern zudem Fakten die das Kopfkino in Schach halten. Seit 2 Jahren bin ich sogar wieder recht gut im Futter und deshalb hab ich MC technisch gewonnen. Kein Rührei mit K-Pü 300 Tage im Jahr :D

Tja was soll ich zum Thema Bewerben schon sagen. Es sind bis heute mehrere Hundert. Habe auch verschiedene Szenarien getestet und Umschulung gemacht.
Wenn ich lüge, bzw garnichts zu meiner Einschränkung sage bekomm ich evtl. Arbeit. Die behalte ich genau so lange wie es nicht auffällt. Aufgefallen ist es bisher immer irgendwann und dann is der Arbeitgeber nicht mehr so gut drauf.
Wenn ich mit offenen Karten spiele (auf den GdB hinweise) ist das Gespräch direkt gelaufen, egal wie gut es vorher war. Dann kommen die Sprüche: Können wir nicht machen, Gesetze zu streng, wir hatten in der Vergangenheit nur Probleme...
Wenn ich nen mittel Weg nehme, Bewebung ganz normal ohne Hinweis auf GdB, und erst im Gespräch einfliessen lasse das meine Einschränkungen Toilette und Blutabgaben sind, bzw ich anfrage ob beides ein Problem darstellt. Da kommt dann die Antwort, man werde sich erkundigen und mich anrufen. Dieser Anruf wird nie kommen. Ich ruf dann da an um mir die Absage abzuholen.
Im E-Technik Bereich ist das richtige Szenario relativ schwer. Viel Zeitarbeit und Montage. Quer durchs Bundesgebiet ist nicht meine Stärke. Ich versuche ehr die Stellen, die Orts-unveränderlich sind, zu ergattern. Da bin ich aber nicht allein.

Ich muss zugeben, ich kann die Arbeitgeber da auch verstehen. Die haben die Wahl zwischen nem Angeschlagenen und nem Frischen. Jeder wird den Frischen nehmen. Es kostet glaub ich auch nur 240 Euro/Monat/Stelle damit die Firma sich von der Behindertenquote freikaufen kann.
Mir persönlich wäre es am Liebsten, immer mit offenen Karten spielen zu dürfen. Ich will nicht Lügen/Verschweigen müssen um Arbeit zu bekommen. Es wäre für mich am besten wenn beide Seiten wissen was los ist. Leider ist das total unrealistisch. Der Hinweis auf den Toiletten Bedarf lässt jedes Gespräch enden.

Mit dem Merkzeichen G hab ich dich wohl erwischt Thilo. Den Punkt nimmst du mir wohl richtig übel. Ich hab aufgezählt wo ich überall war wegen dem Problem. Ich hab doch nicht behauptet dass meine wirtschaftliche Lage mein "Einziges Problem" ist. Es ist aber im Moment das Auffälligste. Mir bringt es nichts alle Probleme gleichzeitig anzurennen, alles schön nacheinander. Es ist Sommer, meine gesundheitlich beste Zeit, jetzt hab ich auch den Kopf für deutsche Bürokratie. Das was mich aber wundert, wie sich das Gespräch entwickelt. Wenn ich was falsch gemacht hab und mich schlecht Ausgedrückt hab, dann lösch ruhig mein Thema. Ich will hier keinen Stress verbreiten. Ich eck irgendwie überall an, sorry.

MfG Börgi
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Re: Kann man mit MC das Merkzeichen G bekommen?

Beitragvon Thilo » Di 31. Jul 2018, 15:25

Hallo Börger,

keine Bedenken, niemand löscht hier ohne weiteres Beiträge und mich hast du mit Begehren nach dem Merkzeichen G nicht "erwischt"- :)

Es dauert eine gewisse Zeit bis man die Beweggründe seines Gegenüber in aller Gänze erfasst, zumal wir hier nur durch Schreiben kommunizieren können. Ein Gespräch von Mensch zu Mensch wäre einfacher und brächte die Beweggründe für ein bestimmten Anspruch bzw. für ein Verlangen eher zu Tage.

Aber zu meinem Tipp den ich angekündigt habe: Es gibt derzeit wieder verschiedene Programme, um schwerbehinderte Menschen mit sehr langer Arbeitslosigkeit wieder einzugliedern. Hierbei werden den Arbeitgebern, teilweise über Jahre hinweg, sehr hohe Lohnzuschüsse, zum Teil bis zu 100%, des gezahlten Lohnes erstattet. Dies könnte doch eine Chance für dich sein aus dem Hamsterrad der Arbeitslosigkeit wieder herauszukommen. Hier kannst du auch ganz offen mit deinem Grad der Behinderung umgehen. In der Regel stellt man dir auch einen Reha-Berater zur Seite der dir hilft.

Ansprechpartner sind in erster Linie die zuständigen Sachbearbeiter der Agentur für Arbeit. Auch ein Anruf bei den Integrationsämtern könnte dir weitergehene Informationen verschaffen.

Ich kann schwer verstehen, dass dir dein zuständiges Jobcenter in all den Jahren kein Arbeitsangebot unterbreitet hat. Die Mitarbeiter hier sind auch über Förderprogramme für schwerbehinderte Menschen informiert. Dauerhaft Hartz IV beziehen ist für niemanden eine Lösung. Du wirst dich immer nur im Kreis drehen und die 416 Euro monatlich sind zum Leben zu wenig und zum Sterben zu viel. Ich rufe dir zu: Werde aktiv!

Gruß

Thilo
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