Krankengeld bei unterbrochener Krankmeldung?

Schwerbehinderung, Rente, Kur etc. Austausch unter Betroffenen. Hier erfolgt keine Beratung durch den AK Sozialrecht!

Krankengeld bei unterbrochener Krankmeldung?

Beitragvon Janosch78 » Mo 8. Jan 2018, 10:11

Hallo zusammen,

ich beziehe seit kurzer Zeit ALG1 und war aufgrund einer Pancolitis für 5 Wochen krank geschrieben. Danach war es nach Prednisolon-Einsatz wieder eine Woche bester, ich habe mich weiterhin beworben und die Krankschreibung nicht verlängert. Leider geht es gesundheitlich nun bergab und ich stehe in der Überlegung, ob ich mich auf das mir respekteinflößenden Remicade einlassen soll. Derzeit ist an Bewerbungen und Bewerbungsgesprächen gesundheitlich aber nicht zu denken, so dass ich mich wieder krankschreiben lassen müsste.

Mein Problem - da meine Krankschreiben nicht nahtlos 6 Wochen beträgt, habe ich (wenn ich es richtig recherchiert habe) keinen Anspruch auf Krankengeld der Krankenkasse. Zudem endet das Arbeitslosengeld nach 6 Wochen Krankheit. Was passiert nun? Muss ich ALGII beantragen?
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Re: Krankengeld bei unterbrochener Krankmeldung?

Beitragvon Kaja » Mo 8. Jan 2018, 18:55

Hallo Janosch,

Deine Frage kann ich Dir leider nicht beantworten. Ich denke Du solltest Dich an Deine KK bzw. Dein zuständiges Amt mit dieser Frage wenden.

Viele Grüße

Kaja
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Re: Krankengeld bei unterbrochener Krankmeldung?

Beitragvon Konrad » Mo 8. Jan 2018, 20:23

Moin Janosch,

schön fände ich es, wenn Du Deine Fragen in einem einzigen Thread bündeln würdest, damit alle anderen, die Dir helfen wollen, auch alle Fakten finden. Denn eigentlich sind das ja nicht wenige.

Immer noch denke ich aber, dass Du Dich vom Sozial(Arbeitsamt) ausführlich beraten lassen solltest. Dein Fall, wie alle anderen hier ist ziemlich individuell, und lässt sich in einem Forum nicht abschließend klären

LG Konrad
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Re: Krankengeld bei unterbrochener Krankmeldung?

Beitragvon Kaja » Mo 8. Jan 2018, 20:45

Hallo Janosch,

hinzu kommt ja, dass Du selber gekündigt hast. Ich weiß, man bekommt dann sogn. "Sperrzeit für 12 Wochen".

Regulär beginnt nach der 6. Woche AU (bis dahin hättest Du noch Dein Gehalt vom AG bekommen) das Krankengeld (KG) von der KK.

In Deinem Fall weiß ich auch leider nicht, wie genau die KK das KG ermittelt. Ich nehme an auf Basis des ALG 1, denn Du bist ja nicht mehr beschäftigt.

Lass Dich ordentlich beraten, denn ich habe immer mehr das Gefühl, Du hast Deine Kündigung nicht wirklich mit allen Konsequenzen bedacht.

Mir fällt auch auf, Dir geht es in Deinen Fragen hier im Forum primär um finanzielle Dinge wie diese nun gehandthabt werden nach Deiner Kündigung.

Das kann ich nachvollziehen.

Aber ich z. B. bin seit gut 10 Monaten in einem massiven Schub. Du schreibst, Du bist seit 2,5 Monaten im Schub. Ich verstehe nicht so ganz warum Du Dich in der Zeit nicht mal hast AU schreiben lassen?

Und auch, wie wirst Du behandelt, wie genau ist Dein körperlicher Status, welche Medikamente nimmst Du? Welche hattest Du in der Vergangenheit, wie lange hat eine Therapie gewirkt?

Warst Du schon mal in der Reha? Wenn nein, warum hast Du diese als Angebot nicht angenommen und verzeih das ich das jetzt so auf den Tisch bringe, die Flinte ins Korn geworfen und einfach gekündigt?

Auch gerade in der IT-Branche wäre doch auch mal Homeoffice möglich. Keine Fahrten ins Büro und Du kannst zuhause entspannt und ohne Druck Dein WC aufsuchen oder auch mal Pausen einlegen und Abends noch ne Stunde dran hängen. Dein Job bietet sich doch sehr dafür an. Hattest Du mal nachgefragt bei Deinem AG?

Ich vermute es steckt mehr noch hinter Deiner Kündigung. Gerade wenn man der Ernährer der Familie ist.

Viele Grüße

Kaja
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Re: Krankengeld bei unterbrochener Krankmeldung?

Beitragvon Konrad » Mo 8. Jan 2018, 21:20

Moin Kaja,

Ich hab's so deutlich nicht schreiben wollen aus Gründen der Krankheit, aber vieles auch so gedacht, wie Du es formuliert hast

LG Konrad
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Re: Krankengeld bei unterbrochener Krankmeldung?

Beitragvon Janosch78 » Di 9. Jan 2018, 11:54

Vielen Dank für eure Antworten! Ja, ich werde mich auf jeden Fall beraten lassen, mein Fall ist vermutlich einfach zu individuell.

Meine Krankheitsgeschichte in Kurzform habe ich nun mal im Vorstellungsthread niedergeschrieben.

Zu Kaja:
- Ich habe war im Vertriebsaußendienst und habe den Vertriebsdruck nicht mehr ausgehalten. Der Job war nicht der Richtige und entsprach in keinster Weise meinen Vorstellungen. Da ich noch in der Probezeit war, hätte man mich eh gekündigt. Dadurch, dass ich vorzeitig einen Schlussstrich gezogen habe, konnte ich mich gedanklich vom enormen Druck in der Firma trennen und mich voll auf meine Gesundheit und Genesung konzentrieren. Hätte ich mich über viele Wochen krankschreiben lassen, hätte ich immer noch den Stressfaktor im Kopf.
HomeOffice war nicht möglich, da ich im Außendienst war.
- ReHa würde ich gerne machen, aber mein Arzt unterstützt mich hier nicht. Er hält eine ReHa nur für eine sehr kurzfristige Lösung und rät mir ausdrücklich zu Biologika.
- Zu Medikamenten und Therapie habe ich etwas im Vorstellungsthread geschrieben.
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Re: Krankengeld bei unterbrochener Krankmeldung?

Beitragvon Kaja » Di 9. Jan 2018, 19:18

Hallo Janosch,

in Deinem ersten Beitrag hast Du geschrieben " IT- und Online Marketing-Bereich" - leider nicht den Zusatz im Außendienst.

AD ist tatsächlich sehr schlecht möglich wenn man von DF geplagt wird.

Konntest Du nicht mit Deinen Vorgesetzten sprechen und aufgrund Deiner Erkrankung einen Job im Innendienst bekommen?

Ich bin seit in paar Jahren im ID - aber nicht krankheitsbedingt.

Ich gehe offen mit meiner Erkrankung um, geht eh nicht anders, wenn mal aussieht wie ein Hefekuchen, Vollmondgesicht, Stiernacken, Schweißausbrüche und jetzt auch durch Gelenkschmerzen körperlich die Kraft verliert.

Ich bestimme das Tempo, mein Geist arbeitet ja. Ich werde sehr, sehr gut unterstützt und finde das auch wunderbar. Bekomme ich eine Flasche nicht auf, halte ich diese jemand hin wer gerade da ist oder vorbei kommt. Ich darf mich auch auf dem Beifahrersitz niederlassen und werde gefahren obwohl ich sonst der Fairness wegen selbstverständlich auch gefahren bin.

Aber zur Zeit geht sehr wenig und je nach Tagesform.

Mit einer Offenheit bekommt man Verständnis und Unterstützung habe ich festgestellt.

Was Deine Medikamente angeht, ich habe den Eindruck Du kommst um den Versuch mit Biologicals nicht herum.

M. E. kannst Du nur erstmal gewinnen und die Ärzte raten es Dir ja auch. Es bleibt natürlich alles Deine Entscheidung.

Wie heißt es leider .... einen Tod muss man sterben ..... und diesen sicherlich nicht gleich durch Biologicals.

Ich wünsche Dir, dass Du für Dich die richtige Entscheidung triffst und es Dir auch bald wieder besser geht und Du dann weitere berufliche und familiäre Perspektiven hast.

Viele Grüße

Kaja
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Re: Krankengeld bei unterbrochener Krankmeldung?

Beitragvon Janosch78 » Fr 12. Jan 2018, 10:49

Danke Kaja für die warmen Worte!

Konntest Du nicht mit Deinen Vorgesetzten sprechen und aufgrund Deiner Erkrankung einen Job im Innendienst bekommen?

Dies war leider nicht möglich, da die Firma 500km weit entfernt ist.

Immerhin habe ich es im Außendienst mal versucht und bin um eine Erfahrung reicher. Ja, du hast recht, mit so einer Erkrankung ist der Innendienst sinnvoll und wird auch meine nächste Wahl werden.

Zum Thema Biologika: Wäre es eine einfache Tablette, wäre meine Hemmschwelle deutlich kleiner. Das es per Infusion verabreicht wird, macht mir irgendwie Angst, auch wenn es dort ambulant gemacht wird und ich danach wieder nach Hause fahren kann. Man hat mir gesagt, dass ich nach der ersten Infusion auch selber mit dem Auto nach Hause fahren kann. Da ich 50km zurücklegen muss, bin ich noch nicht sicher, ob ich das mache.
Von meiner Bekannten, die seit Jahren regelmäßig Infusionen bekommt, habe ich gehört, dass dort die Leute immer mal wieder einen allergischen Schock bekommen. Zudem ist sie mittlerweile beim dritten Mittel (Entyvio), da die vorherigen (u.a. Remicade) nach 6 Monaten extreme Nebenwirkungen hatten. Irgendwie macht mir das Angst und meine Einschränkungen sind überschaubar zurzeit (Bauchschmerzen oberhalb des Bauchnabels, alle 2 Tage geballter Stuhlgang mit mittelstarken Bauchkrämpfen, starke Kraft- und Antriebslosigkeit). Ich möchte aber auch nicht, dass sich die Pancolitis weiter ausbreitet. Vielleicht werde ich erstmal einen aktuellen Calprotektin-Wert anfordern, um zu beurteilen, wie aktiv die Entzündung noch ist nach 4 Wochen Predni und 1 Woche Cortiment.
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Re: Krankengeld bei unterbrochener Krankmeldung?

Beitragvon Kaja » Fr 12. Jan 2018, 12:06

Hallo Janosch,

ich bin mittlerweile auch beim 2. Biological.

Die Infusion habe ich jetzt super vertragen. Wegen des allg. Schocks saß die ganze Zeit eine Arzthelferin bei mir. Haben uns sehr nett unterhalten und es war sehr kurzweilig.

Die Infusion habe ich mir nach Feierabend geben lassen und bin dann ganz normal nach Hause.

Eine Uhrzeit wurde mit der Arzthelferin zum Telefonat abgesprochen und sie hat sich dann noch mal telefonisch nach mir erkundigt. Aber alles war i. O.

Reg dich da nicht so auf.

Viele Grüße

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