Chance auf GdB ?

Schwerbehinderung, Rente, Kur etc. Austausch unter Betroffenen. Hier erfolgt keine Beratung durch den AK Sozialrecht!

Re: Chance auf GdB ?

Beitragvon Fanziska » Mo 25. Sep 2017, 16:36

Neptun : danke für deine ausführliche Antwort. Da bei mir selbst der Gastroenterologe meint ich solle nach einem Schub eben nicht die Medikation Weitermachen sondern langsam ausschleichen mache ich das auch genauso. Bei Remissionszeiten von teils 3 Jahren ohne jeden Ansatz von Schub sehe ich das auch nicht als problematisch an ... Medikamente und auch Claversal und Kortison haben nun mal Nebenwirkungen . Und :ja das ich auf das Mezavant reagiert habe ist eindeutig gewesen . Steht übrigens auch in der Liste der Nebenwirkungen .. ich konnte mit dem Zeug das Haus nicht mehr verlassen . Und ich habe danach Claversal genommen wie sonst auch immer.. ( rektal) und schwups war der Durchfall weg... zeitweise hab ich übrigens viel mit Sallaki ( H 15 ) gemacht.. kann ich mir jetzt aber nicht mehr leisten leider... . Bei der letzten Spiegelung waren im Enddarm Veränderungen zu finden sog Kryptenunregelmässigkeiten , lockere perikryptale Fibrose ( ansonsten war nix zu finden ) . Diagnose war das : Procitis Ulcerosa in Remission. Wenn ich aufpasse und schnell genug reagiere dann bleibt es bei der Entzündung im Enddarmbereich. Hatte bisher nur bei der Erstdiagnose weitergehende Entzündungen ...Nur : Leider ist der Enddarm halt schon sehr Hyperreaktiv und in Mitleidenschaft gezogen . Und das kann kein Arzt der Welt wirklich von außen beurteilen wie das ist.....Ich mache übrigens auch viel über Ernährung ... ( was viele gar nicht wissen das man da ne menge tun kann um Entzündungen vorzubeugen ) ...
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Re: Chance auf GdB ?

Beitragvon neptun » Mo 25. Sep 2017, 18:02

Hallo Franziska,

ist zwar merkwürdig, wurde aber schon manchmal beschrieben, das einzelne Mesalazinprodukte nicht vertragen wurden.

Kennst Du meinen Artikel zum imperativen Stuhldrang? Er war der hauptsächliche Grund, neben meinem chronisch aktiven und später auch schwereren Verlauf, daß ich den GdB50 und auch die volle EM-Rente erhielt. Beide Verfahren gingen aber vor Gericht und dauerten beim GdB 4 Jahre bis vor das LSG und 2 1/2 Jahre bei der Rente bis vor das SG.

https://forum.dccv.de/viewtopic.php?f=3&t=1502&p=12661#p12661

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Re: Chance auf GdB ?

Beitragvon Fanziska » Di 26. Sep 2017, 15:56

Naja... das eine Präparat war oral angewandt und das das andere nur Lokal.. sollte ein Unterschied sein.. Ich habe
deinen Artikel gelesen . Daher frage ich hier auch ....... Bei mir ist es bei weitem nicht so schlimm... war ich Nachmittags auf dem Klo dann ist erst mal wieder für mein 24 std etwa Ruhe... ( es sei denn ich esse was was ich nicht vertrage ) . Rente will ich gar nicht.. ich will nur anerkannt bekommen das das eine nicht altersgemäße sondern durch die Erkrankung verursachte Einschränkung meines Lebens ist... Dabei würden mir durchaus 30 GdB reichen...Hast du das Verfahren mit Hilfe der DCCV durchgezogen ?
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Re: Chance auf GdB ?

Beitragvon neptun » Di 26. Sep 2017, 16:20

Nein,

den Sozialrechtsschutz der DCCV gab es damals noch nicht, und speziell mit CED vertraute Rechtsanwälte gab es auch nicht. Dieses Anwaltsnetz wurde erst später aufgebaut, aber ich weiß bis heute nicht, wie viele Anwälte da überhaupt dran teilnehmen.
Es sollte auch eine Art Datenbank erstellt werden über Veröffentlichungen, Urteile, etc., merkwürdigerweise sollten diese Unterlagen aber nur den Anwälten, nicht aber den Mitgliedern zur Verfügung gestellt werden. Ich hatte vor Jahren einen Antrag zur Mitgliederversammlung eingebracht, der abgelehnt wurde.

In jedem Fall hätten Urteile ja ohnehin anonymisiert/geschwärzt werden müssen, ob nun für Mitglieder oder Anwälte. Schließlich ist da jeder eine dritte Person.

Dabei bekam die DCCV die ersten wesentlichen Hinweise von mir, wie die folgende Veröffentlichung der Sozialmedizinerin Sprenger-Klasen "Begutachtung von Colitis ulcerosa und Crohn-Krankheit im Schwerbehindertenrecht" aus Medsach 98 (2002) No 4, einer Fachzeitschrift und nur für Insider zugänglich. Ebenso einschlägige Urteile aus Brandenburg und Bayern von mir. Speziell auch das Urteil des Großen Senates des BSG von 1996 zu den Katalogfällen. Thema ist da allerdings die EM-Rente.

Ich hatte zwar eine Anwältin für Sozialrecht, aber die war ihr Geld nicht wert. Solche Erfahrung ist leider kein Einzelfall.
Ich habe sämtliche Argumentation selbst entwickelt und dann auch vor Gericht das Wort ergriffen und meine Einschränkungen geschildert. Anders hätte ich bestimmt keinen Erfolg gehabt. Zum Glück hat man mich dann auch angehört. Ist aber sicher nicht jedermanns Sache.

Heutzutage haben zumindest einige Anwälte auch mehr Erfahrung mit den CED, aber wichtig ist vor allem, die müssen ihr Handwerk verstehen vor Gericht.

Du kannst meine Erfahrungsberichte auf der Seite der DCCV lesen. Das Rentenverfahren war damals noch nicht abgeschlossen, aber ich habe Recht bekommen vor Gericht und damit die volle EM-Rente auf unbestimmte Zeit:

https://www.dccv.de/fileadmin/public/betroffene_angehoerige/Leben_mit/Michael_gdb.pdf

https://www.dccv.de/fileadmin/public/betroffene_angehoerige/Leben_mit/Michael_emrente.pdf

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