Einstufung Versorgungsamt

Schwerbehinderung, Rente, Kur etc. Austausch unter Betroffenen. Hier erfolgt keine Beratung durch den AK Sozialrecht!

Einstufung Versorgungsamt

Beitragvon Sonaar » Sa 23. Sep 2017, 21:35

Liebe Forum Benutzer,

Ich wende mich an Euch in der Hoffnung dass mir jemand helfen kann.
Seit 3 Jahren leider ich an CU und habe sämtliche Behandlungsmethodiken hinter mir. Von normalen Cortison Tabletten, Schäumen bis hin zu Immunsuppressiva die leider keine Besserung gebracht haben. Mein Gastro sagte mir dass ich mich auf ein Leben mit diesen Medikamenten gewöhnen soll. Ich soll es mit einem Zuckerkranken vergleichen der sich täglich spritzen muss.... ebenso sagte er mir dass ich auch nicht immer zu ihm kommen solle... Ich solle mir die Medikamente einfach über den Hausarzt besorgen....was ich auch tat
Ich habe ständige Durchfälle starke Blutungen alles das auch nachts. In meinem Job habe ich Riesen Probleme damit da ich ständig auf die Toilette muss. Der daraus resultierenden psychische Schäden sollte Euch allen bekannt sein. Ich musste aufgrund dieser Probleme auch mehrere Meeetings und Seminare abbrechen so schlecht ging es mir.
Meinem Arbeitgeber gefällt diese Situation nicht wirklich.... aufgrund dieser ganzen Probleme und meiner Panik irgendwo hingehen zu müssen stellte ich einen Antrag auf Schwerbehinderung. Mein Hausarzt wurde vom Versorgungsamt befragt sowie mein Gastro.....
Und das Ergebnis hat mich echt schockiert. 20% und somit nicht schwerbehindert.
Aufgrund meiner echten Probleme und vor allem der Tatsache dass ich nachts 3 bis 4 mal raus muss und Blut abzulassen... den ganzen anderen genannten Punkte bin ich Grad völlig fassungslos. Kann mir jemand sagen was es hier für Möglichkeiten gibt ... liege ich falsch in der Annahme einen höheren GDB bekommen zu müssen??

Ich wäre Euch sehr dankbar wenn ihr mir weiterhelfen könntet.

Gruss

Eine verzweifelte Nutzerin
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Re: Einstufung Versorgungsamt

Beitragvon sweetheart » So 24. Sep 2017, 09:47

Hallo Sonaar,
die 20% sind ein Witz. Mit dieser Diagnose bekommt jeder 50%. An deiner Stelle würde ich so lange Widerspruch einlegen, bis du die 50% hast.
Wer hat denn die Anfrage ausgefüllt?
Ein sehr guter Tipp für dich: Es gibt eine Institution, die genau in solchen Belangen helfen:
https://www.vdk.de/bawue/

Ich weiß nicht aus welchem Bundesland du kommst, schau mal ob es diesen Verband bei dir auch gibt. Kostet zwar Jahresbeitrag, aber die helfen dir in allem was Soziales,Rente etc. betrifft - wenn nötig auch mit Anwalt. Ich kann dir das nur empfehlen. Mein Mann ist da seit vielen Jahren Mitglied und die haben ihm auch in Sachen GDB geholfen. Mein Sohn hat seit 2 Jahren CU und hat einen sehr schlechten Verlauf. Es ist wie bei dir, nichts hilft wirklich richtig. Er bekommt seit 11 Wochen REMICADE was auch nur bedingt hilft. Er geht seit Nov.16 kaum aus dem Haus. Kann seine Ausbildung nicht beginnen, du kannst dir sicher vorstellen wie es in ihm aussieht. Er ist auch schon Mitglied bei VDK, wer weiß, was auf ihn noch zukommt, da braucht man professionelle Unterstützung
Ich hoffe ich konnte dir helfen.
LG
Conni
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Re: Einstufung Versorgungsamt

Beitragvon Stine » So 24. Sep 2017, 10:32

Hallo Soonar,

hatte gerade ein ähnliches Problem... Etwas weiter unten findest Du meinen Beitrag "Widerspruch Landesamt".

Ich würde auf jeden Fall Widerspruch einlegen, ein GdB von 20 ist meiner Meinung nach nicht angemessen. Wichtig ist, dass man wirklich ausführlich die Auswirkungen auf den Alltag beschreibt, die einen daran hindern, ein "normales" Leben zu führen. Dies kann einem bei der Erkrankung schon ziemlich schwer fallen, da allgemein über diese Dinge nicht gesprochen wird, anders als bei allen anderen Krankheiten, die u. U. auch ausführlich am Mittagstisch ausgebreitet werden ;)

Wichtig ist weiterhin, dass Dein Arzt Dich unterstützt. Das scheint mir bei Deinem Gastro schon mal nicht der Fall zu sein, der Dich möglichst wenig sehen will und das Rezeptieren gerne dem Hausarzt überlässt. Sowas habe ich auch schon kennen gelernt, aber für mich war es ein Grund zu wechseln.

Wie sweetheart schreibt, kann man sich weiterhin Hilfe beim VDK holen oder auch bei der DCCV (wenn man Mitglied ist).
Auch im Internet findet man Anleitung, wie man vorgehen kann.

Ich wünsche Dir viel Erfolg!

LG, Stine
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Re: Einstufung Versorgungsamt

Beitragvon Thilo » So 24. Sep 2017, 10:44

Hallo Sonaar,

für eine Colitis Ulcerosa "mit geringer Auswirkung (geringe Beschwerden, keine oder geringe Beeinträchtigung des Kräfte- und Ernährungszustandes,
selten Durchfälle" wird ein Grad der Behinderung von 10 - 20 festgesetzt. So hat das Versorgungsamt deine krankheitsbedingten Beeinträchtigungen
bewertet.

Nun bleibt die Frage aus welchem Grund so entschieden wurde? Hierfür gibt es eigentlich nur zwei Gründe.

Entweder haben deine behandelnden Ärzte deine Beschwernisse nicht in vollem Umfang beschrieben, so dass die feststellende Behörde nicht anders
entscheiden konnte, oder aber die Behörde hat willkürlich zu deinem Nachteil entschieden.

Hausärzte und Gastroenterologen sind keine Sozialmediziner, die wissen worauf es bei Feststellung eines GdB ankommt. So werden dem Amt meist
nur kurze Diagnosen mitgeteilt, ohne auf die Beeinträchtigungen im alltäglichen Leben einzugehen.

Zunächst solltest du fristgerecht Widerspruch gegen den Feststellungsbescheid des Versorgungsamtes einlegen. Im zweiten Schritt solltest du
Akteneinsicht einfordern, damit du den "Urheber" der Fehlentscheidung feststellen kannst. Danach kannst du mit Hilfe deiner Ärzte oder nötigenfalls
mit einer Klage vor dem zuständigen Sozialgereicht den Bescheid (erfolgreich) anfechten.

Falls dich das ganze Procedere zu sehr belastet, ist die Mitgliedschaft in einem Sozialverband ein gute Wahl um deine Rechte durchzusetzen.

Es wäre gut, wenn du über den weiteren Fortgang des Verfahrens berichtest.

Gruß

Thilo
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Re: Einstufung Versorgungsamt

Beitragvon Sonaar » So 24. Sep 2017, 21:11

Hallo zusammen und vielen lieben Dank für Eure Kommentare. Was ich doch sehr suspekt finde ist, dass ich aufgrund der CU Probleme starke Depressionen bekommen habe und diese weiterhin habe. Ich muss sehr starke Psychopharmaka nehmen um einigermaßen koofmässig das Thema verarbeiten zu können. Auch das Thema Depressionen habe ich auf meinem Antrag angegeben. Mein Hausarzt hat mich auch wegen diesen in Behandlung. Ich bin echt sprachlos und es macht mich echt fertig nur die 20% erhalten zu haben. Klarstellen will ich... mir geht es überhaupt nicht um die Vorzüge von 5 Tagen mehr Urlaub .... mir geht es darum dass ich zb nicht ein mal mit meinen Kindern auf einen Spielplatz mehr gehen kann... vor lauter Angst "zu müssen und ich im Berufsleben eigentlich meiner Krankheit völlig ausgeliefert bin... Kindentermine sind für mich der blanke Horror.... schweissausbrüche vor Angst usw

Werde jetzt Widerspruch einlegen und Akteneinsicht einfordern. Dann mit meinem Hausarzt sowie dem Gastro sprechen... der in meinen Augen aber eher "unmenschlich" reagieren wird. Siehe seine Aussage zu meiner Krankheit....dann sehen wir mal weiter

Danke an Euch.... wenn ihr noch Tips haben solltet wie man am besten seinen Bericht erstellt wäre ich sehr dankbar..

Liebe Grüsse
Sonaar
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