Morbus Crohn und den Wunsch auszuziehen

Schwerbehinderung, Rente, Kur etc. Austausch unter Betroffenen. Hier erfolgt keine Beratung durch den AK Sozialrecht!
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Cats
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Re: Morbus Crohn und den Wunsch auszuziehen

Beitrag von Cats »

Hallo Franzi,

hast du schon mal Kontakt mit einer Beratungsstelle der Diakonie/Caritas in der nächsten Stadt aufgenommen? Die kennen solche Situationen wie die deine und haben vllt. sogar eine Möglichkeit, wie sie dir helfen können.
Einen Versuch wäre es immerhin wert. ;)

LG Marina
Wege entstehen dadurch, dass man sie geht.

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froggy
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Re: Morbus Crohn und den Wunsch auszuziehen

Beitrag von froggy »

Hallo Franzi,

schön das du geschrieben hast. Manchmal steckt man im Leben auch ein wenig fest und weiß nicht so recht, wie es nun am besten weitergeht. Meine Schwester hat sich damals in einer entfernt ähnlichen Situation befunden. Und was soll ich sagen, sie wohnt jetzt in einem schönen Haus, hat einen lieben Mann und zwei wunderbare Kinder. ;)

Nun muss man nicht immer den ultimativen Masterplan fürs Leben haben, aber auch überlegen, was nach dem nächsten Schritt folgen könnte. Ich möchte dir da keine Illusionen nehmen, aber ohne Ausbildung wird es später immer schwieriger werden, in ein normales Berufsleben einzusteigen. Deswegen würde ich mich nicht zu sehr auf Aushilfstätigkeiten im Büro- und Schreibbereich umschauen. Zumal die Bezahlung kaum in Höhe und Regelmäßigkeit ausreichen dürfte, um davon Wohnung & Co bezahlen zu können.

Nun schreibst du, dass du es dir derzeit nicht zutraust, 8 Stunden arbeiten zu gehen. Nun hast du noch nicht geschrieben, wie stark dich dein Morbus Crohn einschränkt und wie dein Krankheitsverlauf aussieht. Kerngesunde Menschen haben ja teilweise schon Probleme 8h Arbeit durchzuhalten und kommen geschafft von Arbeit. Dein MC macht das nicht leichter, denoch würde ich dir aus dem Bauch heraus empfehlen "Teste dich einfach aus". Sagt sich immer so einfach. ;)

Und ich denke genau dafür wären 1-2 Praktika sehr gut geeignet. Keine 3-6 Monate, sondern 1-2 Wochen. Dabei gehts ja in deinem Fall nicht darum, besonders viel Wissen aufzusaugen. Sondern einfach nur zu sehen "Wie leistungsfähig bin ich derzeit". Und selbst wenn du merken solltest "Es geht doch nicht, ich halte die 8h nicht durch", dann ist das eine wichtige Erkenntnis. Und wegen einem abgerbrochenem Praktikum musst du dir ja auch keinen Kopf machen. Das muss man nicht in den Lebenslauf schreiben. ;)

Vielleicht merkst du aber auch "Ich kann das schaffen". Nun steck ich in den ganzen Regularien nicht so drin, vermute aber mal, dass sich in begründeten Fällen eine weiter entfernte Ausbildungstätte rechtfertigen liese und man dann auch finanzielle Unterstützung erhalten könnte.

Liebe Grüße
Christian
Die Welt ist das, was ich von ihr denke.

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Thilo
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Re: Morbus Crohn und den Wunsch auszuziehen

Beitrag von Thilo »

Hallo Franzi,

wie versprochen melde ich mich noch einmal bei dir, da ich evtl. eine Lösung für dein Problem habe.

Wie sieht es aus mit einer Ausbildungsstelle an einem anderen entfernten Ort ? Kannst du dir dies überhaupt vorstellen, zumal du in deiner Gegend nichts findest ?

In einem solchen Fall werden wohl die Unterkunftskosten übernommen, da die Ausbildungsvergütung in aller Regel nicht ausreichen dürfte. Es gibt leider wenige "Konstruktionen" um als unter 25-jährige ohne eigenes Einkommen einem Hartz-IV-Haushalt den Rücken zu kehren.

Eine gute Ausbildung, auf die du später aufbauen kannst, wäre "das Sprungbrett" um deiner prekären Situation zu entfliehen und damit auch ein wenig Abstand zu bekommen. Die Agentur für Arbeit oder das JobCenter können dir sicher unbesetzte Ausbildungsplätze nennen und dir behilflich sein.

Gruß

Thilo

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jule1307
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Re: Morbus Crohn und den Wunsch auszuziehen

Beitrag von jule1307 »

Hallo zusammen,

Thilo und vielleicht auch Franzi, da kam was total falsch rüber (aber Thilo, du solltest wissen, dass ich kein böser Mensch bin und Neue anpflaume?!)

Mein Beitrag war gar nicht bös gemeint, ich hab absolutes Mitleid und ich finde vorallem furchtbar, dass die Familie keine Rüksicht auf die gesundheitliche Situation nimmt (das Rauchen, das falasche Essen...) das ist gruselig! Es sollte nicht als Vorwurf rüber kommen, die Fragen die ich formuliert habe, die sind genau so gemeint gewesen? Und über Antworten würde ich mich sehr freuen... ;)

Ich bin in der Ausbildung krank geworden (2. Lehrjahr) und da ich hier alleine und ca. 250 km von meiner Familie weg war, musste ich auch gucken wo ich bleibe! Ich kenn die Situation dass man nicht weiß was man tun soll, dass man verzweifelt und selbst nicht raus kommt... ich meinte nur, wenn man selbst den Weg nicht findet, jemand anderes kommt nicht und rettet einen... (leider :( denn auch ich hätte mir das in 2 Jahren Krankheit gewünscht!)

Es gibt sicher Regionen wo es schwerer ist eine Arbeit zu finden, aber da hier oft FSJ Stellen ausgeschrieben sind, habe ich das angemerkt. Der Sohn meiner Nachbarin beginnt im Sommer auch eine Ausbildung, ca. 350 km weg von hier und die haben von der Firma gestellt eine Wohnung wo die Azubis jeweils ein Zimmer wie in einer WG haben! Es gibt solche Lösungen...

Hoffe ich konnte damit einiges klar stellen.

Grüßle und schönen Abend - Jule
Die Arbeit läuft Dir nicht davon, wenn Du Deinem Kind den Regenbogen zeigen willst – aber der Regenbogen wartet nicht, bis Du mit der Arbeit fertig bist!

Franzi1992
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Re: Morbus Crohn und den Wunsch auszuziehen

Beitrag von Franzi1992 »

Rirumu hat geschrieben:FSJ traust Du Dir zu, aber nicht 8h zu arbeiten??????
Hallo, Ich möchte ein FSJ machen, weil ich mit dem Träger absprechen kann in welchen Bereich für mich das am besten wäre und ich finde das ist ein großer Unterschied zwischen 8h arbeiten. Der Träger kann mich sogar von den Seminarwochen entbinden nur noch habe ich keinen gefunden. Man nimmt etwas Rücksicht auf MC und man wird nicht direkt angepammt wenn man ausfällt oder sehr sehr oft auf Toilette geht. Ich habe auch glaube hohe Fehlzeiten, weil an manchen Tagen ist mit mir nichts anzufangen außer gerenne ins Bad.

Franzi1992
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Re: Morbus Crohn und den Wunsch auszuziehen

Beitrag von Franzi1992 »

jule1307 hat geschrieben:Hallo zusammen,

Thilo und vielleicht auch Franzi, da kam was total falsch rüber (aber Thilo, du solltest wissen, dass ich kein böser Mensch bin und Neue anpflaume?!)

Mein Beitrag war gar nicht bös gemeint, ich hab absolutes Mitleid und ich finde vorallem furchtbar, dass die Familie keine Rüksicht auf die gesundheitliche Situation nimmt (das Rauchen, das falasche Essen...) das ist gruselig! Es sollte nicht als Vorwurf rüber kommen, die Fragen die ich formuliert habe, die sind genau so gemeint gewesen? Und über Antworten würde ich mich sehr freuen... ;)

Ich bin in der Ausbildung krank geworden (2. Lehrjahr) und da ich hier alleine und ca. 250 km von meiner Familie weg war, musste ich auch gucken wo ich bleibe! Ich kenn die Situation dass man nicht weiß was man tun soll, dass man verzweifelt und selbst nicht raus kommt... ich meinte nur, wenn man selbst den Weg nicht findet, jemand anderes kommt nicht und rettet einen... (leider :( denn auch ich hätte mir das in 2 Jahren Krankheit gewünscht!)

Es gibt sicher Regionen wo es schwerer ist eine Arbeit zu finden, aber da hier oft FSJ Stellen ausgeschrieben sind, habe ich das angemerkt. Der Sohn meiner Nachbarin beginnt im Sommer auch eine Ausbildung, ca. 350 km weg von hier und die haben von der Firma gestellt eine Wohnung wo die Azubis jeweils ein Zimmer wie in einer WG haben! Es gibt solche Lösungen...

Hoffe ich konnte damit einiges klar stellen.

Grüßle und schönen Abend - Jule

Also ich bin dir nicht böse :) Was daran so schwer ist ein FSJ platz zu bekommen?
Die Seminarwochen liegen mir schwer im Magen, weil diese an der Ostsee im Harz oder i.wo in Deutschland sind. Man kommt dort mit dem Zug hin oder Bus. Ich hab angst vor dem nutzen öffentlicher Verkehrsmittel, weil ich ebn ständig unpassend und plötzlich auf Toilette muss.
Ich lasse mich von sehr wenig abhalten. Ich mach schon so viel auch gegen den Willen von meinen Eltern.
Um deine Frage zu beantworten warum ich es mir nicht zu traue arbeiten zu gehen möchte ich dir folgendes sagen:
Ich habe ein ärtzliches Gutachten erhalten wo drin steht das ich zwar 8h arbeiten könnte das aber ständig leicht im sitzen und so gut wie möglich ohne Stress und Führungsverantwortung keine Nachtschicht oder Schichtarbeit. - also wo das sein soll ka :D
Ich hätte kein Problem damit im Restaurant zu arbeiten oder als Putzfrau, Verkäuferin oder Altagsbegleitung für ältere Menschen nur ich muss ebn plötzlich auf Toilette und das dann sofort und nicht 2-4min. später. In vielen Berufen ist das ein problem und bis jemand z.B. mich an der Kasse ablöst ist es schon zu spät. Oder beim spazieren gehen mit älteren Menschen ich kann sie doch nicht stehen lassen und mir irgendwo eine Toilette suchen :) . Kann sein das ich mir zu viele gedanken darum mache aber im moment dreht sich alles nur darum wie ich schnellst möglich irgendwo auf die Toilette komme >.<

Franzi1992
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Re: Morbus Crohn und den Wunsch auszuziehen

Beitrag von Franzi1992 »

Cats hat geschrieben:Hallo Franzi,

hast du schon mal Kontakt mit einer Beratungsstelle der Diakonie/Caritas in der nächsten Stadt aufgenommen? Die kennen solche Situationen wie die deine und haben vllt. sogar eine Möglichkeit, wie sie dir helfen können.
Einen Versuch wäre es immerhin wert. ;)

LG Marina
ja das habe ich allerdings hat man mir gesagt das ich in diesen Fall "neu" sei und daher könne man mir nichts konkretes sagen was ich sehr schade fand :)

Franzi1992
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Re: Morbus Crohn und den Wunsch auszuziehen

Beitrag von Franzi1992 »

Thilo hat geschrieben:Hallo Franzi,

wie versprochen melde ich mich noch einmal bei dir, da ich evtl. eine Lösung für dein Problem habe.

Wie sieht es aus mit einer Ausbildungsstelle an einem anderen entfernten Ort ? Kannst du dir dies überhaupt vorstellen, zumal du in deiner Gegend nichts findest ?

In einem solchen Fall werden wohl die Unterkunftskosten übernommen, da die Ausbildungsvergütung in aller Regel nicht ausreichen dürfte. Es gibt leider wenige "Konstruktionen" um als unter 25-jährige ohne eigenes Einkommen einem Hartz-IV-Haushalt den Rücken zu kehren.

Eine gute Ausbildung, auf die du später aufbauen kannst, wäre "das Sprungbrett" um deiner prekären Situation zu entfliehen und damit auch ein wenig Abstand zu bekommen. Die Agentur für Arbeit oder das JobCenter können dir sicher unbesetzte Ausbildungsplätze nennen und dir behilflich sein.

Gruß

Thilo
Danke Thilo.
Also ein anderer Ort wäre schon ein Problem, weil ich alle 8 Wochen eine Infusion bekomme vom Gastro.
Da ich auf einen Dorf wohne, wäre die Stadt auch oki. Dort wäre ich sogar sebstständige als hier.
Als Ausbildung habe ich mir viele Berufe mit Bürotätigkeiten raus gesucht und bewerbe mich tatkräftig u.a
Bürokauffrau - Kauffrau für Gesundheitswesen - Rechtsanwltsfachangestelle - Verwaltungsfachangestellte - Sozialversicherungsfachangestellte
Das Job Center schickt mir auch Stellen zu nur seit Juli/12 hat sich nichts ergeben außer absagen. Ich habe jeden Monat ein Termin beim Sachbearbeiter nur er sagt mir auch nur das gleiche entweder gibt es keine Stellen oder ich entspreche nicht deren Anforderungen.

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Thilo
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Re: Morbus Crohn und den Wunsch auszuziehen

Beitrag von Thilo »

jule1307 hat geschrieben:......aber Thilo, du solltest wissen, dass ich kein böser Mensch bin und Neue anpflaume?!)
Hallo Jule,

gibt es tatsächlich hier im Forum böse Menschen und/oder Menschen, die Neue anpflaumen ???????

Gruß

Thilo

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Thilo
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Re: Morbus Crohn und den Wunsch auszuziehen

Beitrag von Thilo »

Hallo Franzi,

lass nicht nach bei deinen Bemühungen. Bleibe trotz aller Rückschläge immer am Ball.

Sind denn bisher alle Therapieoptionen bezüglich des Crohn ausgeschöpft? Mit dem wohl ständig vorhandenen imperativen Stuhldrang, mit oft sturzbachartigen Durchfällen und "Vorwarnzeiten" im Sekundenbereich, wird dir eine geregelte Ausbildungs- und Erwerbstätigkeit kaum möglich sein. An dieser "Baustelle" solltest du gemeinsam mit deinem behandelnden Gastroenterologen zuallererst arbeiten. Diese massive Einschränkung ist ein nachvollziehbares absolutes Hemmnis.

Alles Gute

Thilo

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