Morbus Crohn und den Wunsch auszuziehen

Schwerbehinderung, Rente, Kur etc. Austausch unter Betroffenen. Hier erfolgt keine Beratung durch den AK Sozialrecht!
Franzi1992
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Morbus Crohn und den Wunsch auszuziehen

Beitrag von Franzi1992 »

Ich habe seit 2009 die Diagnose Morbus Crohn und wohne noch zu hause (leider).
Ich habe noch kein Führerschein oder eine Ausbildungsstelle und fühle mich auch gesundheitlich nicht in der Lage 8 std. arbeiten zu gehen( dann wäre ich schon mit 18 ausgezogen). Dennoch möchte ich von zu Hause ausziehen. Ich ertrage es zu Hause nicht mehr.
Wir sind 6 Personen (Eltern, 11 17 19 jahre alte Geschwister) 3 von ihnen rauchen viel und ich weiss wie gefährlich das für mich ist. Wenn man das alter so betrachtet kann man sich sicher vorstellen wie viel hektig am morgen herrscht und das, dass Badezimmer im gebrauch ist. Es stört und nervt mich auch sehr vorallem das Rauchen, weil alles auf den Dachboden zieht ( dort ist mein zimmer) . Dazu kommt noch, dass wir nur ein Badezimmer haben was sich im Erdgeschoss befindet, es ist wirklich äußerst unglücklich in meinen Fall. Ich bin 20 Jahre und meine Eltern bekommen Harz 4 danach könnte ich erst wenn sich an meinen Zustand nichts ändert erst mit 25 Jahren ausziehen bis dahin bin ich hier schon durch gedreht, weil jeder urplötzlich auf Toilette muss oder ist wenn ich dort hin muss und ich will keine 5 Jahre noch so leben müssen. Außerdem wird nicht gekocht wie es für mich besser wäre und manchmal esse ich auch einfach nichts bevor ich hinterher beschwerden bekomme ist mir das am liebsten.
Ich hoffe ihr könnt mir vielleicht helfen.
Das Job Center hilft mir nicht. Das Jugendamt fühlt sich nicht zuständig nur wer dann?

Mit freundlichen Grüßen

Franzi1992

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Thilo
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Re: Morbus Crohn und den Wunsch auszuziehen

Beitrag von Thilo »

Hallo Franzi,

deine private Situation ist bedauerlich. Die rechtliche Lage ist aber eindeutig. Das JobCenter wird dir in der Sache nicht weiterhelfen können, da die Mitarbeiter an die rechtlichen Vorgaben gebunden sind.

Leider wurde in dieser Sache in der Vergangenheit viel Schindluder getrieben. 18-jährige zogen "massenhaft" zu Hause aus und ließen sich ihre neue "eigene Wohnung" vom Amt bezahlen. Dies hat damals zu erheblicher Verstimmung und Turbulenzen geführt und dem "Schlupfloch" wurde ein Riegel vorgeschoben. Ausnahmefälle sind sehr begrenzt.

Ich schaue nochmal, ob ich eine Lösung finde. Würde mich dann melden.

Gruß

Thilo

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Rirumu
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Re: Morbus Crohn und den Wunsch auszuziehen

Beitrag von Rirumu »

Hallole Franzi,

bist Du schon 21? Falls ja, stünde Deinem Auszug eigentlich nichts außer der finanziellen Situation dem entgegen.
Deine Eltern/Großeltern können Dich auch nicht darin unterstützen?
Könntest Du wenigstens 3 Stunden am Tag arbeiten?
Gott ist mit mir, darum fürchte ich mich nicht. Was können mir Menschen tun?
Psalm 118, 6

Franzi1992
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Re: Morbus Crohn und den Wunsch auszuziehen

Beitrag von Franzi1992 »

hallo, ihr lieben.
Ich werde dies Jahr 21 :)
meine Eltern bekommem Harz 4 und meine Großeltern kommen grade so um die Runden.
Ich hab auch kein Erspartes oder ähnliches.. und bei Ihnen zu wohnen würde zumindest das raucher problem lösen aber das WC problem nicht.
Ja ich könnte 3 std. arbeiten nur ich wohne sozusagen auf ein Dorf (daher wäre ein Führerschein Gold wert jedenfalls für mich) wir haben ein Zigaretten Automaten und eine Bushaltestelle :D mehr haben wir nicht zu bieten. Der Weg bis in die nächste Stadt dauert mit dem Auto 15min. nur ich wüsste auch nicht wo ich arbeiten gehen sollte. An der Kasse , Kellnern oder ählichen traue ich mir nicht zu wegen meiner Erkrankung und Büros oder Rechtsanwälte wollen jemanden mit Ausbildung oder Erfahrung und ich habe nichts außer einen guten Realschulabschluss.

Franzi1992
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Re: Morbus Crohn und den Wunsch auszuziehen

Beitrag von Franzi1992 »

Und ein dankeschön an Thilo :) ich bin wirklich für jeden Rat dankbar. :)

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Thilo
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Re: Morbus Crohn und den Wunsch auszuziehen

Beitrag von Thilo »

Hallo Franzi,

was hast du in der Zeit ab deinem Realabschluß bis heute (beruflich) gemacht ?

Gruß

Thilo

Franzi1992
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Re: Morbus Crohn und den Wunsch auszuziehen

Beitrag von Franzi1992 »

Hallo Thilo, bis auf Praktikum in Gastronomie nichts. Das Job Center ist aber irgendwie gegen Praktikum auf eigene Faust und es wäre nur möglich wenn ich von halb 8 bis 16:30h eine Schule besuche falls ich kein Praktikumsplatz bekomme oder entlassen werde. Nur da ich keine 8H+ volle Leistung bringen kann habe ich mich gegen die Schule entschieden. Ich bewerbe mich seit dem ich den Abschluss angefangen habe auf alles mit Bürotätigkeiten aber bis heute hat sich nichts ergeben. Ich bemühe mich auch um ein FSJ und lass mich dort beraten was möglich wäre für mich wegen den Seminarwochen und Fehlzeiten. :)

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Rirumu
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Re: Morbus Crohn und den Wunsch auszuziehen

Beitrag von Rirumu »

FSJ traust Du Dir zu, aber nicht 8h zu arbeiten??????
Gott ist mit mir, darum fürchte ich mich nicht. Was können mir Menschen tun?
Psalm 118, 6

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jule1307
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Re: Morbus Crohn und den Wunsch auszuziehen

Beitrag von jule1307 »

Hallo!

Sei mir nicht böse, aber das hört sich alles sehr halbherzig an :( Du bemühst dich um ein FSJ? Was ist daran so schwer? Hier werden imer junge Leute gesucht! Du hast seit der Realschule (die ja nun auch mind. 3 Jahre her ist) nichts gemacht außer einem Praktikum? Was interessiert dich das "Geschwätz" des Jobcenters - du schreibst
Das Job Center ist aber irgendwie gegen Praktikum auf eigene Faust
und davon lässt du dich abhalten?

Im Leben wird einem wenig geschenkt und selten fällt einem einfach was in den Schoß, gerade wenn man krank oder gehandicapt ist, muss man um so mehr für sich kämpfen!

Möglichkeiten bieten sich immer irgendwo und wenn es dir darum geht endlich was zu machen und dem "zu Hause" zu entkommen, dann musst du vielleicht etwas einfallsreicher werden?! Warum traust du dir nicht zu zu arbeiten?

Liebe Grüße Jule
Die Arbeit läuft Dir nicht davon, wenn Du Deinem Kind den Regenbogen zeigen willst – aber der Regenbogen wartet nicht, bis Du mit der Arbeit fertig bist!

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Thilo
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Re: Morbus Crohn und den Wunsch auszuziehen

Beitrag von Thilo »

Hallo Jule,

Franzi hat uns einen kleinen Einblick in ihre Lebenssituation gegeben. Ein ganz schwierige psychosoziale Situation. Weitere Details, die eine ausreichende Beurteilung zulassen würden, kennen wir nicht.

Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen aus "Hartz-Familien" fehlt oft das nötige Selbstbewußtsein, die Motivation und überhaupt der Antrieb, beruflich Fuß fassen zu wollen und das Leben in die "eigene Hand" zu nehmen. Rückschläg werden hingenommen und als gegeben betrachtet. Hinzu kommt ein stetiges Leben am Existenzminimum. Diese Menschen fühlen sich stigmatisiert und sind oft perspektivlos.

Kommt dazu noch eine CED, die zusätzlich noch extrem am Selbstbewußtsein nagt, und einem jeden Tag einhämmert: "das schaffst du nicht", dann schlägt die (vermeintliche) Ohnmacht voll zu.

Ich stelle mir die Lebensumstände für eine junge kranke Frau in einer "Harzer-Familie", wo vielleicht den ganzen Tag die Glotze im rauchgeschwängerten Raum läuft, recht schlimm vor. Appelle "den Arsch endlich hoch zu kriegen" verpuffen". Ganz wenige schaffen es am Ende "den schwierigen Umständen" zu entfliehen und landen in den gleichen Verhältnissen, in denen sie aufgewachsen sind.

Mir tut Franzi leid. Aber von meinem Mitleid wird sich ihre offensichtlich schwierige Sitiuation kaum ändern.

Gruß

Thilo

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