Antrag Gleichstellung zur Schwerbehinderung

Schwerbehinderung, Rente, Kur etc. Austausch unter Betroffenen. Hier erfolgt keine Beratung durch den AK Sozialrecht!

Antrag Gleichstellung zur Schwerbehinderung

Beitragvon Melanie1980 » Mo 5. Dez 2016, 16:27

Hallo Zusammen,

ich bin hier gerade dabei einen Antrag auszüfüllen und bin bei folgendem Punkt auf die Idee gekommen mal dieses Forum zu benutzen.

=> Sonstige Gründe für die Notwendigkeit der Gleichstellung

Da ich bereits in diesem Antrag die Gründe für diesen Antrag geschildert habe wüsste ich spontan nicht was hier noch einzutragen ist, damit der Antrag problemlos bewilligt wird.

Ich selbst habe seit 2011 CU und habe bereits einen Antrag für Schwerbehinderung gestellt => Resultat 30 %

So jetzt warte ich einfach mal ab....

Vielen Dank schon einmal im Voraus.

Melanie
Melanie1980
neu hier
 
Beiträge: 2
Registriert: Mo 5. Dez 2016, 15:53

Re: Antrag Gleichstellung zur Schwerbehinderung

Beitragvon Thilo » Mo 5. Dez 2016, 21:00

Hallo Melanie,

sofern du in dem Antrag bereits deine Begründung formuliert hast, ist eine weitere Begründung in dem Feld "Sonstige Begründung......" entbehrlich.

Damit dein Antrag Aussicht auf Erfolg hat, solltest du auf alle Auswirkungen deiner Behinderung hinweisen und die Einschränkung der Konkurrenzfähigkeit bzw. die Gefährdung deines konkreten Arbeitsplatzes darlegen. Die Gefährdung sollte konkret beschrieben werden, wobei der Zusammenhang zur Behinderung recht deutlich werden muss. Bspw. überdurchnittliche Fehlzeiten aufgrund der Behinderung, behinderungsbedingte verminderte Arbeitsleistung auch bei einem behinderungsgerechten ausgestattetem Arbeitsplatz, eingeschränkte berufliche und/oder regionale Mobilität aufgrund der Behinderung, u. v. m.

Wenn die Gefährdung zu drastisch geschildert wird, besteht allerdings die Gefahr, dass der Arbeitsplatz ggf. von der Agentur für Arbeit als ungeeignet angesehen wird. Deshalb auf den konkreten Arbeitsplatz bezogene nachvollziehbare Begründungen abgeben.

Du hast nun nichts näheres zu deinem Krankheitsverlauf geschrieben, nicht erwähnt in welchen Beruf du arbeitest und wieviel Mitarbeiter der Betrieb deines Arbeitgebers hat. Sicher wirst du bedacht haben, dass bei bereits angestellten Behinderten (in deinem Fall Grad der Behinderung von 30) die Arbeitsagentur vor der Entscheidung sowohl den Arbeitgeber als auch die Schwerbehindertenvertretung bzw. den Personalrat um eine entsprechende Stellungnahme bittet.

Ich hoffe, dass ich deine Frage beantworten und dir noch einige Anregungen geben konnte. Viel Erfolg bei deinem Antrag.

Thilo
Benutzeravatar
Thilo
könnte auch hier einziehen
 
Beiträge: 1053
Registriert: Sa 22. Dez 2012, 21:17

Re: Antrag Gleichstellung zur Schwerbehinderung

Beitragvon Melanie1980 » Di 6. Dez 2016, 16:16

Hallo Thilo,

mit dieser Antwort kann ich doch mal was anfangen.

Ich arbeite in einem Unternehmen mit nur 5 Mitarbeitern als Leiterin in der Buchhaltung, Marketing und auch Customer Service.
Weitere Mitarbeiter mit einer Schwerbehinderung haben wir nicht angestellt.

Zu meinem Krankheitsverlauf: Toilettengänge bis zu 15 Mal am Tag sind leider keine Seltenheit. Fehlzeiten kann ich mit mir selbst nicht vereinbaren und bin daher auch an schlechten Tagen immer bei der Arbeit.
Lediglich meine Reha anfang dieses Jahres habe ich ausnahmsweise mal durchgezogen.

Vielen Dank nochmal für dieses tolle Forum, denn in meinem Umfeld versteht mich irgendwie niemand.

Wünsche Euch allen einen wundervollen Tag.
Melanie
Melanie1980
neu hier
 
Beiträge: 2
Registriert: Mo 5. Dez 2016, 15:53

Re: Antrag Gleichstellung zur Schwerbehinderung

Beitragvon Thilo » Mi 7. Dez 2016, 13:06

Melanie1980 hat geschrieben:...........Fehlzeiten kann ich mit mir selbst nicht vereinbaren und bin daher auch an schlechten Tagen immer bei der Arbeit......


Hallo Melanie,

Beschäftigte, die eine Gleichstellung erreichen wollen, müssen konkrete Anhaltspunkte für eine behinderungsbedingte Gefährdung des Arbeitsplatzes angeben und auch belegen können. Nach deinen Ausführungen stellt sich die Frage, mit welchen konkreten behinderungsbedingten Einschränkungen du deinen Antrag eigentlich begründen willst?

Wiederholte oder häufige Fehlzeiten liegen bei dir offensichtlich nicht vor. Eine verminderte Arbeitsleistung oder dauernde verminderte Belastbarkeit scheint bei dem Umfang deines Tätigkeitsfeldes auch eher ausgeschlossen. Auch auf Dauer notwendige Hilfeleistungen anderer Mitarbeiter sind wohl nicht zu verzeichnen.

Die Erfolgsquote bei Gleichstellungsanträgen liegt bei etwa 55 Prozent. Hieran siehst du, dass eindeutige und nachvollziehbare Begründungen genannt werden müssen um eine Gleichstellung zu erreichen.

Den fünftägigen Zusatzurlaub für schwerbehinderte Menschen erhälst du durch eine Gleichstellung nicht. Eventuelle Lohnkostenzuschüsse für deinen Arbeitgeber und ggf. finanzielle Hilfen zur behinderungsgerechten Arbeitsplatzgestaltung aus Mitteln der Ausgleichsagabe dürften in einem Kleinbetrieb mit fünf Beschäftigten eher nicht relevant sein.

Achte gut darauf, dass in deinem Gleichstellungsantrag definitiv behinderungsbedingte Gefährdungen aufgeführt werden.

Gruß

Thilo
Benutzeravatar
Thilo
könnte auch hier einziehen
 
Beiträge: 1053
Registriert: Sa 22. Dez 2012, 21:17


Zurück zu Recht und Soziales

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 2 Gäste