Krankenhaustagegeld/Krankentagegeld

Schwerbehinderung, Rente, Kur etc. Austausch unter Betroffenen. Hier erfolgt keine Beratung durch den AK Sozialrecht!

Krankenhaustagegeld/Krankentagegeld

Beitragvon buddhist » So 23. Okt 2016, 20:26

Liebe Gemeinschaft,

ich informiere mich gerade über die Versicherungsarten"Krankenhaustagegeld" und "Krankentagegeld". Ein Angebot bietet folgende Leistungen:

— Für 4€ im Monat gibt es 20€ pro Tag im Krankenhaus
— Für 11,50€ im Monat gibt es 20€ pro Tag ab der vierten Krankenwoche

Nun vermeide ich es mit meiner CU ins Krankenhaus zu gehen. Allerdings war ich schon öfter über 4 Wochen krank, hatte den Stress mit der AOK bezüglich Krankengeld und so weiter. Allerdings kann ich überhaupt nicht einschätzen, inwieweit die Versicherungen bei mir Sinn machen. Eine Diskussion wäre wünschenswert.

Ganz wichtig: Wenn eine Gesundheitsprüfung stattfindet, und bei obigem Angebot ist das der Fall, nehmen die einen dann überhaupt? :lol:

Vielen Dank im Voraus
buddhist
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Re: Krankenhaustagegeld/Krankentagegeld

Beitragvon Konrad » Mo 24. Okt 2016, 19:48

Moin Buddhist,

Krankenhaustagegeld - Krankentagegeld: 2 ähnlich klingende Worte, aber doch in der Tragweite ziemlich weit voneinander entfernt:

- Krankenhaustagegeld wird gezahlt für jeden Tag, den man im KH verbringt
- Krankentagegeld dagegen erhält man für jeden AU-Tag nach Ende der Lohnfortzahlung

Während man meist (im Normalfall bei wenigen Tagen im KH) auf eine Versicherung für das Krankenhaustagegeld verzichten kann, ist es existentiell erforderlich, für eine längere Krankheitsphase vorzusorgen. Bei gesetzlich Versicherten ist das im Beitrag enthalten (die zahlen dann aber den abgesenkten Betrag aber auch nicht "ewig"), bei privat Versicherten wird das über einen entsprechenden Tarif geregelt (nie kann man hier aber über den normalen "Nettobetrag" versichern).

Im Normalfall endet die Lohnfortzahlung des AG nach 6 Wochen. Warum das bei Dir anscheinend schon nach 4 Wochen der Fall ist, kannst Du vllt.noch darlegen.

buddhist hat geschrieben:Ganz wichtig: Wenn eine Gesundheitsprüfung stattfindet, und bei obigem Angebot ist das der Fall, nehmen die einen dann überhaupt?


Nun ja, genommen wirste schon, aber das Angebot wird entsprechende Risiken monetär berücksichtigen

LG Konrad

Anm.; Du "darfst" in einer 6-Monats-Frist für 6 Wochen krank sein, ohne Deine Lohnfortzahlung zu gefährden. Bei einer 2.Erkrankung beginnt für diese eine neue Frist. Ev.war das Dein Problem bei "mehrmaliger 4-wöchiger Erkrankung". Ich selber habe schon einmal Urlaub/Überstunden "geopfert", um dieser Falle zu entgehen. Ist dann eine einfache +/- Rechnung

Krankenhaustagegeld: Wieso eine relativ teure Versicherung machen, wenn Deine Lohnfortzahlung eh läuft, und Du im KH sowieso kaum Geld brauchst? Das Geld würde ich dann lieber in die Krankentagegeldversicherung schieben
Zuletzt geändert von Konrad am Mo 24. Okt 2016, 20:14, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Krankenhaustagegeld/Krankentagegeld

Beitragvon buddhist » Mo 24. Okt 2016, 20:11

Hallo,

erst mal vielen Dank für die Antwort.

In meinem besonderen Fall bekomme ich ab dem 15. Tag der Arbeitsunfähigkeit Krankengeld. Ab dem 43. Tag der Arbeitsunfähigkeit erhalten dann alle Berufsgruppen gesetzliches Krankengeld.

Allerdings weiß ich nicht, was das mit dem zu tun haben soll, was ich oben geschrieben habe. Es handelt sich dabei um ein Angebot einer privaten Versicherung, genauer gesagt der HUK. Ich verstehe das als "Zubrot". Und frage mich a) ob es sich lohnt und b) ob ich da rein komme.
Ähnlich verhält es sich beim Krankenhaustagegeld: Das ist ein Zubrot! Es spielt überhaupt keine Rolle, ob ich ansonsten Millionär bin oder lediglich einen 400€-Job habe, wenn Du verstehst was ich meine. Ich denke aber auch, dass eine Krankenhaustagegeld-Versicherung derzeit nicht in Frage kommt.

Die gleichen Fragen, wie ich sie hier ausgeführt habe, existieren dann auch noch bezüglich einer

- Berufsunfähigkeitsversicherung und/oder
- Erwerbsunfähigkeitsversicherung.

Es muss hierzu doch konkrete Aussagen und Zahlen geben, vielleicht einen alten Bauchredner-Artikel? Es erscheint mir ein Unding zu sein, bei fünf Versicherungen je zwei Versicherungsarten anzufragen und die jeweiligen Antragsformulare auszufüllen, wenn wir in Deutschland rund 500.000 Menschen mit einer CED haben.

Vielen Dank im Voraus
buddhist
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Re: Krankenhaustagegeld/Krankentagegeld

Beitragvon Konrad » Di 25. Okt 2016, 19:02

Moin,

buddhist hat geschrieben:In meinem besonderen Fall bekomme ich ab dem 15. Tag der Arbeitsunfähigkeit Krankengeld. Ab dem 43. Tag der Arbeitsunfähigkeit erhalten dann alle Berufsgruppen gesetzliches Krankengeld.


OK, Du bist der Erste, von dem ich so etwas höre. Ist für mich neu, ändert aber nichts am Grundsätzlichen

buddhist hat geschrieben:Allerdings weiß ich nicht, was das mit dem zu tun haben soll, was ich oben geschrieben habe.


Das diente rein zum Verständnis für mich

buddhist hat geschrieben:Es handelt sich dabei um ein Angebot einer privaten Versicherung, genauer gesagt der HUK. Ich verstehe das als "Zubrot". Und frage mich a) ob es sich lohnt und b) ob ich da rein komme.


Es gibt mindestens 10x so viele Tarife für Krankentagegeld, wie PKV's, die das anbieten. Wie soll man Dir da vernünftig raten? Es ist deren Geschäftsmodell, alles so undurchsichtig und vielfältig wie möglich zu machen. Jupp, da muss man dann selber ran und den Taschenrechner rausziehen.

buddhist hat geschrieben:Ich denke aber auch, dass eine Krankenhaustagegeld-Versicherung derzeit nicht in Frage kommt


Da sind wir uns wohl einig. Das Ding hatte ich auch schon bald nach Vertragsabschluss (1986) wieder eingestellt. Diese Beiträge sind sinnvoller anders investiert

buddhist hat geschrieben:Die gleichen Fragen, wie ich sie hier ausgeführt habe, existieren dann auch noch bezüglich einer

- Berufsunfähigkeitsversicherung und/oder
- Erwerbsunfähigkeitsversicherung.


Na das sind ja noch heißere Eisen, wenn man an einer chronischen Erkrankung leidet. Die Meinung hier im Forum ist da überwiegend: Hände weg, da die Versicherung den Leistungsfall gerichtlich gerne herauszieht, bis sich die "biologische" Lösung ergibt, oder der Versicherte entnervt aufgibt u.U.weil er sich das nicht mehr leisten kann.

buddhist hat geschrieben:Es muss hierzu doch konkrete Aussagen und Zahlen geben, vielleicht einen alten Bauchredner-Artikel?


Auf Grund der Komplexität der Themen glaube ich nicht, dass da ein Artikel im Bauchredner ausreichen würde. Ich denke, damit hat der sich folgerichtig auch nicht umfassend beschäftigt. Man möge mich korrigieren, falls das doch der Fall sein sollte.

buddhist hat geschrieben:Es erscheint mir ein Unding zu sein, bei fünf Versicherungen je zwei Versicherungsarten anzufragen und die jeweiligen Antragsformulare auszufüllen, wenn wir in Deutschland rund 500.000 Menschen mit einer CED haben


Warum? Alle anderen 79.500.000 müssen das doch ebenso (Annahme 80.000.000 Deutsche gibt's in etwa)

Buddhist, ich befürchte, das ist für DIch noch immer nicht befriedigend beantwortet, aber es gibt keine allumfassende Lösung, daher kann man Dir hier nicht seriös raten

LG Konrad

P.S.: Beim Zauberwort "Zusatzversicherung" muss immer individuell genau geprüft werden, was man denn wirklich braucht. Wenige sinnvolle mag jeder für sich finden. Im Hinterkopf sollte man aber immer haben, dass PKV's keine Wohltätigkeitsvereine sind, und auch deren Vertreter an erster Stelle ihr eigenes Honorar sehen. Erst weiter später kommt das Interesse des Kunden!
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Re: Krankenhaustagegeld/Krankentagegeld

Beitragvon Mondkalb » Di 1. Nov 2016, 14:05

buddhist hat geschrieben: Eine Diskussion wäre wünschenswert.


Hallo buddhist,

um eine Diskussion anzustoßen, sollten die Rahmenbedingungen wie persönliche Situation, Vertragsbedingungen Deiner ausgesuchten Verträge bekannt sein. So ist es schwer einen auf Dich bezogenen Rat zugeben.

Selbst halte ich nicht viel von Versicherungen, ausser sie dienen dem Schutz der Existenz ? wie z.B. die Haftpflicht!

:arrow:

Hallo Konrad,

Konrad hat geschrieben:Moin,

buddhist hat geschrieben:In meinem besonderen Fall bekomme ich ab dem 15. Tag der Arbeitsunfähigkeit Krankengeld. Ab dem 43. Tag der Arbeitsunfähigkeit erhalten dann alle Berufsgruppen gesetzliches Krankengeld.


OK, Du bist der Erste, von dem ich so etwas höre. Ist für mich neu, ändert aber nichts am Grundsätzlichen


https://bremen.aok.de/inhalt/krankengeld-wahltarif-8/

LG Mondkalb
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Re: Krankenhaustagegeld/Krankentagegeld

Beitragvon Konrad » Di 1. Nov 2016, 17:49

Moin,

Mondkalb hat geschrieben:https://bremen.aok.de/inhalt/krankengeld-wahltarif-8/


OK, danke Mondkalb. Ich gehe eig.immer von abhängig Beschäftigten aus. Da endet die Lohnfortzahlung mit dem 42.Tag. Somit tritt ab dem 43.Tag die GKV/PKV (PKV wenn man einen entsprechenden Tarif "gebucht" hat) ein. Zwischenzeitlich habe ich mich aber auch selbst schon mal schlau gemacht, was Freischaffende, Künstler, Selbstständige ... betrifft. Das, was ich herausgefunden habe deckt sich mit dem Link, den Du eingestellt hast.

LG Konrad
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