Amtsarzt und Antidepressiva

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methusalemsvater
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Registriert: Do 11. Feb 2016, 17:17

Amtsarzt und Antidepressiva

Beitrag von methusalemsvater »

Hallo,
ich werde mich in naher Zukunft einem Amtsarzt vorstellen müssen und das bereitet mir Sorgen, weil ich nicht weiß, welche Unterlagen er einsehen kann. Aufgrund einer narbigen Stenose im Enddarmbereich musste ich während meines Vorbereitungsdienstes, ich bin aktuell noch Referendar, notoperiert werden. Leider habe ich die Warnzeichen nicht als solche erkannt und habe mich nur auf meine Arbeit konzentriert, weil ich unter keinen Umständen auf der Arbeit ausfallen wollte. Folglich hatte ich die Zeit vor der OP Schmerzen, die kaum auszuhalten waren. Irgendwann war ich nicht mehr in der Lage, richtig zu sprechen. Bei Gesprächen mit meinen Kollegen suchte ich nach einfachen Wörtern und hatte während der Arbeit auffällig oft Momente, in denen ich nicht wusste, was ich eigentlich sagen oder machen wollte. Aus diesem Grund suchte ich noch vor der Operation einen Arzt auf, der mir Antidepressiva verschrieb. Glücklicherweise wirkte das Medikament und ich war nach der OP relativ schnell wieder im Beruf, wo es deutlich besser für mich lief als kurz vor der OP.
Auf Anraten des Arztes habe ich mir einen Psychotherapeuten gesucht, um wieder völlig fit zu werden, den ich privat bezahle. Bevor ich den Therapeuten fand, kontaktierte ich meine Krankenkasse wegen einer psychologischen Behandlung. Ich würde beim Amtsarzt nur sehr ungern angeben wollen, dass ich aktuell eine Psychotherapie mache und während des Referendariats zeitweise auf Antidepressiva angewiesen war. Deshalb meine Frage: Stehen die mir verordneten Medikamente und die Anfrage bei der Krankenkasse in einer Art Krankenakte, die der Amtsarzt einsehen kann?

LG

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Thilo
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Registriert: Sa 22. Dez 2012, 21:17

Re: Amtsarzt und Antidepressiva

Beitrag von Thilo »

Hallo,

hier https://www.anwalt.de/rechtstipps/beamt ... 47100.html erhälst du zahlreiche Informationen.

Durch eine Schweigepflichtentbindung kann der Amtsarzt bei Bedarf alle entscheidungsrelevanten gesundheitlichen Daten einsehen. Beantwortest du gestellte Fragen ganz bewusst falsch, kann dir bei Bekanntwerden der gesundheitlichen Einschränkungen der Beamtenstatus (auch im nachhinein) wieder entzogen werden.

Schau dir die Fragen genau an und vermeide vorsätzliche falsche Angaben. Ich würde die Problematik im Vorfeld mit einem Fachanwalt für Beamtenrecht besprechen.

Gruß und gutes Gelingen.

Thilo

methusalemsvater
ist öfter hier
Beiträge: 23
Registriert: Do 11. Feb 2016, 17:17

Re: Amtsarzt und Antidepressiva

Beitrag von methusalemsvater »

Hallo Thilo,
danke für den Link, den ich bei meiner Recherche im Internet nicht gefunden habe. Ich habe mir schon gedacht, dass es letztendlich eine Hängepartie wird und es darauf ankommt, wer gerade vor einem steht. Bis es soweit ist, werde ich schon mit einem Anwalt gesprochen haben und über den Ausgang werde ich hier auch berichten, weil es anscheinend öfter Menschen gibt, die vor einem ähnlichen Problem stehen.

LG

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