Das leidige Problem mit der Budgetierung

Schwerbehinderung, Rente, Kur etc. Austausch unter Betroffenen. Hier erfolgt keine Beratung durch den AK Sozialrecht!
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Ella-M
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Beiträge: 15
Registriert: Do 7. Mai 2015, 10:41

Das leidige Problem mit der Budgetierung

Beitrag von Ella-M »

Hallo,

ich habe seit einigen Wochen Probleme mit dem ISG. Wegen der Schmerzen bin ich zum Hausarzt und habe nach Krankengymnastik gefragt. – Die Antwort meines Arztes: Können sie bitte in 4 Wochen wieder kommen, mein Budget…….. usw.. Ich habe den Arzt darauf hingewiesen, dass Paracetamol oder Novalgin mir nicht helfen, ich keine NSARs nehmen darf und Opioide nicht vertrage. Irgendetwas müsse wegen meiner Schmerzen doch geschehen. Ich wurde gebeten zum Orthopäden zu gehen…

Also bin ich zum Orthopäden. Als die erste Verordnung verbraucht war, rief ich wegen einer Folgeverordnung beim Orthopäden an. Dort sagte man mir, dass man mir eine neue Verordnung erst in zwei Wochen ausstellen kann, wegen des Budgets.

Ich habe seit 8 Jahren CU. Die Situation, mit der Art starken Schmerzen, ist für mich völlig neu. - Kann das wirklich sein, dass man mich wegen des Budgets, praktisch nicht behandelt? Weis jemand welche Regelungen in einem solchen Fall vorgesehen sind?

Ich freue mich auf Eure Antworten
Gruss Ella

Kaja
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Beiträge: 804
Registriert: Mo 5. Okt 2015, 13:39
Diagnose: MC

Re: Das leidige Problem mit der Budgetierung

Beitrag von Kaja »

Hallo Ella,

evtl. kann Dir Dein Gastro weiterhelfen mit Verordnungen.

Wegen dem ISG - bei mir ist durch einen Unfall auch "alles verzogen". Ich gehe dann mal zwischendurch zu meinem Physio. Rauf auf die Pritsche,
werde gedehnt und das ISG wieder gelockert - dann hält es immer recht lange und mit einer Anwendung ist alles getan.

Viele Grüße

Kaja

Ella-M
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Beiträge: 15
Registriert: Do 7. Mai 2015, 10:41

Re: Das leidige Problem mit der Budgetierung

Beitrag von Ella-M »

Hallo Kaja,

danke für Deine Antwort. - Mir hilf die Physio auch sehr. Das ist eigentlich das einzige was mir bzgl. des ISG wirklich hilft. - Nur, was mache ich, wenn die Ärzte sich weigern mir Verordnungen auszustellen, weil das Budget nicht reicht?

Ich dachte, es wüßte jemand im Forum welche Regelungen die Krankenkassen haben. Es kann doch nicht sein, dass man mit seinen Schmerzen alleine gelassen wird. Ich werde morgen bei der Krankenkasse anrufen und nachfragen.

Gruß, Ella

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Thilo
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Beiträge: 1062
Registriert: Sa 22. Dez 2012, 21:17

Re: Das leidige Problem mit der Budgetierung

Beitrag von Thilo »

Hallo Ella,

eigentlich ist nicht der einzelne Arzt, sondern "das System" für die Misere verantworlich.

Wenn der Arzt sich nicht an die Heilmittelrichtlinie hält und er zum Beispiel zu viele Rezepte ausstellt, überschreitet er sein individuelles Budget.

Jeder Vertrags- oder Kassenarzt bekommt eine zwischen den Kassenärztlichen Vereinigungen und den Krankenkassen vereinbarte Richtgröße pro Patient zugewiesen. Alle Fälle werden mit der Richtgröße multipliziert, die errechnete Summe ist der Maximalbetrag, den der Arzt verordnen darf.

Wenn der Arzt diesen Wert um 15 % überschreitet, muss er ein Prüfverfahren durchlaufen. Dabei wird geprüft, ob die Verordnungen das Maß des „Ausreichenden“ überschritten haben. Gegebenenfalls muss der Arzt dann einzelne Verordnungen selbst bezahlen (anstatt die Krankenkasse). Liegt er gar 25 % darüber, wird er grundsätzlich in Regress genommen, das heißt seine nächste Honorarzahlung wird entsprechend gekürzt.

Aus rein wirtschaftlichen Erwägungen wird der Arzt bemüht sein das vorhandene (geringe) Budjet nicht zu überschreiten. Welcher Arzt stellt Rezepte aus, deren Leistungsvolumen er dann im Nachhinein aus eigener Tasche bezahlen muss?

Gruß

Thilo

Ella-M
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Beiträge: 15
Registriert: Do 7. Mai 2015, 10:41

Re: Das leidige Problem mit der Budgetierung

Beitrag von Ella-M »

@Thilo,

prinzipiell verstehe ich die Zwickmühle in der der Arzt steckt. - Es hilft mir aber nicht weiter, wenn ich morgens mit Bett liege und feststelle, dass ich nicht aufstrehen kann.

Dann werde ich mich in Zukunft zu einer Schmerzklinik fahren lassen. Das ist bestimmt teurer. - Ich dachte, dass es für einen Fall wie diesen eine Sonderregelung gibt. Ähnlich wie bei den Blutabnahmen, die werden bei uns ja auch gesondert abgerechnet.

LG und Danke für die Antwort,
Ella

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