Verschlimmerungsantrag

Schwerbehinderung, Rente, Kur etc. Austausch unter Betroffenen. Hier erfolgt keine Beratung durch den AK Sozialrecht!

Re: Verschlimmerungsantrag

Beitragvon Kaja » Mi 27. Apr 2016, 19:54

Hallo Thilo,

ich habe z. Zt. eine Klage gegen das VA laufen.

1. Antrag: Entschieden über den GdB hat der Hausmeister, Gärtner etc.??? Noch nicht mal den Klarnamen bekommt man. Hallo, das VA hat sehr viel zu vertuschen!!! Eine krackelige Unterschrift auf dem Bearbeitungsbogen. Somit noch nicht mal ein Nachweis, dass ein Mediziner meinen Antrag bearbeitet hat. Welche Fakten für die Ermittlung des GdB zugrunde gelegt werden. Relevantes wurde nicht gewürdigt.

2. Widerspruch. Den Widerspruch hat eine Hausärztin bearbeitet und noch nicht mal bearbeitet - lt. Akte hat sie eine Änderung vorgenommen welche ihr von dem Verwaltungsangestellten vorgegeben wurde. Somit Funktion eines Strohmannes - eine Unterschrift von einem Mediziner muss her.
Die gute Damen praktiziert noch nicht mal - macht nur mal Urlaubs- o. Krankheitsvertretung in einer ländlichen Praxis. Ob überhaupt eine Kassenzulassung besteht???
Wie ist sie wo akkreditiert?

Also, soviel auch zu Deinem Zusatz von Sozialmediziner.

Und was macht ein Arzt bei einer amtsärztl. Untersuchung? Er schreibt ein Gutachten und somit ist es eines.

Mittlerweile ist es doch so, dass ein Arzt, gerade in behördl. Angelegenheiten immer eine Arzthelferin als Zeugin dabei hat - warum nicht wir auch als Chancengleichheit?
Häufig wird sehr viel falsch wieder gegeben, Untersuchungen werden beschrieben mit Ergebnissen welche nie stattgefunden haben usw.

Viele Grüße

Kaja
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Re: Verschlimmerungsantrag

Beitragvon Thilo » Mi 27. Apr 2016, 20:55

Hallo Kaja,

deine Klage gegen eine Entscheidung des Versorgungsamtes scheint dich emotional sehr stark zu belasten und es ist dir offensichtlich kaum möglich, auf einer sachlichen Ebene zu diskutieren.

Natürlich versucht jeder Antragsteller, der eigenen Erkrankung angemessen, einen möglichst hohen GdB zu erreichen. Sieht man dann am Ende auf die "Nachteilsausgleiche" die einem das Schwerbehindertengesetz zugesteht, erkennt man meist sehr schnell, dass gemessen an einer (schweren) Erkrankung, gar nicht so viele "Vergünstigungen" auf der Habenseite stehen.

Wenn ich von Vertuschung, unleserlichen Unterschriften und unklaren Entscheidungsträgern lese, kann ich dies aus meiner eigenen Erfahrung schwer nachvollziehen, zumal auch in einem Widerspruchsverfahren die Möglichkeit der Akteneinsicht besteht. Spätestens hier kann der Antragsteller bzw. sein Rechtsbeistand Widersprüche und mögliche grobe Fehler und Einschätzungen des Amtes erkennen und diese im Klageverfahren (zugunsten des Klägers) verwerten. In diesem Zusammenhang möchte ich nicht bestreiten, dass von "Amts wegen" auch viele Fehler gemacht werden. In Deutschland ist beinahe jeder 10. als Schwerbehinderter anerkannt. Dies zeigt in etwa die Dimension der Vielzahl von Antragstellungen auf, die von den Ämtern bearbeitet und entschieden werden.

An welcher Stelle schrieb ich von einem "Zusatz von Sozialmediziner"?

In gewisser Weise kann ich deine "Aufregung" verstehen, zeigt sie doch auch deutlich, wie sehr ein Widerspruch mit anschließender Klage vor dem Sozialgericht an den Nerven zehren kann. Nicht jede/r ist der Anspannung und einem aufreibenden Verfahren gewachsen.

Zum Begriff "Gutachten" schrieb ich bereits. Man kann natürlich im "Rahmen der Chancengleichheit" in Begleitung seines Rechtsanwaltes zur versorgungsärztlichen Untersuchung aufmarschieren, damit Ergebnisse nicht "manipuliert" werden; je nachdem welche Priorität man der Sache zumisst.

Bleiben wir in diesem Thread aber doch bei dem Anliegen von Claudia. Hiervon entfernen wir uns momentan ein wenig.

Gruß

Thilo
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Re: Verschlimmerungsantrag

Beitragvon Kaja » Mi 27. Apr 2016, 21:41

Hallo Thilo,

wie kommst Du darauf, dass mich meine Klage emotional sehr belastet? Bist Du Psychologe? Oder willst Du mich hier einfach als "aufgeschrecktes Huhn" degradieren?

Ich wüßte nicht, warum ein MC über Magen, Dünn und Dickdarm mit Stenose und entsprechender Medikation mit einem GdB von 20% bewertet werden sollte? Bei all dem hat man sicherlich auch die entsprechenden Probleme!

"Wenn ich von Vertuschung, unleserlichen Unterschriften und unklaren Entscheidungsträgern lese, kann ich dies aus meiner eigenen Erfahrung schwer nachvollziehen, zumal auch in einem Widerspruchsverfahren die Möglichkeit der Akteneinsicht besteht."

Blöde bin ich ja nicht, habe ich ja selbstverständlich genommen, meine kompl. Akte des VA in Kopie bei mir liegen und weder aus der Akte noch aus meiner Aufforderung Ross und Reiter zu nennen - reagiert das VA. - So, leide ich nun unter Verfolgungswahn Herr Psychologe?

Wo ist eine Transparenz der Verwaltung?

"Nicht jede/r ist der Anspannung und einem aufreibenden Verfahren gewachsen." Aha, hat der Psychologe mich nun wieder genau analysiert? Sorry, da muss ich sagen, ich habe mich schon mehrfach vor dem SG selber sehr erfolgreich vertreten. Ach und bevor der Herr Psychologe nun auf weitere falsche Schlussfolgerungen kommt: Ich arbeite noch 100% (bzw. quäle mich 100% zu arbeiten), habe Haus & Garten und muss mich leider immer wieder mit dem SGB I, SGB VII, SGB X usw. sehr intenstiv beschäftigen, weil nicht nur der MC eine meiner Baustellen ist.

"Sieht man dann am Ende auf die "Nachteilsausgleiche" die einem das Schwerbehindertengesetz zugesteht, erkennt man meist sehr schnell, dass gemessen an einer (schweren) Erkrankung, gar nicht so viele "Vergünstigungen" auf der Habenseite stehen."

Du, ich weiß was auf der Habenseite stehen wird und ich weiß auch selber, da ist nicht viel. Kläre mal lieber die auf, die nach 5 Tagen mehr Urlaub fragen wann sie den bekommen.

"Zum Begriff "Gutachten" schrieb ich bereits. Man kann natürlich im "Rahmen der Chancengleichheit" in Begleitung seines Rechtsanwaltes zur versorgungsärztlichen Untersuchung aufmarschieren, damit Ergebnisse nicht "manipuliert" werden; je nachdem welche Priorität man der Sache zumisst."

Demnach eine entsprechend hohe Priorität - denn warum sollte ich meine sehr wertvolle Zeit mit dieser Angelegenheit verplempern? Denn ja, ich arbeite, habe Haus & Garten, habe Freunde und mir geht es wirklich nicht gut, wozu ein Teil MC und einen weiteren Teil andere Behinderungen beitragen. Also nix hier desperate Housewife!

Mit Sozialmediziner, stimmt, es warst nicht Du, es war Neptun.

Was die Fragestellung von Claudia angeht, ich schreibe nur aus meiner Erfahrung oder wie ich vorgehen würde. Dachte dies ist ein freies Forum. Jeder kann sich aus den Antworten nehmen was er möchte oder auch nicht. Da ist jeder in seiner Entscheidung frei.

Und ich schätze Claudia als einen Menschen ein, der frei denkt und selber entscheidet. Jeder nimmt sich das was er will oder läßt es.

Viele Grüße

Kaja
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Re: Verschlimmerungsantrag

Beitragvon Thilo » Do 28. Apr 2016, 11:09

Kaja hat geschrieben:Hallo Thilo, wie kommst Du darauf, dass mich meine Klage emotional sehr belastet? Bist Du Psychologe? Oder willst Du mich hier einfach als "aufgeschrecktes Huhn" degradieren?


Weder bin ich Psychologe, noch möchte ich dich aufschrecken und degradieren. Ich lese aber aus deine Zeilen, dass es dir schwer fällt auf einer sachlichen Ebene zu kommunizieren. Das muss Gründe haben. Leider setzt sich Unsachlichkeit in deiner Erwiderung fort.

Kaja hat geschrieben:......Kläre mal lieber die auf, die nach 5 Tagen mehr Urlaub fragen wann sie den bekommen......


Das steht nicht in meiner Macht.

Kaja hat geschrieben:.....warum sollte ich meine sehr wertvolle Zeit mit dieser Angelegenheit verplempern?.....


Genauso geht es mir mitlerweile mit unserer Kommunikation. Meine Zeit ist mir auch zu wertvoll, um auf deine pauschalierenden und emotional aufgeladenen Statements einzugehen. Deine ganz persönlichen negativen Erfahrungen mit dem VA müssen nicht zwangsläufig andere Menschen in gleicher Art und Weise betreffen.

Beenden wir unseren Disput einfach an dieser Stelle und stellen die Unterstützung für Claudia in den Vordergrund, ohne dass wir ihr alle nur denkbaren Szenarien und "Stolperfallen" aufzeigen, die am Ende doch nicht eintreffen werden. Denken wir ein klein wenig positiv und hoffen wir jetzt einfach mal, dass sie nach der bevorstehenden versorgungsärztlichen Untersuchung ihr angestrebtes Ziel doch noch erreicht. Ob mit einem "Gutachten"; oder ohne. ;)

Unaufgeregte Grüße sendet dir

Thilo
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Re: Verschlimmerungsantrag

Beitragvon samson2003 » Mi 4. Mai 2016, 15:24

So, heute war es also soweit.
erst haben die beim VA ein EKG und ein Lungenfunktionstest gemacht. Da habe ich die Angestellte gefragt, wieso so etwas gemacht wird. Sie sagte, das bräuchten sie alles für das Gutachten. Dann, nach langer Wartezeit, kam ich zu Herrn Gasper.( Soll ein Internist sein). Der kramte immer nur in einer Akte rum und schrieb in seinen Computer. Fragen hat er mir fast keine gestellt. Dann hat er mich gefragt ob ich mich bücken könnte und meinen Kopf bewegen kann und ob ich auf einem Bein sthen könnte. Musste ich alles vorführen. Ich sagte ihm darauf, dass ich wegen meiner CU und PSC da sei, das mein Rücken vollkommen in Ordnung sei.
Dann sagte er mir, ich hätte ja nur 3-5 Stuhlgänge am Tag, das wäre zu wenig für 50 %. Ich habe ihm versucht zu erkläre, das ich unter Bauchschmerzen, starken Erschöpfungszuständen und Müdigkeit leide. Darauf sagte er nichts. Er meinte nur " Ihre Psyche leidet wahrscheinlich auch". Darauf erwiderte ich, das ich schon 3x eine Psychotherapie gemacht habe, um den Alltag zu bewältigen.
Naja, nun warte ich ab, aber ich glaube nicht, das es über 40% geht. Ich habe dann auch erklärt, dass ich meine Vollzeitstelle gegen 26 Stunden eintauschen musste, da ich es nicht mehr körperlich schaffe den ganzen Tag zu arbeiten.

Werde weiter berichten, so bald ich was höre.

Geniesst die Sonne und ein schönes langes WE.
Liebe Grüsse
Claudia
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Re: Verschlimmerungsantrag

Beitragvon Kaja » Do 5. Mai 2016, 22:32

Hi Claudia,

so wie du die Begutachtung beschreibst, hört sich diese sehr oberflächlich an.

- keine Abfrage der aktuellen Medikation
- kein Aufnehmen der Körpermaße / Gewicht usw.

ABER ´Durchführung eines LUFU`s und Fragen nach der Wirbelsäule???? Hallo??? Total daneben?

Es hätte die Frage nach Gliederschmerzen in dem Sinne kommen müssen.

Aber ingsgesamt kann man aktuell nichts sagen zu dem Ergebnis des Gutachtens. Jetzt heißt es für Dich abwarten bis der "neue" Bescheid des VA´s kommt.

Wenn DU nicht einverstanden bist, dann hast Du eine 4-wöchige Widerspruchsfrist. Diese nimmst Du an und schreibst dem VA " Ich widerspreche dem Bescheid vom xx.xx.2016" - die genaue Begründung erfolgt nach Akteneinsicht.
Ich beantrage hiermit Akteneinsicht....
MfG.

Dann bekommst Du alles zu Einsicht und auch das GA. Dann geht es in die nächste Runde bei dir - allerdings ohne alle Joker auszuspielen :lol:

Ich bin nach dem Widerspruch und Akteneinsicht in die Klage vorm S gegangen. UND.... siehe da - auch ohne Gutachten ---- das VA bietet mir einen Vergleich an.
Ok, ich habe noch nicht alles gelesen und ich will mich jetzt diese Tage auch damit nicht belasten. Hinzu kommt, ich habe noch mehr Erkrankungen.
Mein erstes Ziel ist aber / wäre mit dem Vergleich erreicht. Ich muss jetzt alles für mich prüfen und mir überlegen, ob ich den Vergleich annehme oder weiter den Klageweg gehe.

Wenn Du noch Fragen hast, bleibe bei diesem Thema, dann bekomme ich Deine Nachrichten und kann reagieren.

Viele Grüße

Kaja
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Re: Verschlimmerungsantrag

Beitragvon samson2003 » Fr 6. Mai 2016, 08:43

Hallo Kaja,

vielen Dank für deine Antwort.
Ja es stimmt, es war eine sehr oberflächliche Untersuchung. Wenn ich nicht zwischendurch gesagt hätte, dass ich auch Arthritis in den Gelenken habe und deswegen wieder mit Cortison anfangen musste usw hätte er nichts von mir erfahren. Ich musste auch meine Berichte mitbringen, die er aber gar nicht sehen wollte.

Naja, mehr als abwarten kann ich jetzt eh nicht. Von daher, erstmal " keinen Kopp machen". Aufregen kann ich mich wenn es soweit kommen sollte.

Liebe Grüße und ein schönes WE
Claudia
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Re: Verschlimmerungsantrag

Beitragvon Kaja » Do 12. Mai 2016, 21:46

Hallo Samson,

na, da drücke ich Dir die Daumen und es heißt jetzt für Dich abwarten.

Hast Du Dir den Empfang der Befunde u. Arztbriefe bestätigen lassen?

Sollte das GA für Dich negativ ausfallen, dann geht es halt weiter.

Ich kann berichten, ich habe gerade meine Klage gewonnen gegen das VA. Ich bin nicht Kaja allmächtig und Kaja allwissend und Kaja perfekt - aber ich bin durch mit meinem Ziel.

Wir müssen jetzt eh warten wie es bei Dir läuft, welches Ergebnis kommt - bist Du nicht zufrieden, dann melde Dich gerne, ich werde versuchen Dir zu helfen. Klar eine Garantie kann ich nicht geben - halt nur meine Strategie welche mich zum Erfolg geführt hat.

Super ist es natürlich, wenn Du nicht weiter kämpfen musst und Dein Begehren erfüllt wird.

Melde Dich, wenn es einen neuen Stand der Sachlage gibt - egal wie sie ist.

Viele Grüße

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Re: Verschlimmerungsantrag

Beitragvon samson2003 » So 22. Mai 2016, 16:07

Kurz mal wieder eine Zusammenfassung.

Bis heute habe ich nichts gehört vom VA. Aber die Hoffnung habe ich nicht aufgegeben.
Zwischenzeitlich habe ich einen richtig fiesen Schub bekommen und Simponi hat nicht mehr geholfen. Vor 2Tagen habe ich dann die erste Inflectra ( Remicade} Infusion bekommen. Naja, eine Besserung ist noch nicht eingetreten, wie soll auch.

Werde mich wieder melden, wenn ich etwas weiss.

Liebe Grüße
Claudia
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Re: Verschlimmerungsantrag

Beitragvon samson2003 » Mo 23. Mai 2016, 16:54

So, heute habe ich einen Bescheid bekommen.

Das VA hat mir 50% zugesprochen bis 5/19.

Liebe Grüße
Claudia
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