Zwei Aufforderungen zum Gutachter

Schwerbehinderung, Rente, Kur etc. Austausch unter Betroffenen. Hier erfolgt keine Beratung durch den AK Sozialrecht!
Ralf F
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Zwei Aufforderungen zum Gutachter

Beitrag von Ralf F »

Hallo nach erster Ablehnung einer EM-Rente ist nach Wiederspruch ein Untersuchungsauftrag der Begutachtungsstelle der Rentenversicherung erteilt worden. Diesen Termin
habe ich noch nicht. Jetzt hat mir die Krankenkasse (2Tage später) eine Einladung zur Sozialmedizinischen Beratung/Untersuchung beim MDK zugeschickt . Dieser Termin ist
recht kurzfristig Samstag per Post die Einlaung für Mittwoch.Wie soll ich darauf reagieren hat da jemand Erfahrung.

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Thilo
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Re: Zwei Aufforderungen zum Gutachter

Beitrag von Thilo »

Ralf F hat geschrieben:Hallo nach erster Ablehnung einer EM-Rente ist nach Wiederspruch ein Untersuchungsauftrag der Begutachtungsstelle der Rentenversicherung erteilt worden. Diesen Termin
habe ich noch nicht. Jetzt hat mir die Krankenkasse (2Tage später) eine Einladung zur Sozialmedizinischen Beratung/Untersuchung beim MDK zugeschickt . Dieser Termin ist
recht kurzfristig Samstag per Post die Einlaung für Mittwoch.Wie soll ich darauf reagieren hat da jemand Erfahrung.
Hallo Ralf,

das sind zunächst einmal zwei paar Schuhe.

Der Gutachter der Rentenversicherung wird im Ergebnis eine Aussage zu deiner Leistungsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt im rentenrechtlichen Sinne treffen.

Der Medizinische Dienst der Krankenkassen (MdK) soll im Auftrag deiner Krankenkasse zu deiner aktuellen Arbeits(un)fähigkeit Stellung nehmen. Hier geht es eher um eine weitergehende Krankengeldzahlung, etc., pp.

Auch wenn die Einladung zu dem MdK-Termin recht kurzfristig erfolgt, solltest du hingehen. Hier hast du auch eine Mitwirkungspflicht. Es sei denn, dem stehen dringende persönliche Gründe entgegen. In diesem Fall wird die Krankenkasse bestimmt über eine kurzzeitige Terminverschiebung mit sich reden lassen.

Einen schönen Sonntag wünscht dir

Thilo

Ralf F
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Re: Zwei Aufforderungen zum Gutachter

Beitrag von Ralf F »

Danke nun habe ich im Netz gelesen das durch die Begutachtung durch den MDK der KK mein Dispositionsrecht verloren geht und die KK mich aus der Krankengeldzahlung entlassen kann und mich der Rentenversicherung zuschiebt . Jetzt frag ich mich natürlich ist die nahtlosigkeit von Krankengeld zu Rente/Übergangsgeld gegeben?
Als Familienvater ist dies eine Exestenzielle frage.

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neptun
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Re: Zwei Aufforderungen zum Gutachter

Beitrag von neptun »

Hallo Ralf,

ich möchte ergänzen.
Eigentlich gehe ich davon aus, die KK weiß von dem Rentenantrag. Trotzdem gibt es Nachfragen, wie sie in einer Veröffentlichung

Anleitung zur
sozialmedizinischen Beratung und
Begutachtung bei Arbeitsunfähigkeit
(ABBA 2004)

http://www.mdk.de/media/pdf/BGA_ABBA_2004.pdf

auf Seite 100 meines Wissens erstmalig standen, dann erneuert wurden durch diese Veröffentlichung von 2011:

http://www.mds-ev.de/media/pdf/BGA-AU_2011-12-12.pdf

Ich denke, alles, was der MDK Dich fragen kann oder wird, das sind Deine Einschätzungen zu Deiner Krankheitssituation und den Folgen daraus für Deine Arbeitsunfähigkeit auf der konkreten Arbeitsstelle, die Du zur Zeit hast.

Sicher kannst und solltest Du Dich zu konkreten Fragen der Anforderungen Deiner Arbeitsstelle äußern.

Was aber gar nicht Deine Sache ist und weshalb ich hier schreibe, die Einschätzung Deiner Krankheit und die daraus resultierende AU, die obliegt nur Deinem behandelnden Arzt. Er hat Dich AU geschrieben aus Gründen, die ganz allein er zu vertreten hat. Er hat die Verantwortung. Niemand sonst. Damit ist er aber auch alleiniger Ansprechpartner des MDK, was diese Sache angeht, wenn die KK damit ein Problem hat.

Äußerst Du Dich zu Spekulationen, wie lange es wohl noch dauern wird, bis Du arbeitsfähig bist, ob Du nicht noch weitere Medikamente nehmen kannst, ob Du alles für die Genesung tust, es ist nicht deine Entscheidung, Deine Verantwortung und Du begibst Dich auf dünnes Eis, fällst womöglich dem Arzt in den Rücken. Er hat die Einschätzung zu Deiner Arbeitsfähigkeit getroffen und vertritt sie mit weiteren gelben Zetteln oder Auszahlungsscheinen an die KK.
Soll sich der MDK doch an den behandelnden Arzt mit solchen Fragen wenden.

Mag sein, sie wollen Dich zur Reha schicken, falls Du noch nicht da warst. Das können sie zwar nicht selbst, aber über den Umweg der DRV. Es wäre auch der einzige Weg, Dich vorzeitig aus der Krankengeldfortzahlung zu bekommen. Da Du aber den Rentenantrag schon gestellt hast, wäre dies ins Leere gelaufen. Das Dispositionsrecht brauchen sie diesbezüglich ja gar nicht mehr auszuüben.
Kommst Du aus dem KG-Bezug, dann mußt Du Dich umgehend beim Arbeitsamt melden, um ALG I im Rahmen der Nahtlosigkeitsregelung des § 125 SGB III zu bekommen. Selbst, wenn man eine Arbeitsstelle hat, muß man dort hin und bekommt das ALG I längstens nach den persönlichen Ansprüchen. Ist das Rentenverfahren dann noch nicht positiv beschieden, dann geht es ans Eingemachte, weil dann nur noch Geld in Höhe der Grundsicherung gezahlt wird.
Die AA kann einen auch nicht zu Vermittlungsversuchen zwingen, weil die Entscheidung über die Erwerbsfähigkeit durch die DRV ja noch nicht getroffen wurde. Damit ist die untergeordnete AU auch in der Schwebe. Und Dein Arzt kann Dich im Zweifelsfall auch weiterhin AU schreiben.

LG Neptun

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Thilo
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Re: Zwei Aufforderungen zum Gutachter

Beitrag von Thilo »

Hallo Ralf,

du strebst doch im Widerspruchsverfahren eine Erwerbsminderungsrente an. Über die Höhe einer möglichem EMR wirst du dir im Klaren sein.

In der Regel ist das Krankengeld wesentlich höher als die zu erwartende EMR. Aus diesem Grund versuchen Versicherte so lange wie möglich Krankengeld zu beziehen. Dem entgegen steht das Bestreben der Krankenkasse den Versicherten so schnell wie möglich von der Zahlliste zu bekommen und einem anderen Leistungsträger zuzuschieben; das nennt man "Verschiebebahnhof" ;) .

In einem solchen Fall sollte man gut aufpassen, welche Aussagen man bei der Krankenkasse trifft und welche Papiere man gar unterschreibt.

Ingesamt schiebt man das Problem aber beständig vor sich her. Nach 78 Wochen Krankengeldzahlung ist definitiv Schluss. Ich kenne ganz wenige Versicherte, die über den vollen Zeitraum KG bezogen haben. In den allermeisten Fällen wird von den KK mächtig "Druck" aufgebaut, dem man dann schwer standhalten kann.

Hier nochmal ein Link zum Thema "eingeschränktes Dispositionsrecht":

http://www.deutsche-rentenversicherung- ... SGB6_116R5

Gruß

Thilo

Tanzmaus1
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Re: Zwei Aufforderungen zum Gutachter

Beitrag von Tanzmaus1 »

Hallo Ralf,

das ist für mich sehr interessant. Ich befinde mich auch im Widerspruchsverfahren gegen die Ablehnung der EM. Bei mir wurde auch der Medizinische Dienst der Krankenkasse eingeschaltet. Ich wurde aufgefordert eine Reha zu beantragen da meine Arbeitsfähigkeit stark gefärdert ist. Sollte der MD mal der Rentenversicherung mitteilen. ;) Da ich bereits einen Rentenantrag gestellt habe, was der Krankenkassse auch bekannt war, bekam ich nach einem längeren Telefonat mit dem Verantwortlichen ein Einschreiben mit Rückantwort von der Krankenkasse. Ich darf meinen Rentenantrag nicht mehr zurückziehen. Sonst ist das Krankengeld gefährdet. Will ich ja auch gar nicht.

Herzliche Grüße
Tanzmaus

Ralf F
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Re: Zwei Aufforderungen zum Gutachter

Beitrag von Ralf F »

Hallo ja der KK ist bekannt das ein EM-Antrag gestellt wurde , ihr ist auch bekannt das ein Gutachtertermin anberaumt wurde daher wundere ich mich nur das die KK nun auch noch einen Gutachter beauftrgt hat. Krankengeld läuft seit Januar . Naja geh ich halt hin hab ja nichts zu verbergen. Habe erst vor zwei Wochen ne OP wegen einem Narbenbruch gehabt , auch das ist der KK bekannt. wir werden sehen. Danke für die Reaktionen

Ralf F
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Re: Zwei Aufforderungen zum Gutachter

Beitrag von Ralf F »

Hallo
war dann heute beim MDK der KK eigentlich alles ok gelaufen glaube ich .
Nach Aussage des Gutachters erst mal AU bis Krankengeldende ,für meine letzte Tätigkeit unter 3h also nicht mehr fähig allerdings macht er keine weitere Leistungsbeurteilung das möchte er dem Gutachter der DRV überlassen da er wusste das dort ein Termin anberaumt wird. Was immer das heißen mag .Der ganze Termin hat eine Stunde gedauert kurzes Gespräch über meine Leiden dann die üblichen Sachen Blutdruck Puls Reflexe und Turnübungen . Zum Schluss noch fragen zu meinem jetzigen Arbeitsplatz fertig. Eigentlich , nach kurzem überlegen , bin ich nach dem Termin genauso Schlau wie vorher und weiß immer noch nicht wie es weiter geht . Jetzt hoffe ich das der Termin von der DRV so schnell wie möglich kommt.

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neptun
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Re: Zwei Aufforderungen zum Gutachter

Beitrag von neptun »

Hallo Ralf,

was erwartest Du?
Der Gutachter hat doch gesagt, er befürwortet die weitere Zahlung von Krankengeld.
Daß er sich nicht zur Erwerbsfähigkeit äußert, ist doch vollkommen klar. Es ist nicht Sache des MDK oder der KK, dies zu tun. Es ist alleinige Sache der DRV.

Mein Antragsverfahren bis zur Ablehnung lief 4 Monate, mein Widerspruchsverfahren lief 10 Monate bis zur Ablehnung. Und insgesamt dauerte es 2 1/2 Jahre, bis ich vor dem Sozialgericht gewann. Das war vor 11 Jahren und heute dürften die Gerichtsverfahren noch länger dauern durch Hartz IV. Und an die Nerven geht solch existentielles Verfahren allemal, wie auch immer mal wieder Posts im Forum belegen. Da springen sogar manche Antragsteller nach einiger Zeit auch wieder ab.

Ich denke, Du wirst Dich noch in Geduld üben müssen. Schließlich geht es um eine weitreichende Entscheidung. Ich hoffe, auch von Deiner Seite war sie gut überlegt. Denn es gibt eine Menge Veränderungen, solltest Du die EMR wirklich bekommen.

Berichte gerne weiter, wie sich Dein Verfahren entwickelt.

LG Neptun

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Thilo
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Re: Zwei Aufforderungen zum Gutachter

Beitrag von Thilo »

Ralf F hat geschrieben:.....erst mal AU bis Krankengeldende
Ralf F hat geschrieben: Eigentlich ...... bin ich nach dem Termin genauso Schlau wie vorher und weiß immer noch nicht wie es weiter geht.
Hallo Ralf,

da ist doch zumindest von Seiten des MdK eine klare Ansage!

Wie geht es jetzt weiter? Entweder stellt die RV im laufenden Widerspruchsverfahren nun eine Erwerbsminderung fest, oder aber du wirst ggf. in ein weitergehendes Sozialgerichtsverfahren "gedrängt" um deine Ansprüche auch durchzusetzen.

Ich hoffe, dass du einen versierten Rechtsbeistand zur Seite hast, der das Rentenrecht und die Verfahrensabläufe kennt, auch "zwischen den Zeilen" lesen kann und der in der Lage ist eingehende Bescheide auf ihre Vollständigkeit und Richtigkeit zu überprüfen. Aktuelle medizinische Atteste, welche die Schwere deiner Erkrankungen belegen bzw. ein Fortschreiten der Erkrankun(en) dokumentieren, dürften deiner Widerspruchsbegründung beigelegen haben?

Nun solltest du dich auf den Gutachterbesuch beim GA der RV gut vorbereiten. Ich wünsche dir alles Gute, vor allem gute Nerven.

Thilo

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