Reha Bad Brückenau

Schwerbehinderung, Rente, Kur etc. Austausch unter Betroffenen. Hier erfolgt keine Beratung durch den AK Sozialrecht!

Re: Reha Bad Brückenau

Beitragvon Panter » Sa 3. Mär 2018, 07:02

Hallo Mirja,

ich war schon 2x in Bad Brückenau. Das letzte Mal Nov. 2015.

Wenn Du Fragen hast, dann kannst Du dich gerne bei mir melden.

LG
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Re: Reha Bad Brückenau

Beitragvon Mirja » Fr 9. Mär 2018, 15:45

Hallo alle zusammen,

ich werde schon am Dienstag, 13.03. meine Reha in Bad Brückenau antreten.
Auf jeden Fall bekommt ihr in der Woche danach eine Zusammenfassung von mir.

Ich habe noch sehr viel vorab zu erledigen :roll: ... und hoffe, dass ich dort Ruhe und Erholung finde.

Bis dahin - alles Liebe für euch,

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Meine Reha-Erfahrung in Bad Brückenau

Beitragvon Mirja » Mi 11. Apr 2018, 12:53

Hallo in die Runde,

ich war vier Wochen zur Reha in der Hartwaldklinik in Bad Brückenau, Staatsbad.
Möchte euch gerne meine Erfahrung hierzu mitteilen.

Insgesamt war ich mit der Betreuung dort sehr zufrieden (Empfang, Küchenpersonal, Stationsschwestern, Therapeutenteam).

Die Klinik liegt im Ortsteil Staatsbad, wo es einen prunkvollen Fürstenhof, einige Hotels, Lokale und Cafés, ein Fahradmuseum, eine Wandelhalle mit Wasser aus verschiedenen Quellen gibt. Alles ist liebevoll angelegt und man kann große oder kleinere Runden laufen. Der Weg nach Bad Brückenau führt entweder durch den Wald oder durch Wiesen. Den Bus kann man mit der Gästekarte ebenfalls kostenlos nutzen. In Bad Brückenau haben leider viele Lokale und Geschäfte geschlossen, schade. Dennoch bin ich oft in die Stadt gelaufen, um einen Kaffee zu trinken. Meist habe ich dort Mitpatienten getroffen.

Die UNTERBRINGUNG war auf Station 5 - ein 6-stöckiges Nebengebäude, direkt am Wald gelegen. Mein Zimmer bzw. Appartement war geräumig, das Bett war gut, eher hart, die Aussicht vom Balkon ging direkt in den Wald (sehr beruhigend), das Bad bzw. die Dusche war klein, aber es war alles vorhanden, was man braucht. Man hatte sehr viel Platz zum Verstauen des Gepäcks, eine Garderobe, einen Schreibtisch, Safe, Kofferschrank.
Die Stationsschwester kümmerte sich mit viel Herz um die Patienten und es wurde auf alle Anfragen und Bedürfnisse eingegangen.

Die VERPFLEGUNG ist auf CED ausgelegt. Entsprechend gibt es viele Gemüse, alles wird gegart (auch die Gurken für den Salat .. :) ..). Mir hat es immer sehr gut geschmeckt und ich konnte - unter anderem in der Lehrküche - lernen, wie ich mich während eines Schubs schonender ernähren kann.
Besonders hervorzuheben ist auch die Freundlichkeit des Küchenpersonals.
Zu den Mahlzeiten kann man sich Tee kochen oder Wasser zapfen. Zum Frühstück gibt es Filterkaffee, Brötchen, Wurst, Käse, Honig, Marmelade, Quark, Yoghurt.
Ein Obstkorb steht immer bereit. Die Küchenfrauen geben auf Nachfrage auch Bananen aus. Diese habe ich gebraucht, wenn ich z. B. schon morgens um 7 Uhr Gymnastik hatte und erst danach frühstücken konnte.
Es gibt immer ein vegetarisches Hauptgericht als Alternative. Zweimal pro Woche gab es Fisch. Kartoffeln gab es immer, wenn man nachgefragt hat (z. B. anstelle von Spätzle oder Ebly). So konnte man sich auch sein Wunschmenu zusammenstellen.
Abends gab es Brot mit Käse- u. Wurstaufschnitt, Brotaufstriche, Yoghurt und ein Salatbuffet.
Um Trinkwasser zapfen zu können, kauft man gleich zu Beginn der Reha eine Flasche, die man auf der Station bzw. an der Rezeption füllen kann.

Ich hatte viele ANWENDUNGEN, was auch mein Wunsch war (u. a. Ergometer, Walker, Muskeltraining, Fango, Hydrojet, Bewegungstherapie/Gymnastik sowie Bewegungstherapie im Schwimmbad, Progressive Muskelentspannung, Gruppe: Stressbewältigung).
Da nicht alle Vorträge am Nachmittag für mich interessant waren, bin ich des öfteren wandern gegangen. Man findet schnell Anschluss. An den Abenden kann man das Bewegungsbad, Walker oder Ergometer nutzen oder den Fitness-Raum (sofern man eine Einführung hatte). Bis 16 Uhr steht auch ein Kneipp-Becken zur Verfügung.
Auch an Ostern hatte ich Samstag und Montag jeweils einen Sporttermin. Ansonsten ist die Planung auch manchmal etwas ungeschickt (zu viele sportliche Aktivitäten an einem Vormittag, an einem anderen Tag nur Gruppe und Vortrag oder den Abschlusstermin Progr. Muskelentspannung nicht auf dem Plan - aber: auch das kann man in einer täglichen Sprechstunde zur Therapieplanung sowie bei der Stationsschwester anbringen).
Mir hat es etwas gebracht und ich konnte meine körperliche Fitness steigern.

Leider hatte ich bezüglich der ÄRZTLICHEN BETREUUNG etwas Pech. Die Ärztin, bei er ich meine ausführliche Aufnahmeuntersuchung mit Gespräch hatte, habe ich danach nicht mehr gesehen. Eine Vertretungsärztin hatte entsprechend viele Patienten und die beiden Visiten, die ich bei ihr noch hatte, haben nur wenige Minuten gedauert. Ich schiebe es darauf, dass dies wahrscheinlich durch einen Krankeitsfall so unglücklich gelaufen ist.
Mein Calprotectin-Wert war im Normalbereich während des Aufenthalts.
Ein kleiner Ausgleich dafür war das Arzt-Patienten-Seminar gegen Ende des Aufenthalts. Ein Arzt ist auf Fragen der Patienten eingegangen und hat viel erklärt. Auch bei den Vorträgen zu den medizinischen Aspekten konnte ich Neues zur CED lernen.
Insgesamt tat auch der Austausch mit ebenfalls Betroffenen sehr gut. Die Altersstruktur ist sehr gemischt - es waren eher wenige ältere Patienten (Rentenalter) vertreten.

Ich hatte Internet gebucht und an meinem Notebook abends ab und zu einen Film gestreamt. Auch kann man unter Anleitung das Korbflechten lernen, orientalischen Tanz üben (war lustig) oder Tischkicker, Billard etc. spielen. Das WLAN ist ausbaufähig ... :D. Aber oft war ich auf zufrieden mit der Ruhe in meinem Zimmer, nachdem ich den ganzen Tag über aktiv und mit vielen Menschen zusammen war.
Zu Anfang hatte ich viel Schnee und Regen, die letzten drei Tage waren eher warm und das Café/Kiosk hat draußen Stühle und Tische aufgestellt.

Falls jemand Fragen hat, weil eine Reha in Bad Brückenau ansteht, beantworte ich diese gerne.

Viele Grüße,
Mirja
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Re: Reha Bad Brückenau

Beitragvon Kaja » Mi 11. Apr 2018, 21:04

Hallo Mirja,

hab lieben Dank für Deinen Reha-Bericht.

Der hilft sicherlich anderen und auch mir um mal etwas zu überblicken wie sich eine Reha inhaltlich gestaltet.

Du schreibst "Mein Calprotectin-Wert war im Normalbereich während des Aufenthalts."

Wie häufig wurde der kontrolliert? Bei der Aufnahme und dann in der "regulären Mittelzeit" der Reha? Oder wie genau?

Wie häufig wurde Dein Blutbild bestimmt (gerade die Entzündungsparameter)?

Wollte man Dich spiegeln?

Viele Grüße

Kaja
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Re: Reha Bad Brückenau

Beitragvon Mirja » Do 12. Apr 2018, 20:12

Hallo Kaja,

der Calpro-Wert wurde nur einmal bestimmt, in meiner zweiten Reha-Woche. Das geht alles irgendwie "automatisch" - Stuhlröhrchen liegt auf dem Zimmer mit einem Zettel, die Probe im Stationszimmer abzugeben. Beim letzten (wie beschrieben "kurzen") Gespräch mit der Ärztin sagte sie, dass dieser im Normbereich lag.
Deshalb hat sie gemeint, es würde reichen, wenn ich 1 x 1200 Mezavant nehme, täglich ein Claversal Zäpfchen und zweimal pro Woche Salofalk Klysma 2 g. So würden alle Stellen erreicht werden.

Blut wurde auch abgenommen bei der Aufnahmeuntersuchung.
Rückfrage bei der Schwester ergab, dass die Ärztin das nur anspricht, wenn etwas nicht in Ordnung ist. Anscheinend waren alle Werte gut.

Da ich einen Bericht der letzten Spiegelung aus 2017 mit hatte, wurde keine vorgenommen. Aber bei anderen Patienten schon, wenn längere Zeit vergangen war oder andere Beschwerden auftraten.

Während der Reha haben die Gelenkschmerzen von den Ellenbogen auf die rechte Hüfte gewechselt (passiert mir öfter .. mal die Fußgelenke, mal die Schulter ... ), was ich dann auch bei der Kurzvisite angesprochen hatte. Aber da ich Arcoxia 90 dabei hatte und es offensichtlich außer Schmerzmitteln keine Therapie dafür gibt, war auch dieses Thema schnell abgehandelt.

Schöne Grüße,
Mirja
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