Morbus Crohn und PKV (v.a. DEBEKA)

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MCröhnchen
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Morbus Crohn und PKV (v.a. DEBEKA)

Beitrag von MCröhnchen »

Hallo ihr lieben,

ich bin ein Forumsneuling und hätte direkt eine Frage:
Ich habe vor kurzem, nach langem Kampf mit dem Amtsarzt, die Zusage für eine Stelle mit Verbeamtung erhalten. So, nun stellt sich mir die Frage nach der Versicherung. Grundsätzlich hätte ich die Möglichkeit, mich privat oder gesetzlich zu versichern. Bei der gesetzlichen Krankenversicherung müsste ich die Kosten alleine tragen, was so ca. 900€ pro Monat wären. Hinzu würden dann noch die Kosten für meine jährliche Hautkrebsvorsorge und 2x jährlich Zahnreinigung erfolgen, welche die GKV nicht übernimmt. So weit also ziemlich wenig verlockend.

Bezüglich der PKV habe ich mich nun soweit schlau gemacht, dass ich über die Öffnungsaktion mit 30% Risikoaufschlag problemlos hinein kommen könnte. Insbesondere bietet die DEBEKA neben dem Grundtarif auch für chronisch Vorerkrankte darüber hinaus den "kleinen" Beihilfeergänzungstarif an (BG). Mit der PKV wäre ich von den Beitragskosten her natürlich deutlich günstiger dran, da in diesem Fall die 50%ige Beihilfe greift.

Jetzt meine Frage an euch: Ich habe ziemlich Schiss mich mit einer privaten Krankenversicherung in starke finanzielle Nöte zu bringen, wegen evtl verzögerten Zahlungen von Behandlungen, Medikamenten, etc. Morbus Crohn ist ja leider Gottes keine sehr billige Krankheit :roll: Deshalb würde ich gerne wissen, ob es Leute unter euch gibt, die privat versichert sind und wie eure Erfahrungen damit sind (vllt. sogar mit der DEBEKA)? Muss man sich da als chronisch erkrankter Sorgen machen? Lohnt es sich, die finanziell günstigere Option der PKV zu wählen? Oder wäre ich vielleicht doch besser mit der GKV aufgehoben, obwohl die Beitragssumme echt massiv ist? Ist halt doch eine Enscheidung fürs Leben, weshalb ich da noch ziemlich am Grübeln bin. War bisher immer gesetzlich bei der Techniker und da auch sehr zufrieden. Wäre der hohe Beitragssatz nicht, würde ich auch sofort dort bleiben, aber 900€ sind halt schon eine Hausnr...

Vielen Dank schonmal
MCröhnchen

Konrad
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Re: Morbus Crohn und PKV (v.a. DEBEKA)

Beitrag von Konrad »

Hallo MCrönchen,

ist es nicht so, dass Du als verbeamtete eh noch Beihilfe kriegst? Ich kenne mich im Beamtenrecht nicht so recht aus, da nicht betroffen, aber ich habe noch nie von einem Beamten gehört, der gesetzlich versichert wäre. Als Beamter auf Lebenszeit ist wohl die PKV das Mass der Dinge.

Zitat: Jetzt meine Frage an euch: Ich habe ziemlich Schiss mich mit einer privaten Krankenversicherung in starke finanzielle Nöte zu bringen, wegen evtl verzögerten Zahlungen von Behandlungen Zitat Ende

Man kann sich immer ja, IMMER mit dem Rechnungssteller einigen, da der die Nöte der PKV-Versicherten auch kennt. Ich bin seit 1987 privat versichert, und hatte bei "höheren" Rechnungen noch nie Probleme, die stunden zu lassen, bis die PKV die erstattet hatte. Bei Unstimmigkeiten in der Höhe der Rechnung, was durchaus vorkommt, habe ich die Parteien das mit sich selber "ausfechten" lassen. Kommunikation ist da alles.

Ich finde, als Beamter/Beamtin tust Du Dir nichts Gutes, wenn Du GKV bleibst

LG Konrad

P.S.: Mich wundert, dass sich zu dem Thema noch kein Beamter geäußert hat
Timschal

MCröhnchen
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Re: Morbus Crohn und PKV (v.a. DEBEKA)

Beitrag von MCröhnchen »

Hey Konrad,

vielen Dank für deine Antwort, das hilft mir schonmal sehr.

Ja genau. Also 50% meiner Kosten übernimmt die Beihilfe. Das finde ich auch relativ beruhigend, dass ich mich nur bezüglich der anderen 50% mit der PKV streiten müsste. Alle Beamten, die ich kenne sind auch bei der PKV. Da ist nur leider keiner mit chronischen Erkrankungen dabei, die sind bislang (Gott sei Dank) alle recht jung und fit unterwegs :)

Ich finde es auch sehr beruhigend, dass Stundungen in der Regel unproblematisch möglich sind und man die Parteien da auch vieles untereinande klären lassen kann. War bislang nur in der GKV und kenn mich mit den Abläufen in der Praxis deshalb nicht ganz so gut aus und im Internet findet man ja meistens nur Horrorberichte.

Brigitte
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Re: Morbus Crohn und PKV (v.a. DEBEKA)

Beitrag von Brigitte »

Hallo MCröhnchen,

ich bin Beamtin und mit meiner colitis in die PKV (Debeka) beihilfetrafimäßig versichert. Bei mir war vor 40 Jahren kein Eintritt in die gesetzliche Krankenversicherung möglich.

Viele Grüße
Brigitte

HankMoody
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Re: Morbus Crohn und PKV (v.a. DEBEKA)

Beitrag von HankMoody »

Hallo MCröhnchen,

Ich bin als Beamter auch bei der Debeka zu 50% versichert (50% Beihilfe) und hatte mit meiner Colitis in den letzten 6 1/2 Jahren keinerlei Probleme.

Medikamente und Arztrechnungen wurden problemlos und ohne jegliche Nachfrage komplett übernommen und relativ schnell nach Einweisung der Rechnungen überwiesen (ca. 7-10 Tage nach Eingang). Hatte da wirklich noch keine einzige Nachfrage oder Probleme mit der Übernahme einzelner Posten.

Der Beitrag hält sich trotz des 30%igen Risikoaufschlags dank der 50%igen Beihilfe in Grenzen und ist nur ein Bruchteil des von dir genannten Betrags für eine freiwillige Versicherung in der GKV. Einziger „Nachteil“ ist, dass du insbesondere bei den Medikamenten in der Apotheke als Privatversicherter in Vorkasse gehen musst und das - je nach Medikament - schon mal ein größeres Loch ins Konto reißen kann.
Speziell bei den Biologicals war ich zu Beginn der Behandlung mal kurz 2000€ innerhalb von 4 Wochen „los“. Konnte dann aber mit meiner Apotheke vereinbaren, dass ich die Medikamente auf Rechnung bekomme und bezahle, sobald die Überweisungen von der Debeka und der Beihilfe (die in meinem Bundesland gerne auch mal 3-4 Wochen bis zur Überweisung benötigt) auf meinem Konto waren. Für eventuelle Operationskosten oder Krankenhausaufenthalte kann für viele Dinge eine direkte Verrechnung des Rechnungsstellers mit der Versicherung/Beihilfe vereinbart werden.

Seit 2 Jahren bin ich Stomaträger und habe auch da mit meiner benötigten Stomaversorgung keinerlei Probleme, weder mit „was“ ich bestelle und „wie oft“ ich was benötige. Laut meiner Stomatherapeutin hab ich sogar den Vorteil, dass ich Dinge wie Pflasterentfernerspray erstattet bekomme, die laut ihr von der GKV teilweise nicht übernommen werden.

Ich würde dir auch jederzeit dazu raten, zur PKV zu gehen (persönlich kann ich auch die Debeka empfehlen, aber da gibt es bestimmt auch konträre Mwinungen), auch wenn du als chronisch Kranker damit etwas mehr „Verwaltungsaufwand“ mit den ganzen Rechnungen und Rezepten hast als ein kerngesunder Mensch ;)
Mittlerweile geht das aber alles digital per App auf dem Smartphone und man muss keine seitenlangen Vordrucke mehr von Hand ausfüllen und zur Post bringen :)

LG
HankMoody

MCröhnchen
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Re: Morbus Crohn und PKV (v.a. DEBEKA)

Beitrag von MCröhnchen »

@HankMoody

Danke dir für deinen Beitrag! Das klingt ja sehr positiv. Ist auf jeden Fall schön auch von guten Erfahrungen mit der PKV zu hören :)
Dass man die Medikamente u.U. auch auf Rechnung von der Apotheke erhalten kann, ist auf jeden Fall gut zu wissen und etwas beruhigend.

Navigator
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Re: Morbus Crohn und PKV (v.a. DEBEKA)

Beitrag von Navigator »

Hallo zusammen,

ich habe diesen Thread mit großem Interesse gelesen, wie alle von der Debeka und der 50% Beihilfe schwärmen. Dies ist für mich nicht nachvollziehbar...

Ich selber bin zwar kein Beamte, komme aber aus der Versicherungsbranche. Ich bin Versicherungsmakler, der im Auftrag des Kunden den optimalen Schutz für diesen aussucht. Hierbei habe ich schon oft Beamten die Fallstricke der Debeka gezeigt, die sich im Kleingedruckten verstecken. Die Folge war, dass die Beamten von der Debeka Abstand genommen haben, da sie nicht so leistungsfähig ist wie es von den Vertretern der Debeka verkauft wird.

Als Beispiel:
Ich benötige eine neue Brille, die 300,00 € kosten soll. Würden diese Kosten komplett von der Debeka und der Beihilfe übernommen werden oder müsste ich einen gewissen Anteil der Kosten selbst tragen, da sie nicht übernommen werden?
Hier wäre ich auf eure Antworten gespannt.

Dies ist nur eines von vielen Beispielen mit denen ich die Beihilfe der Debeka auseinander nehmen kann.

Wenn ihr weitere Fragen habt, sprecht mich an. Euch zeige ich gerne die Nachteile der Debeka Beihilfe auf.

Viele Grüße
Navigator

Konrad
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Re: Morbus Crohn und PKV (v.a. DEBEKA)

Beitrag von Konrad »

Hallo,

in einem anderen Thread habe ich empfohlen, sich fachliche (unabhängige) Hilfe zu holen. Niemand hat die Zeit oder den Sachverstand, für sich das Optimum herauszuholen:

Zitat:
Jeder kann sich die Bausteine, die er benötigt, zusammenstellen. Dabei hilft sogar ein unabhängiger Berater. Z.B.könnte ich mir persönlich durchaus vorstellen, auf die Hebammenleistung verzichten zu können ;-). Brille/Zahnersatz, ... muss jeder für sich entscheiden. Treibt die Kosten natürlich nach oben, aber z.B.beim Zahnersatz steht man bei der GKV ja ziemlich im Regen
Zitat Ende

Wenn die Bausteine mit Bedacht gewählt wurden, hat eine PKV durchaus Vorteile

Zum Beispiel Brille von Dir Navigator: In meinem Tarif bekomme ich alle 2 Jahre einen Zuschuss von 200,-€ für eine neue Brille. D.h.: Ich müsste nach Deinem Rechenbeispiel 100,-€ selber tragen. Ich benutze die Brillen allerdings wesentlich länger (die sind auch teurer wg.Gleitsicht). Durch meine Medikamentenerstattung, viel besseren Zahnersatz, bessere stationäre Versorgung, ... werden die Mehrkosten für eine Brille, die ich u.U.auch noch von der Steuer absetzen kann, mehr als ausgeglichen

LG Konrad

P.S.: Ich bin nicht bei der Debeka versichert, kenne nur die Struktur in meiner PKV halbwegs
Timschal

Konrad
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Re: Morbus Crohn und PKV (v.a. DEBEKA)

Beitrag von Konrad »

Hmmm

stutzig geworden wg.
Navigator hat geschrieben:
Fr 7. Aug 2020, 23:07
Wenn ihr weitere Fragen habt, sprecht mich an. Euch zeige ich gerne die Nachteile der Debeka Beihilfe auf.
Debeka und Beihilfe sind doch zwei verschiedene Schuhe, oder sehe ich das falsch? Das eine sollte die PKV sein, das andere der Zuschuss vom Staat, um die PKV-Beiträge zu minimieren, oder nicht?

LG Konrad
Timschal

Navigator
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Re: Morbus Crohn und PKV (v.a. DEBEKA)

Beitrag von Navigator »

Hallo Konrad,

ich stimme dir zu, dass ich mich da gestern etwas unglücklich ausgedrückt habe. Ich meinte statt Beihilfe den Beihilfeergänzungstarif der Debeka.

Bei dem ganzen Dschungel von verschiedenen Bedingungen etc. ist es ohne eine fachliche Hilfe, die unabhängig ist, schwierig für sich das Optimum herauszuholen. Daher wurde vor einiger Zeit der DCCV das Angebot gemacht für die Mitglieder ein Kollektiv aufzusetzen mit speziell auf die Bedürfnisse der Mitglieder zugeschnittenen Konzepten, die z. B. vereinfachte Gesundheitsfragen etc. enthalten hätten. Leider wurde dies vom Vorstand und der Delegiertenversammlung abgelehnt. Somit darf sich jedes Mitglied einzeln rumärgern und erhält wegend er CED einen Risikozuschlag.

Die Brille war ein mögliches Beispiel, man könnte jetzt auch weiter gehen zu der stationären Behandlung vom Chefarzt oder wenn man möglicherweise mal einen Rohlstuhl oder ähnliches braucht.

Viele Grüße
Navigator

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