Anamnesebogen für Einstellungsuntersuchung

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SJ2013
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Anamnesebogen für Einstellungsuntersuchung

Beitrag von SJ2013 »

Hallo zusammen!

Ich fange nächste Woche einen neuen Job an. Den bekomme ich allerdings nur, wenn ich vorab eine Einstellungsuntersuchung beim Betriebsarzt mache, die ich natürlich "bestehen muss".
Gestern bekam ich den Termin für die Untersuchung beim Betriebsarzt zuschickst inklusive einem Anamnesebogen, den ich ausgefüllt zum Termin mitbringen soll. Den Bogen muss ich unterschreiben und die Richtigkeit meiner Angaben bestätigen. Der Bogen unterliegt der ärztlichen Schweigepflicht. Der Bogen fragt nach Erkrankungen/Risikofaktoren und Art der Erkrankung sowie dem Zeitpunkt. 2017 würde bei mir eine Pancolitis festgestellt. Allerdings bin ich seit 2 Jahren in Demission. Ich bin mir unsicher, ob ich die Colitis und die Medikation angeben muss bzw. ob mir rechtliche Konsequenzen entstehen, wenn ich es verschweigen bzw. lüge. Hat jemand schon eine ähnliche Situation erlebt?
Danke euch.

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Thilo
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Beiträge: 1058
Registriert: Sa 22. Dez 2012, 21:17

Re: Anamnesebogen für Einstellungsuntersuchung

Beitrag von Thilo »

Hallo SJ2013,

lügen und Verschweigen wäre hier nicht ratsam. Schlimmstenfalls könnte später das Zustandekommen des Arbeitsvertrages wegen arglistiger Täuschung angefochten werden.

Viele Sorgen sind unbegründet, sofern du befürchtet, dass die gesamte Gesundheitsgeschichte an den Arbeitgeber weitergegeben wird. Dem Arbeitgeber gegenüber darf der Betriebsarzt im Rahmen seiner Schweigepflicht nur eine Gesamtbeurteilung abgeben. Tauglich/bedingt tauglich oder nicht tauglich. Die Einstellungsuntersuchung hat den Zweck, die körperliche Eignung des Bewerbers auf eine Stelle nachzuweisen. Der Betriebsarzt hat den Bewerber zu untersuchen, ob sein Gesundheitszustand in Ordnung ist.

Worauf wird geachtet: Kann der Bewerber die Tätigkeit laut Arbeitsvertrag durchführen? Wird der Bewerber durch die Tätigkeit seine eigene Gesundheit gefährdet. Gefährdungen für andere Mitarbeiter und Kollegen (Ansteckungsgefahr) müssen ausgeschlossen werden. Eine Arbeitsunfähigkeit in den nächsten Monaten soll ausgeschlossen werden

Alle Fragen, die keinen unmittelbaren Zusammenhang zur ausgeübten Tätigkeit haben sind unzulässig. Du solltest unbedingt auf Einhaltung der Schweigepflicht bestehen. Also gut darauf achten, was du unterschreibst. Stimmst du einer Aufhebung der Schweigepflicht zu, darf der Mediziner fast alles testen und selbst Einzelheiten an den Arbeitgeber weitergeben.

Zu deiner konkreten Frage: Mit der Angabe "2017 Darmentzündung - seitdem keine Beschwerden mehr" hättest du nichts verschwiegen. Mit der Angabe "chronisch entzündliche Darmerkrankung " hätte möglicherweise ein übereifriger Mediziner mehr Interpretationsspielraum, je nachdem um welche Art von Tätigkeit es sich künftig handelt.

Gruß und viel Erfolg im neuen Job.

Thilo

SJ2013
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Registriert: Sa 28. Dez 2019, 10:46

Re: Anamnesebogen für Einstellungsuntersuchung

Beitrag von SJ2013 »

Danke, Thilo, für deine Antwort.
Es handelt sich um einen Bürojob. Wahrscheinlich hast du Recht und ich muss Angaben machen. Werde darauf achten, dass die Verschwiegenheit eingehalten wird.
Gruß, SJ2013

SJ2013
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Beiträge: 3
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Re: Anamnesebogen für Einstellungsuntersuchung

Beitrag von SJ2013 »

Sitze gerade am Bogen. Dabei ist mir aufgefallen, dass ich auch Medikamente angeben muss. Nehme Salofalk 1,5 mg zur Remissionserhaltung. Wenn ich das Einträge, dann kommt der Betriebsarzt ja darauf, dass ich nicht nur eine Darmentzündung gehabt haben kann :-(

Ariana
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Registriert: Fr 9. Aug 2019, 13:44

Re: Anamnesebogen für Einstellungsuntersuchung

Beitrag von Ariana »

Hallo,
wie schon geschrieben, wenn du Dinge wissentlich verschweigst, bzw. falsche Angaben machst, ist das Arglistige Täuschung und kann gegebenenfalls zur Kündigung führen.

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