Antrag auf Teilzeit und Reha gleichzeitig?

Erwerbsleben mit einer CED? Hier der Austausch von Betroffenen darüber. Hier erfolgt keine Beratung durch den AK Sozialrecht!

Antrag auf Teilzeit und Reha gleichzeitig?

Beitragvon mya.stone » Sa 15. Dez 2018, 12:24

Hallo zusammen,

ich habe eine Frage, bei der es wahrschienlich kein Richtig oder Falsch gibt.

Und zwar möchte ich nächstes Jahr Teilzeit (35 Stunden) beantragen und zusätzlich zur Reha fahren, weil mir das dringend empfohlen wurde. Zudem möchte ich eine Gehaltserhöhung, um den Verlust durch die Teilzeit auszugleichen. Mir ist bewusst, dass das zu viel auf einmal ist.

Ich arbeite seit 1/1/2 Jahren bei der Firma. Sie wissen, dass ich irgendwas habe, aber nicht, was (CU, GDB 30). Ich war im letzen halben Jahr öfters krank und merke, dass mir eine Vollzeitstelle auf Dauer einfach nicht mehr schaffe. Ich habe bis jetzt durchgehalten, weil 1/1/2 Jahre eben doch nicht besonders viel ist. Aber ich merke, ich komme an meine Grenzen, und ich bin nicht bereit, die zu überschreiten (das hat bei meinem letzten Arbeitgeber zum Ausbruch meienr CU geführt).

Jetzt bin ich unsicher, in welcher Reihenfolge ich das meinen Arbeitgeber beibringen soll. Momentan ist meine Idee: Anfang Januar ein Gespräch mit meiner Chefin, in der ich erkläre, dass ich Teilzeit beantragen werde und mir der Arzt zudem dringend eine Reha empfohlen hat. Gründe für beides: Ich war ja letztes Jahr öfters krank und um meine Leistungsfähigkeit weiterhin zu erhalten und Krankzeiten zu reduzieren, wären das die geeigneten Maßnahmen.

Ende Januar habe ich eine Dienstreise, bei der ich viel Verantwortung habe. Die wird sicherlich gut laufen; davin gehe ich einfach mal aus :-) Und danach würde ich mit dem Argument "dieses Projekt (und alle anderen davor) erfolgreich abgeschlossen rechtfertigen mehr Geld" eine Gehaltserhöhung fordern. Zudem habe ich beim Einstieg extrem wenig Gehalt bekommen (was auch an mir lag) - ich habe mich mit Kollegen unterhalten, was die so beim Einstieg bekommen haben (das ist explizit NICHT verboten) und möchte daher mein Gehalt ebenfalls anpassen, weil ich gute Arbeit leiste, mich einbringe und das Team unterstütze. Gehalötserhöhung geht nur 1x im Jahr, aber ich bin bereit, bis dahin zu warten, wenn ich schriftlich kriege, dass es dann mehr Geld gibt. Würde vermutlich was um die 15% fordern (das ist das, was ich bei meiner Entfristung mehr bekomemn habe), um Spielraum zu haben.

Was meint ihr dazu? Wie würdet ihr das angehen?

Danke im Voraus für euren Input :)

Gruß.
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Re: Antrag auf Teilzeit und Reha gleichzeitig?

Beitragvon neptun » Sa 15. Dez 2018, 14:35

Hallo mya,

nach der Diensteise die Gehaltserhöhung fordern.
Dann die Teilzeit beantragen, wann Du es für angemessen hältst.

Parallel dazu oder auch noch etwas später dann die Reha beantragen. Den AG kannst Du in Kenntnis setzen, wenn die Reha überhaupt bewilligt ist. Das muß ja nicht sein, kann auch erst nach Widerspruch oder Klage zum Erfolg führen. Warum also die Pferde vorher scheu machen?
Ist die Reha bewilligt, gibt es sowieso Schreibkram, auch eine Ausfertigung für den AG ohne den Ort und die Rehaeinrichtung, denn sonst könnte er Rückschlüsse auf Deine Erkrankung ziehen. Während der Reha bekommt man Übergangsgeld, welches aber zeitlich auf das KG angerechnet wird.
Vielleicht bist Du aufgrund der wiederholten Fehlzeiten schon aus der Entgeltfortzahlung und bekommst KG?

LG Neptun
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Re: Antrag auf Teilzeit und Reha gleichzeitig?

Beitragvon Kaja » Sa 15. Dez 2018, 19:54

Hallo mya,

ich weiß zwar nicht in welcher Branche und in welchem Business bzw. welcher Tarifvetrag für Dich gültig ist?

Aber dem Grunde nach ist eine Dienstreise leider kein Argument für eine Gehaltserhöhung!

Außer, Du hast ein tolles Projekt initiiert - umgesetzt und dann noch einen super Nachfolgeauftrag generiert?

Da könnte an seine "Arbeitskraft" mal in Euros neu bemessen lassen!

1,5 anno in einer neuen Firma ist wirklich noch nicht lange. Aber Du schreibst ja auch, Du wurdest "günstiger" eingestellt wie Deine Kollegen/innen. Dies kannst Du dann mit einer Gehaltserhöhung nach positiver Beendigung Deines Projektes oder Gewinnung neuer Kunden einbringen.

Eine Dienstreise durchzuführen ist kein gutes Argument - gehört ggf. zum Job und woher soll Dein AG wissen, dass Du krank bist und was Du hast?

Hast Du mal über eine sogn. Gleichstellung nachgedacht? Aber ich gebe Dir auch zu bedenken, aus meiner Sicht dennoch ein zahnloser Tiger!

Denke in alle Richtungen - diskutiere in alle Richtungen!

@ Neptun,

sehr interessanter Anhaltspunkt auch für mich sehr von Interesse:

mya.stone hat geschrieben:Ist die Reha bewilligt, gibt es sowieso Schreibkram, auch eine Ausfertigung für den AG ohne den Ort und die Rehaeinrichtung, denn sonst könnte er Rückschlüsse auf Deine Erkrankung ziehen.


Erzähle mir bitte mehr. Ich hatte dieses Jahr meine erste Reha, bekam erst nach Abschluss!!!!! der Reha die AU und dann ganz klar mit Briefkopf der Reha-Klinik.

Ich habe bewußt noch die Klinik gewählt wo nix mit "Psycho" etc. drauf stand.

Denn wir wissen auch, die Rehakliniken haben primär 3-4 Fachabteilungen und in vielen sind Abteilungen mit psychischen Erkrankungen. Und das möchte man den Arbeitgeber zwecks Spekulation natürlich nicht vorlegen!

Kannst Du mir mehr erzählen zum Schriftverkehr der "NICHT" Nachverfolgbarkeit. Interessiert sicherlich auch noch viele der CED´ler hier.

Viele Grüße

Kaja
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Re: Antrag auf Teilzeit und Reha gleichzeitig?

Beitragvon neptun » Sa 15. Dez 2018, 20:06

Hallo Kaja,

nach Bewilligung der Reha durch die DRV war ja noch der Termin offen. Den bekam ich durch die Rehaeinrichtung selbst. Da wollte mein AG unbedingt sehen, wann ich anreisen soll. Meine mündliche Mitteilung reichte ihm anscheinend nicht.

Ein Schelm, wer böses dabei denkt, denn einen verlängerten Urlaub hätte ich daraus ja nicht machen können.

Ich weigerte mich, eine Kopie des Schreibens zu geben, aber man drohte mir. So habe ich letztlich eine in Teilen geschwärzte Kopie für den Rehazeitraum abgegeben.
Damit mußte der AG zufrieden sein. Mehr konnte er nicht erpressen und erreicht hat er gar nichts.
Druck machen scheint eine bevorzugte Tätigkeit zu sein, aber man darf sich eben nicht ins Bockshorn jagen lassen.

Die Ironie, während der Reha wurde dann von den üblichen 3 Wochen auf 4 verlängert.

LG Neptun
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Re: Antrag auf Teilzeit und Reha gleichzeitig?

Beitragvon Kaja » Mi 19. Dez 2018, 20:04

Hallo Neptun,

entschuldige bitte das ich jetzt erst antworte.

Ich habe das mit der Reha erst mitgeteilt als ich einen Termin hatte.

Man wollte ja gerne eine AU - sorry, die kam bei mir mit der Entlassung.

Aber das mit dem Schwärzen ist natürlich auch ein sehr guter Ansatz.

Verzeih auch bitte jetzt meine Ausdrucksweise, ich hasse diese "Informations- u. Daten-Hurerex…"

Gerade was jetzt auf uns zukommt, Austausch von Daten auf der Versichertenkarte.

Was geht es meinen Augenarzt oder Orthopäden, Zahnarzt etc. an, ob wir z. B. in psychologischer Therapie sind.

Das alles wird noch getoppt, durch andere Kostenträger wie in meinem Fall!

Ein Datenaustausch geht den jeweils anderen Versicherungsträger nichts an. Dadurch können betroffenen wie mir nur Nachteile entstehen (Gläserner Patient - Ablehnung von Leistungen).

Also das ist ein für mich sehr relevantes Thema mit dem ich mich alsbald sehr, sehr intensiv auseinander
setzen muss!

Viele Grüße

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Re: Antrag auf Teilzeit und Reha gleichzeitig?

Beitragvon mya.stone » Fr 28. Dez 2018, 11:03

Hallo zusammen,

ich habe keinen Tarifvertrag (schön wäre´s).

Naja, die Dienstreise dient dazu, dass ich tiefer in Projekte meiner Kollegin einsteigen soll, um sie dann später mal zu unterstützen und zu vertreten, und zudem soll ich bei der Kommunikation behilflich sein (es geht nach Frankreich und ich habe Französisch studiert). Von daher sehe ich das eigentlich schon so, dass man daraus ggf. etwas für die Gehaltserhöungs-Forderung rausschlagen könnte - immerhin übernehme ich damit mehr Aufgaben und mehr Verantwortung als vorher und werde (so gehe ich mal davon aus) außerdem dazu beitragen, dass der Termin erfolgreich verläuft.

Gleichstellung werde ich sicherlich nicht kriegen. Mein GDB liegt zwar bei 30, aber ich habe mir von meiner Ärztin sagen lassen, dass ich es gar nicht erst versuchen brauche; es werde nichts bringen. Außerdem muss ich das dann dem AG sagen und da bin ich mir echt unsicher, ob ich das will. Er weiß zwar, dass ich eine chronische Krankheit habe, aber nicht, welche.

Und das bringt mich zum Thema Teilzeit beantragen. Ich würde das eigentlich als allererstes machen wollen, weil mir das am wichtigsten ist. Klar muss das Geld auch passen, aber Gehaltserhöhungen gibt es nur 1x/ Jahr im Herbst. Bis dahin kann und will ich nicht warten, weil ich denke, dass ich das so lange einfahc nicht durchhalte ohne noch mehr gesundheitliche Probleme zu kriegen. Meine derzeitige Idee ist, es mit dem Argument Brückenteilzeit zu versuchen, die ja ab Januar möglich ist. Dass ich das nicht wirklich in Betracht ziehe, muss der AG ja nicht wissen. Mein Argument wäre dann: erstmal Brückenteilzeit, um Gesundheit zu erhalten und damit auch Leistungsfähigkeit. Was später kommt, wird sich zeigen.

Was meint ihr dazu?

Gruß,
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Re: Antrag auf Teilzeit und Reha gleichzeitig?

Beitragvon Kaja » Fr 28. Dez 2018, 22:40

Hallo mya.stone,

ich denke die Glaskugel hat hier niemand und kann Deinen AG einschätzen und Dir etwas raten.

Ich würde sagen, alle Einschätzungen, Strategie usw. obliegt Dir.

Viele Grüße

Kaja
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