Teilzeitarbeit und ALGII, Erfahrungen/Sanktionen?

Erwerbsleben mit einer CED? Hier der Austausch von Betroffenen darüber. Hier erfolgt keine Beratung durch den AK Sozialrecht!

Teilzeitarbeit und ALGII, Erfahrungen/Sanktionen?

Beitragvon Janosch78 » Di 2. Jan 2018, 12:57

Hallo zusammen,

ich habe seit 2013 CU und habe in den letzten Jahren 2-4 Schübe pro Jahr. Die meisten davon kann ich sehr konkret Stresssituationen im Beruf zuordnen. Ich arbeite im IT- und Online Marketing-Bereich, welche sehr schnelllebig und in den meisten Unternehmen von hohem Zeit- und Leistungsdruck geprägt ist. Mein letzter Schub dauert nun schon 2,5 Monate und ist sehr heftig. Er führte letztlich zu einer Pancolitis und ich habe den Job deshalb gekündigt. Nun geht es mir schon wieder deutlich besser.
Um diesem beruflichen Hamsterrad zu entfliehen, überlege ich, ob ich 24 bzw. 30 Stunden in Teilzeit arbeiten soll in einer nicht ganz so schnelllebigen und stressigen Umgebung (Verwaltung/Bürotätigkeit).

Da ich in meiner vierköpfigen Familie derzeit Alleinverdiener bin (mein kleinster Sohn hat erst in 2 Jahren einen Kindergartenplatz), überlege ich, das möglicherweise geringe Gehalt mit ALGII aufzustocken. Wenn ich es richtig gesehen habe, bekommt eine vierköpfige Familie bis 2100 Euro aufgestockt. Damit würden wir gut auskommen.

Mich würden mal eure Erfahrungen mit Teilzeit/ALGII-Aufstockung interessieren!

Ist dies ein gangbarer Weg? Muss ich möglicherweise mit Sanktionen rechnen (bspw. der Anweisung, eine Vollzeitstelle anzutreten)?
Schreibt auch gerne, wie eure berufliche Situation mit Familie aussieht. Dies interessiert mich sehr, denn vielleicht gibt es für mich noch andere Möglichkeiten.

Vielen Dank schon mal im Vorraus!
Janosch78
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Re: Teilzeitarbeit und ALGII, Erfahrungen/Sanktionen?

Beitragvon Konrad » So 7. Jan 2018, 20:10

Moin Janosch,

Janosch78 hat geschrieben:Mein letzter Schub dauert nun schon 2,5 Monate und ist sehr heftig. Er führte letztlich zu einer Pancolitis und ich habe den Job deshalb gekündigt


Du hast selber gekündigt, ohne mit Deinem AG über ev.Erleichterungen/anderen Einsatz zu reden? Dann kann man ja davon ausgehen, dass Du in der IT nicht mehr tätig sein willst, oder wie ist das zu interpretieren?

Janosch78 hat geschrieben:Um diesem beruflichen Hamsterrad zu entfliehen, überlege ich, ob ich 24 bzw. 30 Stunden in Teilzeit arbeiten soll in einer nicht ganz so schnelllebigen und stressigen Umgebung (Verwaltung/Bürotätigkeit).


Nun ja, das hört sich nach der Suche nach dem weißen Elefanten an. Wer wünscht sich heutzutage nicht einen Job, der bei minimalem Aufwand ein maximales Gehalt ermöglicht...Da gibts wohl einige Anwärter.

Janosch78 hat geschrieben:Da ich in meiner vierköpfigen Familie derzeit Alleinverdiener bin (mein kleinster Sohn hat erst in 2 Jahren einen Kindergartenplatz), überlege ich, das möglicherweise geringe Gehalt mit ALGII aufzustocken. Wenn ich es richtig gesehen habe, bekommt eine vierköpfige Familie bis 2100 Euro aufgestockt. Damit würden wir gut auskommen.

Deine individuelle Situation solltest Du schon selber mit dem Sozialamt/Arbeitsamt... abklären. Die können Dir konkreter sagen, was in Deinem/Eurem Fall möglich ist. Den Gang kann Dir/Euch keiner abnehmen.

LG Konrad
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Re: Teilzeitarbeit und ALGII, Erfahrungen/Sanktionen?

Beitragvon Korona » So 7. Jan 2018, 23:50

Hallo Janosch,

ich denke, es ist wichtig ein gutes StressManagement zu erlernen! Sport, Entspannungstechniken, Yoga (auch für Männer sehr gut und effektiv) oder kreative Tätigkeiten als Ausgleich.
Vor allem aber ist es wichtig einen Arbeitsplatz zu finden, der Dir Spaß macht, in dem Deine Kompetenzen gefragt sind, und der Dich zufrieden stellt. Manchmal hilft ja auch das Wechseln der Branche. Heute braucht fast jedes Unternehmen IT.

Was Du bei Deinen Überlegungen nicht vergessen darfst ist, dass eine reduzierte Stundenzahl auch zu Lasten Deiner Altersversorgung geht. Ein langfristig gravierender Nachteil.
Eine Idee wäre, als ITler in einem großen Konzern zu arbeiten. Da verteilt sich die Arbeit besser, die Altersvorsorge ist meist gut, und Krankheit wird vom AG besser weggesteckt, Sozialpläne und Stellenplanänderungen oder Wiedereingliederungen sind selbstverständlich.
Wie Konrad schon schreibt, es ist besser einen Weg MIT dem Arbeitgeber zu finden, falls es Dir grundsätzlich in dem Unternehmen gefällt, als zu früh die Flinte ins Korn zu werfen.

Was ist mit Deiner Frau? Kann sie voll arbeiten und Du machst vorübergehend den Hausmann oder arbeitest von Zuhause aus?
Nicht aufgeben, sondern positive Dinge forcieren und konstruktive Lösungen finden, auch wenn das vorerst schwierig erscheint.
Mit ALG habe ich keine Erfahrungen, dazu kann ich Dir nichts raten.

LG, Korona
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Re: Teilzeitarbeit und ALGII, Erfahrungen/Sanktionen?

Beitragvon rost227 » Do 18. Jan 2018, 20:58

Hallo janosch,
da ich nicht so regelmäßig hier im Forum bin,hier meine Antwort auf Deine Fragen - etwas verspätet. Da Du Deine Arbeitsstelle selber gekündigt hast,wirst Du zunächst erstmal 8 Wochen
kein Arbeitslosengeld erhalten.Die Idee beruflich kürzer zu treten ist verständlich aber so schlecht durchführbar da die Aufstockung voraussetzt das Du der einzige Verdiener (also ohne Ehepartner)bist.
Da Du aber verheiratet bist, geht das Arbeitsamt davon aus,das Deine Frau ja dazu verdienen kann.Falls sie keinen Beruf hat,wird ihr dann "angeboten" doch eine Ausbildung zu machen.
Hinzu kommt das Deine finanzielle Situation komplett durchleuchtet wird,falls zuviel Vermögen vorhanden sein sollte,wird dies solange angerechnet bis es laut Amt "verbraucht"ist,
also nicht mehr angerechnet werden darf.

Die vorher beschriebenen Probleme habe ich bekommen als ich arbeitslos geworden bin.
Alles Gute
rost 227
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