infusion remicade urlaubstag

Erwerbsleben mit einer CED? Hier der Austausch von Betroffenen darüber. Hier erfolgt keine Beratung durch den AK Sozialrecht!

infusion remicade urlaubstag

Beitragvon anabell » Mi 18. Dez 2013, 22:24

Hallo
Bin ganz neu im forum und bin auch ganz neu diagnostiziert .... nach einem schweren Schub, gehe ich wieder arbeiten. Ich bekomme alle 8 Wochen eine Remicade Infusion und wollte fragen wie ihr das mit der Arbeit handhabt. Lasst ihr euch krank schreiben oder muss man immer Urlaubstag nehmen, habt ihr das mit dem Chef abgesprochen oder meldet ihr euch einfach krank?
Dank im Voraus
Anabell
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Re: infusion remicade urlaubstag

Beitragvon Konrad » Mi 18. Dez 2013, 23:03

Hallo Annabell,

erst mal willkommen hier im Forum, schön dass Du hergefunden hast.

Dann zu Deiner Frage: Tatsächlich ist es so, dass jeder mit solchen Fehltagen anders umgeht. Mal allgemein gesprochen versuche ich immer einzelne Tage auf den Samstag zu legen, damit umgehe ich eine Krankschreibung schon mal. Ansonsten mach ich das Freitags/Montags mit Überstundenabbau. Beides ist natürlich nicht für jeden durchführbar (z.B.: bei Schichtarbeit oder bei Arbeitsverträgen ohne Gleitzeit). Ich weiß aber nicht, ob ein Arzt überhaupt eine Krankmeldung über einen einzigen Tag ausstellt. Meines Wissens sind das immer mindestens 3 Tage (kann aber auch eine veraltete Meinung meinerseits sein).

Grundsätzlich bin ich der Meinung, dass man sich bei solchen periodisch wiederkehrenden Themen mit dem AG absprechen sollte. Wenn man den AG an der Durchführung der notwendigen Termine beteiligt steht man selber besser da, als wenn man plötzlich unvorhergesehen fehlt. Den wahren Grund braucht man ja nicht offenbaren, lediglich die medizinische Notwendigkeit. Wer die Fehlzeiten trägt, kann man dann ja geschickt verhandeln.

LG Konrad
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Re: infusion remicade urlaubstag

Beitragvon Thilo » Do 19. Dez 2013, 00:08

Hallo anabell,

sechs Infusionstermine im Jahr können möglicherweise sechs Urlaubstage sein.

Einige lassen sich "krank schreiben", viele haben Angst um ihren Arbeitsplatz und nehmen für den Tag der Infusion Erholungsurlaub in Anspruch. Hier gibt es keine einheitlich durchgängige Handhabung der Betroffenen.

Arbeitsunfähigkeit liegt nicht vor, wenn sich der Arbeitnehmer in ärztliche Behandlung zu diagnostischen oder therapeutischen Zwecken begibt, ohne dass diese Behandlung selbst zu einer Arbeitsunfähigkeit führt.

Für einen Arztbesuch, für den der Arbeitnehmer vom Arzt keine Attestierung einer Arbeitsunfähigkeit erhält, besteht kein Anspruch auf Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall. Es kann sich bei dem Arzbesuch jedoch um eine Arbeitsverhinderung nach § 616 Satz 1 BGB handeln, die vergütet werden muss, soweit dies nicht durch Arbeitsvertrag oder Tarifvertrag ausgeschlossen ist.

Nun weiß niemand wo und in welchem Bereich du beschäftigt bist und ob dein Arbeitsverhältnis durch einem Tarifvertrag untermauert ist. Hier sind oft Regelungen zu kurzfristigen Ausfallzeiten zu finden.

Wenn du keine Befürchtung vor Arbeitsplatzverlust haben musst, kannst du durchaus nach einem "gelben Schein" für den Tag der Infusion nachfragen und diesen dann bei deinem Arbeitgeber einreichen.

Ich persönlich würde am Arbeitsplatz nicht zu viel von meiner Erkrankung offenkundig machen. Menschen, die heute gute Arbeitskollegen sind, können schon morgen kräftig am Stuhl sägen. Chef`s die heute "gute" Vorgesetzte sind, können morgen bspw. im Zuge von Rationalisierungen den Daumen senken.

Dir alles Gute.

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Re: infusion remicade urlaubstag

Beitragvon minimonster » Do 19. Dez 2013, 08:46

Hallo,

der Arzt kann grundsätzlich auch eine AU für einen Tag ausstellen.

Ich würde keinesfalls eine AU für die Remciade - Termine vorlegen. Für die wenigen Tage würde ich Urlaub nehmen oder
mich nach den Öffnungszeiten der Arztpraxis erkundigen. Immer mehr Ärzte haben wenigstens einen Tag in der Woche länger geöffnet, z. B. bis 20.00.

Vielleicht kann Dir Dein Arzt auch eine Lösung anbieten, indem er Dich so für die Infusionen einbestellt, dass sie sich mit Deiner Arbeitszeit vereinbaren lassen.

Wenn das alles nicht möglich ist, kannst Du vielleicht auf Humira umsteigen?

Egal wie, ich würde es so einrichten, dass ich dadurch keinen Ausfall im Beruf habe und ich würde meinem AG nichts von der CED und den Medikamenten erzählen.

LG von Minimonster
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Re: infusion remicade urlaubstag

Beitragvon Säge » Do 19. Dez 2013, 19:18

Hallo Anabell,

aus medizinischer Sicht ist bei Infusionen Remicade keine Krankschreibung erforderlich, Ausnahmen bestätigen die Regel. Ansonsten, wie gesagt, ist es abhängig von deiner derzeitigen Arbeitssituation. Ich habe in Absprache mit dem Arzt die Infusionen immer auf nach Feierabend verlegt, da brauchte ich niemand was sagen. Problem waren immer die regelmäßigen Blutkontrollen, anfangs wöchentlich, da diese nun mal früh morgens stattfinden müssen. Ich hatte mich für Ehrlichkeit gegenüber meinem Chef entschieden, in der Hinsicht war er verständnisvoll und ich habe es über mein Überstundenkonto wieder ausgeglichen. Wie du es handhabst, ist wirklich von deiner konkreten Situation abhängig, im Zweifel hat die Gesundheit aber immer ersten Rang! In diesem Sinne wünsche ich dir ein Ansprechen der Therapie ohne Ärger am Arbeitsplatz.

Viele Grüße Säge
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Re: infusion remicade urlaubstag

Beitragvon dudi1978 » Mi 1. Jan 2014, 12:28

Huhu Anabell,
erstmal ein gutes Neues Jahr 2014 wünsch ich Dir. UND ALLEN ANDEREN AUCH :mrgreen:
Ich kann nur aus meiner Sicht schildern. Ich bekomme 4wöchentlich Remicade und sitze im Durchschnitt mit Hin und Rückfahrt so 3-3,5Std.
Ich habe versucht, ggü.meinem Arbeitgeber nichts zu erwähnen, habe gedacht bei Früh-und Spätschicht geht das locker. Ging auch am Anfang, bis mein damaliger Chef 12Std Tagschichten eingeführt hat MO-FR von 6-18uhr. Da war kein Platz mehr für Infusionen. Bei mir ging es soweit, das mein Gasterologe ein ärzliches Attest schreiben musste, wo drin stand, das ich vom Dr. ..... in die Praxis einbestellt wurde, weil sonst mein Gesundheitszustand sich verschlimmern würde. Nun wusste der Arbeitgeber auch Bescheid und auf einmal war ich nicht mehr flexibel genug. Mobbing, heute auf morgen täglich wechselnde Arbeitszeiten, dann wurde mir gekündigt.
Ich muss sagen, der einfachste Weg wäre, wenn Deine Praxis einen Tag in der Woche hätte, wo sie lange auf hat. Die Praxis wo ich bin, die hat DI+DO bis 20uhr auf. Krankmeldung für diesen Tag würde mein Gasterologe definitiv nicht ausschreiben. Es würde natürlich alles ändern, wenn du einen Schwerbehinderten Ausweis beantragst-chronische Krankheit. Hat Vor- und Nachteile gegenüber dem Arbeitgeber. Am allerschönsten wäre, wenn Dein Chef es wüsste, es akzepiert und es locker aufnimmt. Ist immer vom Wesen des Chef`s abhängig:-)
Grüßle dudi1978
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