Umgang MC mit Chef/ Betreuer bei der Arbeit

Erwerbsleben mit einer CED? Hier der Austausch von Betroffenen darüber. Hier erfolgt keine Beratung durch den AK Sozialrecht!

Umgang MC mit Chef/ Betreuer bei der Arbeit

Beitragvon Biene21 » Mo 16. Sep 2013, 16:27

Hallo zusammen

Ich habe seit 10 Jahren MC und habe letzten Januar meine Doktorarbeit angefangen. Bei uns ist es so, dass wir von einem Arbeitgeber angestellt werden und auch einen Lohn für die Doktorarbeit bekommen, da sie etwa 4 Jahre dauert. Meinen Chef/ Betreuer kenne ich schon seit der Masterarbeit und habe ihn auch damals über meinen MC informiert. Bisher hatte ich zwar immer wieder Schübe, jedoch klangen die Beschwerden rasch wieder ab, dass ich deswegen nie gefehlt habe.

Seit Ende Mai/ Anfang Juni habe ich aber einen stärkeren Schub (Entzündung im Darm) und auch mehr Beschwerden als sonst. Im August hat sich der Darm wieder beruhigt aber jetzt ist der Magen entzündet (ob vom MC ist noch nicht ganz sicher) und ich bin schon seit Wochen deswegen völlig kaputt und mag nicht mehr viel essen. Ausserdem habe ich zum Teil starke Bauchschmerzen und bin deshalb bei der Arbeit recht eingeschränkt.

Ich habe zwar meinem Betreuer gesagt, dass es mir im Moment nicht so gut geht, habe ihm aber nicht gesagt was genau los ist. Er getraut sich auch nicht nachzufragen, deshalb habe ich so das Gefühl, dass etwas im Raum steht. Da ich nicht gerne über meine Krankheit spreche und auch immer das Gefühl habe den MC verbergen zu müssen, da man sonst in der Arbeitswelt Nachteile hat habe ich im Moment keine Ahnung was sinnvoll ist. Soll ich mit ihm über die momentane Situation sprechen? Er und ich merken, dass ich im Moment nicht das leisten kann was ich gerne möchte. Trotzdem möchte ich auch nicht als diejenige gelten, die seit Juni immer sagt, dass es mir nicht gut geht.
Deshalb meine Frage an euch: Wie geht ihr damit um? Welche Erfahrungen habt ihr gemacht.

Liebe Grüsse

Biene
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Re: Umgang MC mit Chef/ Betreuer bei der Arbeit

Beitragvon neptun » Mo 16. Sep 2013, 17:29

Hallo Biene,

Du schreibst überhaupt nichts von einem Arztbesuch, nichts von Medikation.
Hast Du die bisherigen Beschwerden einfach ausgesessen?

So wissen wir nun nichts über Dich und Deinen mc, aber generell würde doch ein Arztbesuch anstehen, vielleicht eine Gastroskopie. Es kann ja auch eine Magenschleimhautentzündung aufgrund von Aufregung sein, oder aus einem anderen Grund.
Mag sein, der Arzt gibt Dir ein Magenschutzmittel.

Die Besserung sollte doch im Vordergrund stehen und wenn dann entweder sich etwas verschlimmert, oder Dein Arzt Dich unbedingt AU schreiben will, dann bliebe doch immer noch Zeit für ein Gespräch, mit dem man meist lieber eher warten sollte, um sich nicht selbst ins Abseits zu stellen.

Auch darmgesunde Menschen werden mal krank. Eine chronische Erkrankung geht einen selbst erst mal etwas an und die will adäquat behandelt werden.

LG Neptun
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Re: Umgang MC mit Chef/ Betreuer bei der Arbeit

Beitragvon Konrad » Mo 16. Sep 2013, 19:45

Hi Biene,

gemessen an der Bevölkerung haben nur wenige die Möglichkeit/Befähigung, eine Doktorarbeit zu erstellen. Du schreibst selber, dass die Deine etwa 4 Jahre andauert. Die "Finanzierer" dieser Arbeit erhoffen sich ein wie auch immer erwartetes Ergebnis am Ende, vllt.auch Erkenntnisse für weiter gehende Studien. Man kann davon ausgehen, dass sich die Entscheider für die Vergabe der Forschungsaufgabe ihre Entscheidung gut überlegt haben. Letztendlich habe sie ihr Vertrauen in Dich gesetzt, das ist ja schon mal ein Pfund. Man wird immer versuchen, das Projekt zu einem guten Ende zu bringen. Es steht ja nicht nur Dein Entgelt im Raum, sondern auch Gelder für Arbeitsmittel, Anschaffungen, ...

EIn Betreuer, der sich nicht nur um die fachlichen Lenkung zu kümmern hat, sondern auch einigermassen sensibel auf seinen Doktorand eingeht, wird versuchen betriebliche und persönliche Interessen (z.B.:eben Krankheit) zu koordinieren. Das unter anderem ist seine Aufgabe.

Ich weiss nicht, wie ihr persönlich zueinander steht, aber meine Präferenz wäre ein 4-Augen-Gespräch mit dem Betreuer. Wenn es denn ein guter ist, kannst Du auf seine Diskretion vertrauen, aber das musst Du selber entscheiden.

Ich selber bin kein Betreuer für Doktoranden, ich habe nur Diplomanden betreut (wesentlich kürzere Zeit bis zum Abschluss), aber ich war immer froh, wenn mir frühzeitig "Störgrößen" gemeldet wurden, so dass ich Möglichkeiten zur zeitnahen Reaktion hatte.

Auf jeden Fall solltest Du nicht auf Kosten Deiner Gesundheit das hohe Ziel, den Doktortitel, erzwingen wollen. Dafür ist der Weg wohl auch noch zu weit:

neptun hat geschrieben:Eine chronische Erkrankung geht einen selbst erst mal etwas an und die will adäquat behandelt werden


Viel Erfolg, gute Besserung
LG Konrad
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Re: Umgang MC mit Chef/ Betreuer bei der Arbeit

Beitragvon 3claudia3 » Mo 16. Sep 2013, 20:57

auch ich plädiere für ein 4-augen-gespräch! dein betreuer kann dir auch nur vor den kopf gucken!

hab grad heute selbst endlich mit meinem chef gesprochen (prof) ;-)! und ich bin froh und erleichtert!

ich selbst hab die doktorarbeit hinter mir, hab insgesamt 8 jahre gebraucht, aber neben der ced, die mich im ersten jahr ereilte noch 2 kinder bekommen in der zeit!

mein betreuer war sehr verständnisvoll, hätte bisweilen sogar noch ein bischen mehr druck machen können ;-)

achte bitte auf dich!
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Re: Umgang MC mit Chef/ Betreuer bei der Arbeit

Beitragvon Biene21 » Di 17. Sep 2013, 07:38

Hallo zusammen

Vielen Dank für eure Antworten.

Ich nehme seit ein paar Jahren Humira. Eine Gastroskopie hatte ich vor zwei Wochen, habe jedoch noch keine Rückmeldung bezüglich der Biopsien von meinem Gastro erhalten (ob es Crohn oder etwas anderes ist). Ich nehme seit zwei Wochen auch Säureblocker.

Ich weiss dass man auf den Körper hören muss, jedoch fällt es mir extrem schwer. Es ist mein Wunschprojekt, das ich bekommen habe und deshalb möchte ich es besonders gut machen.

Liebe Grüsse

Biene
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Re: Umgang MC mit Chef/ Betreuer bei der Arbeit

Beitragvon minimonster » Di 17. Sep 2013, 10:38

Hallo Biene,

ich würde mich umgehend an den Arzt wenden, der die Gastroskopie gemacht hat und die Ergebnisse der Histo erfragen. Ggf.kann man dann gezielter behandeln. Vielleicht steckt der helicobacter dahinter und dann kann man mit der richtigen antibiotischen Therapie dagegen vorgehen.

Wenn Du nun mit dem Betreuer sprichst, hast Du die Beschwerden immer noch...Deshalb wäre mein erstes Ziel die Ursachenforschung. Du kannst ja erklären, dass Du Magenbeschwerden hast und in ärztlicher Behandlung bist.

Wenn Dir Dein AG Dir die Doktorarbeit bezahlt, will er Leistung sehen...ich persönlich würde nicht öffentlich machen, dass es sich um eine chronische Erkrankung handelt. Das geht niemandem etwas an. Die Worte Erkrankung im Kontext mit chronisch werden allzu oft mit weniger leistungsfähig, schwach, teuer, Risiko assoziiert,besonders in Köpfen der AG.Es gibt sicher auch Ausnahmen.

Wenn man beruflich bereits fest im Sattel sitzt, mag es anders aussehen...selbst dann habe ich Bedenken.

Folgende Fragen könnten für Dich hilfreich sein:

Welche Vorteile habe ich, wenn ich mich dem AG offenbare?
Welche Nachteile könnten durch die Preisgabe gesundheitlicher Infos entstehen?
Welche Vorteile habe ich, wenn ich nichts weiter sage, und welche Nachteile?

Welche Vorteile hat der AG, wenn er "es" erfährt?
Welche Nachteile hat er, wenn er "es" nicht erfahren würde?

Was könnte der AG mit den Infos machen?

Wenn Du Dich erklären würdest, wie würde es sich auf Deine Arbeit direkt auswirken? Wäre es so, dass man Dich gegenüber den Anderen "mehr schonen" würde? Würde man weniger Leistung in Zeiten erwarten, tolerieren, wenn die. Erkrankung akut ist?

LG von Minimonster
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Re: Umgang MC mit Chef/ Betreuer bei der Arbeit

Beitragvon Biene21 » Mi 18. Sep 2013, 11:46

Hallo Minimonster

Ja, du hast recht. Ich versuche schon seit Tagen meinen Gastro zu erreichen. Letzte Woche war er abwesend wegen einer Konferenz und diese Woche ist er bisher nicht erreichbar und ruft auch nicht zurück...

Ich werde langsam ungeduldig :evil: .

Liebe Grüsse

Biene
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