CU, Verbeamtung und PKV

Erwerbsleben mit einer CED? Hier der Austausch von Betroffenen darüber. Hier erfolgt keine Beratung durch den AK Sozialrecht!
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WinterPrincess
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Registriert: Fr 26. Apr 2019, 18:01
Diagnose: CU

CU, Verbeamtung und PKV

Beitrag von WinterPrincess »

Hallo Leute,

vielleicht habt ihr Erfahrungen gemacht und könnt mir weiterhelfen :)
Vor 2,5 Jahren wurde mir eine CU diagnostiziert mit einem bisher milden Verlauf. Nächstes Jahr werde ich verbeamtet. Ich habe hart dafür kämpfen müssen.
Nun dachte ich, durch einen milden Verlauf, habe ich Chancen in eine gute private Krankenkasse zu kommen. Aber die anonyme Voranfrage hat gezeigt, dass ich überall abgelehnt wurde. :( :( :(
DIe Antwort von der Debeka steht noch aus, aber große Hoffnungen mache ich mir da nicht. Durch die Öffnungsaktion habe ich zwar die Möglichkeit in eine PKV reinzukommen, aber nur in Tarife mit schlechten Leistungen.
Oh man, ist jemand in einer ähnlichen Situation? Ist es besser in der gesetzlichen Krankenkasse zu bleiben? Oder könnt ihr den Basistarif von der Debeka empfehlen? Da ich weiterhin Mesalazin nehmen, bin ich auf entsprechende Leistungen angewiesen.

Viele Grüße

Konrad
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Registriert: Do 20. Dez 2012, 22:08

Re: CU, Verbeamtung und PKV

Beitrag von Konrad »

Hallo,

bin zwar kein Beamter, aber so weit ich weiß, ist die GKV da sehr unattrktiv auf Grund der Beihilfe, die Dir (nur?) bei einer Privatversicherung zusteht. Ich habe eben mal in die Suche "Beamte" eingegeben. Da tauchen dann viele Threads auf, an denen Du Dich orientieren kannst

LG Konrad
Timschal

Avocado
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Re: CU, Verbeamtung und PKV

Beitrag von Avocado »

Hallo,

Beamte werde quasi in die PKV gezwungen, weil sie in der GKV den (doppelten) Beitrag allein zahlen müssen.
Die PKV kann Risikozuschläge erheben, Leistungen ausschließen oder ganz ablehnen.

Bei Beamten entscheidet letztlich der Gesundheitszustand darüber, wie viel Netto vom Brutto bleibt.

In einigen wenigen Bundesländern gibt es Ausnahmen, Stichwort Pauschale Beihilfe (hier beteilgt sich der Arbeitgeber wie bei Angestellten hälftig an den GKV-Beiträgen). Vielleicht hast du Glück. In den jüngsten Koalitionsverhandlungen war die Pauschale Beihilfe auch Thema, wurde dann aber wohl auf Wunsch einer Partei, so steht es in der Presse, wieder gestrichen. ;)

Den Basistarif würde ich dir nicht empfehlen, er ist mit der GKV zwar eigentlich gleichwertig, wird von Ärzten aber ungern gesehen.
Mir wurde von Ärzten auch schon gespiegelt, dass die PKV bei teuren Medis häufig vorab Gutachten usw. haben möchte. Denk auch daran, dass du alles vorstrecken musst, manche CED Medikamente liegen im hohen 4stelligen Bereich. Vielleicht ist der saure Apfel (GKV) am Ende die bessere Wahl für dich.

LG
Avocado

Konrad
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Registriert: Do 20. Dez 2012, 22:08

Re: CU, Verbeamtung und PKV

Beitrag von Konrad »

Moin Avocado,

so ganz einverstanden bin ich da nicht:

So weit ich weiß, gibts je nach Bundesland einen gewissen Anteil, die sogenannte "Beihilfe" zur Deckung der Krankheitskosten. Nur den Rest(!) muss man dann über eine PKV versichern. Ist schon mal wesentlich günstiger, als wenn man als z.B.Angestellter komplett bei einer PKV abschliessen will. Im Gegensatz zur GKV kann man in der PKV auch sein eigenes Päcklein schnüren mit den Leistungen, die man für sich beanspruchen will. Sinnvoll ist hier eine individuelle Beratung durch einen unabhängigen Versicherungsberater. Kann man finden im Netz.
Avocado hat geschrieben:
Di 21. Dez 2021, 19:59
Den Basistarif würde ich dir nicht empfehlen, er ist mit der GKV zwar eigentlich gleichwertig, wird von Ärzten aber ungern gesehen
Da hast Du Recht, der macht keinen Sinn, da könnte man besser gleich die GKV nehmen. Der Tarif ist eh nur für Menschen in der PKV gedacht >55 Jahre, die sowieso nicht mehr zurückkönnen in die GKV
Avocado hat geschrieben:
Di 21. Dez 2021, 19:59
Mir wurde von Ärzten auch schon gespiegelt, dass die PKV bei teuren Medis häufig vorab Gutachten usw. haben möchte. Denk auch daran, dass du alles vorstrecken musst, manche CED Medikamente liegen im hohen 4stelligen Bereich
Jupp kann passieren, dass man Gutachten erstellen lassen muss. Ist mir allerdings noch nie passiert (Brauchte aber auch keine (über-)teuren Medis). Und ja, man hat einen Mehraufwand, da Rechnungen erst an Dich als Schuldner geschickt werden, und Du die dann zur Erstattung einreichen musst. Aber: Bei z.B.:Zahnarztrechnungen im 4-stelligen Bereich kriegt man da durch einen einfachen Anruf Zahlungsaufschub, bis die PKV überwiesen hat. Man muss das Ganze lediglich im Auge behalten, v.A.wenn mehrere Rechnungen parallel einlaufen. Excel ist hier das Zauberwort für eine gute Übersicht. Ich bin jetzt seit 1987 privat versichert, und habe alle Zahlungen immer gut hingekriegt

Was auch in die Rechnung Kosten/Nutzen einfliessen muss: Viele Leistungen/Medis zahlt die GKV gar nicht, die PKV schon. Da kommen an ambulanten Behandlungen und Rezepten schon einige Hunderte Euros/Jahr dazu. Wird aber sehr gerne vergessen beim Vergleich!

Wie gesagt @WinterPrincess: Hol Dir mal einen unabhängigen Versicherungsberater ins Haus. Was für Angestellte OHNE Beihilfe schon lohnend sein kann, kann für Beamte so schlecht nicht sein. Es sei denn, der Zuschlag für ev.Vorerkrankungen ist exorbitant hoch. Aber soviel ich weiß, gibts hier einige Beamte im Forum. Und: Es hat sich m.W.noch keiner als GKV-Versicherter geoutet. Würde mir zu denken geben

LG Konrad
Timschal

Avocado
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Registriert: Mi 1. Dez 2021, 13:27

Re: CU, Verbeamtung und PKV

Beitrag von Avocado »

Hallo Konrad,

selbstverständlich ist die PKV für Beamte in der Regel günstiger, weil es eben die Beihilfe gibt. Das habe ich auch geschrieben. Die GKV ist (da ohne Arbeitgeberbeteiligung) eine teure Alternative. Aber manchmal die einzige für Menschen mit chronischer Erkrankung.

Denn bei Vorerkrankungen nimmt die PKV Risikozuschläge oder kann dich ganz ablehnen. Es gibt zwar für Beamtenanfänger eine Öffnungsaktion, aber auch nur mit Riskozuschlag und es ist nur der Kerntarif enthalten. Das schreibt ja auch Winterprincess ("Tarife mit schlechter Lesitung"). Eine unabhängige Bearatung, da gebe ich dir recht, ist hier notwendig.

Und selbstverständlich gibt es auch etliche Beamte in der GKV. Rund 10 Prozent, vermutlich viele Vorerkrankte. Warum sollte man sich diesbezüglich outen müssen? ;)

LG
Avocado

Konrad
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Re: CU, Verbeamtung und PKV

Beitrag von Konrad »

Servus,

stimmt, "outen" ist negativ vorbelastet. So war es aber von mir nicht gemeint, sollte nur meine Unkenntnis über Beamte in der GKV ausdrücken

LG Konrad
Timschal

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