Antrag auf Home Office - Generelle Frage

Erwerbsleben mit einer CED? Hier der Austausch von Betroffenen darüber. Hier erfolgt keine Beratung durch den AK Sozialrecht!

Antrag auf Home Office - Generelle Frage

Beitragvon Micha08 » Mo 23. Apr 2018, 16:50

Hallo miteinander!

kurze Info zu mir:

bei mir wurde 2013 MC diagnostiziert. Ich arbeite nun seit 2017/August in einem recht großen Unternehmen (+2000 Mitarbeiter) und habe einen 100% Bürojob. Wohl bedingt mit dem Stress in der Anfangsphase, hat sich mein MC so ab November/Dezember deutlich heftiger gemeldet. Mesalazin und Kortison haben keine Wirkung mehr gezeigt und nun bekomme ich Adalimumab (Humira).

Jetzt habe ich die Möglichkeit, Home Office zu beantragen, um einfach flexibel zu sein und bei Bedarf auch von zuhause zu arbeiten. Allerdings habe ich folgende Bedenken:

Ich will mein Arzt von der Schweigepflicht befreien und ihn Bitten, einen Bericht zu schreiben wegen meiner Krankheit weil ich damit offen umgehen will und einen sehr hilfbsbereiten Chef / Arbeitgeber habe (damit hier die Notwendigkeit des Home Offices noch einmal gezeigt wird).
*Was passiert, wenn in dem Bericht steht, dass ich seit 2013 an MC leide; kann dann unter Umständen der AG sagen; hey halt, das ist eine wichtige Info die im Vorstellungsgespräch verschwiegen wurde?
*Kann ich mein Arzt einfach darum beten kein Zeitraum in dem Bericht anzugeben oder sogar dass der MC erst letztes Jahr diagnostiziert wurde?

Danke vorab =)
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Re: Antrag auf Home Office - Generelle Frage

Beitragvon Konrad » Mo 23. Apr 2018, 18:14

Moin Micha,

es gibt hier die vorherrschende Meinung:"Schlafende Hunde soll man nicht wecken"!

Wie kommst Du auf die Idee, wenn doch noch nicht geschehen, jetzt Deinen Arbeitgeber mit Deiner Diagnose ohne Not vertraut zu machen? Kein seriöser AG verlangt bei einem bestehenden Arbeitsverhältnis Einsicht in eine Krankenakte, geschweige denn eine Befreiung des Arztes von der Schweigepflicht. Damit solltest Du eh sehr sorgfältig umgehen.

So weit ich weiß, zieht eine Genehmigung zum Homeoffice keine erneute Gesundheitsprüfung nach sich. Beantrage das so wie das bei Euch üblich ist. Falls da seitens der PA Nachfragen kommen, kannst Du immer noch reagieren.

Auch ohne Kenntnis der Gesetzeslage würde ich das aber mal ganz entspannt angehen. Der Firma entgeht ja in keinem Fall etwas. Ich denke, Du wirst am Ergebnis gemessen, nicht an der Anwesenheit.

LG Konrad
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Re: Antrag auf Home Office - Generelle Frage

Beitragvon Micha08 » Mo 23. Apr 2018, 19:38

Hi Konrad,

danke für die RM. Also erst mal lieber über den "normalen" Weg gehen und Home Office beantragen ohne ein Fass aufzumachen.
Ich habe halt in den letzten Monat immer wieder Fälle gehabt, wo ich aufgrund von den üblichen MC Beschwerden bspw. Teamsitzungen kurzfristig absagen musste.
Deswegen hatte ich den Gedanken, das Thema offen anzusprechen, um Missverständnise zu vermeiden.
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Re: Antrag auf Home Office - Generelle Frage

Beitragvon Konrad » Mo 23. Apr 2018, 20:05

Hi Micha,

Micha08 hat geschrieben:Deswegen hatte ich den Gedanken, das Thema offen anzusprechen, um Missverständnise zu vermeiden.


Das Thema Homeoffice ändert nichts am Verhältnis zu Deiner Firma. Du musst nichts zusätzlich offenbaren. Wenn die PA irgendwelche Frage an Dich haben sollte, werden die Dich explizit ansprechen. Wo siehst Du da ein Missverständnis?

LG Konrad
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Re: Antrag auf Home Office - Generelle Frage

Beitragvon neptun » Mo 23. Apr 2018, 21:31

Hallo Micha,

was sind denn bei Dir die üblichen Beschwerden des mc?

Mein Ansatz ist immer, es muß ja einen Grund für Symptome und Beschwerden geben. Und dann sollte man sehen, ob nicht medikamentös oder anders therapeutisch eine Besserung zu erzielen ist. Somit das Problem also verschwindet. Schließlich ist Remission das Ziel und damit sollte man auch beschwerdefrei sein. Ansonsten kann man auch Mittel nehmen, die einem den Alltag zu bestimmten Zeiten oder in bestimmten Situationen erleichtern.

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Re: Antrag auf Home Office - Generelle Frage

Beitragvon Uwe7 » Mo 23. Apr 2018, 22:42

Moin Micha,

Micha08 hat geschrieben:Jetzt habe ich die Möglichkeit, Home Office zu beantragen, um einfach flexibel zu sein und bei Bedarf auch von zuhause zu arbeiten.


genau das sollte Deine Begründung für's gewünschte Home Office sein. Da hat Dein Arbeitgeber ja auch was von. Ich habe mein Home Office zwar auch mal während einer Krankheitsphase bekommen. Die Krankheit ist lange passé, das Home Office habe ich immer noch - und nutze es hin und wieder auch - wie Du richtig sagst: Einfach um flexibel zu sein und bei Bedarf auch von zu Hause aus arbeiten zu können.

Du arbeitest erst seit wenigen Monaten beim neuen Arbeitgeber - da solltest Du in Sachen Offenlegung von Erkrankungen sehr vorsichtig sein.

Du ahnst es ja schon selbst:

Micha08 hat geschrieben:Ich will mein Arzt von der Schweigepflicht befreien und ihn Bitten, einen Bericht zu schreiben wegen meiner Krankheit weil ich damit offen umgehen will und einen sehr hilfbsbereiten Chef / Arbeitgeber habe (damit hier die Notwendigkeit des Home Offices noch einmal gezeigt wird).


Das klingt nach: "Wasch mir den Pelz"...

Micha08 hat geschrieben:"*Was passiert, wenn in dem Bericht steht, dass ich seit 2013 an MC leide; kann dann unter Umständen der AG sagen; hey halt, das ist eine wichtige Info die im Vorstellungsgespräch verschwiegen wurde?


...und das klingt nach: "aber mach mich nicht nass."

Und das folgende geht gar nicht:

*Kann ich mein Arzt einfach darum beten kein Zeitraum in dem Bericht anzugeben oder sogar dass der MC erst letztes Jahr diagnostiziert wurde?


Um eine nicht notwendige Begründung für Deinen Home Office-Wunsch zu produzieren, stiftest Du Deinen Doc zur Lüge an? Lass es.

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Re: Antrag auf Home Office - Generelle Frage

Beitragvon Micha08 » Di 24. Apr 2018, 00:32

Also meine üblichen Beschwerden während eines Schubs sind Durchfälle und insbesondere Blähungen im Büro oder bei Terminen.
Darüber hinaus habe ich häufiger mit "Reizdarm" Blähungen zu kämpfen die eben besonders in solchen Situationen auftreten. :?
Gehört aber lt. meinem Arzt zum Crohn dazu.


Ich war wohl etwas zu voreilig mit meinem ursprünglichen Vorhaben. Danke für die Feedbacks!!
Ich werde das zunächst einmal über den "normalen" Weg beantragen und so das Home Office einrichten.
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Re: Antrag auf Home Office - Generelle Frage

Beitragvon neptun » Di 24. Apr 2018, 08:28

Hallo Micha,

Stichworte wären geringer Zuckerkonsum, auch wenig Fruchtzucker. Dann nicht so viele Ballaststoffe, auch wenn die immer als gesund gepriesen werden. Die werden nicht im Dünndarm verstoffwechselt und resorbiert, landen im Dickdarm und dort freuen sich die Dickdarmbakterien, machen damit Gase.

Zur Regulierung des Stuhles wäre indischer Flohsamen recht. Mit wenig Wasser, also mit Joghurt oder so eingenommen. Meist wird er zum Verschlanken eingesetzt, kann aber auch zum Stopfen genutzt werden.
Oder Loperamid, was den Darm kurzzeitig lähmt. Die Stunden sollte man also nicht aufs Klo müssen. Nebeneffekt, durch die längere Passagezeit wird der Stuhl besser entwässert.

LG Neptun
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