Kind mit CED-vertretbar?

Hier geht es um gegenseitige Achtung und die Probleme, die es in einer Partnerschaft und bei Angehörigen gibt, aber auch um Schwangerschaft.

Re: Kind mit CED-vertretbar?

Beitragvon RosaWolke » Di 27. Sep 2016, 13:26

Mein Mann hat gestern vorgeschlagen, für 4 Tage wegzufahren und dann in aller Ruhe mal darüber zu sprechen, was es für Ängste und Sorgen gibt und zu schauen, ob es nicht doch die eine oder andere Lösung schon parat ist :)
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Re: Kind mit CED-vertretbar?

Beitragvon Nienah » Fr 2. Dez 2016, 12:37

Hallo,

der Thread ist zwar schon ein paar Wochen alt, aber ich finde die Frage sehr spannend und habe sie mir selbst schon häufig gestellt. Rosawolke, vielleicht konntest du in der Zwischenzeit ja schon eine Antwort für dich finden. Ich erzähle trotzdem kurz. Ich habe MC schon seit vielen Jahren und mein Freund und ich haben uns letztes Jahr für ein Kind entschieden. Im Juli ist unser Sohn auf die Welt gekommen und ich bin nun leider seit der Geburt im Schub. Sicher gibt es Probleme, die gesunde Mütter nicht haben (bei mir ist es vor allem das Problem, auf die Toilette zu müssen, wenn es gerade nicht gut passt - Kind hat Hunger, wird gerade gewaschen, ist quengelig, oder was auch immer - oder auf die Toilette zu müssen, wenn ich mit meinem Sohn alleine unterwegs bin). Ich müsste lügen, wenn ich sagen würde, das macht mir nichts aus. Manchmal macht es mich traurig, weil ich das Gefühl habe, dann nicht vollständig für mein Kind da sein zu können. Aber meistens lassen sich Lösungen finden. Entweder jemand kann einem das Kind kurz abnehmen und beschäftigen (z.B. der Partner oder Familie und Freunde, die gerade zufällig in der Nähe sind) oder ich nehme den Kleinen zuhause einfach mit ins Bad und lege ihn auf eine Decke, solange ich beschäftigt bin. Dann ist er zumindest nicht allein und ich denke, in dem Alter stört es ihn auch noch nicht, wenn ich vor ihm mein Geschäft mache. Wenn wir unterwegs sind, gehe ich vorher oft im Kopf Möglichkeiten durch, wo ich mit ihm zur Toilette könnte. Z.B. gehe ich in einem Supermarkt einkaufen, der auch eine Behindertentoilette hat. Da kann man den Maxicosi ohne Probleme mit reinnehmen. In Cafés etc. geht das auch oft. Oft reicht es ja auch schon, wenn man noch eine erwachsene Person dabei hat, dann kann man sich problemlos kurz ausklinken und nach einer Toilette suchen.

Situationen, denen ich mich nicht gewachsen fühle, gehe ich aber auch gerne mal aus dem Weg und lasse die Dinge dann von meinem Partner erledigen. Er nimmt mir auch einiges ab, wenn ich durch die Krankheit schlapp und müde bin. Das kann ich mir später auch gut für Unternehmungen mit bzw. für den Kleinen vorstellen, die ich wegen des MC nicht auf die Reihe kriege. Ich glaube nicht, dass unser Kind davon Schaden nimmt, im Gegenteil, er wird die Papa-Zeit dann bestimmt auch genießen.

Alles in allem denke ich, dass ich trotz des MC eine gute Bindung zu meinem Sohn aufbauen kann, auch wenn er wahrscheinlich damit leben muss, dass seine Mama öfter mal Bauchschmerzen hat und dann vielleicht nicht so kann, wie sie gerade möchte. Meine Erfahrungen beziehen sich jetzt nur auf die ersten Lebensmonate und ich werde sicher noch über die eine oder andere Hürde durch den MC stolpern, an die ich gerade noch gar nicht denke. Aber wenn man gut plant und auch bereit ist, Hilfe anzunehmen, wird es schon gehen.

Liebe Grüße und alles Gute!
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Re: Kind mit CED-vertretbar?

Beitragvon RosaWolke » Mi 19. Apr 2017, 19:47

Danke für eure lieben Antworten, ich habe sie mir gerade nochmals durchgelesen.
Inzwischen bin ich in der 19. SSW-ihr kennt das wahrscheinlich, es gibt gute Tage, da weiß ich, dass alles gut gehen wird, und andere, da frage ich mich, wie ich das alles schaffen kann.
Aber da wollte wohl eine kleine Seele zu uns und ich werde mein Bestes geben, ihm eine gute Mami zu sein, was soll eine blöde Diagnose da schon daran ändern.

Meine Freundin (siehe Eingangsposting) und ich gehen inzwischen getrennte Wege.
Ich bin etwas traurig, weil ich nicht weiß was ich falsch gemacht habe, aber nach dem positiven Schwangerschaftstest hat sie mich mit ihren Ansichten runtergezogen und so eine Freundin brauche ich nicht, dann habe ich lieber keine.

Fühlt euch gedrückt:)
RosaWolke
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Re: Kind mit CED-vertretbar?

Beitragvon jamchen » Mo 24. Apr 2017, 11:10

Hallo RosaWolke,

ich habe seit 25 Jahren MC und inzwischen vier Kinder im Alter von 13 (Zwillinge),in Kürze 15 und 16 Jahren. Als ich damals die Diagnose erfuhr, dachte ich auch erstmal lange, dass ich auf Kinder verzichten sollte und auch die Sorge hatte, dass sie auch erkranken könnten. Jedoch hatte ich immer einen großen Kinderwunsch und einige später ließ ich mich einfach darauf ein,als ich heiratete. Ich hatte nie während den Schwangerschaften einen Schub, zwar konnte ich kein Eisen zu mir nehmen, aber ich vertrage generell keine Eisenpräparate und sonst verliefen meine Schwangerschaften nicht anders als wie bei gesundenen, werdenden Mamas auch.
Gut, ich war zwar komplett auf mich gestellt, aber das hatte nichts mit MC zu tun.
Erst die letzten Jahre bekommen meine Kinder eher mit, dass ich krank bin, da ich zwischenzeitlich einen Schub hatte/habe. Zugegeben, ich habe keine stationären Erfahrungen, jedoch kommt es seit zwei Jahren häufiger vor, dass ich nicht mehr so mit allem kann wie früher, Termine absagen muß, auch schon Elternsprechtag / Elternabend oder einfach seltener Freunde meiner Kinder zu uns können, wenn ich "nicht so gute Zeiten oder Tage" habe. Insgesamt kommen sie gut mit dem Wissen zurecht. Sicherlich auch hilfreich, weil ich nicht im Krankenhaus bin und wir auch früher viel allein waren, nachdem ich mich von meinem Mann trennte.

Ich bin aber froh, dass ich meine Kinder habe und nicht auf das Muttersein verzichtete. Ich glaube, dass Wichtigste ist ganz offen mit der Krankheit umzugehen und sein Umfeld bei Notwendigkeit um Hilfe zu bitten.
Das hatten wir zwar nie, aber es geht immer irgendwie weiter und auch nicht unbedingt schlecht. Ich glaube auch, dass das was man an Liebe von seinen Kindern entgegengebracht wird, stärkt und vielleicht auch " heilt". Mein erster Schub und auch schlimmster Schub war lange vor meiner Zeit als Mutter.

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Re: Kind mit CED-vertretbar?

Beitragvon RosaWolke » Mo 1. Mai 2017, 16:13

Hallo jamchen,

Danke für deine Antwort.
Tut mir leid, dass du alles alleine machen musstest und (zweitweise?) keinen Partner an deiner Seite hattest. Das war sicherlich schwer.
Zwar habe ich einen tollen Mann, aber kein wirkliches soziales Umfeld. Familie lebt nicht hier, Freunde habe ich nicht (mehr) wirklich und es fällt mir so schwer Kontakte zu knüpfen. Vielleicht kann ich im GVK einige werdende Mamis kennenlernen.
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Re: Kind mit CED-vertretbar?

Beitragvon jamchen » Do 4. Mai 2017, 16:56

Danke, dass ist lieb von dir!
Irgendwie kommt das "alleine etwas durch zu stehen" immer wieder mal vor.Stärkt aber einen und die Kinder lernen dadurch vielleicht auch, dass man auch mit einem Elternteil Familie sein kann. Für mich war dieser Weg immer der Richtige.

Aber ich weiß, wie schwer es ist, wenn man kein Umfeld hat.

Ich wünsche dir, dass du Freunde und positiven Austausch findest…

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Re: Kind mit CED-vertretbar?

Beitragvon RosaWolke » Di 4. Sep 2018, 15:56

Hallo,

meine kleine Tochter wurde geboren, und wir sind ein gutes Team geworden.
Ich habe das Gefühl, dass sie mich oft motiviert, Dinge zu tun, die ich früher aus Angst wahrscheinlich nicht getan hätte.
Aber mein Würmchen muss die Welt kennenlernen und da möchte ich dabei sein.

Mir fällt ein regelmäßiger Umgang mit anderen Müttern noch ziemlich schwer, ich glaube das liegt nicht an der CED alleine, sondern eher, dass mich dieses Vergleichen und Verurteilen nervt, wie es in Gruppen mit Mamis oft vorkommt. Ich bin daher noch ziemlich einsam, auch umgeben von spielenden Kindern und tratschenden Mamis. Natürlich suche ich den Kontakt, es ist wichtig für meine Maus! Und dennoch passe ich nirgends wirklich dazu. Kennt ihr das vielleicht? Von Menschen umgeben und dennoch alleine?
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