Kinderwunsch der Partner hat Angst dass das Kind auch coliti

Hier geht es um gegenseitige Achtung und die Probleme, die es in einer Partnerschaft und bei Angehörigen gibt, aber auch um Schwangerschaft.

Kinderwunsch der Partner hat Angst dass das Kind auch coliti

Beitragvon Sili » Do 28. Dez 2017, 04:06

Hallo
Ich bin sehr Traurig und zwar ich bin seit 10 Jahren mit meinem Partner zusammen und Kinderwunsch war mir immer sehr wichtig. Wir haben in den letzten 5 Jahren viel durchgemacht ich hatte eine Kollektomie mit vielen Komplikationen ich lag paar Tage im Koma wurde beatmetet mit Wundheilungsstörungen . Letztendlich kam ich na 6 Monaten da raus so jetzt habe ich meine Ausbildung zu Krankenschwester abgeschlossen und arbeite seit einem Jahr fertig als examinierte. Nun fühl ich mich mit 27 bereit ein Baby endlich zu bekommen. Er möchte es aber nicht weil er so viel mit mir durchgemacht hat und möchte nicht das gleiche mit dem Kind durchmachen es hat ihm sehr viel Lebenskraft mit mir gekostet. Und das Risiko wäre ja da . Ich weiß nicht mehr was ich machen soll ich wünsche es mir so sehr wie kann ich ihn dazu überreden? Ich wollte schon einen Termin beim Arzt machen der mich operiert hat für einen Beratungsgespräch. Ich wäre dankbar für jede Antwort
Sili
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Re: Kinderwunsch der Partner hat Angst dass das Kind auch co

Beitragvon neptun » Do 28. Dez 2017, 14:33

Hallo Sili,

willkommen im Forum.

Da hast Du leider sehr viele und extreme negative Erfahrungen machen müssen. Die aber ganz sicher nicht auf die CED selbst zurückzuführen sind. Es sind leider die Risiken, denen man sich im Krankenhaus allgemein, dann im speziellen mit den nicht leichten OP's aussetzt, wenn der Dickdarm in einer Kolektomie entfernt wird. Möglicherweise wurde Dir auch zwei- oder dreizeitig ein Pouch angelegt. Da wäre schließlich auch das Risiko zu nennen, wenn man in einer Klinik und von einem Chirurgen operiert wird, der nicht ein wirklich versierter Chirurg für diese komplizierten OP's ist. Da sollte man nur in den Händen von wirklichen Spezialisten sein.

Somit ist es zwar Pech, aber schon mal gar nicht auf das eigene Tun im Leben zu beziehen. Da wären die normalen täglichen Risiken, denen man sich ganz allgemein aussetzt, schon eher zu bedenken und dazu auch die ungewisse Zukunft, denn wer weiß bei diesen schnellen Umbrüchen in unserer Gegenwart, wie es sich in 50 Jahren oder mehr gestaltet.

Was die Vererbung einer CED-Anlage angeht, sie ist bei einem betroffenen Partner statistisch schon sehr gering. Und statistische Werte sagen für eine einzelne Person nun mal gar nichts aus.
Viele Elternpaare bekommen Kinder und da weiß derjenige, der eine CED vielleicht bekommen kann, gar nicht, ob er sie nicht später erst bekommt.
Das gilt genauso für Deinen Partner. Er weiß doch auch nicht, ob er mal eine cu oder einen mc bekommen wird oder sonst eine Veranlagung für eine Krankheit hat.

Und schließlich ist die Vererbung der CED nur eine plausible Annahme bisher, wobei es eine Vielzahl von weiteren Gründen geben soll, die aber alle maximal als These vorliegen, aber letztlich nichts bewiesen ist.
Und alle diese Thesen sind noch nicht mal gegenseitig verträglich, bestehen also nur nebeneinander, erklären sich aber nicht gegenseitig. Im Gegenteil.

Ich habe 2 Töchter, und die sind jetzt weit älter als Du.

Ich denke, Dein Freund sollte sich mal mehr informieren und nicht nur diffuse Gründe für sein Leben und die damit verbundenen Planungen haben.

LG Neptun
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Re: Kinderwunsch der Partner hat Angst dass das Kind auch co

Beitragvon Konrad » Do 28. Dez 2017, 16:06

Moin Sili,

Du lebst seit 10 Jahren in einer stabilen Partnerschaft, die auch sehr schwierige gesundheitliche Krisen überdauert hat. Dein Partner war allzeit bei Dir und hat mit Dir gelitten, und um Dich gebangt. Das allein ist schon ein Geschenk, das nicht jedem vergönnt ist.

Dein Kinderwunsch nun, da Du Dich gut fühlst und mitten im Beruf stehst, ist durchaus verständlich. Du bist ja auch im besten Alter, um die Familie durch Nachwuchs zu "komplettieren". Andererseits verstehe ich Deinen Partner sehr gut, wenn er erst mal etwas Abstand braucht von Krankheit, OP's, Krankenhaus und allem, was so mit gesundheitlichen Dingen zu tun hat, die er selber nicht beeinflussen kann.

Überreden wäre hier der falsche Ansatz. Er muss es selber wollen und bereit dafür sein. Die Idee:

Sili hat geschrieben:Ich wollte schon einen Termin beim Arzt machen der mich operiert hat für einen Beratungsgespräch


finde ich sehr gut. Information ist immer die beste Möglichkeit um (Vor-)urteile abzubauen. Und dann natürlich zusammen reden, reden, reden. Eine gemeinsame Zukunft bedarf auch einer gemeinsamen Basis, auf die man ein stabiles "Haus" bauen kann. Auch wenn es noch einige Zeit dauern sollte, bis er sich aktiv für Familiennachwuchs ausspricht, bist auch Du immer noch jung genug dafür.

Nur wenn beide Partner voll und ganz dahinter stehen, ist auch ein gedeihliches und harmonisches Zusammenleben möglich

LG Konrad
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Konrad
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