Ernährung im Schub und bei Stenosen 11/2009

Alles zum Thema Essen und Ernährungstherapie.

Ernährung im Schub und bei Stenosen 11/2009

Beitragvon Uwe7 » Mi 26. Dez 2012, 13:47

Moin,

aus dem Google-Cache hier der wegweisende Thread von Farfalla - Stefanie.

LG Uwe

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Anzahl Nachrichten: 11 - Seiten (1): [1]
Ernährung im Schub und bei Stenosen
30.11.2009 - 15:30
<<Bearbeitet von Farfalla am 19.06.2010 11:31>>
Ernährung im Schub und bei Stenosen

Im Verlaufe einer CED kann es zur Bildung von entzündlichen oder narbigen Stenosen (Engstellen) kommen.

Durch die Engstelle wird die normale Darmpassage behindert und deshalb muss man auf eine ballaststoff- und faserarme Kost achten, um Komplikationen zu meiden. Bei ballaststoff- und faserreicher Kost könnte es bei mittel- oder hochgradigen Stenosen ansonsten im schlimmsten Fall zu einem Darmverschluß kommen.

Zu den ballaststoffreichen Nahrungsmittel zählen die meisten Kohlsorten, Hülsenfrüchte, Lauch, Zwiebeln, Knoblauch, Keimlinge und Sprossen, Vollkornprodukte (Brot, Nudeln, Kuchen), Naturreis, Müsli, Trockenfrüchte. Quellende Nahrungsmittel wie Flohsamen, Leinsamen und Weizenkleie sind ebenfalls kritisch. Rohkost (ungekochtes Gemüse und Obst, Salate) sollte man bis auf wenige Ausnahmen meiden.

Kleinere Mengen Kopfsalat werden meistens toleriert, ebenso Bananen oder geschälte Äpfel, Gurken und Tomaten. Man sollte aber darauf achten, dass die Körner der Gurken und Tomaten entfernt werden. Anstelle von Vollkornprodukten sollten Weißmehlprodukte bevorzugt werden. Eingemachtes Obst kann man in kleinen Mengen versuchen, allerdings sollte blähendes Steinobst gemieden werden.

Faserreiche Nahrungsmittel sind Spargel (außer den zarten Spargelköpfchen), Fenchel, Ananas, Orangen, Grapefruit, Clementinen, Mandarinen, Zitronen, Limonen, Mango, Fruchtsäfte mit Fruchtfleisch, Rhabarber, Kokosflocken, Pilze, Sauerkraut, grüne Bohnen, Pilze. Nüsse und Körner (z.B. Körnerbrot oder Körner von Obst und Gemüse) sollten gemieden werden, ebenso faserreiche Fleischsorten (Rindfleisch).

Es ist wichtig, dass man in Ruhe isst und die Nahrung gründlich kaut.

Manchmal hilft es auch, wenn man die Speisen mit einem Pürierstab püriert, z.B. Gemüsesuppen oder gemüsehaltige Saucen.

Auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr ist ebenfalls zu achten, um den Speisebrei geschmeidig zu halten.

Fritierte und in Fett gebratene Speisen sind schwer verdaulich. Besser ist es, wenn man die Nahrungsmittel dünstet oder in einer Folie oder im Römertopf im Backofen gart.

Diese "Stenosediät" empfiehlt sich auch bei akuten Entzündungen, die nicht mit einer Stenose einhergehen, da sie den Verdauungstrakt schont und nicht noch zusätzlich belastet.

Bei sehr massiven Entzündungen kann es auch vorkommen, dass man auf eine ballaststoffarme Trinknahrung umsteigen oder parenteral (über Infusion) ernährt werden muss.

Zu speziellen Fragen der Ernährung könnte ihr euch auch an den Arbeitskreis Ernährungstherapie wenden.

LG,
Stefanie
Ernährung bei Stenosen
29.05.2010 - 15:48
Hallo Stefanie,

Danke für die sehr gute Übersicht. Ich werde mich versuchen daran zu halten, wobei es bei mir schwer wird - ich sündige immer wieder mal ...

LG Mark
Ernährung im Schub und bei Stenosen
17.11.2010 - 20:03
Wie sieht es mit Zucker allgemein, bzw. Süssigkeiten und zuckerhaltigengetränken aus?

VG und Danke
Ernährung im Schub und bei Stenosen
18.11.2010 - 11:25
Hallo Sandy,
es gibt keine allgemeine "Dagegen"-Empfehlung.
Von meiner Seite einen Tipp: versuche alles so weit zu minimieren, dass Du damit klar kommst. Zuviel Zucker
ist bei nicht an CED-Erkrankten genauso "ungut" wie
bei Darmgeschädigten. Es kann also unter zu viel Zuckergenuss durchaus zu einem schubauslösenden "Trigger" kommen, bei dem einen mehr, bei dem anderen weniger....
Gruß
Wolfgang
Ernährung im Schub und bei Stenosen
18.11.2010 - 11:57
Hallo Sandy,

Zucker oder gesüßte Getränke bewirken jetzt bei einer vorhandenen Stenose keine Probleme, wie die genannten faserigen Lebensmittel (Spargel, Fleisch z.B.).

Ist der Darm aber entzündet (in Schubzeiten), kann es bei übermäßigem Genuss von Zucker etc. zu den von Wolfgang genannten Problemen kommen.

Gruß Sissi

Ernährung im Schub und bei Stenosen
18.11.2010 - 15:20
Wollte nochmal genauer nachfragen, was bedeutet ein schubauslösender "Trigger"?
Ernährung im Schub und bei Stenosen
18.11.2010 - 16:10
Hallo Sandy,
als "Trigger" (Abzug) bezeichnet man all die Sachen, die
letztlich den Knall, Schub, auslösen. Das können sowohl
Lebensmittel etc. sein, psychische Belastungen etc.pp.
Nur, all das funktioniert nicht, wenn nicht schon eine Grundlage der Krankheit gegeben ist, s. Gendefekt.
Du kannst also, bis zu einem gewissen Grad, versuchen,
Dich lange in Remission zu halten oder, im umgekehrten Sinne, auch schnell beenden, wenn ein Trigger sich da negativ einmischt.....
Gruß
Wolfgang
Ernährung im Schub und bei Stenosen
19.11.2010 - 11:17
Hallo,

ich würde sagen: Auslöser od. Beschleuniger. Gruß S.
Ernährung im Schub und bei Stenosen
19.09.2011 - 19:47
Huhu,

wenn ich diese endlos lange Liste so lese dann werde ich depresiv :-(

Am meisten macht mir das Verzichten aus Obst und Rohkost zu schaffen. Ich habe auch das Gefühl das ich mich nicht mehr ausreichend mit Vitaminen versorge. Das ist doch auch nicht gesund. Schübe bekomme ich trotz weglassen von allem Leckeren!

Irgendwie fühle ich mich grade im Bezug auf die Ernährung ziemlich ratlos.
Ernährung im Schub und bei Stenosen
19.09.2011 - 23:34
@ Schübe bekomme ich trotz weglassen von allem Leckeren!

Korrekt, Katze,
und nicht alles, was "lecker" ist, ist auch gesund. Speziell nicht für CED-ler.
Sorry, aber den Weg, den Du gehen willst, beschreitest Du alleine.
Nach wie vor: Gute Besserung.
Gruß
Wolfgang
Ernährung im Schub und bei Stenosen
03.08.2012 - 11:09
Ich bin begeistert von dem was ich da sehe ... ich muss bei meinen einkäufen immer überlegen wonach ich mich richten kann/sollte und kauf meist doch einfach dann irgendwas auch wenn ich es nicht vertrage weil ich eh nicht lange stehen kann vergeht mir dann irgendwann die suche nach dem richtigen essen also wird einfach eingepackt und fertig...

Ich werde also mal versuchen hier einige sachen zu holen und mich daran zu halten

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Re: Ernährung im Schub und bei Stenosen 11/2009

Beitragvon rosmarin » So 17. Mär 2013, 15:55

Hallo,
meine Frage , vermutlich klingt diese naiv, trotzdem : Mir geht es relativ gut solange ich nichts Esse.

Dass dabei der " Darm " geschont wird insbesondere bei einer Entzündung und ev. Stenose ist mir klar aber der Zusammenhang ist mir noch nicht richtig klar. Insbesondere, wann merke ich am Besten, wenn ich wieder etwas " essen kann " und es vertrage ?
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Re: Ernährung im Schub und bei Stenosen 11/2009

Beitragvon Zerania » Di 18. Jun 2013, 08:54

Krass ist, dass man teilweise gar nichts dagegen machen kann, dass es zu Schüben kommt. Es sind ja nicht nur die Lebensmittel, die man zu sich nimmt, sondern auch andere Umweltfaktoren können mögliche Trigger sein. Das macht die Erkrankung so schwierig. Allein eine Ernährungsumstellung kann nicht alles verhindern, aber zumindest lindern.
Humor ist einfach eine komische Art, ernst zu sein.
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Re: Ernährung im Schub und bei Stenosen 11/2009

Beitragvon Sunshine » Mi 10. Jul 2013, 08:59

Ich habe z.Z. eine stärkere Engstelle und eine langstreckige nicht so starke engstelle. Seit ich mich fast (d. h. bis auf Fisch) Vegan ernähre und Kohlenhydrate weg lasse geht es mir viel besser. Ich esse viel Fisch und Gemüse (natürlich nur Gemüse das nicht bläht oder Fasrreich ist). Wenn ich lust auf was süßes habe dann esse ich gekochtes Obst ich vertrage aber auch kaltgeriebenes Obst wenn nicht zusätzlich Zucker drin ist.
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Re: Ernährung im Schub und bei Stenosen 11/2009

Beitragvon minimonster » Di 3. Sep 2013, 02:31

Ich püriere sehr viel und kann auf diese Weise auch Dinge essen, die es im Originalzustand auf meine persönliche Horrorliste geschafft haben.

Püriert sind viele Obst- und Gemüsesorten ok.

Leider habe ich noch gar nichts gefunden, was mir nach dem Essen überhaupt nicht weh tun würde. Da gibt es nichts, Schmerzen stellen sich immer ein. ( Verwachsungsbauch )

Unpüriert ist unmöglich für mich. Das ist eine optimale Voraussetzung für Restaurantbesuche. :mrgreen: Die sind bei mir sowieso nur selten der Fall, weil es ja viel teurer ist, außerhäusig zu essen und auch, weil es mir nach dem Essen nie "gut" geht. Es müsste ein Restaurant geben, wo man sich hernach hinlegen kann. :mrgreen: Falls man mich doch mal im Restaurant antrifft...ich bin die, die stets Suppen bestellt. :mrgreen:

LG von Minimonster
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