Colitis ulcerosa geheilt - ja, wirklich

Alles zum Thema Essen und Ernährungstherapie.
Bab85
Dauergast
Beiträge: 184
Registriert: Sa 2. Apr 2016, 11:13
Diagnose: CU(2013),Stoma(2018)

Re: Colitis ulcerosa geheilt - ja, wirklich

Beitrag von Bab85 »

Hallo cuGEHEILT,

ich habe alles andere als gute Erfahrungen mit Rohkost gemacht. Man darf sowas nicht pauschalisieren. Was dem einen hilft, kann dem anderen schaden.

Gruß
Babs

Benutzeravatar
curio
Dauergast
Beiträge: 301
Registriert: Di 25. Dez 2012, 15:52

Re: Colitis ulcerosa geheilt - ja, wirklich

Beitrag von curio »

Was Bettina sagt.

CEDs sind genetische Erkrankungen. Die Ursache liegt also in den Genen der Betroffenen. Ernährung hat rein gar nichts mit den Ursachen einer CED zu tun. Und heilen kann einen eine Ernährungsumstellung schon gar nicht. CEDs sind de facto nicht heilbar.

Von einer CED geheilt zu sein bedeutet nicht, sich vegan zu ernähren und daraufhin (im besten Falle) keine Krankheitssymptome zu bekommen. Von einer CED geheilt zu sein, würde bedeuten, man kann alles essen, man kann tun und lassen was man will, man muss keine Medikamente nehmen UND bekommt keine Krankheitssymptome. Und ebendies ist nicht möglich.

Ernährung kann jedoch eine entscheidende Rolle beim Verlauf einer CED spielen. Wenn dich deine Ernährungsumstellung von deinen Krankheitssymptomen befreit hat, und du dadurch in Remission (nicht zu verwechseln mit Heilung) gekommen bist, so finde ich das großartig und hoffe, dass es lange Zeit so bleibt.


Liebe Grüße,

curio

Benutzeravatar
curio
Dauergast
Beiträge: 301
Registriert: Di 25. Dez 2012, 15:52

Re: Colitis ulcerosa geheilt - ja, wirklich

Beitrag von curio »

cuGEHEILT hat geschrieben:Nicht wirklich, das ist bis hierher schon ziemlich selbsterklärend.
Und dreh für den Anfang vielleicht deine "Cockiness" ein wenig runter. ;)
In letzter Zeit häufen sich hier irgendwie die Fälle von Neulingen, die sich sofort benehmen wie die Axt im Walde...

gelöschter Benutzer

Re: Colitis ulcerosa geheilt - ja, wirklich

Beitrag von gelöschter Benutzer »

Ich bin kein Rohköstler. Wenn jemand mit einer (pflanzlichen) Ernährungsform schlechte Erfahrungen gemacht hat, wurde, mit Verlaub, etwas falsch gemacht. Es gibt bestimmte Fehler, die man machen kann - für eine akkuratere Antwort müsste ich wissen, was gegessen wurde. An dieser Stelle ansonsten weiterzuargumentieren, wäre unseriös.

CED's haben eine genetische Komponente, das ist richtig. Allerdings beeinflussen Umweltfaktoren (wie z. B. unsere Ernährung) die Aktivierung bzw. De-Aktivierung bestimmter Gene oder Genabschnitte. Siehe Epigenetik. Wenn Du Dich gesund ernährst, senkst Du Dein Risiko massiv, dass bestimmte Gene, die für bestimmte Erkrankungen zuständig sind, aktiviert werden.

Wenn "tun und lassen was wir wollen" bedeutet, ungesunde Produkte zu konsumieren, muss ich widersprechen. Tierische und stark verarbeitete Produkte sind Risikofaktoren für die Gesundheit. Es gibt Leute, die kommen damit durch, andere kriegen Diabetes, wieder andere CED, wieder andere einen Herzinfarkt usw. Sogar die WHO weist mittlerweile deutlich darauf hin, dass ERnährung der wichtigste Lifestyle-Faktor ist, der mit Krankheit zu tun hat. Nochmal: Eine CED ist letztendlich ernährungsbedingt und bedeutet, dass wir, um eine Chance auf Heilung (nicht Remission) zu haben, müssen wir die zugrunde liegenden Ursachen beseitigen. Die habe ich genannt.

Von einer CED geheilt zu sein bedeutet gerade NICHT, dass man tun und lassen kann, was man will. Das ist so, als würdest Du sagen, Lungenkrebs ist nicht heilbar, rauchst aber gleichzeitig weiter und sagst, das hat nichts mit dem Rauchen zu tun. Du kannst nicht erwarten, einen Benziner mit Diesel betanken und dann sanft weiterfahren zu können.

gelöschter Benutzer

Re: Colitis ulcerosa geheilt - ja, wirklich

Beitrag von gelöschter Benutzer »

@curio: Ich habe nicht die Absicht "cockiness" zu zeigen. Ich bin lediglich irritiert ob der reflexartigen Ablehnung bis hin zu Verleugnung, die ich erlebe, denn so erlebe ich es. Das mindeste, was ich mir erwünscht habe, war ein konstruktiver Austausch. Den erlebe ich leider nicht. Und ich befürchte, das scheint hier auch nicht möglich zu sein. Der ursprüngliche Beitrag ist erst wenige Stunden alt, und es kam rein gar nichts Konstruktives, anhand dessen man eine beiderseitig gewinnbringende Diskussion hätte führen können. Damit wäre von meiner Seite aus alles gesagt, alles Weitere wäre redundant.

Benutzeravatar
curio
Dauergast
Beiträge: 301
Registriert: Di 25. Dez 2012, 15:52

Re: Colitis ulcerosa geheilt - ja, wirklich

Beitrag von curio »

cuGEHEILT hat geschrieben:CED's haben eine genetische Komponente, das ist richtig. Allerdings beeinflussen Umweltfaktoren (wie z. B. unsere Ernährung) die Aktivierung bzw. De-Aktivierung bestimmter Gene oder Genabschnitte. Siehe Epigenetik. Wenn Du Dich gesund ernährst, senkst Du Dein Risiko massiv, dass bestimmte Gene, die für bestimmte Erkrankungen zuständig sind, aktiviert werden.
Nein, die genetischen Defekte sind die eigentliche Ursache der Erkrankung. Die Schäden liegen IN der DNA selbst. Epigenetik hat auf die Zusammensetzung der DNA-Sequenz aber keinen Einfluss.

cuGEHEILT hat geschrieben:Wenn "tun und lassen was wir wollen" bedeutet, ungesunde Produkte zu konsumieren, muss ich widersprechen. Tierische und stark verarbeitete Produkte sind Risikofaktoren für die Gesundheit. Es gibt Leute, die kommen damit durch, andere kriegen Diabetes, wieder andere CED, wieder andere einen Herzinfarkt usw. Sogar die WHO weist mittlerweile deutlich darauf hin, dass ERnährung der wichtigste Lifestyle-Faktor ist, der mit Krankheit zu tun hat. Nochmal: Eine CED ist letztendlich ernährungsbedingt und bedeutet, dass wir, um eine Chance auf Heilung (nicht Remission) zu haben, müssen wir die zugrunde liegenden Ursachen beseitigen. Die habe ich genannt.
Nein, hast du nicht. Ich habe außerdem keine Lust auf eine ernährungsphilosophische Diskussion. Darum ging es mir auch nicht. Sondern um die Feststellung, dass Ernährung nicht die Ursache einer CED sein kann. Sie kann allerhöchstens ein Auslöser der Erkrankung oder ein Einflussfaktor für den Verlauf einer CED sein und ist somit für Betroffene auch dementsprechend wichtig.
cuGEHEILT hat geschrieben:Von einer CED geheilt zu sein bedeutet gerade NICHT, dass man tun und lassen kann, was man will. Das ist so, als würdest Du sagen, Lungenkrebs ist nicht heilbar, rauchst aber gleichzeitig weiter und sagst, das hat nichts mit dem Rauchen zu tun. Du kannst nicht erwarten, einen Benziner mit Diesel betanken und dann sanft weiterfahren zu können.
Doch, genau das bedeutet es. Und deine beiden Vergleiche sind derart an den Haaren herbeigezogen, dass sich mir fast die Fußnägel absprengen.
Rauchen ist nicht nur der größte Einflussfaktor für Lungenkrebs, sondern häufig dessen alleinige Ursache. Das trifft aber auf Ernährung und CEDs nicht zu. Ernährung mag dort ein Einflussfaktor sein, aber ganz bestimmt keine Ursache.

Fuchur
fühlt sich wohl hier
Beiträge: 53
Registriert: Mi 19. Jul 2017, 20:13

Re: Colitis ulcerosa geheilt - ja, wirklich

Beitrag von Fuchur »

Hi

Ich muss mich auch melden und einfach mal betonen, dass das Wort HEILUNG einfach ganz schön gewichtig ist. Woher weißt Du, dass Du geheilt bist? Wie bist Du so sicher nicht in x Tagen/Monaten/Jahren doch einen Schub hast? Das ist einfach sehr schwierig, so eine Vorraussage zu machen.

Weiter finde ich es sehr gewagt, bis unseriös, der Ernährung derart weitreichende und entscheidende Bedeutung zuzuschreiben. Es mag sein und ist sicher so, dass viele Menschen eine Verbesserung der Symptomatik erleben. Andere leider nicht. Und das ist glaib ich ganz entscheidend. Es ist brutal individuell.

Plus: wenn wir uns mal angucken, wovon einzelne Menschen ernährungsmäßig profitieren, dann gibts da auch nicht DIE Lösung sondern auch wieder brutal unterschiedlich. Manche machen SCD, manche dieses, manche jenes. Paleo bspw sagt viel Fleisch und Fett und Gemüse... dann gibts wieder leute die fahren gut ganz ohne Fleisch ("Fleischverzicht ist Pflicht"). Bei Amazon gibts dieses CU Buch von der Frau die sich ständig Getreude und Kohlenhydrate reinzieht, andere Leute eliminieren die Kohlenhydrate. Einfach sehr sehr unterschiedlich.

So....darüber hinaus find ich es auch hart zu sagen, dass alles ernährungsbedingt ist. Das gaukelt eine Kontrolle vor, die es für viele nicht gibt. MIR hat das alles nix gebracht und das war nicht mein Weg. Hab ich jetzt deshalb was falsch gemacht? Bin ich jetzt selbst dran schuld, wenn es mir schlecht geht? Gewagte Ursachen und Schuldzuschreibungen, finde ich.

Aussagen wie : Zucker reduzieren, wenig verarbeitete Lebensmittel, möglichst vollwertig, viel Obst und Gemüse. Das ist soo allgemein, das gilt für jeden.

Benutzeravatar
curio
Dauergast
Beiträge: 301
Registriert: Di 25. Dez 2012, 15:52

Re: Colitis ulcerosa geheilt - ja, wirklich

Beitrag von curio »

cuGEHEILT hat geschrieben:@curio: Ich habe nicht die Absicht "cockiness" zu zeigen. Ich bin lediglich irritiert ob der reflexartigen Ablehnung bis hin zu Verleugnung, die ich erlebe, denn so erlebe ich es. Das mindeste, was ich mir erwünscht habe, war ein konstruktiver Austausch. Den erlebe ich leider nicht. Und ich befürchte, das scheint hier auch nicht möglich zu sein. Der ursprüngliche Beitrag ist erst wenige Stunden alt, und es kam rein gar nichts Konstruktives, anhand dessen man eine beiderseitig gewinnbringende Diskussion hätte führen können. Damit wäre von meiner Seite aus alles gesagt, alles Weitere wäre redundant.
Tut mir leid, aber ich habe weder von reflexartiger Ablehnung noch Verleugnung bisher in diesem Beitrag etwas mitbekommen. Alles worum es mir z. Bsp. geht, ist die richtige Anwendung von Begrifflichkeiten und Sachverhalten.

Der Gegenwind, der dir entgegen schlägt, liegt zum Teil in den vielen negativen Erfahrungen vieler Nutzer begründet, die hier mit Usern gemacht wurden, die sich immer wieder gerne kurzfristig registrieren, dann ein sensationelles (und aus verschiedensten Gründen unglaubwürdiges) Heilungspamphlet absondern, und schwupps waren sie nimmer mehr gesehen. Das möchte ich dir an dieser Stelle nicht unterstellen, schließlich argumentierst du hier sehr ernsthaft über dein Anliegen.


Dennoch finde ich, dass du an den von mir bereits genannten Stellen eben falsch liegst. Nichts anderes versuche ich zum Ausdruck zu bringen.

Gegen eine vegane Ernährung habe ich persönlich nichts einzuwenden, und ich schrieb ja bereits, dass ich es gut finde, dass du damit in Remission gekommen bist. Ich glaube aber nicht, dass diese Ernährungsform allgemein für Jeden applizierbar ist und zwangsläufig zu den selben Ergebnissen führen muss, die du erfahren hast.

Ich schreibe das auch nicht um dich zu ärgern (das trifft auch auf alle anderen Kommentatoren zu), sondern um die Diskussion von mehr als einer Seite zu beleuchten, und eben auch um zum Nachdenken anzuregen.

Benutzeravatar
neptun
Inventar - wird täglich mit abgestaubt
Beiträge: 4235
Registriert: Do 20. Dez 2012, 19:58

Re: Colitis ulcerosa geheilt - ja, wirklich

Beitrag von neptun »

Hallo Prophet,

die CED sollen also ernährungsbedingt sein. Warum sind es dann immer noch so seltene Erkrankungen, wo doch sicher der größte Teil der Bevölkerung sich bestimmt nicht nach Deinen Vorstellungen ernährt?

Womit ich zu Deinem Statement komme, “Sogar die WHO weist mittlerweile deutlich darauf hin, dass Ernährung der wichtigste Lifestyle-Faktor ist, der mit Krankheit zu tun hat.“

Was hat die WHO wohl gemeint und ausgeführt? Wahrscheinlich doch die Zunahme von Übergewicht und Adipositas. Damit verbunden dann der Verschleiß der Gelenke, Arteriosklerose, Bluthochdruck, Herzinfarkte, Schlaganfälle, Diabetes mit seinen teils gräßlichen Auswirkungen auf den Körper, etc.
Und daran kranken wirklich viele Menschen.

Das ist wohl der richtige Kontext zur Aussage der WHO.

Hast Du Dich nicht mal gefragt, warum es überhaupt mindestens diese zwei Krankheiten mc und cu gibt, die doch sehr verschieden sind in ihrem Erscheinen?
Warum sie in ihrem Verlauf und in ihrer Ausdehnung, Lage und Stärke der Entzündung und überhaupt in ihren Verläufen so unterschiedlich und damit sehr komplex sind?
Warum man betroffen sein kann als Kleinkind, aber auch erst im hohen Alter?
Warum es chronisch rezidivierende Erkrankungen sind, man also auch ohne Deine so vehement vertretene Ernährungsumstellung einfach so wieder in Remission kommen kann?

Dann Deine Aussage zur Heilung bei Dir, wo Du doch erst am Ende Deines Lebens konstatieren kannst, daß Du mit Deinem Verlauf Glück gehabt hast, meinetwegen auch Erfolg mit Deiner Methode der Ernährung.

Es gibt einiges, was man Deinem Wunsch nach Heilung entgegen halten kann.

LG Neptun

Bab85
Dauergast
Beiträge: 184
Registriert: Sa 2. Apr 2016, 11:13
Diagnose: CU(2013),Stoma(2018)

Re: Colitis ulcerosa geheilt - ja, wirklich

Beitrag von Bab85 »

Hallo cuGEHEILT,

der Versuch mit Rohkost liegt schon 3 Jahre zurück, so genau kann ich mich nicht mehr erinnern was ich gegessen hatte. Aber da ich dadurch in einen mittelschweren Schub geschlittert bin habe ich mit dem Thema Rohkost abgeschlossen.
Mir ging es immer am Besten wenn ich viel Reis und Kartoffeln gegessen hatte sowie gekochtes Gemüse. Milchprodukte, Zucker und Fruchtzucker waren nicht auf meinem Speiseplan. Trotzdem hatte ich von heute auf morgen Schübe, auch wenn es mir zwischendrin über Monate mit dieser Ernährung gut ging.

Chronische Darmentzündungen sind zu komplex um sie ausschließlich auf die Ernährung zu schieben.

Gruß
Babs

Antworten