Geeignete Lebensmittel bei CED

Alles zum Thema Essen und Ernährungstherapie.

Re: Geeignete Lebensmittel bei CED

Beitragvon Rexm94 » Mi 22. Jun 2016, 14:34

Hallöchen,

ich habe da nochmal eine Frage in die Runde. Ich habe mitbekommen, dass es sinnvoll sein kann, sich im Schub anders zu ernähren. Insbesondere Ballaststoffe und harte Dinge wie Kerne etc möglichst reduzieren oder weglassen, damit die Darmschleimhaut nicht weiter gereitzt werden kann.
Ab wann macht ihr das und wie lange?
Mit ab wann meine ich unter anderem auch die Lokalisation der Entzündung. Unterscheidet man hier? Muss man bei einer Proktits weniger darauf achten als bei einer linksseiten Colitis beispielsweise?
Man macht das den ganzen Schub über, oder bis Blutabgänge verschwunden sind?
Wann ist vielleicht sogar Flüssignahrung für ein paar Tage sinnvoll?

Der Hintergrund ist der, dass meine Proktits nicht aufhört zu bluten. Mal ist eine Woche Ruhe mit Blut, dann ist wieder ne Woche Blut da, manchmal auch nur ein Tag, manchmal 2 Tage, immer unterschiedlich. Deswegen habe ich auch nie mich anders ernährt - es hat ja auch schon an Tagen nicht beblutet, an denen ich viele Balaststoffe esse. Ich möchte behaupten, dass ich durchschnittlich viel Ballaststoffe zu mir nehme. Vollkorntoast, Vollkornbrot am Abend, gerne auch mal ein Körnerbrötchen, Mittags Reis, Kartoffeln, Nudeln. Das Übliche also. Einen Zusammenhang von ballaststoffreicher Ernährung und Häufigkeit und Dauer von Bluten kann ich also nicht herstellen. Auch gab es Blutungen sowohl bei hartem, als auch weniger hartem oder weichem Stuhlgang. Deswegen scheue ich mich auch davor, Flüssignahrung zu testen, da diese zu teuer ist und eventuell auch einfach überhaupt nichts bringt.

Ich komme so ein bisschen an meine Grenzen von dem, was ich noch ausprobieren kann. Lecithin Zäpfchen haben, was das Blut betrifft, nichts verändert. Selbiges gilt für Colifoam, Kortison-Zäpfchen und auch die Gummibandligaturen halfen nicht.

LG

Rex
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Re: Geeignete Lebensmittel bei CED

Beitragvon angie0408 » Mi 22. Jun 2016, 23:20

Hallo Rex, da meine ausführliche Antwort nicht gesendet werden konnte, nun eine relativ kurze Antwort: Ja, auch bei einer Proktitis fange ich bei den ersten Blutungen an mit Schonkost. D.h. keine Körner im Brot, viele Milchprodukte (laktosefrei in dieser Zeit), sehr wenig Fleisch, nichts scharf Gebratenes, ganz wenig Süßes, Gemüse immer gegart, Tomaten ohne Haut und Kerne und und und. Vor allem: alles selbst gekocht, keine Fertiggerichte.
Nach Besserung unter Z.B. Prednisolon oder Cortiment lockere ich das Ganze, nach Absetzen dieser Medikamente und ohne Rückfall haue ich auch mal wieder voll rein...
Ich denke, der Körper und der Darm, auch das letzte Stück, werden dadurch entlastet und es schadet auf keinen Fall (solange die Ernährung ausgewogen bleibt)
Ein Nutzen von Flüssignahrung wurde bisher nur bei Kindern mit Morbus Crohn nachgewiesen, ist also wohl nicht erforderlich.

Das war meine Erfahrung in Kurzform, vielleicht meldet sich ja noch jemand. Es würde mich auch interessieren, was die Anderen dazu sagen...

Gute Nacht
Angie
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Re: Geeignete Lebensmittel bei CED

Beitragvon Rexm94 » Do 23. Jun 2016, 07:28

Hallo angie,

erst einmal vielen Dank.
Ich werde mir das mal überlegen, eine gewisse Zeit mich anders zu ernähren.

"Nach Besserung ..." Wann sprichst du von Besserung? Wie viele Tage ist dann kein Blut mehr zu sehen? Zwischendurch hatte ich 3 Wochen bei gleichbleibender Behandlung keinen Blutabgang mehr. Wo ziehe ich da die Grenze?

Ich habe mit einer Betroffenen Kontakt gehabt, die hatte die CU quasi überall, aber nicht im Rektum. Auch Cortison half nicht - Flüssignahrung führte zur Remission.
Ich will darauf nicht beharren, aber wenn man es aus der mechanischen Sichtweise sieht, so muss Flüssignahrung mind. so wirksam sein wie Schonkost was die Reizung des Darms angeht, denn es gibt ja nichts was reizen kann. Bin auch auf weitere Meldungen gespannt

LG

Rec
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Re: Geeignete Lebensmittel bei CED

Beitragvon angie0408 » Do 23. Jun 2016, 18:56

Hallo Rex,
das mit der Flüssignahrung hatte ich mir theoretisch auch schon so überlegt. Die Studienergebnisse sagen wohl was anderes aus. Aber das heißt ja nicht, dass es bei einzelnen Personen nicht hilft. Aber wie du schon gesagt hast: vielleicht wirkt Schonkost ähnlich. Also erstmal diese Variante probieren. Ist ja auch billiger.
Nach drei Wochen ohne Blut hätte ich wohl auch schon wieder fast normal gegessen. Ich bin jetzt ja auch nicht soooo diszipliniert. Und ob es mir überhaupt hilft, weiß ich ja auch nicht. Aber mir geht's damit irgendwie besser, also ist es gut.
Und es ist auf jeden Fall nicht schädlich, wie vielleicht einige Medikamente (auf die ich aber nicht verzichten würde, wenn notwendig). Und es kostet nicht viel. Also kann man es zumindest ausprobieren...
LG Angie
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Re: Geeignete Lebensmittel bei CED

Beitragvon Steinzeitmensch » Di 5. Jul 2016, 10:53

Ich habe auch immer mal wieder Beschwerden mit dem Magen-Darm-Trakt und bin durch das Lesen eines "Paleo"-Buches auf das Themengebiet Hashimoto, MC, Autoimmunerkrankungen & Co. aufmerksam geworden.
Ich muss sagen, seitdem ich mich entsprechend dieser Philosophie ernähre, geht es mir viel besser!
Getreideprodukte habe ich verbannt, ich verwende generell wenige Lebensmittel, die Entzündungen fördern (wie z.B. Sonnenblumenöl), und ich meide auch lektin- und phytathaltige Nahrungsmittel.
Joghurt dagegen bekommt mir auch sehr gut.
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Re: Geeignete Lebensmittel bei CED

Beitragvon angie0408 » Mi 6. Jul 2016, 20:12

Hallo Steinzeitmensch,
hast du Margen-Darm-Probleme oder eine CED? Ich denke, den Unterschied sollte man schon berücksichtigen. ..
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Re: Geeignete Lebensmittel bei CED

Beitragvon Steinzeitmensch » Do 7. Jul 2016, 08:16

Laut ärztlichen Befundes CED - tut mir Leid, hatte mich was das angeht wohl nicht klar genug ausgedrückt!
Da ich durch eine angepasst Ernährung aber aktuell etwas Besserung erfahre, wollte ich das in den Vordergrund stellen und freue mich über weitere Tipps und Anregungen :)
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Re: Geeignete Lebensmittel bei CED

Beitragvon methusalemsvater » Mo 10. Okt 2016, 14:32

Hallo Steinzeitmensch,
ich habe ähnliche Erfahrungen mit der Steinzeiternährung gemacht. Meine Pollenallergie und mein Hautbild haben sich nach kurzer Zeit deutlich gebessert. Leider habe ich es nicht durchgehalten, mich auf diese Weise zu ernähren, weil ich nicht mehr so viel Kraft hatte, als ich weniger Kohlenhydrate aß. Ich habe im Alltag gemerkt, dass ich nicht mehr so leistungsfähig war, wie ich es noch vor der Umstellung meiner Ernährung gewesen bin. Wenn der Stress auf der Arbeit wieder abnehmen sollte, werde ich aber definitiv einen zweiten Anlauf starten. Liebe Grüße
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Re: Geeignete Lebensmittel bei CED

Beitragvon Mirja » Sa 26. Aug 2017, 21:32

Hallo, guten Abend,

der link mit der Lebensmittel-Liste bzw. die PDF lässt sich leider nicht (mehr) öffnen.

Wer kann mir einen solchen Link zu einer Liste von Lebensmitteln schicken, denen nachgesagt wird, dass sie entzündungsfördernd sind?

Vorab vielen Dank - und liebe Grüße,
Mirja
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Re: Geeignete Lebensmittel bei CED

Beitragvon Nina15 » Mo 18. Sep 2017, 20:40

angie0408 hat geschrieben:Hallo Rex, da meine ausführliche Antwort nicht gesendet werden konnte, nun eine relativ kurze Antwort: Ja, auch bei einer Proktitis fange ich bei den ersten Blutungen an mit Schonkost. D.h. keine Körner im Brot, viele Milchprodukte (laktosefrei in dieser Zeit), sehr wenig Fleisch, nichts scharf Gebratenes, ganz wenig Süßes, Gemüse immer gegart, Tomaten ohne Haut und Kerne und und und. Vor allem: alles selbst gekocht, keine Fertiggerichte.
Nach Besserung unter Z.B. Prednisolon oder Cortiment lockere ich das Ganze, nach Absetzen dieser Medikamente und ohne Rückfall haue ich auch mal wieder voll rein...
Ich denke, der Körper und der Darm, auch das letzte Stück, werden dadurch entlastet und es schadet auf keinen Fall (solange die Ernährung ausgewogen bleibt)
Ein Nutzen von Flüssignahrung wurde bisher nur bei Kindern mit Morbus Crohn nachgewiesen, ist also wohl nicht erforderlich.

Das war meine Erfahrung in Kurzform, vielleicht meldet sich ja noch jemand. Es würde mich auch interessieren, was die Anderen dazu sagen...

Gute Nacht
Angie


Hallo Angie,

ich bin neu hier (und neu mit MC konfrontiert) und auf der Suche nach Antworten auf meine vielen Fragen...
Dabei bin ich über Deine Antwort hier "gestolpert", wo Du schreibst :" Nach Besserung unter Z.B. Prednisolon oder Cortiment lockere ich das Ganze" darf ich fragen, WIE LANGE (Stunden, Tage, Wochen ???) es bei Dir erfahrungsgemäss dauert(e), bis Du eine Besserung bei Prednisolon erfahren hast ?
Ich habe da sooo viele unterschiedliche Aussagen gehört und bin total verunsichert.

Danke im voraus für Deine Antwort.
Nina15
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