Colitis ulcerosa geheilt - ja, wirklich

Alles zum Thema Essen und Ernährungstherapie.

Re: Colitis ulcerosa geheilt - ja, wirklich

Beitragvon BeStoic » Do 5. Jul 2018, 16:31

Generelle und absolute Empfehlungen, insbesondere Elimination bestimmter Nahrungsbestandteile passen meiner Meinung nach bei der CED nicht für jeden, auch wenn manche davon sehr profitieren. Dinge im Übermaß (Fleisch / Zucker / Fett/ Milch) zu essen auch nicht, bzw sollten gut abgewogen werden.


So ist es, und nicht anders. Das Thema ist zu komplex für Pauschalaussagen. Ja, viele geht es besser mit Vegan oder Vegetarischer Ernährung. Ja es gibt sogar Studien dazu. Toll, erklärt aber nicht alles. Man findet auch Leute, die mit "nur Fleisch"-Ernährung oder Paleo etc. besser werden. Paradox? Nicht unbedingt, Stichwort: Genetik, individuelle Beschaffenheit der Darmflora, Allergien etc und zig andere Gründe, die in Frage kommen könnten.
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Re: Colitis ulcerosa geheilt - ja, wirklich

Beitragvon curio » Do 5. Jul 2018, 16:48

NoExcs392 hat geschrieben:Klar, Gegenwind ist auch völlig in Ordnung. Aber ich erhoffe mir sachlichen Gegenwind und nicht "Ja Ernährung ist eig. Quatsch, das ist Genetik, und du glänzt mit Cockiness." Wenn so Gegenwind der User hier aussieht ist das leider traurig. Ich diskutiere gerne, über jedes Thema, wovon ich Ahnung habe. Aber es muss sachlich bleiben und Argumente sind Voraussetzung.


Ich gehe mal davon aus, dass du dich bei diesem Teil <<"Ja Ernährung ist eig. Quatsch, das ist Genetik, und du glänzt mit Cockiness.">> direkt auf mich beziehst. Blöd nur, dass ich niemals behauptet habe, Ernährung wäre Quatsch. Im Gegenteil habe ich sogar geschrieben, dass Ernährung sehr wichtig im Umgang mit CEDs ist. Du darfst gerne zurück blättern und noch mal nachlesen. Ich habe einzig und allein die Ernährung als grundlegende Ursache für die Entstehung von CEDs ausgeschlossen. Ernährung kann ein Auslöser einer CED sein und kann ebenso den Verlauf einer CED teilweise stark beeinflussen. Und jeder, der entweder CU oder MC hat, wird das mehr oder weniger aus persönlicher Erfahrung bestätigen können. Also bitte nicht Ursache und Auslöser durcheinander bringen.



Des Weiteren waren die allermeisten Beiträge in diesem Thread sachlicher Natur (die ein oder andere ironische Spitze hin oder her) und brachten zum großen Teil sogar sehr gute Argumente. Ich verweise gerne z. Bsp. noch mal auf die gestellten Fragen von Neptun ein paar Beiträge weiter hinten.

Auch meine eigene Argumentation sollte doch zumindest logisch erscheinen. Denn dass CEDs genetische Erkrankungen sind ist Fakt (die betroffenen Genabschnitte sind bekannt: (CARD 15 (NOD2), NOD-1, Toll-like-Rezeptoren, HLA, DLG5, OCTN, MDR1, usw. usf.). Und das lässt sich auch nicht wegdiskutieren. Ebenso, dass CEDs nach aktuellem Forschungsstand de facto nicht heilbar sind (wobei ich da sehr große Hoffnungen in Fortschritte beim Thema CRISPR/Cas setze, was aber noch einige Jahre dauern dürfte).

Und daraus erschließt sich mitnichten deine folgende Einlassung:
NoExcs392 hat geschrieben:Und sich jetzt auf Genetik zu versteifen und sich jegliche Verantwortung abzusprechen kann nicht die Lösung sein.


Das habe weder ich noch ein anderer in diesem Thread behauptet und es ist auch grundsätzlich falsch. Denn da wir an unseren Genen nun mal nichts ändern können, ist es doch umso wichtiger, einen der wichtigsten wenigen Hebel um unsere Erkrankung beeinflussen zu können, auch dementsprechend zu nutzen: unsere Ernährung.

Und ich habe bereits an anderer Stelle geschrieben, dass ich gegen eine vegane Ernährungsform nichts einzuwenden habe. Wenn es hilft, sehr gut. Gerne auch Austausch und vegane Ernährungstipps hier im Forum. Dagegen gibt es doch überhaupt nichts einzuwenden und dagegen hat auch niemand etwas gesagt.
Den Kritikern in diesem Thread ging es hauptsächlich um die leichtfertige oder missbräuchliche Verwendung von Begriffe wie "Heilung" oder "Ursache einer CED". Gegen Veganismus an sich gab es kein böses Wort.

Dennoch reitest du darauf herum, als wäre das genaue Gegenteil der Fall. Es ist erstaunlich, wie du seit deinem ersten Beitrag in diesem Thread offene Türen einrennst, und dabei so tust als wären sie verriegelt und verrammelt.

Und zum Schluss noch kurz zusammengefasst:

NoExcs392 hat geschrieben:"Ja Ernährung ist eig. Quatsch


Ist es nicht. Hab ich auch nie behauptet.

NoExcs392 hat geschrieben:, das ist Genetik,


Ist es ja auch.

NoExcs392 hat geschrieben:und du glänzt mit Cockiness."


Mein Einwurf bezog sich allein darauf, wie cuGEHEILT als neuer User quasi im ersten Arbeitsgang eine langjährige Moderatorin angepflaumt hat. Und diesen Einwurf empfinde ich auch jetzt noch als berechtigt. Mit seiner restlichen Argumentation hatte meine Bemerkung nichts zu tun.
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Re: Colitis ulcerosa geheilt - ja, wirklich

Beitragvon NoExcs392 » Do 5. Jul 2018, 16:56

Die Ursachen von CED sind weiterhin unbekannt. Genetik mag dazu beitragen, reicht aber trotzdem nicht, um sich zurückzulehnen und jegliche Verantwortung abzugeben.

Außerdem habe ich mich nicht auf dich bezogen in meinen Beiträgen. Trotzdem danke für deinen langen Beitrag, der gewiss nicht "cocky" (ich nenne es mal so) aber ein wenig angefressen wirkt.

Gruß
Oli
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Re: Colitis ulcerosa geheilt - ja, wirklich

Beitragvon curio » Do 5. Jul 2018, 17:21

NoExcs392 hat geschrieben:Die Ursachen von CED sind weiterhin unbekannt. Genetik mag dazu beitragen, reicht aber trotzdem nicht, um sich zurückzulehnen und jegliche Verantwortung abzugeben.

Außerdem habe ich mich nicht auf dich bezogen in meinen Beiträgen. Trotzdem danke für deinen langen Beitrag, der gewiss nicht "cocky" (ich nenne es mal so) aber ein wenig angefressen wirkt.

Gruß
Oli


Das ist nur teilweise richtig. Die genetische Prädisposition ist bekannt und gilt als Hauptursache für die Entstehung von CEDs. Trotzdem ist der Entstehungsmechanismus noch nicht vollständig erforscht, korrekt. Man muss darüber hinaus von weiteren, bisher nicht bekannten Gründen ausgehen.

Und niemand lehnt sich deswegen zurück und gibt seine Verantwortung (für was auch immer) auf. Es sind genau solche Behauptungen, die mir sauer aufstoßen. Ein Cold Reading, das anscheinend mit aller Gewalt in die falsche Richtung zielen will.

---------

Nun ja, es ist schwer, davon auszugehen, nicht gemeint zu sein, wenn sich in der betreffenden Textstelle Auszüge befinden, die man in seinen eigenen Texten wiederfindet. ;)

Angefressen bin ich nicht. Längere Texte runter zu hacken ist nur irgendwie ermüdend.
Also alles cool. No hard feelings. :)

---------

Edit: Ich sehe es darüber hinaus am ehesten so wie BeStoic und Fuchur.
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Re: Colitis ulcerosa geheilt - ja, wirklich

Beitragvon neptun » Do 5. Jul 2018, 17:36

Hallo Oli,

hat doch sicher jeder begriffen, Du ißt kein Fleisch.

Aber laß doch den Einwurf mit dem Rauchen.

Und Studien belegen auch ganz sicher Zusammenhänge von falscher Ernährungs- und Verhaltensweise des Menschen, die dann zu Volkskrankheiten führen.
Daher die Empfehlungen der WHO.

Nur sind die CED keine Volkskrankheiten.

Und es gibt eben keine aussagekräftigen Studien, die einen Zusammenhang belegen. Aber vielleicht werde ich durch die Überarbeitung der Leitlinie cu, die nun hoffentlich Anfang nächsten Jahres mit einiger Verspätung erscheint, eines besseren belehrt. Bis 2011 jedenfalls haben die Literaturrecherchen in allen großen Suchmaschinen auf diesem Gebiet anscheinend keine Ergebnisse hervor gebracht.
Einzig gibt es Hinweise auf den Ernährungs- und Kräftezustand im Hinblick auf Operationen bei den CED. Siehe dazu diese Leitlinie:
"Klinische Ernährung in der Gastroenterologie (Teil 4) – Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen"

Und meine o.g. Einwürfe/Fragen an cugeheilt, die hast Du geflissentlich übergangen. Passen die Antworten nicht ins Bild?

Bleib doch mal bei Deiner Linie, spring nicht von Rohkost zu Kochen ist Mühe und Käsekonsum, für den Du gar kein Verständnis hast, dann wieder zum Fleischkonsum, zu gesunder Lebensform an sich, etc.

Es nützt auch nichts, Erkenntnisse zur Evolution zu negieren.

LG Neptun
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Re: Colitis ulcerosa geheilt - ja, wirklich

Beitragvon Goldmund » Fr 6. Jul 2018, 21:45

Moin Moin,

ich denke nicht, dass Fleisch an sich das Problem ist - viel mehr liegt die Ursache für den schlechten Einfluss auf die CU in der Massenproduktion.
Tiere werden unter starken Stressbedingungen mit Antibiotika gefüttert, welches letztendlich in unserem Darm landet und dort die Darmflora zerstört.
Wer 1-2x die Woche Fleisch vom regionalen Bauernhof isst, wird sicherlich keine schlimmen Auswirkungen auf die CU ausüben.

Milch ist da eventuell etwas kritischer zu beäugen. Verklebt den Darm, ist hochverarbeitet und besitzt im Endeffekt auch kein tolles Nährwertprofil.
Rohmilch dagegen hat tonnenweise gute Milchsäurebakterien, die unseren Darm bevölkern und vitalisieren können - hierbei besteht aber natürlich ein gewisses Risiko, weil das Ganze nicht pasteurisiert ist.
Daher ist eher zu fermentiertem Gemüse wie Sauerkraut zu raten.

David Kleins Diät ist mir ein Begriff und ich denke auch, dass diese Art der Ernährung die Beste für einen gesunden Darm ist und auch allgemein die beste Ernährung darstellt.
Die SCD, Paleo oder die Ketogene Diät funktionieren allerdings wahrscheinlich fast genauso gut und sind weniger einschränkend.
Hier geht es vorallem darum die schlechten Bakterien durch eine kohlenhydratarme Diät auszuhungern, was langfristig auch funktioniert, da kein/kaum Zucker in den Darm gelangt.
Wer dies 1-2 Jahre durchzieht kann sicherlich irgendwann auch wieder lockerer Essen, da die Dysbiose im Darm dann "geheilt" wurde.

LG Goldmund
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Re: Colitis ulcerosa geheilt - ja, wirklich

Beitragvon ChipundDeil » Mo 9. Jul 2018, 19:39

Hallo allen! Ich bin neu hier. Ich habe CU seit diesem Jahr.

Die Geschichte mit Heilung hat mich überzeugt. Die Links sind alle auf Englisch.

Hat jemand die Info auf Deutsch?

Liebe Grüße!
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Re: Colitis ulcerosa geheilt - ja, wirklich

Beitragvon Colitos » Mi 11. Jul 2018, 11:37

Versuche folgende Webseite zum Übersetzen, das klappt sehr gut von Englisch nach Deutsch.
https://www.deepl.com/translator
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Re: Colitis ulcerosa geheilt - ja, wirklich

Beitragvon Logan » Do 19. Jul 2018, 17:51

Bin sporadischer stiller Mitleser, möchte nun aber mal meine Erfahrung wiedergeben, da es hier denke ich ganz gut passt:

Ernähre mich nun seit etwas über einem Jahr zu 99% vegan.
CU seit über 15 Jahren, letzter Schub 8 Jahre her und bin eher niedrig dosiert eingestellt.
Da ich mich über die Jahre etappenweise immer "gesünder" ernährte (weniger Zucker, weniger verarbeitete Produkte, mehr Gemüse, Obst, Nüsse etc.), fiel es mir zum Schluss auch relativ einfach, tierische Produkte wegzulassen.
Dabei achte ich auf eine sehr ausgewogene und vollwertige Ernährung. Zum Glück vertrage ich alles an Nahrung, da fällt es weniger schwer.
Vitamin B12 und D wird supplementiert.

Zu den Gründen:
Ich habe es nicht wegen Heilungsaussichten gemacht, sondern aus ganz rationalen Gründen (Probleme mit Massentierhaltung, ökonomische Gründe etc.) und mir auch etwas Gutes tun wollte, indem ich die Chemie aus der Massentierhaltung weglasse (Ja, auch Gemüse und Obst wächst auf unseres Äckern und Gewächshäusern nicht durch Luft und Liebe, das ist mir bewusst).
Gegen positive Nebeneffekte für die CU hatte ich natürlich auch nichts, aber das war keiner der Gründe damals (da ich ja schon jahrelang nahezu beschwerdefrei war).
Einziger wirklicher Nachteil: bei sportlicher Aktivität muss intensiv darauf geachtet werden, genug Kalorien aufzunehmen.

Seit 3 Monaten habe ich erstmals seit Jahren wieder vermehrt Probleme. Natürlich stehe ich in intensivem Kontakt zu meinem Arzt und wir versuchen, das in den Griff zu bekommen (ich vertraue schon auf die Medizin, versuche jedoch auch aktiv mein Leben anzupassen). Die Blutwerte passen alle, es gibt keinen Hinweis auf irgendwelche Mängel (auch nach Beginn der verganen Ernährung wurden schon Bluttests gemacht, ich wollte auf Nummer sicher gehen). Da ist alles i.O.
Auch gegen die vegane Ernährung hat mein Arzt nichts einzuwenden, solange es nicht zu einer Mangelernährung wird.

Mein persönliches Fazit (ich betone persönlich):
Vegane Ernährung ist nicht der heilige Gral bei der Behandlung von CU. Wie gesagt, das hatte ich mir auch nicht erhofft, will die Erfahrung aber gern hier weitergeben.
Der Einfluss von Ernährung ist durchaus nicht zu unterschätzen. Aber es gibt natürlich noch eine Menge andere Umwelteinflüsse (Abgase, Weichmacher, Rückstände im Wasser usw. usf) und dann eben der Genetik-Faktor. Und wie immer: Es ist bei jedem Mensch anders ausgeprägt.
Logan
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Re: Colitis ulcerosa geheilt - ja, wirklich

Beitragvon Korona » Do 19. Jul 2018, 23:08

Hallo Logan,

ich stimme Dir zu, die Ernährung ist wichtig, schon allein weil man dadurch eine Lebenshaltung ausdrückt, und eine Wertschätzung gegenüber den Produkten der Natur und dem eigenen Körper und Leben.

Tierisches Eiweiß scheint den Körper häufig zu stark zu belasten. Das stelle ich auch jetzt, ohne Darm immer wieder fest und esse diese Produkte nur in Maßen.
Ich achte aus ähnlichen Gründen wie Du auf meine Ernährung und habe noch konsequenter gelebt, als ich noch einen Dickdarm hatte. Damals wusste ich allerdings nicht, dass ich mich mir mit meiner sehr ballaststoffreichen Ernährung möglicherweise geschadet habe. Diese hat meinem Darm nicht gut getan, weil die Ballaststoffe stark reizend sind, schon weil sie ein großes Volumen bei der Verdauung behalten.

Unter dem Strich: mir hat diese Ernährung nicht geholfen meinen Darm zu retten. Er ist vor vielen Jahren und nach vielen Jahren Pancolitis entfernt worden.
Trotzdem: eine gute Ernährung ist sehr wichtig und verhindert auch Mangelerscheinungen, stabilisiert uns vorbeugend in der Krankheit und für den Fall, dass eine Op erforderlich wird.
Aber: Rohkost im Schub, viele schwer verdauliche Produkte, rohe Produkte sind meist kontraproduktiv.

@ an alle Vorschreiber.... um mal auf den Anfang zurück zu kommen: der Starter dieses Beitrags hat sich angemeldet,
14 Beiträge an einem Tag geschrieben, immer mit einem Link zu seiner Werbung, und dann hat er sich NIE WIEDER eingeloggt ....

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